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    8 April 2020
    #1

    "Kinder" - "Keine Kinder": Wie hat sich eure Meinung geaendert?

    Hallihallo,

    meine Frage geht an die, die erst einen Kinderwunsch hatten/keinen Kinderwunsch hatten, und dann ihre Meinung geaendert haben und dann doch Kinder/keine Kinder bekommen haben.
    Was waren eure Beweggruende fuer eure Meinungsaenderung?
    Fehlender Partner? Der Partner wollte/wollte keine Kinder? Erfahrungen mit Kindern aus der Verwandschaft?
    Erzaehlt mal!

    Beste Gruesse,
    vry
     
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    8 April 2020
    #2
    Früher wollte ich Kinder. Klassisch eben: Studium, Hochzeit, Kinder. Dann stand am Ende des Studiums der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs, der alles auf den Kopf gestellt hat. Kinderwunsch ging flöten, Beziehung ging kaputt, der Tumor stellte sich aber als lokal begrenzt heraus und alles heilte folgenlos aus. Mit dem nächsten Partner kamen neue Herausforderungen und ich konnte mir einfach keine Kinder mehr vorstellen. Sonderlich kinderlieb bin ich übrigens noch nie gewesen.

    Mit 31 war ich dann kinderloser Single und gut ausgelastet mit Job, Hobbys, großem sozialen Netzwerk.

    Als ich meinen Mann traf und mit ihm zusammenkam, wurde ich Stiefmutter. Den Gedanken fand ich zunächst super: Jede zweite Woche hatte ich quasi zwei Kids, ohne dass ich meinen Körper oder meine Sexualität dafür ruinieren musste.

    Das reichte aber irgendwann nicht mehr, es ist auch nicht dasselbe. Wie genau der Kinderwunsch aufkam, weiß ich nicht. Nur dass er sich nach anderthalb Jahren Beziehung plötzlich dringend bemerkbar machte und ich ihn nicht mehr wegschieben konnte.

    Ich bin auch weiterhin kein sonderlich kinderlieber Mensch. Zumindest wenn es um fremde Kinder geht. Aber ich komme heutzutage besser mit ihnen zurecht.
     
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    8 April 2020
    #3
    Als Teenager hatte ich sogar Panik, dass meine Mutter noch ein Kind bekommen könnte. Meinen Bruder mit aufziehen zu müssen, hat mich einige Jahre ziemlich verstört. Noch mit 20 war ich absolut dagegen.

    Dann lernte ich auch meinen Ex kennen, war irgendwann einfach "unentschlossen" wie er es auch vorgab zu sein. Mit 21-22 manifestierte sich langsam der Kinderwunsch, ich begann hier auf PL viel im Kinderkneipchen mitzulesen und es schreckte mich gar nicht mehr so sehr ab. Mein Ex hingegen hielt mich einfach nur hin und das über Jahre, deswegen (und aus vielen anderen Gründen) gab es auch immer wieder Streit. Schließlich erfolgte dann die Trennung und ich ließ mir die Kupferkette legen.

    Ein paar Monate später (mit 25) lernte ich dann meinen heutigen Verlobten kennen. Wie fast alle hier wissen, war das anfangs eher nur ein Rumvögeln mit Essen bestellen und kuscheln. Ich dachte mir bei ihm, das könne sowieso nie etwas werden und "testete" an ihm frei von der Leber weg, wie ich mir mein Leben vorstelle: Dass ich mir nach dieser Kupferkette keine zweite mehr reinjagen lasse, weil ich dann fast 30 bin und Kinder möchte. Dass ich nie wieder bei einem Kerl bleibe, der, was heiraten und Kinder betrifft, rumeiert, weil ich dafür nun zu alt bin und sich andere Frauen mit diesen Kerlen rumärgern dürfen, aber ich sicher nicht mehr. Zu meinem Entsetzen und meiner Verwunderung sah er das alles ganz genauso.

    Wir heiraten in gut 2 Monaten zu seinem 30er (ich bin dann 27,5) und nächstes Jahr im Sommer wollen wir loslegen, ggfs. nach noch einer Bauchspiegelung.

    Was die Kinderanzahl betrifft, sind wir momentan eher auf der 1-Kind-Welle, es ist aber noch nicht wirklich fix.

    Mein Kinderwunsch kommt aus mir, aus meinem Inneren heraus. Erstmals zum Ausdruck kam er, weil ich glücklich in einer mittlerweile gescheiterten Beziehung war. Und der Kinderwunsch blieb trotz Trennung. Je glücklicher ich allerdings in einer Beziehung bin, desto stärker tritt er in den Vordergrund.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 April 2020
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    8 April 2020
    #4
    Hm, woher mein Kinderwunsch kam, weiss ich eigentlich auch nicht so genau...ich bin gerade schwanger mit meinem ersten Kind und bin mir nicht sicher, ob sich das wirklich aus einem starken Kinderwunsch ergeben hat. Für mich fühlt es sich eher nach "schauen wir mal, wie das so mit einem Kind ist" an :grin:.
    Mir war immer klar, dass ich auf jeden Fall entspannt studieren, mein Ref machen und einige Zeit arbeiten möchte, bevor ich ein Kind bekomme. Während Kolleginnen schon mit 22 Väter mit kleinen Kindern angeschmachtet haben und vom Hausfrauendasein geträumt haben, war ich der Meinung, dass Kinder Beziehungen/meinen Körper/meinen Schlaf/X zerstören :tongue:.

    Das Clichée, dass Frauen unmittelbar nach der Verbeamtung schwanger werden, wollte ich auch nicht erfüllen, ausserdem hatte ich immer das Gefühl, dass ich JEDE MEINER KLASSEN durchs Abi bringen muss (wobei mein Mann irgendwann richtigerweise anmerkte, dass ich JEDES JAHR Abitur habe und es somit nie ein passendes Zeitfenster geben wird).

    Ausserdem gefiel mir die Freiheit mit Anfang 30, endlich richtig Geld zu verdienen, jede Woche schick Essen zu gehen, oft verreisen zu können und sich einfach mal etwas gönnen zu können, ohne auf den Preis zu achten, zu sehr, um die Flexibilität und den "Reichtum" gleich wieder für ein Kind herzugeben.

    Vor 3 Jahren hatte ich dann das erste Mal den Gedanken, dass mein Mann der einzige Mann ist, mit dem ich mir jemals ein Kind vorstellen könnte, weil er ein (für mich!) richtiger Vater wäre und niemand, der nach Arbeitsschluss um 20 Uhr "auch noch ein bisschen mithilft". Dafür hat er auch zu einem Arbeitgeber gewechselt, bei dem HO problemlos möglich ist, der Vaterschaftsurlaub anbietet (in der Schweiz nicht selbstverständlich) und bei dem er so reduzieren kann, dass er auch mindestens einen Tag aufs Kind aufpassen kann. Mit einem Grosskanzleimann hätte ich mir kein Kind angetan, dort hätte er nichtmal bei einer Geburt, die länger als 24h dauert, bei mir sein dürfen (laut Arbeitgeber).

    Und trotz guter Voraussetzungen hat es noch mindestens zwei Jahre gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte, die Verhütung abzusetzen, einfach weil mir unser Leben und mein Job wirklich sehr viel Freude bereiten und mir auch nicht direkt etwas fehlt. Mein Mann ging mit meinem Zögern sehr entspannt um, die Eltern und Schwiegereltern weniger, aber denen habe habe ich einfach immer gesagt, dass ich niemals Kinder will, damit das Generve und "Enkel bestellen" aufhört (was nicht bei allen funktioniert hat).

    Tja, jetzt sitze ich hier schwanger und bin sehr gespannt, was auf uns zukommen wird!
     
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    8 April 2020
    #5
    Als ich jünger war, wollte ich keine Kinder. Der Kinderwunsch kam erst im Rahmen der Beziehung auf und weil ich im näheren Umfeld Kontakt zu Kindern hatte. Es war einfach schön zu sehen, wie toll das Leben mit Kindern ist und jetzt kann ich es mir gut bei mir vorstellen. :smile:
     
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    8 April 2020
    #6
    Ich hatte schon immer einen Kinderwunsch, zwar nicht unbedingt aktiv, aber für mich war das immer klar, dass der "typische Lebensweg" auf mich wartet: Mann, Kinder. Mit Mitte 20 habe ich dann jemanden kennengelernt, mit dem ich letztendlich 10 Jahre zusammen war. Für mich wäre das die Beziehung gewesen, um zu heiraten und Kinder zu bekommen. Oft genug habe ich genau das kommuniziert, aber ich habe leider viel zu spät gemerkt, dass das anscheinend (?) mein alleiniger Wunsch war. Keine Ahnung, was er wirklich dachte, er hat nie offen geredet. Mein Kinderwunsch war immer noch sehr stark, aber das Leben stellte mich zu diesem Zeitpunkt vor andere Herausforderungen und ich hatte weder Energie noch Zeit für die Partnersuche. Als es mir dann besser ging, habe ich es einfach nicht geschafft, den passenden Partner zu finden. Dafür gebe ich zu einem guten Teil mir selbst die Schuld, auch wenn ich nicht weiß, ob diese Ansicht richtig ist.
    Wie ist es jetzt? Der Kinderwunsch ist nicht weg, aber ich weiß, es wird nicht mehr erfüllt werden. Es gehört wohl zum Leben dazu, dass man sich irgendwann von Wünschen oder Träumen verabschieden muss, ob man will oder nicht. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich mich häufiger verabschieden muss, als dass die Erfüllung auf mich wartet. Keine Ahnung, ob das für andere Menschen anders ist. Manchmal kommt es mir so vor, aber selbst wenn, ich bin machtlos und kann es nicht ändern.
    Also nehme ich viele Dinge einfach hin. So ist es eben. :zwinker:[/B]
     
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    8 April 2020
    #7
    Off-Topic:
    Das glaube ich nicht. Du bist augenscheinlich nicht beziehungsunfähig - aber es gehört auch viel Glück dazu, den für sich passenden Partner zu finden.

    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 8 April 2020 ---
    Ich kann nicht für mich antworten - mein Kinderwunsch war immer da und ist es immer noch (jetzt wäre es auch langsam zu spät).
    Mein Mann jedoch hatte keinen Kinderwunsch, als wir zusammenkamen. Er konnte sich keine Kinder vorstellen, als er Anfang 30 war (damals in einer anderen Beziehung), als die Beziehung in die Brüche ging und er Onkel wurde, wurde ihm klar, dass Kinder etwas Tolles sind, aber er wohl niemals eigene haben würde. Also hat er mit dem Kinderthema für sich absolut abgeschlossen.
    Als wir zusammenkamen, hat er mir deutlich gesagt, dass er sich keine Kinder vorstellen kann - da war er Ende 30.
    Natürlich hätte ich die Beziehung damit beenden können, aber ich habe mir selbst ein Ultimatum gesetzt - ich habe ihm mit dem Thema nicht in den Ohren gelegen, aber hätte er nach einem Jahr immer noch gesagt, dass er keine Kinder möchte, wäre ich schweren Herzens gegangen.
    Nach wenigen Monaten hat er mir sein Herz geöffnet und seine Einstellung zu Kindern hatte sich absolut verändert - er hatte den Gedanken weit verdrängt, nun war es aber in unserer gut funktionierenden Beziehung eben doch wieder eine Option, die ihm sehr gefallen hat.
    Ich habe mich auf sein Wort verlassen und nachdem ich mein Studium und mein Referendariat beendet und eine Festanstellung erhalten habe, sind wir das Thema wirklich angegangen. Im August kommt der Kleine nun. :love:
     
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    8 April 2020
    #8
    Ich fand Kinder lange Zeit nervtötend und unnütz. Vor allem, weil ich mich in einem älteren Umfeld aufgehalten habe und aus mir unerfindlichen Gründen ständig deren Bälger an der Backe hatte. Egal wie sehr ich versucht habe, sie zu ignorieren.

    .
    Mit etwa 20 hatte ich das erste Mal ein Erlebnis, wo ich das Kind nicht nervig fand. Es war Winter und ein kleines Mädchen - vielleicht vier - stand bitterlich weinend allein im Schnee. Ich hatte mich umgesehen und niemanden entdecken können. Da bin ich hin und habe gefragt, was passiert sei und wo denn ihre Eltern seien. Sie schluchzte ganz herzzerreißend, dass sie ihren Stiefel verloren hat. Ich zog ihr den Stiefel wieder an, als die Mutter um die Ecke kam und sich bedankte. Sie habe Einkäufe ins Haus getragen und sich nun gewundert, wo das Kind bliebe. Sie wirkte erleichtert.

    Einem "richtigen" Kinderwunsch" hatte ich nicht so dringend. Aber als ich ein paar Jahre später ungeplant schwanger war, war für mich ganz klar "ja, will ich. Ist meins :whoot:"
     
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    8 April 2020
    #9
    kinderwunsch so mit 18 für ein paar jahre.

    die welt kennengelernt, die menschen kennengelernt, über die entwicklung von welt und menschen gegrübelt, gezweifelt.

    festgestellt, dass ich einem kind definitiv nicht bieten könnte, was ich für wichtig halte (großen garten, tierhaltung, nähe zur natur, viel zeit) und dass ich null bereit wäre, den heutigen konventionen (kita, kindergarten usw.) strikt zu folgen - als option, wenn es das kind möchte, ja, als pflicht oder notwendigkeit, nein. kinderwunsch in den müll geworfen.

    schade find ichs immernoch, so ists nicht... aber nein, in diese welt möchte ich keine kinder setzen. käme mir einfach nur scheisse egoistisch vor (was KEIN vorwurf an schwangere oder eltern ist - es ist nur meine eigene meinung).
     
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    8 April 2020
    #10
    Auch wenn ich mich zumindest teilweise wiederhole:

    Als Kind war mir zwar schon bewusst, dass es Erwachsene und sogar erwachsene Paare gibt, die keine Kinder haben (wie z.B. mein Onkel und seine Frau). Aber der Normalfall, der mir von meinen Eltern, den Eltern meiner Freunde, usw. vorgelebt wurde, war natürlich das Familienleben. Und so habe ich meine Zukunft mehr oder weniger selbstverständlich auch als Leben mit Frau und Kindern gesehen.
    Allerdings fand ich insbesondere in meiner Jugend, aber teilweise auch schon als Kind viele kindische Dinge total doof und unreif, während ich mich total reif und erwachsen fühlte. Da habe ich mich schon auch gefragt, was ich mit überhaupt mit Kindenrn anfangen kann und will.

    Mit 16-17 Jahren bin ich dann in mein ehrenamtliches Engagement als Trainer und Betreuer von Kindern reingerutscht. Zuerst war ich skeptisch und wolltes es nur mal ausprobieren, weil mich einige Vorteile gereizt haben, die ich durch dieses Engagement bekommen konnte.
    Aber schon bei meinen ersten Einsätzen als Helfer eines erfahrenen Trainers habe ich festgestellt, wie schön der Umgang mit Kindern ist und dass ich auch gut mit den Kindern umgehen kann. Ich habe festgestellt, dass man dazu kein alberner Alleinunterhalter sein muss, sondern dass das auch als ruhiger Erklärbär sehr gut funktionieren kann. Seitdem bin ich von Kindern total begeistert.
    Nur bei den ganz kleinen Kindern (also alles bis ca. 5-6 Jahre) war ich nach wie vor ziemlich skeptisch, weil es da einfach an den sprachlichen Fähigkeiten hapert und die Kinder so unselbstständig sind. Zu dieser Zeit wollte ich definitiv Kinder haben. Aber ich dachte, dass man die ersten Lebensjahre irgendwie überstehen muss, bevor man wirklich Freude an den Kindern haben kann.

    Dann gab es irgendwann das erste Baby in meinem Freundeskreis: Die Tochter meiner (damaligen) besten Freundin. Und beim ersten Besuch wurde mir dieses nicht mal vier Wochen alte Baby mit den Worten "Halte sie mal kurz. Ich muss aufs Klo." in den Arm gedrückt. Ich wusste nicht mal so richtig, wie man ein Baby hält und hatte Angst, etwas falsch zu machen und diesem winzigen, zerbrechlichen Menschlein weh zu tun. Aber als die Kleine auch nach einer gewissen Zeit noch nicht gemeckert hat, wurden die Sorgen schwächer und es war um mich geschehen.
    So klein, zart und zerbrechlich. Und diese winzigen Fingerchen. - Und doch schon ein richtiger Mensch mit allem, was dazugehört. :love: :herz: Ich war wirklich überwältigt und wusste plötzlich, dass auch Babys wundervoll sind.
    Und auch danach durfte ich noch weitere wunderschöne Momente mit der Kleinen erleben. (Einer er schönsten war wohl, als sie sich beim langsamen Aufwachen an mich gekuschelt hat. :love:.)
    Spätestens da wurde mir klar, dass ich auf jeden Fall Kinder haben möchte. Es gab auch lange keinen anderen Lebensentwurf, den ich mir wirklich schön vorstellen konnte.

    Und auch alles, was ich danach mit Kindern erlebt habe, hat mir immer wieder gezeigt, wie toll Kinder sind.

    Trotzdem habe ich seit einigen Jahren wieder große Zweifel und glaube eher nicht, dass ich Kinder in die Welt setzen möchte.
    Ich möchte einfach die berechtigte Hoffnung haben, dass meinen Kindern ein schönes und lebenswertes Leben bevorsteht, in dem es ihnen hoffentlich besser (oder zumindest nicht schlechter) geht, als mir. - Und genau diese Hoffnung schwindet bei mir.
    Ich sehe die Gefahren durch den Klimawandel, durch aufstrebenden Rechtsextremismus, durch ein Wirtschaftssystem, das auf der Illusion von dauerhaftem, exponentiellem Wachstum beruht, usw. und sehe so für die Zukunft einfach ziemlich schwarz.
    Aber vielleicht wäre dann ja auch eine Adoption, oder ein Pflegekind eine Möglichkeit, um einem bereits lebenden Kind ein möglichst gutes Leben und eine mögichst gute Zukunft zu errmöglichen.

    Letztendlich sind all diese Überlegungen aber sowieso hinfällig, solange ich keine passende Partinerin habe.
    Mein Kinderwunsch selbst ist zwar unabhängig von der Existenz einer Partnerin. Aber für leibliche Kinder braucht man ja sowieso die passende Frau. Und auch die Verantwortung für ein Adoptiv- oder Pflegekind würde ich mir niemals alleine zutrauen.

    Von daher kann es gut sein, dass mir meine Unfähigkeit bei der Partnersuche letztendlich auch diese Entscheidung abnimmt.
    Aber dafür sehe ich inzwischen auch andere Möglichkeiten, wie man sein Leben evtl. schön und lebenswert gestalten könnte. - Auch wenn die sicherlich nicht leichter umsetzbar sind, als so ein normales Familienleben.
     
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    8 April 2020
    #11
    banane0815 für Adoption oder Pflegekinder sind Partner soweit ich weiß nicht mehr zwingend.

    Das Jugendamt wollte mir damals Alleinerziehende beides gern "andrehen".
     
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    8 April 2020
    #12
    Off-Topic:
    Ich weiß schon. Aber solange ich Single bin, möchte ich das überhaupt nicht, da ich mir die Herausforderung Kind alleine einfach nicht zutraue.

    Und das ist jetzt echt nicht als Angriff auf Alleinerziehende gemeint. Ich habe allergrößten Respekt vor jedem alleinerziehenden Elternteil, das sich für sein Kind den Arsch aufreißt und versucht, all die Dinge, die so zu diesem Leben gehören, unter einen Hut zu bekommen. - Es ist nur einfach so, dass ich es mir nicht zutraue, diese Herausforderungen alleine zu meistern, ohne darunter zu leiden und zu viele faule Kompromisse eingehen zu müssen.
     
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    8 April 2020
    #13
    Ich war mir schon als Jugendliche ziemlich sicher, dass ich später keine Kinder würde haben wollen und dabei blieb es. Wenn ich es mir hätte anders vorstellen können, dann sowieso nur mit einem Kind, weil ich selbst glückliches Einzelkind bin/war und schon als kleines Kind geäußert habe, auf gar keinen Fall Geschwister zu wollen. :tongue: Das hat sich ebenfalls nie geändert. Die Vorstellung, dass meine Eltern ein zweites Kind hätten bekommen können, geht für mich gar nicht.

    Ich sehe bei Freundinnen mit Kindern, wie viele Einschränkungen Kinder bedeuten und ich wäre nicht bereit, diese auf mich zu nehmen. Da sehe ich einfach keinen Mehrwert, der die Negativaspekte ausgleichen würde. Klar, man liebt sein Kind dann wohl, täte ich vermutlich auch, aber ich kann ja nichts lieben bzw. mir die Liebe vorstellen, wenn es nicht da ist, also fehlt mir auch nichts.

    Die ganzen Einschränkungen meiner Freundinnen wie z.B. weniger Gehalt dank Stundenreduktion, teurere Urlaube an langweiligere Orte, Schlafmangel (!), ... und vor allem die Einbußen in Bezug auf das selbstbestimmte Leben gruseln mich. Ständig höre ich: "Emma hat gerade A, B oder C" - hier bitte eine Kinderkrankheit der Wahl einsetzen, "Paul war um 5 Uhr wach" und dass der nächste Urlaub nach Holland oder Schweden führt. Ja gut, da kann man ja mal hin, aber für mich stellt sowas den Zweit- oder Dritturlaub eines Jahres dar, also etwas Ergänzendes, das man ruhig mal machen kann, nicht jedoch das Highlight des Jahres. Da muss es schon andere Ziele geben, damit ich Lust kriege. Die eine Freundin, die das betrifft, hat davor übrigens Urlaub in Ländern wie Costa Rica, Peru oder Thailand gemacht. Jetzt ist ihr Highlight der Center Park. Das ist wirklich meine Horrorvision.

    Zwei Jahre, in denen ich dank Freund mit Kind an so einem "Familienleben" teilhatte, haben meine Meinung jedenfalls bestätigt. Es war noch schlimmer als befürchtet. Nein, eher eröffne ich einen Gnadenhof oder übernehme ein Tierheim als dass ich auch nur ein Kind bekomme. :zwinker:
     
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    8 April 2020
    #14
    Ich wollte Dir auch kein Kind "andrehen". Mir persönlich ist die Zeit des alleinerziehens sehr leicht gefallen. Wahrscheinlich auch, weil ich von Hause aus gelernt habe "was muss, das muss".

    Das war eine rein sachliche Information, falls Interesse bestünde. Zu der Zeit hätte ich auch weder Pflege- noch Adoptivkind haben wollen. Pflegekind nicht, weil es emotional für mich nicht passen würde, Adoptivkind nicht, weil ich dann nicht meinen eigenen Ansprüchen an die Kindererziehung hätte genügen können.
     
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    8 April 2020
    #15
    Danke für die Info!

    Wenn ich ungepant und unfreiwillig in die Situation käme, würde ich das wohl auch irgendwie schaffen. Aber ich weiß genau, dass ich dann immer meine persönlichen Interesse ganz hinten anstellen würde. Und das finde ich einfach nicht erstrebenswert.

    Und ja, natürlich hat auch eine Adoption ihre Probleme und Pflegekinder sind ein noch viel schwierigeres Thema, das ich mir vermutlich auch mit Partnerin eher nicht zutrauen würde. Aber es wäre eben doch eine Alternative, wenn ich bezüglich der Zukunftsaussichten zu pessimistisch bin.
     
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    8 April 2020
    #16
    Ich bin kein Reisefan, ich habe genug von der Welt gesehen, aber beim Schlafmangel stimme ich zu, der ist nicht ohne. :upsidedown:
    Ansonsten sehe ich zumindest mit Baby nicht so die krassen Einschränkungen, vor allem mit den ganz Lütten, die kann man ja überall mit hinnehmen. :smile2:
     
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    8 April 2020
    #17
    Ich war einfach glücklich mit meinem Mann allein, wollte nichts an unserer Beziehung ändern, wollte seine Liebe nicht teilen und etwas potenziell Störendes und Stressiges in die Beziehung lassen und sowieso habe ich mich nie für die geborene Mutter gehalten. Kategorisch ausgeschlossen habe ich Kinder zwar nie, aber ich dachte lange: "Höchstwahrscheinlich nicht."
    Als dann unsere ältere Nichte geboren wurde, änderte sich meine Meinung und mein Mann hatte eh den unkonkreten Wunsch, "irgendwann" Vater zu werden.
    Irgendwie war da plötzlich ein Platz in meinem Herzen frei und es entwickelte sich sehr schnell eine unwahrscheinliche Sehnsucht.

    Die Entscheidung für Nr. 2 war für mich dennoch überraschender. Ich war der festen Überzeugung, wir würden zu dritt bleiben. Mein Mann hatte sich eigentlich immer 2 Kinder gewünscht, fand aber auch, dass wir zu dritt eigentlich "gut genug" waren. Die Angst, mit einem 2. Kind überfordert zu sein, war bei uns beiden einfach zu groß. Im Flur hängt sogar ein Bild mit nur unseren 3 Namen. Ein viertes Familienmitglied war einfach nicht geplant.
    Dann aber stellten wir fest, dass wir es für unsere Tochter schade fanden, dass sie so komplett alleine aufwachsen würde. Sie hat neben uns halt auch sonst kaum Familie. Wie auch ich schon. Und ich leide bis heute darunter. Sie fragte auch immer häufiger nach einem Geschwisterkind und jedes Mal tat es uns unendlich leid, ihr zu sagen, dass eben manche Familien nur ein Kind haben. Wir setzten uns ein Limit: Ich werde entweder mit 35 nochmal Mutter oder wir lassen es bleiben.
    Für mich war das Gefühl, dass wir noch nicht komplett sind, Weihnachten 2018 dann plötzlich schmerzhaft groß. Meine Mama war gerade verstorben und sie hatte sonst immer Weihnachten mit uns gefeiert. Mein Mann hatte einen Magen-Darm-Infekt und kotzte die Feiertage durch. Mir kam alles so trostlos vor. So unfeierlich. Es fühlte sich nicht mehr nach "Familie" an. Da stieß ich das Thema dann nochmal an, wir ließen uns aber noch bis zum Sommer 2019 Zeit, wir wollten nichts überstürzen. Da fiel dann endgültig die Entscheidung für ein 2. Kind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 April 2020
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    8 April 2020
    #18
    Mir war's eigentlich immer egal, und ich waere auch dafuer offen gewesen. Die Entscheidung lag also eher bei den Kindern, ob sie mich haben wollen, und es scheint, als haetten sie sich dagegen entschieden. Ist auch ok. Man kann ja niemanden zu seinem Glueck zwingen.
     
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    8 April 2020
    #19
    Als Kind und Jugendliche hab ich nie hinterfragt, dass ich mal Kinder haben würde. Es war einfach klar. Das gehörte für mich zum Leben dazu. Der Zeitraum, der mir vorschwebte war per Definition "so in sieben" Jahren, mit 16 ebenso wie mit 26. :grin:

    Vor ein paar Jahren war ich mir eine ganze Weile ziemlich sicher, keine Kinder zu wollen. Ich hatte in der Familie (d. h. in der Schwiegerfamilie) einfach keine besonders nachahmenswerten Vorbilder; das sind Leute, die einfach viel zu hysterisch und maximal auf die Kinder ausgerichtet sind. So wollte ich nicht leben und außerdem wollte ich noch die Welt entdecken (reisen) und, ehrlich gesagt, wollte ich meinen Mann nicht teilen. :ashamed:

    Irgendwann kam der Kinderwunsch zurück bzw. überhaupt zum ersten Mal ein echter Wunsch auf. Wir waren beide in unseren Jobs angekommen, sind viel gereist, haben uns ein Leben aufgebaut - und auf einmal war es kein abwegiger Gedanke mehr, unsere kleine Familie zu erweitern. Wir haben eine Weile sehr schlampig verhütet und in einem Monat gar nicht mehr - und, schwupps, war ich schwanger. :grin:

    Und ich find's schön, wirklich schön, auch anstrengend, klar, aber insgesamt einfach genau richtig. Unser Leben war vorher eh schon einigermaßen kinderfreundlich, daher fand ich die Umstellung gar nicht so dramatisch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2020
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    #20
    Off-Topic:
    Ja, der Schlafmangel ist schon in meiner Vorstellung schrecklich. Ich kriege sofort Kopfschmerzen, wenn ich zu wenig schlafe und auch (m)ein fester Rhythmus ist total wichtig, um das zu verhindern. Das wäre also kein bisschen lustig.

    Mitnehmen kann man Babys schon, aber eingeschränkt ist man ja trotzdem. Ich habe z.B. an mich selbst den Anspruch, jeden Tag mindestens drei, vier Stunden im Stall zu sein. Okay, Spazierengehen könnte man mit Baby und Pferd, aber reiten wird schon schwieriger. Da gibt's zwar Frauen, die sich das Baby umschnallen und ausreiten gehen, aber dafür reite ich nicht sicher genug. Bekommt einem Baby wohl nicht, wenn es dann vom Pferd fällt. Keine gute Idee also. :grin:
     
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