Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren
  • User 97853
    Planet-Liebe Berühmtheit
    2.546
    348
    2.272
    Single
    14 Juni 2018
    #1

    Trennungsmuffel - Gehen oder bleiben?



    Hallihallo,

    vielleicht kennt ihr sie ja auch: Menschen, die in einer unglücklichen Beziehung stecken, aber sich trotzdem nicht trennen.
    Da ist die Frau, die ihren Mann nicht mehr liebt, aber wegen der Kinder mit ihm zusammen bleibt. Oder der Mann, der die finanzielle Belastung einer Scheidung fürchtet und deswegen lieber in einer unglücklichen Ehe bleibt als sich zu trennen. Oder die Freundin, die von ihrem Freund betrogen wird, aber aus Angst alleine zu sein, trotzdem an ihm festhält. Die, die an Trennung denken, aber im Kopf geht alles durcheinander, ein Hin und Her, keine finalen Entscheidungen in Sicht?
    Wie seht ihr das?
    Ist es "gerechtfertigt" dann einfach in einer unglücklich Beziehung zu bleiben?
    Wart ihr schon mal in einer solchen Situation?
    Kennt ihr Menschen, die sich dann trotzdem nicht trennen?
    Wie kann man solchen Menschen Mut machen? Leiden sie vielleicht noch nicht arg genug? Erreicht jeder irgendwann mal den Punkt, an dem er sagt "Jetzt ist es vorbei!"? Oder verharren manche einfach ihr Leben lange in unglücklichen Beziehungen/Ehen?
    Was braucht es, damit sie sich trotzdem trennen?
    Wie ist es mit Kindern? Ist es fair gegenüber den Kindern ihnen "heile Welt" vorzuspielen, obwohl sich Mutter und Vater gar nicht mehr lieben? Hilft man ihnen damit, oder macht man mehr kaputt?

    Liebe Grüße
    vry
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 75021
    User 75021 (37)
    Beiträge füllen Bücher
    8.332
    298
    1.012
    Verheiratet
    14 Juni 2018
    #2
    Ich war mal in "fast" so einer Situation- fast weil wir beide dann gemerkt haben, das wir uns lieben und für unsere gemeinsame Zukunft kämpfen wollen!

    Generell kann ich es nicht verstehen, wenn man dauerhaft in so einer festgefahren Situation verharrt.
    Als Übergang (um sich klar zu werden n, was man will), ist es okay.
    Aber ich bin immer für klare Fronten.
    Das ist vor allem für Kinder super wichtig, die sind sensibler als wir Erwachsenen und spüren schnell, das was nicht stimmt.
    Daher bin ich eher für ein Ende mit Schrecken als für Schrecken ohne Ende- vorausgesetzt man hat sich vorher wirklich bemüht und es hat doch nichts gebracht.
    Für "Wegwerfbeziehungen",wie sie heute oft üblich sind, bin ich nämlich auch nicht!
     
  • User 91095
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    8.105
    598
    8.694
    nicht angegeben
    14 Juni 2018
    #3
    Ich finde es eigentlich nur schlimm, wenn Paare füreinander nur noch Verachtung übrig haben. Wenn man sich nicht mehr so richtig liebt oder nichts mehr miteinander anfangen kann, finde ich es nicht schlimm, trotzdem eine Einheit zu bleiben, sei's für die Kinder oder aus Bequemlichkeit oder finanziellen Gründen. Es kommt immer auf die Umstände an. Der Mensch kann sich schließlich mit vielen Dingen arrangieren. Man kann an vielen Dingen arbeiten, wenn man möchte. An sich selbst und an der Beziehung. Gerade, wenn man ein Ehegelübde ausgesprochen hat, schuldet man sich das auch, finde ich. Insofern habe ich überhaupt kein Problem mit Trennungsmuffeln (in Eheverhältnissen!), solange keiner unter der Situation ernsthaft leidet bzw. keiner dem anderen (in irgendeiner Form) Leid zufügt.

    Was für die Kinder besser ist, kann ich nicht sagen. Ich glaube, das kommt sehr auf die tatsächliche Beziehung und die Umstände an.

    Meistens eine neue Liebe, glaube ich. Eigentlich traurig.
     
  • 14 Juni 2018
    #4
    .
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16 Juni 2018
  • User 109783
    Beiträge füllen Bücher
    1.577
    248
    1.281
    vergeben und glücklich
    14 Juni 2018
    #5
    Bei Freunden von uns ist das auch so. Sie bleibt, da sie nur 1.000 Euro im Monat verdient, er hingegen 10.000. Und da er weiss, dass sie daher abhängig ist, behandlet er sie auch ganz blöd.
    Es wäre für sie total der Abstieg auszuziehen; raus aus der gehobenen Gegend, dem schicken Haus. Plötzlich aufs Geld achten zu müssen.
    Sie hat damals Jura studiert, aber hat nie im Beruf gearbeitet wegen der Kinder. Mut machen bringt nichts, denn es stört sie angeblich nicht, dass er sie derart behandelt. Sie sehen sich eh kaum und reden kaum miteinander (ausser Beleidigungen "Hast auch nicht geputzt. Nichts, absolut nichts kannst du"). Sie muss putzen, sonst schmeisst er sie raus, denn er bezahlt die Hauskosten.

    Edit: sie sind nicht verheiratet.
     
  • User 137391
    Sehr bekannt hier
    1.845
    188
    1.083
    Single
    14 Juni 2018
    #6
    ja kenn ich.. mich:confused:
    und diese negativen, abfälligen o.ä. kommentare von leuten die NICHT in dieser situation waren oder sind.. kann ich leider nicht ernst nehmen..
    (nicht unbedingt hier aufs forum bezogen..)

    seit pfingsten wissen es unsere kinder, am WE zieht mein mann aus.
    wir haben 2 jahre alles versucht, wir machen uns keine vorwürfe dass es nun doch nicht gereicht hat.
    wir haben es ihnen auch genau so erklärt.

    wir wollten ihnen so lange wie mgl ihr "nest" erhalten. punkt.
    ich stehe dazu, ich habe die trennung nur wegen den kinder hinausgeschoben.
    2 jahre sind bei kindern einfach eine lange zeit und wir haben es eben versucht irgendeine lösung zu finden
    alles hinschmeißen direkt kann jeder ;-)
    meine kinder stehen an allererster stelle und es hat mir das herz zerrissen, als wir es ihnen sagen mussten und sie beide geschockt und tieftraurig waren! jeder der kinder hat, weiß wie sehr mal als mama leidet, wenn die kinder leiden.
    daher passt der spruch "es ist besser für die kinder" nicht pauschal!:schuettel:

    uns gehts nun beiden besser damit. den kindern nun nicht (mehr)
    die beiden wollen es nicht, klar, wie alle kinder.
    wir haben uns nie gestritten in den letzten gut 2 jahren, nie die kinder zum spielball gemacht. im gegenteil, wir waren weiterhin nach aussen ein normales paar, zwischen uns lief es aber eher wie in einer WG ab. eben "normal" nur eben nicht mehr als (liebes)paar.
    den alltag haben wir prima gemeistert, waren zusammen im urlaub.. (auch jetzt noch eine woche, als die trennung schon offiziell war!)
    ich hoffe es bleibt so friedlich..

    warum wir es JETZT gesagt haben? weil wir einfach beide auch finden, dass sie ein falsches bild vorgelebt bekommen .. und weil wir ihnen nicht weiterhin was "vorspielen" wollen (wobei wir eben schon immer friedlich miteinander umgegangen sind..) und ein paar andere gründe.. die hier zu weit führen.
    es gibt auch jeweils keinen neuen partner, ich glaube, wir wollen gerade alles, nur nicht eine neue beziehung :ninja:

    vry en gelukkig ist dir die frage zufällig gerade jetzt eingefallen? :engel:
     
    • Lieb Lieb x 9
  • User 83901
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.938
    348
    2.505
    Verlobt
    14 Juni 2018
    #7
    Ich bin gegangen. War auch immer so. Ja, ist unbequem, vor allem bei gemeinsamem Haushalt und so. Aber ich halte nichts davon, in einer unglücklichen Beziehung stecken zu bleiben.
     
  • User 137391
    Sehr bekannt hier
    1.845
    188
    1.083
    Single
    14 Juni 2018
    #8
    um nochmal etwas zu dem generellen thema zu schreiben..
    oft sind die männer zu bequem das ganze zu beenden und wenn die frauen abhängig sind oder eben auch zu bequem (oder kinder der grund sind), dann läuft es eben jahrelang so dahin.
    so eine langjährige ehe ist eben auch ganz praktisch.. :zwinker:
    und wenn, so wie z.b. viele kerle bei joy, sie sich nebenher ne affäre gönnen, dann läuft das eben unendlich.. vermutlich bis die kinder ausziehen.. oder einer stirbt.. :confused:
    ich habe es wirklich so oft schon genau so mitbekommen. :hmm:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 5
    • Interessant Interessant x 1
  • User 158678
    Öfters im Forum
    315
    53
    58
    Single
    14 Juni 2018
    #9
    ich war nicht bequem ... :grin: .... wenns nicht mehr geht, dann geht´s eben nicht mehr. ---> Scheidung ! Wenn´s auch teuer war, aber das liegt ja nun Jahre zurück.
    Hach heute ist ja der 14. ....das wäre ihr Hochzeitstag gewesen ..... :grin:
    Na die Altersarmut wird mich schon nicht auffressen, sind ja noch ein paar Jahre bis zur Rente ... :tongue:
     
    • Interessant Interessant x 1
  • Anila23123
    Anila23123 (24)
    Klickt sich gerne rein
    306
    18
    52
    nicht angegeben
    14 Juni 2018
    #10
    Ich könnte das nicht, unglücklich mit jemandem zusammen bleiben. Da sind auch Kinder kein Grund. Glücklich wird man so ja nicht und im Zweifelsfall leiden dann die Kinder eher unter unglücklichen Eltern als unter getrennten.
     
  • User 113006
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    2.437
    348
    3.756
    nicht angegeben
    14 Juni 2018
    #11
    Off-Topic:
    sabe74 : :eek: Musste jetzt drei Mal auf deinen Namen und deinen Status schauen. Bin schockiert. :frown:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 2
    • Lieb Lieb x 1
  • User 137391
    Sehr bekannt hier
    1.845
    188
    1.083
    Single
    14 Juni 2018
    #12
    nein.. aus meiner sicht heraus bei uns würden sie es wohl lieber sehen, wenn wir zusammen bleiben würden.
    wir haben nie den eindruck gemacht unglücklich zu sein. wir waren nur nicht mehr "zusammen" glücklich.. :zwinker:

    wenn die eltern sich aber nur streiten und anbrüllen, dann ist es sicher besser und entspannter, wenn sie sich trennen..
    aktuell nimmt es unser umfeld schwerer als wir selbst.. wir hatten nun aber auch zeit uns an die lage zu gewöhnen.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Lieb Lieb x 1
  • User 103483
    Meistens hier zu finden
    674
    128
    233
    nicht angegeben
    14 Juni 2018
    #13
    Meine Sicht auf Beziehungen hat sich sehr verändert über die Jahre, aber eines ist gleich geblieben: Meine Partner sind mir auch nach der Trennung noch wichtig und vertraut. Die erste Beziehung habe ich beendet, aber fast ein Jahr lang unter einem stetigen Auf und Ab gelitten. Alles was folgte waren nur kurze Romanzen (nicht mit langen Beziehungen&Ehe vergleichbar), aber während dieser fing für mich die Veränderung an. Meist waren wir uns beide irgendwann einig wo die "Beziehung" hinführt und für mich war es dann kein Problem mehr die "Beziehung" so weiter zu leben, wie eine WG. Ich habe Freundschaft, Sex, Geborgenheit, Spaß und für Veranstaltungen einen Begleiter. Wenn untereinander alles geklärt ist und ich abgesehen von Liebe alles habe, dann kann ich ganz entspannt neue mögliche Partner suchen.
    Ich bin mir nicht sicher ob ich in den letzten Jahren zu bequem geworden bin oder entspannter, aber ich finde weniger Gründe jemanden zu verlassen. Im Zweifelsfall warte ich lieber noch ein bisschen ab, wenn es nicht wirklich furchtbar ist. Solange mein Partner mir meine Freiheiten lässt, kann ich ihn auch mein Partner sein lassen. Solange das miteinander geklärt ist.

    Wenn es um Kinder geht, ist das immer individuell von der Situation und den Charakteren abhängig. Ich habe einen Mann erlebt der seine Frau von sich abhängig gemacht hat, nach über 10 Jahren erst genug Motivation für die Scheidung hatte und dann die Kinder für sich wollte... Andererseits auch Paare bei denen die Trennung kaum auffiel, weil die Partner fast schon getrennt lebten (viele Geschäftsreisen). Lediglich im Geldbeutel machte es sich bemerkbar. Für die Kinder war das eine Umstellung, aber im sontigen "Zusammenleben" änderte sich vorerst kaum etwas.


    Wenn jemand richtig leidet oder die Partner sich nur gegenseitig schlecht reden und fertig machen, dann verstehe ich es nicht, wenn sie zusammen bleiben. Für mich müsste an solch einem Punkt die Trennung her. Manchmal gewöhnt man sich an solche Zustände, aber ich habe Grenzen und wenn die erreicht sind, dann ist Ende.
     
  • alycon
    Sorgt für Gesprächsstoff
    81
    43
    83
    Verheiratet
    14 Juni 2018
    #14
    Meine Mama hat damals die Reißleine gezogen, wenn auch ziemlich spät (so man den Erzählungen glauben kann - es war wohl schon vor der Hochzeit eklig). Da die Trennung für meine Schwester und mich aus heiterem Himmel kam und wir mehr oder weniger in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu meiner Oma sind war es vermutlich ein ziemlicher Schock, auch wenn ich mich daran nicht mehr so wirklich erinnern kann. Woran ich aber Erinnerungen habe ist der Rosenkrieg, den ihr Ex dann angefangen hat - furchtbar! Ob ich es mir gewünscht hätte, dass sie wieder zusammenkommen? Ich weiß es echt nicht. Meine Beziehung zu ihm (nicht mein leiblicher Vater) war aber auch nie die beste, ich glaube meine Schwester hat stärker darunter gelitten. Im Nachhinein finde ich es gut, dass sie sich getrennt hat, diese Ehe hätte vermutlich nicht nur einen Menschen in ein seelisches Wrack verwandelt... Ich finde es daher, wenn die Beziehung so abläuft wie im Falle meiner Mutter, besser, wenn es beendet wird, auch wenn es anfangs für alle Betroffenen schwer ist.

    Finanzielle Abhängigkeit ist aber tatsächlich ein Punkt, vor dem ich mich wahnsinnig fürchte. Man neigt ja generell dazu, mit den Menschen, von denen man abhängig ist oder zu sein glaubt, nicht seine ehrliche Meinung zu sagen. Aus der bewussten oder unbewussten Angst heraus, dann schlechter dazustehen. Natürlich sollten die Beteiligten einer Beziehung dieses Machtgefälle nicht ausnutzen, aber ich kenne tatsächlich auch einige Paare, deren Beziehungsprobleme sich auf dieses (scheinbare?) Machtgefälle herunterbrechen lassen, auch wenn es nicht aktiv ausgelebt wird bzw. die Beteiligten es leugnen.
     
  • Anila23123
    Anila23123 (24)
    Klickt sich gerne rein
    306
    18
    52
    nicht angegeben
    14 Juni 2018
    #15
    Na gut wenn man gut damit umgehen kann. Mir merkt man es an, wenn ich unglücklich bin.
     
  • User 116134
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.182
    348
    4.473
    nicht angegeben
    15 Juni 2018
    #16
    Im Endeffekt möchte ja jeder Mensch irgendwie glücklich sein. Und der Grund "finanzielle Sicherheit" für das Aufrechterhalten einer Beziehung ist dann vielleicht genauso okay wie "Liebe", wenn das zu diesem Ziel führt. Genauso finde ich es aber okay, wenn sich jemand trennt nicht weil er unglücklich ist, sondern weil er glaubt woanders noch glücklicher sein zu können (um mal den Single-Ladies-Thread aufzugreifen).
     
    • Zustimmung Zustimmung x 5
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 96776
    Beiträge füllen Bücher
    4.045
    248
    1.325
    Single
    15 Juni 2018
    #17
    Ha, also da bist du bei mir mit deiner kleinen Umfrage genau an der richtigen Adresse, denn ich bin wohl selbst so eine Kandidatin :ninja:

    Wie seht ihr das?
    Ist es "gerechtfertigt" dann einfach in einer unglücklich Beziehung zu bleiben?

    Hmmm... Mit "gerechtfertigt" kann ich jetzt nicht viel anfangen, denn man könnte genauso umgekehrt fragen, ob eine Trennung denn "gerechtfertigt" sei... Von daher... Das muss man wohl mit sich selbst ausmachen, ob man mit dieser Entscheidung, an etwas festzuhalten, obwohl es vl. besser wäre zu gehen, leben kann, und das möglichst ohne riesengroßen Zweifeln und Vorbehalten, oder eben nicht.
    Wenn man tief im Inneren weiß, dass es falsch ist, zu bleiben, es aber trotzdem tut, ist das jedoch letztlich in den allermeisten trotzdem keine kluge Entscheidung.


    Wart ihr schon mal in einer solchen Situation? Ja, irgendwie bin ich da immer wieder reingeraten, das ist tatsächlich ziemlich tief in mir verankert, dass mir Abschiede so schwerfallen. :cry: Aber auch ich hab meine Grenzen...
    Bei Gewalt zB hört bei mir der Spaß SOFORT auf, sowohl psychischer, als auch physischer...


    Kennt ihr Menschen, die sich dann trotzdem nicht trennen? Klar, die gibt es...

    Wie kann man solchen Menschen Mut machen?
    Puh, das ist schwierig. In Beziehungsfragen wäre ich da erstmal vorsichtig, und würde mich ungefragt überhaupt nicht einmischen, um am Ende nicht noch der Buhmann zu sein :ashamed:
    Man könnte ihnen natürlich sagen, dass sie es nicht verdient haben, so behandelt zu werden, und sie in ihrer Meinung bestärken, dass der Partner nicht der Richtige ist, aber schlussendlich sollte, nein MUSS so eine Entscheidung aus eigenen Stücken geschehen, und nicht weil man von Außenstehenden unter Druck gesetzt wird.

    Auch wenn es manchmal schwer mitanzusehen sein mag, aber wenn die beste Freundin dann unter dem Liebeskummer zerbricht, den man ihr mit diesem Verhalten indirekt mitverursacht hat, ist das sicherlich auch nicht besser...

    Leiden sie vielleicht noch nicht arg genug?
    Zumindest bei mir war das so. Obwohl ich das vorher nie glauben wollte, denn gefühlt war mein "Leidensdruck" schon sehr immens. Wie gesagt, das liegt vermutlich an der hohen Hemmschwelle, mich zu trennen. Deshalb lasse ich wohl zwangsläufig mehr über mich "ergehen", als mir jemals gut getan hätte...

    Jedenfalls... Irgendwann passierte genau das, was du mit deiner nächsten Frage implizieren wolltest: Das Fass war übergelaufen, und es hat mir einfach gereicht!

    Erreicht jeder irgendwann mal den Punkt, an dem er sagt "Jetzt ist es vorbei!"?
    Ob das bei ausnahmslos jedem seine Gültigkeit hat, kann ich nicht beurteilen, für mich wäre es durchaus gut vorstellbar, dass es Menschen gibt, die (und jetzt bin ich einfach so frei, und zitiere dich

    [/QUOTE] verharren manche einfach ihr Leben lange in unglücklichen Beziehungen/Ehen?[/QUOTE]


    Was braucht es, damit sie sich trotzdem trennen?
    Entweder einen letzten Schubs, sprich ein Ereignis, das so einschneidend ist, dass es auch den hartgesottendsten zu viel wird, eine charakterliche 180° Wendung, oder aber es bleibt alles, wie es ist.

    Wie ist es mit Kindern? Ist es fair gegenüber den Kindern ihnen "heile Welt" vorzuspielen, obwohl sich Mutter und Vater gar nicht mehr lieben? Hilft man ihnen damit, oder macht man mehr kaputt?

    Sorry, beim Thema Kinder kann ich leider überhaupt keine eigenen Erfahrungswerte beisteuern. Außerdem ist das ganz sicher von Fall zu Fall verschieden. Prinzipiell befürworte ich, dass es ein intaktes Familienleben geben soll, weil ein Kind natürlich Mutter und Vater braucht. Da sollten sie schon zumindest versuchen, sich zusammenzuraufen. Das ist eigentlich eh selbstverständlich.
    Allerdings gibt's natürlich auch einige Ausnahmen, wo man dem Kind mit dem Fortbestand wohl mehr schadet, als nützt, vor allem wenn Gewaltexzesse, Alkoholiker, oder ähnlich schwerwiegend gelagerte Fälle mit im Spiel sind.
    Nur wie gesagt, ich bin leider keine Psychologin, die abschätzen kann, was "besser" und somit im Sinne des Nachwuchses wäre, darauf gibt's wohl auch keine allgemeingültige Antwort, weil man ja nicht beide varianten ausprobieren kann, um erst rückblickend die bessere zu wählen :zwinker:
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 120063
    Planet-Liebe Berühmtheit
    2.056
    348
    3.373
    vergeben und glücklich
    16 Juni 2018
    #18
    Ist es "gerechtfertigt" dann einfach in einer unglücklich Beziehung zu bleiben?

    In aller Regel schon. Schließlich gibt es keine Verpflichtung, eine Beziehung nur dann aufrecht zu erhalten, wenn man vor Glück platzen möchte. Moralisch schwierig wirds natürlich dann, wenn man die Situation für sich selbst "geklärt" hat, noch materiellen Nutzen aus der Beziehung zieht aber in anderen Punkten nach Strich und Faden betrügt. (Also z. B., wenn man ganz bewusst und ohne Reue Affären hat, weil man die eigentliche Beziehung nur noch aufgrund finanzieller Sicherheit möchte, der Partner dies aber nicht im Ansatz ahnt).


    Kennt ihr Menschen, die sich dann trotzdem nicht trennen?

    Ein paar, aber auch viele, die sich trennen. Ich denke, die, die bleiben, werden mit zunehmender Abhängigkeit aufgrund der Beziehungsdauer und/oder Kindern mehr.

    Wie kann man solchen Menschen Mut machen? Leiden sie vielleicht noch nicht arg genug? Erreicht jeder irgendwann mal den Punkt, an dem er sagt "Jetzt ist es vorbei!"? Oder verharren manche einfach ihr Leben lange in unglücklichen Beziehungen/Ehen?

    Muss man überhaupt Mut machen? In meinen Augen ist es nicht unbedingt so, dass es ein richtig und ein falsch gibt.

    Natürlich gäbe es Situationen, in denen ich eindeutig Stellung beziehen würde - z. B. bei häußlicher Gewalt oder auch dann, wenn ein Partner den anderen einfach sehr mies behandelt, dieser das aufgrund jahrelanger Gewöhnung aber als normal betrachtet, obwohl er drunter leidet. Also eigentlich vor allem dann, wenn ich sehe, dass sich jemand trennen möchte, das aber aus irgendeinem Grund für "unmöglich" hält. Oder dann, wenn ich das Gefühl habe, dass sie von ihrem Partner so manipuliert werden, dass sie Dinge als Normalität sehen, die es einfach nicht sind.

    Ich finde aber nicht, dass ich jemanden zur Trennung motivieren sollte, weil ihm keine Herzchen in den Augen stehen, sobald er vom Partner spricht. Wenn man sich gut versteht, kann man zusammen ein gutes Leben haben - auch wenn romantische Liebe und/oder erotische Anziehung nicht da bzw. verflogen sind. Wer sagt denn, dass es der Person wirklich besser geht, wenn sie jetzt single ist? In der Hoffnung, dass sie "den Richtigen" nochmal finden?

    Ich glaube, dass eine Beziehung auch immer eine Entscheidung ist. Es ist nicht so, dass man da von außen draufgucken kann und eindeutig sieht, ob jemand zusammen passt /zusammen bleiben /sich trennen sollte. Man kann ja einen Menschen kennen und wissen, dass er bestimmte Eigenschaften hat. Vielleicht ist er ziemlich egozentrisch - manche würden sagen, dass sowas unerträglich ist. Andere können vielleicht gut damit leben, weil sie ja schon selbst auf sich achten und das vom Partner einfach nicht erwarten. Ich fände es deshalb anmaßend, jemandem "Mut zu machen", der nicht danach gefragt hat.

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man sich nicht so häufig trennen sollte - das sei belastend. Da hieß es, dass man im Zweifel lieber zusammen bleiben soll. Wenn einem nicht gerade schlecht würde, wenn der Partner den Raum betritt, sei es okay und gut, zusammenzubleiben.


    Was braucht es, damit sie sich trotzdem trennen?

    Ich denke, in den "Vernunftbeziehungen" trennen sich einige, wenn sie dann nochmal jemanden kennenlernen, mit dem es so richtig funkt. Das muss aber nicht passieren.


    Wie ist es mit Kindern? Ist es fair gegenüber den Kindern ihnen "heile Welt" vorzuspielen, obwohl sich Mutter und Vater gar nicht mehr lieben? Hilft man ihnen damit, oder macht man mehr kaputt?

    Ich finde nichts unfair daran. Natürlich wünschen sich Kinder, dass die Eltern sich lieben, aber das kann man nicht erzwingen. Solange sich die Eltern gut verstehen, finde ich nichts dabei, wenn sie zusammenbleiben. Belastend ist es für die Kinder, wenn die Eltern sich ständig streiten. Da kann eine Trennung manchmal besser sein, glaube ich - ohne es zu wissen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Juni 2018
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  • Kokosmilch
    Kokosmilch (29)
    Ist noch neu hier
    46
    8
    31
    vergeben und glücklich
    16 Juni 2018
    #19
    Für mich heißt nicht-optimale Beziehung oder Ehe nicht direkt, dass ich völlig unglücklich sein muss. Solange Sympathie vorhanden ist, könnte ich mich auch gut mit einer WG arrangieren, denke ich.
    Ist es "gerechtfertigt" dann einfach in einer unglücklich Beziehung zu bleiben? Bin ich wirklich unglücklich, oder nur nicht verliebt? Kann ich den Menschen nicht mehr leiden, wähle ich vmtl. die Trennung. Kommen wir grundsätzlich zurecht, wäge ich anhand anderer Faktoren ab.
    Wart ihr schon mal in einer solchen Situation? Nein.
    Kennt ihr Menschen, die sich dann trotzdem nicht trennen? Auch das nicht. Am ehesten könnte ich mir das noch bei mir selbst vorstellen :grin:
    Wie kann man solchen Menschen Mut machen? Leiden sie vielleicht noch nicht arg genug? Muss man das überhaupt? Klar, wenn jemand wirklich unter der Situation LEIDET, ist's übel. Ich kann mir aber viele neutrale Szenarien vorstellen, wo eine Trennung nicht zwangsläufig zur Lebenszufriedenheit beitragen müsste.
    Ich würde mich in meiner jetzigen Situation auch nicht unbedingt scheiden lassen, sollte ich mal nicht mehr vernarrt in meinen Kerl sein. Wir sind im Alltag ein gutes Team, der Liebesbeziehung liegt eine stabile, belastbare, vertrauensvolle Freundschaft zugrunde und es müsste mehr als bloßes Entlieben passieren, damit ich ihn als Mensch, als platonischen Freund, nicht mehr schätze. Kann ich mir echt nicht richtig vorstellen, dass sich das sofort komplett wandelt. Dazu stimmen wir in unseren Grundwerten (zumindest momentan) zu sehr überein. Folglich wäre ich sicherlich traurig, dass ein Lebensweg, den ich mir sehr gewünscht hätte, so nicht aufgeht. Was die Freundschaft betrifft, wäre ich aber wohl nicht unglücklich. Seine positiven Eigenschaften behält er ja trotzdem, sollte er sich nicht gravierend ändern. Für uns würde es sich finanziell total lohnen, trotzdem weiterhin verheiratet zu bleiben. Kann ich mir also gut vorstellen. Wir haben früher auch schon gemeinsam in WGs gelebt, das könnte also klappen.
    Was braucht es, damit sie sich trotzdem trennen? Die Aussicht auf ne bessere Perspektive vielleicht? Oder ne neue Liebe? :grin:
    Wie ist es mit Kindern? Ist es fair gegenüber den Kindern ihnen "heile Welt" vorzuspielen, obwohl sich Mutter und Vater gar nicht mehr lieben? Hilft man ihnen damit, oder macht man mehr kaputt? Na, vorspielen klingt natürlich irgendwie blöd. Wenn sich die Eltern nicht mehr leiden können, sind getrennte Wege insgesamt vmtl. besser für alle Beteiligten. Aber in einer friedlichen Konstellation stelle ich's mir okay für die Kinder vor, wenn sich das Verhältnis der Alten wandelt und man trotzdem als Verbund zusammenhält. Ist halt die Frage, in wievielen Fällen das nachhaltig funktioniert :hmm:
     
    • Interessant Interessant x 1
  • User 97853
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
    2.546
    348
    2.272
    Single
    16 Juni 2018
    #20
    Vielleicht ist man mit den Jahren einfach abgeklärter? Ich selbst bin ja gerade Single und meine Wunschvorstellung ist ja doch, jemanden zu finden, mit dem ich lange glücklich sein kann - und verliebt.
    Ich frage mich halt schon, wie das dann ist, wenn man sich in einer WG-ähnlichen Ehe befindet, dann aber doch mal jemanden trifft, in den man sich verliebt? Nimmt man diese Gefühle dann nicht mehr so ernst und geht ihnen nicht nach? Weil man sagt "Geht wieder vorüber!"? Ist dieses Streben nach Liebe nur ein Ding der Jugend? Wird man mit dem Alter auch schwerfälliger? Arrangiert sich eher?
    Und ist man wirklich glücklich, wenn man mit einem Menschen zusammen lebt, den man nicht mehr liebt, aber mit dem man halt aus xy Gründen zusammen bleibt? Vielleicht hat man dann wirklich andere Prioritäten. Und es ist einem schlicht nicht mehr so wichtig, vielleicht egal.
    Wobei ich ja gerne die Zeitung lese und dort auch Partnerschaftsanzeigen. Da inserieren teilweise 80-Jährige! Dieser Wunsch nach Liebe ist ja doch irgendwo da. Oder vielleicht ist es eher ein Wunsch nach Zweisamkeit. Nicht nach Liebe.
    Danke für die Antworten. :smile:
     
    • Interessant Interessant x 1

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
    die Fummelkiste