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  • Salzwasser
    Salzwasser (33)
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    23 Februar 2018
    #1

    Lärmenden Hausbewohner bei der Arge melden?

    Ich weiß nicht ob das im Kummerkasten richtig aufgehoben ist, aber es macht mir ja (nicht wenig) Kummer, sondern ist eine ziemliche, nervliche Belastung für mich und es ist auch ein moralisches Dilemma. Sorry für die Wall-of-Text, aber ich möchte den gesamten Sachverhalt möglichst genau dar legen.


    Es geht um folgendes:

    Vor gut zwei Jahren ist unter mir eine junge Frau (Mitte bis Ende zwanzig) mit 3 Kindern eingezogen. Das war schon immer ein wenig belastend, denn die 3 machen halt nicht wenig Lärm und neigen auch dazu Nachts zu heulen und nach Mama zu rufen. Und ja, natürlich nervte und nervt mich das enorm, aber für mich sind das halt Dinge die man akzeptieren muss.

    Ansonsten hatte ich keine großen Probleme mit ihr.


    Das Problem ist, das vor ein paar Monaten noch eine 5. Person in diese Wohnung eingezogen ist (man muss übrigens auch dazu sagen, dass es eine zwei Zimmer Wohnung ist von der selben Größe die ich habe. Und ich lebe alleine da. Hier können eigentlich maximal 2-3 Personen drin leben, aber das ist ja nicht meine Sache) nämlich der neue Freund der Frau. Seitdem werden die Zustände immer schlimmer. Morgens brauche ich keinen Wecker mehr, weil Punkt 6.45 überlaute Musik mich weckt. Dann werden wohl die Kinder in die Schule/Kindergarten usw. gebracht.

    Auch das ist recht nervig, weil ich eben nicht auf Techno stehe und mir das Zeug trotzdem anhören muss. Aber gut, ich muss ja sowieso auch aus dem Haus. Wenn ich abends nach Hause kommen, empfängt mich dann wieder die selbe Musik (nicht jeden Tag aber häufig genug) und am Wochenende geht das dann auch manchmal die ganze Zeit so. Allgemein ist der Kerl (und die ganze Familie) von der sehr lauten Sorte. Türen werden grundsätzlich geknallt, dass bei mir die Wände wackeln und das trampeln klingt wie eine Horde Wasserbüffel (noch mal zur Erwähnung, ich wohne ÜBER denen und trotzdem höre ich das trampeln)

    All das ist bei mir schon hart an der Schmerzgrenze, aber da ich tagsüber sowieso selten zuhause bin schlucke ich das alles noch herunter.


    Das Problem sind die Schulferien, oder wenn die Kinder nicht in der Wohnung sind. Dann wird dort nämlich regelmäßig Party gemacht und die Musik läuft bis spät in die Nacht hinein. Ich muss dann immer runter rennen, mich beschweren, dann wird auch tatsächlich die Musik leiser gemacht aber bereits am nächsten Abend ist wieder die selbe Scheiße. Es ist halt enorm nervig wenn man nachts um 3.00 im Bett liegt, dann von wummernden Bässen geweckt wird, sich anziehen muss, um Ruhe bitten und dann wieder einschlafen.

    Und das macht mich wütend. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, wenn jemand Hartz IV bekommt. Ich bin zwar der Meinung, dass viele (nicht alle) junge Leute die “vom Amt” leben ohne Probleme auch einen Job bekommen könnten, aber letztlich ist es mir echt egal ob jemand nicht arbeiten kann oder nicht arbeiten will. Unser Sozialsystem fängt beide Gruppen auf und das ist auch gut so.

    Aber mich macht dieses asoziale Verhalten wütend. Allgemein bin ich der Meinung das man seine Musik gefälligst so hören sollte, dass man damit nicht andere Menschen belästigt.

    Und wenn das dann auch noch Nachts geschieht und man damit Menschen vom Schlaf abhält die eben nicht vom Amt kriegen, diejenige aus der Gesellschaft die monatlich was von ihrem Gehalt abdrücken damit wir hier in Deutschland so ein soziales Netz haben können, dann könnte ich ausrasten.


