• ghostspaces
    Ist noch neu hier
    86
    8
    3
    Single
    23 August 2020
    #1

    Therapeuten Grund für Therapie nicht nennen

    Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich mir professionelle Hilfe suchen muss.

    Mein Problem ist, dass ich dem Therapeuten den Hauptgrund hierfür nicht nennen will, aber denke, dass ich trotzdem von der Hilfe profitieren könnte.

    Wird mich unter der Voraussetzung überhaupt ein Therapeut annehmen und stimmt es, dass man mitunter ein bis zwei Jahre auf einen Therapieplatz warten muss?
     
  • User 179257
    Ist noch neu hier
    64
    8
    24
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #2
    Darf man fragen weshalb?
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  • User 177622
    Sorgt für Gesprächsstoff
    792
    43
    165
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #3
    Wo ist der Sinn? Therapie funktioniert nur mit Vertrauen. Wenn du dem Therapeuten nicht so weit vertraust, dass er den wirklichen Grund kennen darf, dann ist es nicht der richtige Therapeut.
    Und wenn du dich nicht öffnen willst, bist du selber noch nicht so weit. Erstmal geht das bestimmt, aber auf Dauer ist das wie waschen ohne Wasser oder nähen ohne Faden.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 8
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • ghostspaces
    Ist noch neu hier Themenstarter
    86
    8
    3
    Single
    23 August 2020
    #4
    Zu peinlich
     
    • sehe ich anders sehe ich anders x 2
  • User 138543
    Meistens hier zu finden
    910
    148
    266
    offene Beziehung
    23 August 2020
    #5
    Ich sag mal so, aus eigener Erfahrung bringt eine Therapie halt auch nur so halb was, wenn du nur die Hälfte erzählst. Den Hauptgrund zu verschweigen finde ich noch schwieriger.
    Ich schließe mich TheRevenant an, warum willst du denn den Hauptgrund verschweigen? Angst (vor was)? Peinlich (muss es das)? Oder was ist der Grund?
    2 Jahre finde ich viel, 1 Jahr halte ich für realistischer. Manchmal ist es auch nur ein halbes. Ich würde dir empfehlen möglichst viele Therapeuten abzutelefonieren, nach der Warteliste zu fragen und so mehrere Vorgespräche zu vereinbaren. Wenn es zwischen dir und dem/der Therapeut/in nicht passt, fallen eh noch welche weg.
    Ansonsten besteht auch noch die Möglichkeit über deine Krankenkasse schneller einen Therapieplatz zu bekommen, wenn es dringend ist. Auch die Ambulanzen in den stationären Kliniken nehmen schneller auf.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 23 August 2020 ---
    Dass man sich bei den ersten Sitzungen noch nicht komplett öffnet ist denke ich normal. Es gibt Dinge die habe ich meiner Therapeutin damals auch erst nach einem halben Jahr oder so erzählt. Auch im professionellen Kontext muss sich Vertrauen erst aufbauen.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 23 August 2020 ---
    Peinlich muss dir nichts sein. Ein Therapeut ist der letzte, der dich nicht ernst nehmen oder auslachen wird. Das gehört zum Job und er hört ganz sicher jeden Tag viele (für dich) nicht alltägliche Dinge.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 2
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • User 150198
    Meistens hier zu finden
    944
    148
    312
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #6
    Einen Therapieplatz, den die Krankenkasse übernimmt, bekommst du nur, wenn du eine Diagnose für eine psychische Erkrankung gestellt bekommst. Viele Therapeuten nehmen das nicht so genau, wenn sie den Bedarf sehen, aber den Grund nicht zu nennen wird da denke ich schwierig..

    Man kann ja auch keine Therapie aufbauen, wenn man gar nicht weiß was das Problem ist.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  • User 179257
    Ist noch neu hier
    64
    8
    24
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #7
    Das ist definitiv die falsche und kontraproduktive Denkweise. Ich musste mich zwar noch nie therapieren lassen, aber jegliche Behandlungsformen, egal ob psychische oder physische, erfordern zu deinem eigenen Interesse und im Interesse eines größtmöglichen Therapieerfolges vollständige Transparenz und ein Höchstmaß an Vertrauen.

    Also: Wenn du möchtest, dass dir geholfen wird, musst du diesen Schritt gehen. Wenn du dich dafür noch nicht bereit fühlst, ist das auch okay. Wichtiger ist die Erkenntnis, dass du dich dieser Vertrauensperson öffnen musst. Es muss dir auch definitiv nichts peinlich sein - diese Menschen sind Profis und üben ihren Beruf täglich aus. :thumbsup:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  • User 172046
    Sehr bekannt hier
    1.152
    188
    1.069
    vergeben und glücklich
    23 August 2020
    #8
    Ich würde mich mal zu einem Therapietermin/Vorgespräch anmelden und das so ansprechen.
    Ich denke, wenn du dem Therapeuten gegenübersitzt und merkst, das passt (oder eben absolut gar nicht, dann suchst du einen anderen), und merkst, der geht damit professionell um und urteilt nicht, ist das deutlich einfacher als das im Internet oder mit Bekannten breitzutreten.
    Ansonsten ist ja auch das ein Problem, gegen das man, je nachdem wie viel du erzählen kannst, vorgehen kann.
    Ein Therapeut der dich verurteilt oder auslacht hat seinen Job nicht verstanden, da liegt der Fehler dann sicher nicht bei dir.
    Und solange du das Gefühl hast, Hilfe zu brauchen, wird dich auch keiner wegschicken können.
    Aber ja, man wartet manchmal eine Weile.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  • ghostspaces
    Ist noch neu hier Themenstarter
    86
    8
    3
    Single
    23 August 2020
    #9
    Kann man wirklich erwarten, dass man sich einem wildfremden Menschen, egal wie professionell oder nicht, einfach so komplett öffnet?

