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    28 September 2020
    #1

    Situation: Mutter! / Job! / Geld?

    Meine Frau ist aktuell in der Immobilienverwaltung (Teilzeit) tätig und hilft nebenher mir noch in meiner Selbstständigkeit aus. Der Verwaltungs-Job bietet 0 Aufstiegschancen, ist für sie relativ langweilig und war von Anfang an eher so als Stelle in der Rolle als Mutter mit Kleinkind gedacht.

    Meine Frau hat BWL an der FH studiert und hat hier einen guten Bachelor-Abschluss, davor hat sie als Zahnarzthelferin gearbeitet.

    Schon seit ca. 2 Jahren (also auch schon lange vor Corona) will Sie gerne ihren Job in der Verwaltung wechseln, sie ist offen für alles, findet aber nichts was auch nur halbwegs so bezahlt wird, dass sie davon (rein theoretisch) alleine leben könnte (aktuell kann sie das auch nicht).

    Alles ist natürlich relativ, der eine braucht mehr, der andere weniger, für den einen ist die Vergütung super und die gleiche Vergütung ist für jemand anderes schlecht... das Problem ist klar und muss hier auch nicht unbedingt diskutiert werden.

    Mein Problem ist nun folgendes.

    Ich persönlich kenne mich mit Gehältern (explizit von Frauen) wenig aus, finde es aber sehr erschreckend für wie wenig Geld mache Stellen gerade für Frauen in Vollzeit angeboten werden... idR. immer unter bis weit unter 28.000 € p.A.. Wenn sie dann auch noch Teilzeit (80%) arbeiten würde, dann kommt Netto oft weniger als 1000€ raus.

    In den zwei Jahren hat sie keine einzige Stelle gefunden (es wahren so um die 25) mit der sie auch nur halbwegs alleine über die Runden hätte kommen können. Immer alle so um den Dreh wie oben beschrieben. Für sie ist das mittlerweile sehr frustrierend. Mit ihren Freundinnen kann sie auch nicht gut über dieses Thema reden, weil diese wiederum echte Geldprobleme haben und es bei ihr eher mehr darum geht, dass sie nicht ohne mich alleine finanziell klar kommen könnte.

    Deshalb würde ich mal gerne eine Diskussion starten und Fragen welchen Frauen/Müttern es hier ähnlich geht. Könnt ihr als Mütter Teilzeitstellen haben, die euch finanziell absichern? Habt ihr irgendwelche Tipps?
     
  • User 174959
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    28 September 2020
    #2
    Nope... Zumindest nich so wie ich das gern hätte... Wie du schon sagt, die Menge an Geld die benötigt wird, empfinden alle anders... Ich würde wohl am Rand der Existenz leben... Wäre ich also alleinerziehend...

    In der momentanen Situation... Als verheiratete Frau in Steuerklasse 5 lohnt sich das einfach auch nich... Ich arbeite doppelt soviel wie bei nem Minijob, bekomm aber nach den Abzügen nur etwas mehr Geld am Ende...

    Nee dann kümmer ich mich lieber darum das mein Mann den Rücken frei hat und ich den plan organisiere.. Und mir nich noch die Doppelbelastung mit Haushalt, Kinder und Job anlache..
     
  • User 91095
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    28 September 2020
    #3
    Es gibt ja jetzt eigentlich keine spezifischen Frauengehälter. Wieviel würde sie benötigen, um alleine leben zu können? Pragmatisch gesehen sollte man sich dann in eine Branche/in einen Job weiterentwickeln, wo man dieses Gehalt bekommt. Das gibt es auf jeden Fall, und Frauen sind davon auch nicht ausgeschlossen. Ansonsten landet man in der Ehegattensplittingfalle (wat für'n schönes Wort). Kann man natürlich auch machen, aber birgt natürlich einiges an Risiko, dessen man sich bewusst sein sollte.
     
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  • User 162572
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    28 September 2020
    #4
    Mit BWL Studium in Vollzeit unter 30k Brutto? Es gibt Berufe, in denen man ohne Ausbildung so viel verdient! Aus welchem Teil von Deutschland seid ihr denn?
    Aktuell ist es natürlich denkbar bescheiden einen Job zu suchen.

    Da würde ich wenn das für euch in Frage kommt aber vermutlich schauen, dass sie einen Vollzeitjob mit Entwicklungspotenzial findet, und das Kind ggf. während der Arbeitszeit an eine Tagesmutter abgeben. So war das bei mir als Kind, hat eigentlich super funktioniert für meine Eltern.
     
  • User 122781
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    nicht angegeben
    28 September 2020
    #5
    Off-Topic:
    was hast du denn da im sinn? mir wär jedenfalls keiner bekannt.
     
  • User 171033
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    28 September 2020
    #6
    Willkommen in der Realität der Gender-Gerechtigkeit.
    Ich erlebe in meinem Umfeld oft, dass Frauen bei Ausschreibungen von vorn herein für "typische", schlecht bezahlte Stellen vorgesehen sind, gerade im Verwaltungsbereich.
    Ich habe selbst in meinem angestammten Beruf (Gesundheitswesen, Staatsexamen) erlebt, dass von meiner damaligen Chefin ein neuer Kollege im gleichen Tätigkeitsbereich eingestellt wurde, und sofort 20% mehr im Vertrag stehen hatte, als alle vorhandenen, exzellenten Kolleginnen mit teils weitaus mehr Berufserfahrung.
    Ich habe mir über die Zeit Expertisen in eher Männer-dominierten Tech-Berufen angeeignet, und kann nun allmählich auch Gehälter abrufen, die mit denen der Herren konkurrieren können. Einhergehend damit hat das für mich auch einen Karriere-Sprung bedeutet. Ohne eine vollkommene berufliche Umorientierung hätte ich das wohl so nicht geschafft.
    Ich kann euch nur raten, dass sie sich nicht auf Handlanger- und Zuarbeits-Stellen bewerben sollte.
    Wenn sie besondere Expertisen hat, die selten sind, sollte sie diese gezielt setzen. Falls nicht: udemy, LinkedIn & Co. gezielt nutzen, um diese zu gewinnen.
     
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    28 September 2020
    #7
    Ich bin auch überrascht! Aber aus der Immoverwaltung hat man keinen guten Start für einen Jobwechsel mit Karriere-Gehalt. Vor allem wenn man dann noch Teilzeit-Vorstellungen hat!
     
  • User 162572
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    28 September 2020
    #8
    Off-Topic:
    Ein mir bekanntes Beispiel (wenn auch etwas speziell): Rettungssanitäter. Muss nicht zwingend im Rettungsdienst sein, kann auch "nur" Krankentransport sein. Gibt bei meiner Organisation (arbeite dort Nebenher) 2400€ Brutto, ggf. kommen Schichtzulagen und Weihnachtsgeld etc. drauf. Ist aber je nach Region unterschiedlich, da die Löhne da oft bestimmten lokalen Tarifen unterliegen. Weiß allerdings nicht ob auf Landes- oder Landkreisebene. Bevor die Frage kommt: RS ist keine anerkannte Berufsausbildung sondern lediglich ein 60 tägiger Lehrgang. Sofern ein Führerschein vorhanden ist kann das auch jeder über 18 machen. Bei Bedarf übernimmt der AG auch oft noch einen LKW Führerschein wenn nötig.

    Edit: Stepstone gibt für meine Region als Rettungssanitäter ein durchschn. Gehalt von 35500€ an. Ohne Ausbildung und in Vollzeit. Teilzeit ist da aber durchaus beliebt und gibt oft sehr flexible und individuell abgestimmte Modelle. Mit Schichtzulagen (wenn man eben nachts und am WE bereit ist zu arbeiten) kann man da die fehlende Zeit ein Stück weit kompensieren.

    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 28 September 2020 ---
    Wäre sie denn in ihrem Ausbildungsberuf evtl. finanziell gesehen besser dran?
     
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  • User 20579
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    28 September 2020
    #9
    Wäre halt zu überlegen, ob du mit deiner Karriere zurücksteckst, damit sie ihre ausbauen kann. Denn zu erwarten, dass sie Teilzeit macht, dir bei deiner Selbstständigkeit hilft und vielleicht auch noch ansonsten für "mütterspezifische" Themen zuständig ist - und gleichzeitig mit ihrem Geld für sich selbst sorgen kann, das ist halt schon unrealistisch.

    Alternativ könnte sie mit einem FH-Abschluss in BWL an einer Bundesbehörde durchaus ganz ordentlich Geld verdienen, bei meinem Dienstherrn gibt es da glaube ich E9 bzw. E10, mit Verbeamtung A9 bzw. A10 - ist nicht die Welt, aber doch schon deutlich besser, als das, was sie jetzt hat. Da würde ich mal bei www.bund.de schauen, FH-BWLer werden da immer gerne genommen. (Ich weiß ja nicht, wo ihr wohnt).

    Bei uns ist es so, dass ich mit meinem Teilzeitgehalt unseren Lebensunterhalt bestreite. Mein Mann ist studierter Geisteswissenschaftler und oft befristet oder auf Jobsuche. Er bekommt Vollzeit noch ein Drittel weniger, als ich mit meinem 75 % Teilzeit. Ist halt nicht die Regel, aber liegt am Abschluss.

    Die Steuerklassen haben wir übrigens nie gewechselt, "obwohl" ich bei uns mehr Geld bekomme. Wir holen uns das über die Steuererklärung zurück.

    Für uns ist es wichtig, dass wir beide mal "dran" sind und es sich ungefähr ausgleicht. Da mein Job sicher ist, fahre ich ihn bei Bedarf hoch und runter, je nachdem, was mein Mann findet.

    Für mich persönlich wäre es nichts, selbst Teilzeit zu machen, um meinem Mann "den Rücken freizuhalten" und durch eine schlechte Steuerklasse am Ende so gut wie nichts überzubehalten. Teilzeit mache ich deshalb, weil wir es uns leisten können und ich mehr Zeit mit der Familie möchte. Sollte das finanziell mal nicht drin sein, gehe ich wieder hoch auf Vollzeit. Und wenn er was Gutes findet, mache ich gerne auch mehr Teilzeit, aber auch nicht unbedingt als Dauerlösung. Ich finde es eher optimal, wenn wir beide so 70-80 % arbeiten - das ist so das Ziel. Einer voll, einer nur halb, das gibt eben meistens eher starke Nachteile für den einen Teil.
     
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    28 September 2020
    #10
    Mir auch nicht!
     
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    28 September 2020
    #11
    Dreizehn aufgreifend: service.bund.de
    Wo hat sie denn ihre bisherigen Stellen gesucht?
    Ist sie in Jobnetzwerken aktiv? Viele gute Stellen ergeben sich ja auch durch Vitamin B. Das muss man aber erstmal generieren, indem man sich sichtbar macht.
     
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    28 September 2020
    #12

    Ist ein interessantes Beispiel! Aber 60 Tage Lehrgang + ggf. LKW-Führerschein würde ich auch nicht ganz als "ohne Ausbildung" bezeichnen.
     
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  • User 83901
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    28 September 2020
    #13
    Teilzeit, wie viel? 50 Prozent? Nein, das ginge nicht. Mein Vollzeitjob haut gut hin, ich werde trotzdem etwas Stunden reduzieren, von 40 auf 35 oder 32, das ist dann finanziell auf jeden Fall machbar, mein Mann verdient so oder so wesentlich mehr.

    Ich arbeite im Bereich Online-Support und Marketing, da muss man natürlich Glück mit der Stelle haben.
     
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    28 September 2020
    #14
    Sowas würde sie nicht machen... und auch nicht brauchen!
     
  • User 162572
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    28 September 2020
    #15
    Klar. Aber im Vergleich zu drei Jahren Studium oder Ausbildung ist das ein Witz. Dafür dann mehr bekommen als für drei Jahre Studium?
    Da findet sich doch sicher etwas besseres. Auch wenn sie aus dem Bereich kommt. Mindestens ein Einstiegsgehalt für einen Bachelor sollte da drin sein, was meist eben auch schon über 30k liegt.
     
  • User 98820
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    28 September 2020
    #16
    Ausbildung = mehrere Jahre Ausbildung plus Abschluß

    Und ich bringe irgendwie Karriere-Gehalt und Teilzeit nicht zusammen. Ein Mann, der eine 50%-Stelle antritt, wird auch keine Karriere damit machen. Andersrum geht es vielleicht, also erstmal ein Stück weit kommen und dann Stunden reduzieren. Dann würde man die weitere Karriere auch abwürgen, aber hätte zumindest noch eine ausreichende absolute Bezahlung.
    Aber "von unten" so anfangen? Ich glaube nicht, daß sich diese verschiedenen Ansprüche vereinen lassen.
     
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  • Dark84
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    28 September 2020
    #17
    Immobilienverwaltung ist nicht gleich Immobilienverwaltung... Macht sie da nur die Ablage, oder verwaltet sie eigenständig Liegenschaften? Ich bin selbstständiger Immobilienverwalter und im Arbeitgeberverband. Nach Tarifzugehörigkeit bist du ja selbst als absoluter Frischling über die 30.000 € / Jahr.

    Besonder kritisch ist die WEG-Verwaltung. Finde da mal geeignetes Personal. Da bist du gut und gerne bei einem Jahresgehalt von 45.000 €.
     
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    28 September 2020
    #18
    Dein Beitrag ist auf jeden Fall hilfreich!

    Die Situation ist so: Aktuell arbeitet sie nur paar Stunden pro Woche und ich brauche sie auch nicht zwingend für meinen Job (es ist einfach eine Entlastung), unser Kind geht jetzt in die Schule und sie hätte gerne eine 80%-Stellen (erst mal ohne ECHTEN Karrierefokus).

    So wie ich das weiß geht Teilzeit bei den Behörden in den ersten Jahren kaum... vor allem wenn man nicht von einer anderen Behörde kommt und weiß wie der Hase läuft.

    Aber der Tipp ist trotzdem gut!
     
  • User 114808
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    #19
    Off-Topic:
    Finde ich zu kurz gedacht (auch bzgl. deiner Rente). Dann beide die Steuerklasse wechseln oder dir die Differenz von deinem Mann auszahlen lassen, als wenn ihr beide in die 4 wechselt? Ist ja nichts anderes als eine Vorauszahlung, eben in Abhängigkeit der Steuerklasse und da wird bei der Steuererklärung eh „genullt“, also es hat keinen Einfluss auf die festzusetzende Steuer. Die ist deshalb nicht höher oder niedriger. Nur auf die bereits gezahlte. Man kann auch im Zuge der Steuererklärung nochmal ausrechnen (lassen), was wirklich auf wen entfällt... denn dein Mann spart durch dich ja unterjährig einiges.

    Was ist denn mit Richtung Buchhaltung, Kostenrechnung, Steuerrecht? Ist nicht so weit weg von BWL, ist auch ein „typischer“ Teilzeit-Job und könnte auch gut über den 28k liegen. Ich komme aus der Branche, mit der passenden Weiterbildung kann da durchaus was drin sein.
     
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  • User 146476
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    28 September 2020
    #20
    Auf Deine spezielle Situation kann ich nicht eingehen, aber ich weiß ungefähr, was die Frauen in meinem Freundeskreis so verdienen. Meine Beobachtung dort ist, dass deren Gehalt eigentlich ausschließlich von ausgeübter Tätigkeit und nicht vom Geschlecht abhängt. Spitzenreiterin ist eine IT-Beraterin, die sechsstellig verdient, eine Programmiererin, eine Medizintechnikerin sowie eine Biologin, die auch alle sehr gut dabei sind. Das untere Ende markieren dann eine Buchhändlerin und eine Sozialpädagogin.

    Zum Vergleich kenne ich jetzt allerdings auch einen BWLer (Mann!), der "nur" 32k pro Jahr verdient, er arbeitet als Immobilienmakler.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 September 2020
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