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    28 August 2020
    #1

    Stirbt das "Sie" aus?

    Hallo in die Runde,
    In den letzten Monaten ist mir verstärkt aufgefallen, dass man viel seltener siezt, als noch vor 10-20 Jahren, zumindest in meinem Umfeld.
    Sicher hat das mit der schleichenden "Amerikanisierung" zu tun, wo es ja bekanntlich kein "Sie" gibt.
    Aber auch in meinem Alltag gibt es kein Sie mehr.
    In meiner Firma (60 MA), aber auch in der meines Mannes (über 350) wird offiziell nur noch geduzt, also auch neue Kolleg*innen.
    Wir Eltern in Schule und Kita duzen uns alle auch ggfs. unbekannterweise.
    Außerhalb von offiziellen Situationen (Arzt, Bank, Servicepersonal), käme ich nicht auf die Idee jemanden in meinem Alter (bin 31) zu Siezen, egal ob im Bus oder im Restaurant.

    Bei meinen Eltern jedoch wurde im Büro gesiezt, auch Kollegen, die man 50 Jahre kannte. Eltern haben sich auch in der Schule überwiegend mit Frau Müller angeredet und auch ich habe die Eltern meiner Freund*innen so angeredet. Meine Kinder nennen die Eltern ihrer Freund*innen beim Vornamen.

    Auch wurden die meisten Erzieher*innen in meinem Kindergarten noch Frau Weber genannt. Bei uns in der Kita sind das Kerstin und Ralle. Nur die Lehrerin wird Frau Meier genannt (natürlich mit dem obligatorischen Du in der Grundschule ;-) ).

    Meine Oma hat bis zu ihrem Tod die besten Freundinnen gesiezt. Einzige Ausnahme waren Familienangehörige und alte Schulfreunde.

    Wie ist das bei euch?
    Beobachtet ihr das auch?
    Oder ist das was lokales?
    Wie findet ihr die Entwicklung?
    Wird das Sie aussterben?
     
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  • Dark84
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    28 August 2020
    #2
    Ob es aussterben wird, weiß natürlich niemand.

    Zu meiner Person: Selbstständig mit einem Mitarbeiter. Den Mitarbeiter kenne ich über ein Online-Game, daher du.

    Selbstständig in der Immobilienverwaltung & IT, Kölner Großraum.

    Meine Kunden - egal ob Mieter oder Eigentümer - sietze ich grundlegend. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen, im einstelligen Prozentbereich.

    Gleichzeitig habe ich noch einen Großkunden (GmbH, ebenfalls Hausverwaltung, für den ich als Freelancer tätig bin). Den Geschäftsführer (und seine Frau) sietze ich so wie den Prokuristen. Mit allen anderen bin ich per Du.

    Aber auch ich bin noch jung (36).
     
  • AitchEm
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    28 August 2020
    #3
    Du hast Recht, ich bemerke auch verstärkt das die Anrede mit "Sie" immer mehr ausstirbt.

    Erst heute hatte ich den Fall:

    Ich 28, habe eine mir fremde Frau ca. 40 - 50, mit Sie angeredet.
    Antwort von Ihr:
    Du brauchst mich nicht zu Siezen, so alt bin ich noch nicht.

    Ich habe mich "verteidigt" mit der Aussage das ich so erzogen wurde, mir fremde Personen mit Sie anzusprechen.

    Ich wurde von der Dame angeschaut als wäre ich E. T. Der Außerirdische.


    Bei uns auf der Arbeit geht es sehr locker zu, auch da merke ich das immer weniger Leute von Fremdfirmen wie z. B. Lieferanten andere Leute mit Sie ansprechen.

    Selbst von der Polizei wurde ich bei uns auf der Arbeit zuletzt wie selbstverständlich, von allen Beamten, mit Du angesprochen.
    Zum "Test", habe ich alle Beamten die mich Ansprachen ebenfalls geduzt. Keiner hat etwas gesagt.

    Vor ein paar Jahren ging ganz groß durch die Medien das die deutsche Polizei immer weniger respektiert fühlt und das Beamte die mit Du angesprochen werden sogar verwarngelder aussprechen dürfen.
    Daher der erwähnte "Test" von mir.
     
  • User 168370
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    28 August 2020
    #4
    Ich werde überhaupt nur in Ausnahmesituationen gesiezt (beruflich). Egal, wohin ich einkaufen gehe, das Verkaufspersonal meint, mich duzen zu können, weil ich halt eine junge Frau bin. Und ich find's überhaupt nicht geil, weil ich eben auch noch zum siezen erzogen wurde und mir das anmassend persönlich vorkommt, wenn eine wildfremde Person im professionellen Umgang (Beratung im Geschäft) mich duzt. Und nein, das wird nicht mit allen Kunden gleich gemacht, nur mit den jungen. Bei Kunden die älter sind als das Personal zieren sie sich in der Regel aus irgendeinem Rest an Anstand. Was mir umso mehr sauer aufstösst, weil es das Gefühl erzeugt von "ich bin noch nicht erwachsen genug, um ernst genommen zu werden".

    Off-Topic:
    Am liebsten würde ich ja immer kontern mit "Entschuldigung, kennen wir uns?" Aber ich bin so konfliktscheu :seenoevil:
     
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  • User 113006
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    28 August 2020
    #5
    Kommt meiner Meinung nach drauf an. Ich arbeite in einer konservativen Behörde und es wird auf sehr vielen Ebenen das Sie verwendet. Sowohl gegenüber Vorgesetzten, Kollegen als auch Kunden. Gegenüber Kunden im selben Alter oder jünger finde ich das Sie sehr ungewöhnlich, aber es handelt sich um eine professionelle Beratung, d.h ich ziehe das Sie durch, auch wenn ich geduzt werde und weise darauf hin.

    In anderen Unternehmen ist das "Du" Teil der CI, aber mMn nicht unbedingt besser.

    Bei mir war es bereits früher Usus die Eltern meiner Freund zu duzen. Hätte ich auch sehr komisch gefunden, sie zu siezen, wenn meine Eltern sie duzen und ich mehrere Nachmittage in der Woche dort verbracht habe. ErzieherInnen habe ich auch schon im Kindergarten geduzt.

    In der Oberstufe durften wir die Lehrer z.T. duzen.

    Am schwierigsten finde ich Leute (im selben Alter) außerhalb professioneller Situationen. Ich war mal auf ner Geburtstagsfeier von nem Kumpel, bei dem sein Chef anwesend war. Ich wusste nicht, dass es sein Chef ist und war kurz davor, ihn zu duzen, weil er (Ende 50) eben Teil der Feier war. Mein Kumpel siezt ihn aber... :grin: es wäre für mich sicherlich kein Fettnäpfchen gewesen, aber schon eine komische Situation auf der Party und für meinen Kumpel.

    Im Zweifelsfall sieze ich lieber... Mittlerweile finde ich aber, dass ich mit 30 das Alter anderer Leute viel besser einschätzen kann und jüngere Leute eher duze. Am meisten nervt mich, dass mich Leute duzen, weil sie denken, ich bin viel jünger. :tongue:

    Beim Physio war ich jetzt glücklich, dass er mich direkt geduzt hat. Für mich ist das keine so offizielle Beziehung, dass ich da ein Sie brauche. Ich war mal beim Physio, sie war jünger als ich und hat einen ewigen Eiertanz gemacht, weil sie gerne geduzt hätte, aber wir den Moment verpasst haben, das uns anzubieten.
     
  • froschteich
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    28 August 2020
    #6
    In Österreich ist das Siezen noch immer sehr stark, auch auf der Arbeit.

    Ich muss sagen ich finde das jedes Mal extrem irritierend wenn ich in Deutschland bin und mich ein Kellner oder so duzt :unsure:
     
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    28 August 2020
    #7
    Ich nehme das sehr ähnlich wahr. Mein Vater (1939 geboren) sagte immer noch "Es sagt sich leichter "Du Arschloch" als "Sie Arschloch"" - auch, um klar zu stellen, dass das "Sie" eine gewisse Distanz beinhaltet - die er z.B. als Schulleiter von seinem Team auch eingefordert hat. Die Kollegen untereinander haben sich geduzt. Meine Mama (Jg. 1950) sah das Ganze schon sehr viel entspannter.
    Ich erlebe heutzutage Schulleiter, die sich siezen lassen, oft als sehr distanziert, wenig hilfreich und häufig pädagogisch desinteressiert, aber machtinteressiert. (Das war bei meinem Papa anders, nicht falsch verstehen^^) Da fehlt mir oft der Teamgedanke.

    Von Schülereltern lasse ich mich grundsätzlich siezen. Auch, weil ich das Kind bewerte und beurteile und da eine professionelle Distanz schon wichtig ist für mich.
    Als Einrichtungsleitung (Hort) hab ich das auch so wahrgenommen, dass Eltern, die einen duzen, schneller sind mit Forderungen und schneller Probleme auf die persönliche Ebene ziehen als Eltern, die einen mit "Sie" ansprechen. So richtig einheitlich hab ich das dort nicht gehandhabt, ich hab es an sich den Eltern überlassen.

    Generell finde ich es aber nicht schlecht, dass häufiger geduzt wird. Ich fühl mich da auch nicht degradiert oder so und ich fände es komisch, z.B. Eltern auf dem Spielplatz mit "Sie" anzureden.

    Edit: Was mir noch einfällt: Die Eltern meines Mannes sind ähnlich alt wie meine, sein Vater etwas jünger als meiner. Als wir unsere Eltern kennenlernten waren wir beide so ein bisschen bedröppelt und dann erleichtert, als wir dem anderen erzählen mussten, dass beide Elternpaare auf jeden Fall gesiezt werden wollen und auch siezen werden. Ich fand das immer angenehm, wenn ich Eltern von FreundInnen/PartnerInnen einfach duzen durfte.
     
  • Wundertüte
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    28 August 2020
    #8
    In meiner Welt stirbt das siezen definitiv nicht aus, ich habe täglich mit Zollbehörden zu tun und da ist das "Sie" der Standard. Sowie im Mail und Briefverkehr mit Behörden: "Sehr geehrte Fr. Mayer" oder am Ende des Briefes "Hochachtungsvoll" :grin:.
    Auch in der Firma ca. 600 Mitarbeiter spreche ich jeden zuerst mit Sie an auch per Mail oder im persönlichen Kontakt,
    alles andere würde ich auch unhöflich finden.
    Jedoch merkt man im Betrieb in der internen Kommunikation einen verstärkten Trend zum "du",
    ich sage nur:"#gerneperdu"
     
  • User 65313
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    28 August 2020
    #9
    Hm, beobachte ich kaum.
    Beispiel Kindergarten: Ich manchen Einrichtungen, wenn auch eher selten, so eine von fünf, wird hier noch "Frau Weber" gesagt, witzigerweise auch in dem, in den meine Tochter seit dieser Woche geht :grin:
    Arbeit: Bei meinem Mann duzen sich die Kollegen und auch die Teamleiter, meine ich, aber eine Ebene höher wird gesiezt. Bei mir ähnlich, ich duze meine Ansprechpartnerin und meine Kolleginnen, aber meinen Chef sieze ich. Also durchaus vermutlich weniger als früher, aber weg ist es nicht.
    Auch im "Eltern"-Bereich sieze ich, außer, es wird gesagt, dass wir uns alle duzen, zum Beispiel im Musikkurs. Die Eltern meiner Schüler duze ich nicht.
    Im Alltag werde ich gesiezt - und finde das auch prinzipiell erst mal gut so. Für mich heißt das "du" nämlich eine Nähe, die ich unter Umständen gar nicht empfinde. Im Ikea letztens zum Beispiel hat das überhaupt nicht gepasst, mit einem Mitarbeiter zu diskutieren, der mich gleichzeitig duzte. Das fand ich unangemessen, auch wenns da vermutlich so Firmenpolitik ist. Ich kam mir dadurch "klein" vor. Auch von meinen Schülern lasse ich mich mit Nachnamen und ggf. Sie ansprechen, außer im Kindergarten - da halte ich mich an die Regeln der Einrichtung. Grund ist, dass ich das Problem habe, zu schnell ein Kumpel der Kinder zu werden, und so wenigstens durch das "Sie" ein gewisser Abstand gewahrt wird.