    Wenn ich etwas noch nie laut ausgesprochen habe, gehe ich nicht hin und erzähle das mal eben einem Therapeuten, den ich gerade zum ersten Mal sehe.

    50% Themen ansprechen und bearbeiten halte ich für eine eindeutig bessere Bilanz als gar nicht mit einem Therapeuten zu reden.
     
    • sehe ich anders sehe ich anders x 4
  • User 138543
    Meistens hier zu finden
    910
    148
    266
    offene Beziehung
    23 August 2020
    #10
    Nein ich auch nicht, siehe mein Beitrag oben. Auf Dauer ist es aber absolut sinnvoll.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  • User 172046
    Sehr bekannt hier
    1.152
    188
    1.069
    vergeben und glücklich
    23 August 2020
    #11
    Du solltest zumindest sagen, dass das nicht der Hauptgrund ist.

    Oft ist es schwerer, Dinge vor sich selbst zu sagen als vor anderen. Da muss man durch. Vertrauen hilft dabei, genauso wie ein Therapeut, der seinen Job versteht. Ein wenig Geduld sollte man also auch mitbringen, weil man einen passenden Therapeuten finden und dem erstmal vertrauen muss.
    Die Grundlagen sollte man aber von Anfang an klarstellen können, und wenn das nur irgendeine vage Aussage ist.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • Art_emis
    Art_emis (32)
    Öfters im Forum
    246
    68
    127
    Es ist kompliziert
    23 August 2020
    #12
    Wenn ich hier mal etwas einwerfen darf, weil hier der Großteil von vollstem Vertrauen gegenüber dem Therapeuten spricht. Nur weil es sich um einen Therapeut handelt vertraue ich diesem doch nicht vom ersten Augenblick an blind, auch nicht nach dem ersten Gespräch. Auch ein Therapeut muss sich das Vertrauen erst einmal erarbeiten, wie ich finde und denke es ist durchaus legitim erst einmal nicht alles Preis zu geben. Im Falle des TS würde ich raten vielleicht beim Gespräch anzumerken, dass der Hauptgrund der Therapie ein anderer ist, den er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen möchte. Und wenn es ein guter Therapeut ist, wird er dafür Verständnis haben. Bei allem anderen Stimme aber zu, der Erfolg der Therapie kann sich natürlich nur einstellen, wenn man das eigentliche Problem zumindest nach einer gewissen Zeit auch zum Therapiethema macht. Oftmals kommt dieser Schritt aber doch eh von ganz allein, wenn man sich bei seinem Therapeuten gut aufgehoben fühlt.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 5
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  • User 151729
    Sehr bekannt hier
    1.771
    168
    408
    Single
    23 August 2020
    #13
    Einer, der möglicherweise unüblichere Methoden verwendet vllt schon.
    Ein Verhaltenstherapeut wohl kaum.

    Langfristig wäre es schon sinnvoll, man könnte ein Therapieziel festlegen, das heißt aber nicht, dass man beim ersten Termin gleich die ganze Thematik erörtern muss, wenn einem das unangenehm ist.
    Eine grobe Windrichtung sollte es allerdings schon geben auch in Hinblick auf die Therapieplanung und Vorbereitung.

    Ausgebildete (psychologische) Psychotherapeuten unterliegen einer Schweigepflicht und hören täglich die verschiedensten Dinge - da muss dir nichts peinlich sein :smile:
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 177622
    Sorgt für Gesprächsstoff
    792
    43
    165
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #14
    Total logisch.
    Aber kategorisch ausschließen, den Grund keinesfalls preiszugeben ist halt so gar keine gute Voraussetzung.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 23 August 2020 ---
    Von "einfach so" spricht ja niemand. Von "komplett" auch nicht.