    Jedenfalls habe ich überlegt was ich unternehmen kann. Die Polizei zu rufen würde in dem Fall nicht viel bringen. Für Ruhe sorgen kann ich eben auch alleine (aber ich hasse es, dass immer wieder tun zu müssen) und hier in Berlin haben die kaum Zeit sich um solche Kinkerlitzchen wie Ruhestörung zu kümmern. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mit den Jungs auch nicht mehr als nötig zu tun haben will.

    Außerdem wüssten die dann natürlich wer da die Polizei geschickt hat (ansonsten wohnen nur Rentner im Haus und die haben wohl eher Angst da was zu sagen)

    Auch eine Beschwerde beim Vermieter wird deshalb schwierig. Erstens bin ich mit meiner Wohnungsgesellschaft nicht gerade auf dem besten Fuss und zweitens könnten die sich dann auch wieder zusammen reimen vom wen das kommt.

    Ich möchte jetzt hier keine Vorurteile bedienen, aber was weiß ich denn was die veranstalten wenn ich nicht zuhause bin. Meine Wohnungstür demolieren oder so was, weil sie sich rächen wollen.

    Nun bleiben mir noch zwei Möglichkeiten. 1. eine Meldung ans Jugendamt, wegen Kindesgefährdung (kann mir nicht vorstellen das überlaute Musik gut für Kinderohren ist), aber ich schätze mal das wird nicht viel bringen oder eben 2. ein anonymer Hinweis an die Arge, dass dort jetzt fünf Leute leben und ob das so rechtens ist. Denn ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass die das korrekt gemeldet haben. Das würde ja weniger Geld bedeuten.

    Wie gesagt, im Prinzip ist es mir vollkommen egal ob jemand unberechtigt zuviel Geld vom Amt bekommt usw. Ich bin kein selbsternannter Sheriff der es als seine Aufgabe sieht das jeder sich an die Regeln des Uhrwerksystems hält. Aber ich habe auch keinen Bock diesen Terror länger mitzumachen und vielleicht zieht er ja wieder aus, wenn man ihm das Geld streicht.

    Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch ob das überhaupt was bringt oder ob es am Ende nicht die falschen trifft, nämlich die Kinder weil weniger Geld vorhanden ist.

    Im übrigen habe ich auch schon überlegt mir eine andere Wohnung zu suchen, aber das sehe ich irgendwie nicht ein. Die Miete ist günstig, die Verkehrsanbindung gut und für meine Zwecke reicht die Wohnung vollkommen aus. Warum muss ich also das Feld räumen, wenn andere sich daneben benehmen. Und falls es jemand überlesen hat, ja ich habe schon mehrmals mit denen geredet. Sowohl im akuten Fall als auch am Morgen danach wo ich darum gebeten haben wenigstens von 00.00-07.00 Ruhe zu halten.

    Also, soll ich mal einen anonymen Hinweis an die Arge geben oder es lieber lassen und hoffen dass sich das ganze irgendwann von selber erledigt? Oder hat jemand noch eine andere Idee, welche ich bisher noch nicht bedacht habe?
     
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    23 Februar 2018
    #2
    Prinzipiell sind für solche Fälle Vermieter und Ordnungsamt/Polarei zuständig. Vom Vermieter ist wohl nicht viel zu erwarten; es schadet aber sicher nicht, wenn sich über bestimmte Mieter die Beschwerden sammeln.

    Das mit der Arge ist unfein, könnte aber grundsätzlich klappen - in Berliner Ämtern würde ich aber eher mit geringem Eifer rechnen; dito Jugendamt.

    Der kürzeste Weg ist immer noch, Dich konsequent direkt bei den Leuten zu beschweren - auch wenn das lästig ist.
     
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    23 Februar 2018
    #3
    Damit verwirkst du doch nicht dein Recht dich über laute Nachbarn zu beschweren.
     
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    23 Februar 2018
    #4
    Ich würde vermutlich nochmal mit denen reden, sagen wie sehr das belastet und sie ja wissen bis zu welcher Einstellung die Musik in Zimmerlautstärke ist. Das du das nicht länger tragen kannst und wenn es so weiter geht du keinen anderen Weg mehr siehst als Polizei/Ordnungsamt oder Vermieter einzuschalten. Das ist auch nicht was du möchtest und deshalb hoffst du das ihr das unter euch klären könnt, ohne das du weiterhin x mal die Woche Nachts um 3:00 bei denen vor der Tür stehen musst.

    Arge würde ich nicht einschalten, hat mit der Sache nichts zu tun und ich sehe auch nicht wie das deine Situation verbessern soll.
    Wäre halt einfach schnöde Rache. Wenn es das ist was du willst: los. Nur Ruhe hast du dann immer noch nicht :zwinker:
     
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    23 Februar 2018
    #5
    Ich denke nicht, dass ausgerechnet eine Beschwerde bei der Arge irgendwas ändert. Die Leistungsansprüche ändern sich nicht sofort, wenn man einen neuen Lebensgefährten hat und am Ende kann ich mir kaum vorstellen, dass sich dadurch irgendwas am Lebensstil tut. Die haben dann nur mehr Frust, weil es evtl. Schriftverkehr mit dem Amt gibt. Vielleicht brauchen sie dann mehr Partys, um den Frust loszuwerden...
    Beim Jugendamt könnte man schon grundsätzlich anfragen. Wenn die Musik wirklich die ganze Nacht so laut ist, ist ja davon auszugehen, dass die Kinder nicht schlafen können. Direkt Kindeswohlgefährdung wird das allein aber nicht ausmachen. Wohlmöglich gäbe es aber noch andere Punkte, die dann entdeckt würden.
    Ich würde eigentlich durchaus mal die Polizei informieren, wenn es besonders schlimm ist. Wenn du schon mehrmals da warst, ist das einfach die nächste Konsequenz und vielleicht eine kleine Abschreckung.

    Tatsächlich glaube ich aber, dass du langfristig schlechte Karten haben wirst, wenn du der einzige bist, der sich beschwert. Wenn die sich denken: "Blabla, soll er doch reden...", dann wird das Spiel immer wieder von vorne losgehen...
     
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  • Salzwasser
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    23 Februar 2018
    #6
    Das habe ich nun lange schon oft gemacht.

    Es ist halt die Frage was es bringt. Bestensfalls könnte ich eine Mietminderung heraus schlagen, aber das wären Peanuts. Außerdem bräuchte ich dafür dann wahrscheinlich noch einen Anwalt und hätte weiteren Stress.

    Der Vermieter wird die halt leider auch nicht so einfach auf die Straße setzen können. Mutter mit drei Kindern und Wohnung wird vom Amt bezahlt. Da hat der Vermieter (selbst wenn er es wollte) nur wenig Chancen.

    Auf der anderen Seite habe ich eben auch die Sorge vor Racheaktionen. Nicht gerade um Leib und Leben, meiner Haut kann ich mich schon erwehren denke ich. Aber eben Beschädigungen an der Wohnungstür/Briefkasten wenn ich außer Haus bin oder auch an meinem Auto. Dann kann ich dann Nachts nicht mehr schlafen, weil ich mir ständig Sorgen um mein Fahrzeug mache. Oder ich muss ganz weit weg parken, eben auch wieder Nachteile für mich.
    Hinzu kommt eben die "jetzt erst Recht" Möglichkeit, dass heißt dann wird die Musik noch lauter gemacht.

    Ich sage nicht das dies alles eintreffen muss, aber ich kann zumindest die Möglichkeit nicht ausschließen.

    Ich habe schon Mal mit der Polizei gedroht, aber außer einem "Ja, wir bessern uns" bringt es eben langfristig nichts. Und sobald ich halt weitere Schritte androhe und sie dann auch zeitnah umsetze wissen die ja automatisch, dass alles von mir kommt.

    Ich habe halt die Hoffnung das die Kürzung der Gelder dafür sorgt, dass sie ihn schnell wieder raus wirft. :smile:

    Hm, ich bin kein Experte für die Sache weil ich selber noch nie in der Situation war. Aber soweit ich weiß hat man als Bedarfsgemeinschaft Anspruch auf weniger Geld als wenn man eine alleinerziehende Mutter mit drei Kinder ist. Gibt doch immer wieder die Horrorgeschichten, dass plötzlich jemand vom Jobcenter vor der Tür steht und überprüfen will ob da nicht mehr Leute zusammen wohnen als eigentlich angemeldet.

    Die nächtlichen Partys werden wohl (soweit ich das mitbekommen habe) nur gefeiert wenn die Kinder nicht zuhause sind. Ansonsten machen sie jetzt auch keinen verwahrlosten oder gestörten Eindruck auf mich, bis auf eben das sie oft mitten in der Nacht anfangen zu weinen und nach ihrer Mama zu schreien (die dann aber auch gleich dahin poltert, das ganze dauert meist nur wenige Minuten bis wieder Ruhe ist)
    Ich habe auch sonst keinen Grund anzunehmen, dass die Kinder irgendwie gefährdet sind.
    Ich dachte mehr daran das enormer Lärm eben dem Gehör schadet.

    Es ist halt eine beschissene Situation. Einerseits will ich keinen Nachbarschaftskrieg vom Zaun brechen weil ich Angst habe diesen zu führen und lieber "im Verborgenen handeln" mit etwas, was sich nur schwer auf mich zurückverfolgen lässt, auf der anderen Seite will ich aber auch Ruhe. Aber letztlich sind wohl meine einzigen Möglichkeiten wirklich die Polizei oder die Arge-Rache wenn ich etwas ändern will ohne auszuziehen.
     
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    23 Februar 2018
    #7
    Bei vielen Dingen bin ich ja Fan des aussitzens, aber wenn es um die eigenen vier Wände geht: zur not muss man ausziehen. Bevor ich viel Kraft in Ärger investiere und Monate nicht schlafe, ziehe ich lieber um. Ich bin einmal wegen Messis (Ratten im Erdgeschoss...) und einmal wegen einer verrückten Nachbarin ausgezogen. Es war jedes mal die richtige Entscheidung.
    Ich weiß, wenn doe Kämpfe gefochten sind. Das hat nichts mit kleinbeigeben zzutun, sondern mit Lebensqualität.
     
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    23 Februar 2018
    #8
    Nein, aber ich habe in einer Hausverwaltung gearbeitet. Auch wenn sich da ein sonst nerviger Mieter über andere beschwert hat, wir haben den anderen dann auf die Beschwerde anonym hingewiesen.

    Das einzige, was etwas bringt ist, wenn du ausziehst oder die ausziehen. Lärmende Nachbarn sind leider nicht so einfach zu kontrollieren.
     
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    23 Februar 2018
    #9
    Was ist denn mit den anderen Nachbarn? Da gibts doch sicher auch welche die gernervt sind, wenn ihr euch zusammentut, vielleicht einen Brief schreibt oder mal jemand anderes als du zu denen geht und sich beschwert bist du nicht mehr der Buhmann und sie merken vllt, dass das tatsächlich störend ist was sie machen und du nicht nur einfach überempfindlich bist oder so. Oder bist du wirklich der Einzige den das stört?
     
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    23 Februar 2018
    #10
    Glaube, du hast ein falsches Bild davon, für was das Jobcenter zuständig ist. Niemand wird deinen Nachbarn die Leistungen kürzen, weil du dich über deren Lautstärke beschwerst. :grin:
     
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    23 Februar 2018
    #11
    Wenn du nicht bereit bist, die Konsequenzen auch durchzuziehen, dann droh doch nicht mit der Polizei...

    Das Jobcenter hat damit nix zu tun.
     
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    23 Februar 2018
    #12
    In Berlin ist, bzw. war zumindest früher (wüßte nicht, warum sich das geändert haben sollte), das Ordnungsamt für ruhestörenden Lärm zuständig und kann ggf. auch die Musikanlage zeitweise einziehen.

    So der Lärm wirklich regelmäßig stattfindet und Du über der lärmenden Mietpartei wohnst, müßte sich ja mindestens noch der darunter wohnende Mieter (ggf auch die in der angrenzenden Wohnungen im Nachbarhaus?) daran stören und den Lärm mitbekommen...

    Mein Tipp wäre, daß Du (und ggf. andere Mieter, die der Lärm stört) die Zeiten der Ruhestörung mit Datum und Uhrzeit (von bis) notiert und alle, die diese Ruhestörungen mitbekommen haben und sich daran stören (je mehr, desto besser) per Unterschrift bestätigen (nur für die tatsächlich wahrgenommenen Zeiträume - wäre doof, wenn jemand für einen Zeitraum unterschreibt, wo er nachweislich (z.B. durch Schichtdienst, Urlaub, etc.) nicht zuhause war und dann gesammelt, als Mietergruppe, Anzeige beim ORDNUNGSAMT (die Anzeigen der Polizei werden auch nur dorthin weitergeleitet, da das Ordnungsamt primär zuständig ist) erstattet.

    Ihr könntet euch zusätzlich ggf. auch parallel beim Vermieter beschweren und auf diese Anzeige hinweisen (durch die Anzeige ist die Ruhestörung ja aktenkundig und je mehr Mieter dies bezeugen, desto eher wird der Vermieter - vermute ich zumindest - in Handlungsnot kommen (vielleicht kann pippilotta hier ja etwas mehr Licht ins Dunkel bringen).

    Ggf., wenn es wirklich sehr laut ist, könntest Du / Ihr (andere Mieter) ja Videos mit dem Handy drehen und auf CD gebrannt der Anzeige hinzufügen, auf denen Ihr in Eurer Wohnung eine Aufnahme beginnt und dann zur Tür der lärmenden Mietpartei geht, sodaß durch den zunehmenden Lärmpegel deutlicher wird, aus welcher Wohnung die Ruhestörung kommt.

    Es gibt auch Apps, die den Schallpegel messen, vielleicht könntet Ihr diesen dann mitfilmen, wobei ich nicht weiß, wieviel Beweiskraft dies dann bei einem Prozeß haben wird, zumindest würde es, denke ich, ein Nachvollziehen für das Ordnungsamt erleichtern.

    Ob dies, angesichts der Auslastung der Ämter, zu einem Erfolg führt, kann ich natürlich nicht garantieren, aber meines Erachtens ist es die derzeit beste Option, vielleicht hilft Dir die Idee ja.
     
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    23 Februar 2018
    #13
    Er will sich bei denen ja auch nicht über die Lautstärke beschweren, sondern sie wegen etwas völlig anderem anschwärzen, nämlich weil er vermutet, dass die Wohnverhältnisse nicht korrekt angemeldet wurden (Stichwort "Bedarfsgemeinschaft").

    Ich halte diesen Plan allerdings für fragwürdig. Erstens finde ich diesen Bedarfsgemeinschaftskram bei Unverheirateten ohnehin unverschämt von unserem Staat, und zweitens finde ich es auch nicht richtig, denen jetzt auf einer ganz anderen Schiene etwas auszuwischen, die mit den Ruhestörungen gar nichts zu tun hat.
     
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    23 Februar 2018
    #14
    Ich bin darüber erstaunt das du so genau weißt das sie im Leistungsbezug sind
     
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    23 Februar 2018
    #15
    In so einem Fall macht man ein Lärmprotokoll, sendet das zusammen mit einem Brief nachweislich an den Vermieter und meldet so den Mietmangel Lärm. Und kündigt an, dass man seine Miete nur noch unter Vorbehalt zaheln wird, wenn der Mangel nicht behoben wird und kündigt somit eine mögliche Mietminderung an.
    Ändert sich dann nichts, lässt man sich vom Mieterbund oder einem Anwalt beraten, um wie viel man die Miete kürzen sollte und macht das halt.
    Das Jobcenter (von dem kommt ALG II, nicht von der Arge) hat damit rein gar nix zu tun, sollte klar sein.
    Und btw: Die Polizei bei akutem Lärm zu rufen, ist völlig richtig und macht deine Mangelanzeige nur noch glaubhafter. Warum du ein Problem damie hättest, wenn jemand weiß, dass du die gerufen hast, schnall ich nicht. Ist kein Drama.
     
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    28 Februar 2018
    #16
    Ich wohne im ersten Stock, die im Erdgeschoss. Und das Haus ist freistehend, also kein angrenzendes Haus. Der es noch am deutlichsten hören könnte ist der in der Wohnung gegenüber, da wohnt allerdings eine tüdelige, alte Dame.

    Es geht nicht unbedingt darum denen eins auszuwischen. Naja, vielleicht irgendwie doch. Aber grundsätzlich ist es mir echt Pumpe ob und wie jemand unberechtigt zu viel ALG II bekommt.
    Mein Gedanke geht eher dahin gehend, dass der gute Mann bei einer Leistungskürzung usw. wieder das Feld räumt.

    Aber auf der anderen Seite. Ja, ich finde es absolut asozial andere Menschen in ihrer Lebensqualität wider besseres Wissens einzuschränken.
    Zumal der Gewinn an eigener Lebensqualität (die Nacht zum Tag machen, seine Musik dauerhaft auf voller Lautstärke hören zu können usw.) gegenüber der Einschränkung gegenüber anderen irgendwie unerheblich erscheint. Und da brauchen wir auch nicht darüber zu diskutieren ob und wie den guten Leuten das laute Musik hören, das Türen knallen und das rumbrüllen (ob der Lautstärke der Musik) besonders wichtig ist.

    Ich denke jeder darf machen was er will, solange er andere Menschen damit nicht belästigt.

    Und da ist eben noch ein Faktor. Das wir in Deutschland ein Sozialsystem haben, damit Arbeitslose nicht verhungern liegt daran dass die Mehrzahl der Menschen jeden Morgen aufsteht und von ihrem hart erarbeiteten Geld ne Menge abdrückt.
    Ich erwarte jetzt keine Dankbarkeit oder keinen Kniefall. Aber ich erwarte dann eben das jemand, der aus welchen Gründen auch immer arbeitslos ist, der arbeitenden Bevölkerung so viel Respekt und Rücksicht entgegen bringt dass diese Nachts schlafen können.

    Wenn man das nicht tut, sollte man das dann eben auch da spüren wo es weh tut, nämlich an der Brieftasche. Mag sein, dass es eine kindische Racheaktion ist. Aber vielleicht kann das ja jemand halbwegs nachvollziehen.

    Sagen wir mal so, es gibt mehrere Anzeichen dafür.
    1. Halte ich es für relativ schwierig die Nächte durchzumachen und dann am nächsten Tag zu arbeiten.
    2. Gibt es auch mal Tage an denen ich krank bin oder homeoffice mache oder Urlaub habe. Da sind die auch da. Also entweder wir haben den gleichen Home-Rhytmus oder sie gehen keiner geregelten Tätigkeit nach.
    3. Die Wohnung allgemein und wie man sie bekommt.

    Das ist nämlich auch so ein Punkt, wieso ich nicht einfach ausziehen kann.
    Ich zahle für zwei Zimmer, Küche und Bad sowie Balkon gut 400 Euro. Das alles ist noch gelegen an einer Nebenstraße und hat gute Verkehrsanbindung. Ich kenne keinen der für eine halbwegs vergleichbare Wohnung so wenig zahlt.

    Für die Wohnung brauchte ich damals einen Wohnberechtigungsschein. Das bedeutet im Prinzip das man ein so niedriges Einkommen hat, dass man Anspruch auf eine Sozialwohnung hat.
    Inzwischen verdiene ich aber gut das vierfache von damals. Es ist also quasi unmöglich für mich eine vergleichbare Wohnung zum selben Preis zu finden, weil ich eben keinen WBS mehr kriege.
    Es mag evtl. einige Leute sauer aufstoßen dass ich quasi eine Sozialbauwohnung "blockiere" Aber andererseits sehe ich auch nicht ein wieso ich dafür bestraft werden soll, dass ich mir den Arsch abarbeite und gut das doppelte im Monat an Miete zahlen.

    Jedenfalls werden die Leute unter mir halt auch nen WBS gehabt haben. Und wenn man dann alle Faktoren zusammen nimmt deutet halt alles auf ALG hin.

    Liegt vielleicht an mir. Ich habe Sorgen wegen Sachbeschädigung, zum Beispiel an meinem Auto.
    Es ist ja nun so, dass diese netten Leute wissen, dass der Lärm störend ist. Dass sie das nun ignorieren bedeutet dass sie beschlossen haben sich an bestimmte, gesellschaftliche Konventionen nicht zu halten.
    Und mit ein wenig Alkohol (ohne eine Klischee bedienen zu wollen, aber da hin und wieder mal ein leerer Bierkasten vor der Tür steht weiß ich, dass sie zumindest keine Abstinenzler sind) könnte man auf die dumme Idee kommen sich zu rächen, indem man zum Beispiel mal den Spiegel abtritt. Damit kann ich dann zwar auch zur Polizei gehen, aber wie soll ich denn nachweisen (bzw. überhaupt selber genau wissen) wer das war.

    Ein zweiter Punkt ist der Zeitfaktor. Es ist ja so, dass Ruhe herrscht wenn ich runter gehe und mich beschwere, zumindest Nachts. Dass dies das Problem natürlich zwar ein wenig besser macht, aber nicht aus der Welt schafft ist sicherlich klar.
    Hier in Berlin nachts die Polizei wegen Lärmbelästigung zu rufen, sorgt nun ja auch nicht dafür das die mit Blaulicht angefahren kommen, das SEK sich vom Dach abseilt usw. Das heißt also ich müsste das alles noch länger ertragen an diesem Abend. Wäre zwar langfristig vielleicht besser, aber klar zu denken wenn man müde ist, ist halt auch schwer.
     
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    28 Februar 2018
    #17
    Du kannst echt froh sein, dass du in Berlin wohnst.
    Es gibt einige Bundesländer, die von solchen Mietern ,die den sozialen Wohnungsbau missbrauchen, immer noch eine Fehlbelegungsabgabe kassieren.
     
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    28 Februar 2018
    #18
    Off-Topic:
    Auch wenn das jetzt gar nicht zum Thema passt, dann triggert es mich doch. Ich hasse solche Doppelmoral. Aber das bist nicht nur du, sowas höre ich öfters auch auf andere Sachen bezogen.

    Damals als ich die Wohnung bekommen habe, war ich tatsächlich auf die niedrige Miete angewiesen. Ich habe mir die Wohnung also nicht erschlichen. Nun könnte man natürlich sagen, dass ich mir ja gefälligst eine neue Wohnung hätte suchen sollen sobald ich über die Grenze drüber war. Gut, wir lassen jetzt mal außer Acht das ich mir also den ganzen Zeitaufwand eine neue Wohnung zu suchen, den Umzug usw. nochmal hätte antun müssen.

    Aber jetzt sehen wir uns doch mal die Fakten an. Eine Wohnung ohne WBS kostet in Berlin schonmal an die 600 Euro, wenn man nicht unbedingt in nem Abbruchhaus leben möchte. Aber ob da nun große Küche, großes Bad und zwei angemessen große Zimmer, Balkon und Parkplatz dabei wären ist wohl eher fraglich. Von der guten Lage mal ganz abgesehen. Ich würde also mehr zahlen und weniger bekommen.

    Um eine vergleichbare oder meinetwegen auch bessere Wohnung zu bekommen müsste ich also durchaus gut 900-1.000 Euro zahlen oder mehr. Gut, jetzt kann man sagen ich verdiene ja inzwischen viermal so viel wie früher und kann daher auch viermal so viel Miete zahlen.

    Aber Irrtum, da ich alleinstehend und über 30 bin ohne Kinder zahle ich enorm viele Abgaben. Früher hat man mir gut 20% vom Gehalt (das war übrigens noch unter dem heutigen Mindestlohn) abgezogen, jetzt sind es fast 50%. Da bleibt gar nicht soo viel mehr übrig. Kann ich ja auch vollkommen verstehen, dass man jemanden der Mindestlohn oder so bekommt davon nicht die gleiche Menge abdrücken kann.

    Aber ich soll jetzt doppelt bestraft werden? Warum soll ich mir den Arsch aufreißen, wenn ich das zusätzliche Geld nicht für Dinge ausgeben kann die mir wichtig sind? Unter anderem übrigens auch als Altersruhekissen, damit ich später eben nicht wieder anderen Leuten auf der Tasche liegen muss.

    Auf der einen Seite regt man sich darüber auf (und nicht immer zu Unrecht) dass ALG II Empfänger nur in bestimmten Wohnungen leben dürfen. Aber gleichzeitig möchte man anderen Menschen vorschreiben in welchen Wohnungen sie leben dürfen.

    Ich wage mal zu behaupten, dass keiner in meiner Situation anders gehandelt hätte und sich eine neue Wohnung gesucht, nur weil der Gehaltszettel auf einmal dicker ist.

    Und darum sehe ich auch nicht ein wieso ich jetzt das Feld räumen soll.


    Aber um mal zum Thema zurück zu kommen. Wenn ich den Tenor richtig verstanden habe, dann soll ich entweder den Arsch in der Hose haben und die Polizei rufen/ eine Beschwerde an den Vermieter schreiben. Oder mit der Situation leben bzw. mir eine andere Wohnung suchen.

    Die Idee den Problemkollegen durch einen Typ an das Jobcenter rauszuekeln ist wohl eher bestenfalls fraglich.
     
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    vergeben und glücklich
    28 Februar 2018
    #19
    Off-Topic:
    Nee, verstehe ich nicht, warum du da so hochgehst.
    Der WBS berechnet sich nach dem Netto und das wird noch um einige Dinge bereinigt.

    Du hast nun Geld übrig, das du für Luxus ausgeben kannst. Die Menschen, die auf WBS Wohnungen angewiesen sind,haben ja nicht mal die Möglichkeit, sich eine normale Wohnung ohne Förderung zu leisten.
    Über Luxus reden wir da noch gar nicht.

    Vor der Abschaffung dieser Abgabe musste man entweder draufzahlen oder ausziehen und muss es in den entsprechenden Bundesländern noch heute. Ohne Anspruch keine Leistung. Und das finde ich richtig.
    Genauso ist es mit ALG2: hätte die von dir genannte Familie nicht den Anspruch/Bedarf, würde sie die Leistung gar nicht bekommen. Warum das so ist, steht ja bei jedem auf einem anderen Blatt.

    Dein Luxus wird mitfinanziert von Land und Kommune. Du erwartest vom Harzi Respekt vor der arbeitenden Bevölkerung. Und nimmst den gleichen Finanztopf für deine eigene Querfinanzierung in Anspruch. Da schimpft der Esel den anderen Langohr.

    Die Doppelmoral sehe ich da an einer ganz anderen Stelle als du - tut mir leid...
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 Februar 2018
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  • Fessler
    Öfters im Forum
    318
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    Verheiratet
    28 Februar 2018
    #20
    Mein Rat: Zieh aus.

    Ich verstehe, dass dir deine Nachtruhe heilig ist. Aber die Nachbarn beim Jobcenter anschwärzen und selber eine Sozialwohnung blockieren, geht gar nicht.

    Verständlich, dass du dich nicht getraust, dich an die Verwaltung zu wenden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 Februar 2018
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