    In manchen Bereichen fände ich das Du dennoch okay und nicht ganz so dramatisch - in einer Kneipe zum Beispiel, da würde es mich nicht so sehr stören, oder im Stadion. Dort herrscht ja ohnehin eine eher familiäre Atmosphäre, da passt es. Umgekehrt fällt es mr aber auch schwer, andere zu duzen, die für mich eigentlich zum "Sie" gehören - Eltern meiner Freundinnen zum Beispiel, allgemein Personen im Alter meiner Eltern, deren Freunde. So sehr ich mich bemühe, in der Regel kommt da ein "Sie" aus meinem Mund :ninja:

    Ich wohne im Süden Deutschlands. Vermutlich sind wir auch insgesamt konservativer als weiter nördlich :zwinker:
     
  • Car1989
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    28 August 2020
    #10
    Ich lebe in der Eifel. Bei uns wird es mit dem "Sie" nicht immer ernst genommen. Sowohl bei jungen, als auch bei älteren Leuten.

    Beamte oder Ärzte werden grundsätzlich gesetzt.
    Auch ich sietze meine Patienten, was vor allem den älteren Patienten oft egal ist. Die bieten mir oft das "Du" an, worauf ich aber nicht eingehe. Bin halt ein knallharter Pfleger :drool:
     
  • User 107106
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    #11
    Das stimmt. Hier im Ruhrgebiet wird generell mehr geduzt. Ist hier viel üblicher.
     
  • Kokosmilch
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    28 August 2020
    #12
    Wie ist das bei euch? Leute in meinem Alter spreche ich auch auf der Straße mit "du" an, ältere Menschen sieze ich eher. Bei meiner Arbeit duzt man sich, da haben aber auch immer dieselben Menschen miteinander zu tun und es gibt grundsätzlich viel Interaktion. Neulich wurde auf einer Fortbildung mit völlig fremden Menschen jedoch ebenfalls mal das "Arbeits-Du" eingeführt. Bei der Arbeitsstelle meines Mannes (einem riesigen, in ganz Deutschland verzweigten Unternehmen - nein, nicht Ikea :zwinker: ) ist das Du für alle von oben auferlegt. Für ihn ganz praktisch, weil es alleine an seinem Standort ~1000 Mitarbeiter gibt und er so nicht zu überlegen braucht, welche Form der Ansprache nun angemessen wäre.

    Oder ist das was lokales? Das auf jeden Fall auch! Meiner Erfahrung nach ist Nord-West eher "Du-Zone", wohingegen im Osten (vor allem in Kontexten mit erkennbaren Hierarchien) tendenziell eher gesiezt wird. Im Süden habe ich es unterschiedlich erlebt.

    Wie findet ihr die Entwicklung? Weiß ich noch nicht genau. Ich finde, beide Formen haben Vor- und Nachteile. Im Arbeitsumfeld habe ich mich noch nicht entschieden, im Alltag gefällt mir das Du deutlich besser.

    Wird das Sie aussterben? Keine Ahnung.

    Off-Topic:
    Nur die Lehrerin wird Frau Meier genannt (natürlich mit dem obligatorischen Du in der Grundschule ;-) ).
    Das ist aber regional (und von Schule zu Schule, aber wenn ich das richtig beobachte, häuft es sich in einigen Gegenden spürbar stärker) auch ziemlich verschieden. Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass ich mal gelesen habe, dass in Siez-Schulen die Leistungen der Schüler besser sind. Korrelation? Kausalität? Wer weiß...
     
  • Nevery
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    28 August 2020
    #13
    ich sag dazu nur eins: 'Darf ich Ihnen das "Sie" anbieten?' :grin:
     
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    28 August 2020
    #14
    Also hier im Hanseatischen wird auch der Opa an der Fischbude geduzt. Ich mags nicht so förmlich. :smile:
     
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  • User 68775
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    28 August 2020
    #15
    Ich schätze, da hat auch die Internet - Social Media - Forenkultur etwas beizutragen:grin:
    Da kommt es mir schon enorm komisch vor, wenn jemand siezt...

    Außerdem stelle ich einen Unterschied fest zwischen Österreich - wo man eher schneller beim Du ist - und Deutschland, wo manche ihren Chef siezen müssen. MÜSSEN.

    Und obwohl ich den Unterschied ganz angenehm finde, finde ich es eigentlich immer etwas merkwürdig, wenn jemand so sehr drauf besteht. Als käme Respekt mit dem Pronomen.

    Aber ich hab alle Eltern von Freunden schon früher immer geduzt, meine Erzieherinnen auch...

    Tut er bei mir zumindest nicht. Kollegen bei mir sind englischsprachig, alles Vornamen, direkt, egal ob man sich kennt und egal wie alt.
    Kunden sage ich immer von vornherein, mich kann man duzen oder siezen - ich duze zurück, ich sieze zurück, ich kann witzig und respektvoll gleichermaßen in allen Pronomen.
    Dann kann das jeder halten wie er will.

    An sich finde ich es blöd, egal was man einfach "aufgedrückt" bekommt. Manche geben die Sie eine höflichere, distanziertere Bedeutung, sollen sie auch gerne dürfen, wenn ihnen das lieber ist.

    Dass es ausstirbt.. auf Duaer schätze ich schon, ja - und ehrlich gesagt, ist es mir nicht wichtig genug, dass ich dazu eine "gut oder nicht gut" Meinung habe:confused:
     
  • Kokosmilch
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    28 August 2020
    #16
    Ahja :grin:. So lebt halt jede in seiner Blase:zwinker:
     
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    28 August 2020
    #17
    Off-Topic:
    Witzig ist in unserem Berufsumfeld GENAU aundersrum....
     
  • User 96053
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    28 August 2020
    #18
    Das fand ich schon als Schülerin schlimm und darum gibt es das bei mir auch nicht.
    Mit einer Schülerin habe ich mich auch darüber unterhalten (wir hatten auch in anderen Zusammenhängen miteinander zu tun und haben uns sehr gut verstanden). Sie sagte dann sehr ehrlich, dass sie erleichtert ist, dass ich ihr (und anderen) nicht das Du anbiete, weil sie das unangenehm findet und dann ja gar keine Wahl hat. Wer sagt auch einem Lehrer: "Nein danke, ich möchte Sie lieber siezen." :upsidedown:

    Da wir keine Augenhöhe haben, muss ich die auch nicht zum Schein erzeugen. ICH entscheide, was im Unterricht gemacht wird, ICH stelle die Klausur, ICH beurteile sowohl die Äußerungen als auch die schriftlichen Leistungen. Ein Du empfinde ich als freundschaftliche Annäherung und die ist an der Schule (egal, in welchem Jahrgang) meiner Meinung nach Fehl am Platz.

    Im Kollegium duzen wir uns durchweg, auch unseren Schulleiter. Das ist an Gesamtschulen aber tatsächlich viel üblicher und fast schon Tradition, ganz im Gegensatz zu so einigen Gymnasien, die ich kenne. Im Kollegium nervt mich das Siezen auch, denn da sind wir ja tatsächlich gleichgestellt. Würde mein Schulleiter auf ein Sie bestehen, wäre es aber vollkommen in Ordnung, das würde ich ihm freistellen.
     
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    #19
    Ist bei mir vermutlich Berufsfeld bedingt. Sobald man weiß, dass man dasselbe studiert hat, wird eigentlich geduzt. Also einfach direkt - während gleichzeitig die Titel sehr hoch gehalten werden bei völlig fremden Konversationen oder Berufsfremden :zwinker:
     
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    #20
    Ich wurde ebenfalls so erzogen, fremde Personen zu siezen, und der Trend zum duzen ist mir aufgefallen. Zunächst fand ich es komisch, aber da es mittlerweile sehr häufig passiert, habe ich mich dran gewöhnt. Es stört mich nicht wirklich, wenn mich jemand fremdes duzt, ich werde die Person aber trotzdem weiterhin siezen. Es fühlt sich komisch an, es nicht zu tun.
     
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