    Aber warum du da bist, wäre schon wichtig :zwinker:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 4
  • User 180126
    Sorgt für Gesprächsstoff
    212
    43
    102
    nicht angegeben
    23 August 2020
    #15
    Die Zeiten, wie lange man warten muss, sind örtlich völlig unterschiedlich. In größeren Städten gibt es manchmal auch welche, die offene Sprechstunden anbieten. In Städten mit Uni-Kliniken auch Ambulanzen, Kliniken etc., wo man kurzfristig, oder in Notfällen natürlich sofort einen Termin bekommt. Auch der Hausarzt ist Ansprechpartner, er kann vielleicht einen kompetenten Facharzt etc. vermitteln, den er persönlich kennt. Die Krankenkassen bieten teilweise auch Hilfe an. Es gibt auch Vereine etc. die Hilfe anbieten, zu bestimmten Problemen, einfach mal googeln, ich weiß ja nicht, worum es geht, deshalb kann ich nur ganz allgemein antworten.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 169922
    Öfters im Forum
    107
    53
    40
    nicht angegeben
    24 August 2020
    #16
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es oft bis mehreren Monaten dauern kann, bis ein Therapeut einen neuen Patienten aufnehmen kann.
    Wenn es sich allerdings um eine akute Situation handelt, kann es auch manchmal ganz schnell gehen.
    Für die Wartezeit zu überbrücken gibt es auch verschiedene Anlaufstellen. Am besten kannst du dich im Internet darüber schlau machen, was in deiner Näher hierzu angeboten wird.

    Dem Therapeuten direkt alles anzuvertrauen, das habe ich auch nicht gemacht. Verschiedene Dinge brauchen Zeit. Wobei ich den Hauptgrund in bisher keiner Therapie verschwiegen habe.
    In der Regel bekommt man auch einen ziemlich ausführlichen Fragebogen nach dem ersten Termin, den man dann zum nächsten Mal ausgefüllt mitbringt.

    Soweit ich das noch richtig im Kopf habe, kann man bei dem Therapeuten erstmal 5 Probesitzungen machen. Hier kannst du rausfinden, ob die Chemie passt und du dir eine Therapie vorstellen kannst.
    Dann wird bei der KK beantragt.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  • User 174775
    Öfters im Forum
    349
    53
    60
    nicht angegeben
    24 August 2020
    #17
    Vor allem wird es bei der Terminvergabe auf Dringlichkeit ankommen. Wenn du nicht sagst, warum du den Platz „jemand anderem wegnehmen willst“, - warum es also dringender sein soll, als bei einem anderen -, wirst du eher gar keinen bekommen.

    Und glaube mal nicht, dass ein erfahrener Therapeut nicht schon sehr viel gehört hat. Es ist sein Job, er hat Schweigepflicht, - also sag es ihm, sonst kann er dir nicht helfen.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  • SAMSARA
    SAMSARA (47)
    Öfters im Forum
    547
    68
    105
    nicht angegeben
    24 August 2020
    #18
    1.
    gibt da so eine "verdeckte methodik", wo das thema nicht bekannt ist ...

    2.
    wennst wen guten erwischt, dann kommst sowieso irgendwann zu deinem knackpunkt und dessen lösungsmöglichleiten ...

    3.
    mensch muss einer therapeutin ja nicht sein / ein thema "vorab" bekanntgeben - es reicht zu sagen, (mir gehts nicht gut und) ich brauch / will veränderung ...
     
  • User 173280
    Öfters im Forum
    149
    53
    47
    in einer Beziehung
    24 August 2020
    #19
    Ich finde, wenn du merkst das es zwischen euch passt und das Vertrauen da ist, kann man schon den wahren Grund sagen, bzw. andeuten. Das würde es auch für den Therapeuten einfacher machen.

    Natürlich ist das alles aber deine Entscheidung und sollte auch von dir selber bestimmt und kontrolliert werden.

    Ich hab mich relativ schnell sehr gut mit meinem verstanden. Ich hab mich wohl gefühlt und konnte mich nach einigen Sitzungen vollständig öffnen.
    Es kann und es tut gut, über seine Probleme, Ängste und Sorgen zu sprechen. Das ist ein Verarbeitungsprozess.

    Also, wenn du das Vertrauen haben solltest, rede offen. Er wird dich nicht verurteilen. Wenn du dir unsicher bist, gehe soweit es für dich okay ist.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  • Lena-Marie
    Lena-Marie (25)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    149
    28
    54
    in einer Beziehung
    24 August 2020
    #20
    Wenn du über den Hauptgrund deiner Probleme nicht reden möchtest, dann wird auch die Therapie nicht sehr viel bringen.
    Ich verstehe, dass du sagst, dass es schwierig ist, sich einem komplett Fremden derart anzuvertrauen. Das ist auch keine Sache, die von jetzt auf gleich, geschweige denn in einer Sitzung geht. Das ist ein Prozess, ein Weg, den du gemeinsam mit dem Therapeuten gehen solltest.

    Bewusst die Hälfte wegzulassen, ist keine gute Idee, wenn du dir Hilfe erhoffst.
    Denn dabei ist die Gefahr dann groß, dass das anschließende Ergebnis im besten Fall dir einfach nicht hilft und dich im schlechtesten Fall vor neue Probleme stellt.
    Simples Beispiel zur Veranschaulichung:
    Du erzählst dem Richter, du hast den Mann vor dir erschossen --> du gehst für lange Zeit ins Gefängnis
    Was du ihm nicht erzählt hast: Der Mann hat dich vorher mit einer Pistole bedroht --> in dem Fall wärst du wahrscheinlich weiterhin frei
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten