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  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    1 Januar 2017
    #1

    Und plötzlich ist alles anders

    Wäre 2017 ein ganz normales Jahr, so hätte ich vmtl. heute Nachmittag gemeinsam mit meiner Frau im Wohnzimmer gesessen, bei selbtgebackenem Kuchen ihren Geburtstag gefeiert und jetzt würden wir uns langsam fertigmachen um gemeinsam Essen zu gehen.

    Doch dieses Jahr ist anders, ganz anders:
    Der Kuchen ist zwar da, aber ich habe fast den ganzen Tag mit einer Erkältung im Bett verbracht sodass der Nachmittagstee ausgefallen ist.
    Auch das übliche Abendessen im Restaurant wird es nicht geben, denn meine bessere Hälfte ist nicht mehr da - Sie ist tot, gestorben vor genau 3 Wochen nach kurzer aber schwerer Erkrankung (Lungenentzündung).

    In nicht einmal 24h (von der Verlegung auf die Intensivstation bis zur Erkenntnis dass es keine Hoffnung mehr gibt) wurde mein Leben, so wie es bisher war, vollkommen auf den Kopf gestellt - sämtliche Pläne, Wünsche, Träume sind zerstört.

    Wir waren seit über 10 Jahren ein Paar (davon über 2 Jahre verheiratet), haben zusammen gewohnt und auch im Beruf zusammengearbeitet, waren also annähernd 24/7 zusammen.
    Natürlich trauere ich um den Verlust, kann eigentlich gar nicht in Worte fassen wie groß der Schmerz ist, aber primär empfinde ich einfach nur eine unglaubliche Leere und das Leben erscheint mir sinnlos.

    Wie seid ihr mit dem Verlust des Partners umgegangen?
    Wie habt ihr es geschafft (wieder) Sinn im Leben zu finden?
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Januar 2017
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    1 Januar 2017
    #2
    Lieber Mr. Poldi,
    ich kann dir leider keine Antwort auf deine Frage geben. Diese Erfahrung habe ich bisher nicht machen müssen.

    Ich hatte euch damals zufällig zusammen im Kino getroffen und ab und zu mit ihr geschrieben.
    Ich hatte mich damals so für euch gefreut, dass ihr euch gefunden habt :frown:
    und habe trotz eurer Forenabstinenz und Nutzernamenwechsel ab und an an euch gedacht, auch erst neulich wieder.

    es tut mir leid, dass dein Jahr 2016 sehr schlecht geendet ist. Ich wünsche dir, dass du wieder zurück ins Leben findest.

    Ich möchte dir noch etwas aus meinem persönlichen Umfeld schreiben:
    Eine sehr gute Freundin von mir war ebenfalls verheiratet. Sie waren glücklich.. und eines Tages verstarb sie ebenfalls von heute auf morgen. Für Ihren Mann war dies sicherlich alles andere als leicht. Jedoch fand er kurze Zeit später eine neue Frau. Ein knappes Jahr später ist er Familienvater geworden. Manche würden vielleicht sagen, dass dies zu früh ist oder "wie kann er nur?". Ich finde jedoch jeder muss sein Glück selbst definieren. Ein neues Leben aufbauen bedeutet nicht das alte zu vergessen und mit ihm leben zu können.
     
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    1 Januar 2017
    #3
    Ich kann deine Gefühle halbwegs nachempfinden hab änliches hinter mir. Das Leben geht leider weiter
     
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    1 Januar 2017
    #4
    Zunächst möchte ich mein tiefstes Mitgefühl für den erlittenen Verlust aussprechen.
    Ich denke Du brauchst Zeit um in der Realität anzukommen, aus dem Schock rauszukommen. Dann solltest Du Trauer um sie zulassen, ausleben. So blöd es auch klingt, Gefühle so wie sie kommen zulassen und Dir Zeit, Zeit, Zeit geben.
    Wenn es möglich ist hilft es auch mit Menschen zu reden, die ihr Tod genauso trifft, wie Dich, oder hier über Deine Frau/den Verlust/Deine Gefühle whatever zu schreiben
     
  • User 97853
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    1 Januar 2017
    #5
    Off-Topic:
    Leider?


    Ich kannte euch beide nicht, aber ich sehe, dass du schon über vierzehn Jahre Teil dieses Forums bist.
    Mir tut es auch sehr leid, was passiert ist. :frown: Ich habe bisher zum Glück noch keinen mir sehr nahe stehenden Menschen verloren, deshalb kann ich mir nur ausmalen, wie sich das anfühlt - aber alleine der Gedanke daran sorgt dafür, dass mir die Tränen in die Augen schießen. Der wirkliche Verlust muss so unglaublich schmerzen.
    Ich denke, jeder Mensch geht unterschiedlich mit Trauer um. Letztlich musst du wahrscheinlich DEINEN Weg finden.
    Ich weiß von einem Bekannten, dass es ihm sehr geholfen hat, sich mit der Familie seiner verstorbenen Freundin auszutauschen, weil die seinen Schmerz noch am ehesten nachvollziehen konnten, seine Freundin auch sehr liebten und mit ihm gemeinsam trauerten.
    Bist du religiös? Der Glaube hilft vielen Menschen auch einen Verlust aufzuarbeiten. Aber auch, wenn man nicht religiös ist, empfinde ich die Stille einer Kirche oft als beruhigend.
    Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.
     
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  • User 158678
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    1 Januar 2017
    #6
    Lieber Mr. Poldi !

    Oh ja, ich kenne das sehr gut, wenn plötzlich nicht mehr da ist, was eben noch zu Deinem engsten Umfeld gehört hat.

    Und da gebe ich Dir völlig recht, es ist alles völlig anders, von einem Moment auf den anderen.

    Egal ob es durch Scheidung ist oder sonstige Trennung, oder eben der Tod der Liebsten oder des Liebsten einen aus den gewohnten Bahnen reist.

    Die Leere füllt jeden Raum , man sucht Halt und findet ihn nur zögerlich.

    Ja , Wünsche Träume, Hoffnungen, Planungen sind von einem Moment auf den anderen zerstört und sein Lebensziel scheint ausgelöscht.

    Wir müssen aber auch sehen, dass alles Leben auch ein Ende hat. Ich konnte das bis vor jahren auch nicht, da tauchte immer die Frage auf, warum denn jetzt und warum gerade er oder sie……

    Ich habe also auch Zeiten gehabt, wo die Trauer mich völlig überrannt hat. Doch sind wir ehrlich zu uns, dann kann man sich nur damit auseinander setzen. Alles im Leben ist auf eine Art vergänglich. Geht es sehr schnell, dann sind wir maßlos traurig und können es nicht fassen. Geht das von uns gehen sehr langsam und qualvoll, dann sind wir meist dabei, dem leidenden ein schnelles Ende zu wünschen um sein Leiden zu mildern bzw. ihn oder sie von den Leiden zu erlösen.

    Wie bin ich umgegangen? Man lernt es mit der Zeit, die Dinge noch einmal zu hinterfragen. Man setzt sich mit dem Leben noch einmal auseinander, selbst wenn nicht alle Wenn und Aber geklärt werden können und man auf manche Frage die Antwort schuldig bleibt.

    Geht ein Mensch ist man traurig, dass ist ja selbstverständlich, aber geht er zeitig, dann sagt man seine Zeit war noch nicht gekommen, oder doch, weil sonst sein Leidensweg noch eventuell unendlich gewesen wäre ?

    Am Ende wirst Du sagen, es war gut, das er/sie nicht lange leiden musste.

    Am Anfang bin ich jeden Tag auf den Friedhof gegangen und habe mich um die Ordnung bemüht. War Ordnung, dann ist es nur die Zeit und wenn es nur 5 Minuten sind, die man noch einmal inne hält und sich das Leben desjenigen oder derjenigen vor Augen hält. Man geht die gemeinsame Zeit noch einmal durch.

    Ich habe das 2015 und 2016 also innerhalb eines guten Jahres zweimal durchgestanden und es hat mir gezeigt, dass wir Menschen eben mit viel Gefühl sind und uns von der Trauer nur schwer lösen können. Dennoch müssen wir Abschied nehmen und uns neben der Pflege seines oder ihres Grabes der Zukunft zuwenden.

    Sinn im Leben finden ist ein gutes Wort, denn ist nicht alles was wir tun eigentlich von Sinn, dass wir es weiter tun, der Pflege unseres eigenen Lebens, der Pflege unserer Gesundheit, der Pflege von alten Freundschaften und neuen Kontakten.

    Man braucht sicher Wochen, Monate, der eine oder andere Mensch vielleicht ein halbes Jahr oder länger, nicht mehr mit Tränen am Grab zu stehen und dennoch zu sagen, er / sie ist zur rechten Zeit gegangen ohne einen langen Leidensweg zu haben.

    Ich wünsche Dir viel Kraft in den kommenden Wochen
     
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    2 Januar 2017
    #7
    Off-Topic:
    Ihr kennt euch? :what:
     
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    2 Januar 2017
    #8
    Mr. Poldi und seine Frau waren vor langer Zeit hier aktiv - die alten Stammuser kennen die beiden.
     
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    2 Januar 2017
    #9
    Mein herzliches Beileid. :schuettel:
     
  • Mr. Poldi
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    5 Januar 2017
    #10
    Ich habe (seit ihrem Tod) recht intensiven Kontakt mit Ihrer Familie (per WhatsApp, Facebook, Telefon, etc. - real lässt die Entfernung nicht zu), habe auch die Zeit zwischen den Jahren bei Ihren Eltern verbracht.
    Das hilft in der Tat ein Stück weit.

    Ich glaube durchaus an Gott.
    Aber ich muss zugeben dass ich schon damit hadere dass er uns nur so wenig Zeit zugestanden hat, wir waren nicht einmal 4 Monate kirchlich verheiratet.
    Und das macht es mir aktuell etwas schwer Trost im Glauben zu finden.
     
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    5 Februar 2017
    #11
    Off-Topic:
    Sehe den Thread erst jetzt...

    Ach scheiße, das tut mir leid :geknickt: :frown:. Ich erinnere mich noch gut an dich und cherryblossom, ihr wart so ein schönes Paar und ich habe mich damals so für euch gefreut. Fühl dich gedrückt :knuddel:...
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Februar 2017
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    8 Februar 2017
    #12
    Oh Mann... Ich bin richtig bestürzt gerade. Ich bin ja hier inzwischen auch schon ewig im Forum und eure beiden Namen sagen mir auf jeden Fall auch etwas.
    Tröstende Worte gibt es natürlich nicht für so etwas, aber dir sagen, wie sehr mir dein Verlust leidtut will ich natürlich trotzdem. Immer wieder, wenn ich von solchen Ereignissen höre, kann ich nur die Kraft bewundern, die trauernde Menschen plötzlich aufbringen können, obwohl eigentlich alles zusammengestürzt ist.
    Und diese Kraft wünsche ich dir weiterhin!
     
  • User 163263
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    8 Februar 2017
    #13
    Ohh jee :geknickt:
    Ich denke Floskeln wie: "Tut mir Leid" kannst du inzwischen nicht mehr hören und bringen dich auch alles andere als weiter. Trotzdem muss ich sagen: Ich fühle mit dir!:cry:

    Es ist noch sehr frisch und ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen, dass diese Leere und Sinnlosigkeit in dieser Phase normal ist. Ich hoffe trotzdem.sehr, dass du jemanden hast, der dich nicht ganz damit alleine lässt, sonst kommst du aus diesem Loch nicht mehr so leicht raus.

    Die wirkliche Trauer kam bei mir erst, als ich alles verarbeitet hatte und sogar Wut stieg oft in mir auf.
    Total sinnlose Wut auf die Welt, auf die Ärzte und sogar auf meine verlorene Freundin, dass sie mich alleine gelassen hat, obwohl gerade sie nun gar nichts dafür konnte.

    Die Leere war allerdings das schlimmste, da ich Gefahr lief, mich total zu verlieren und aufzugeben. Ich habe mich gehen lassen, fast nicht mehr gegessen und mir war vollkommen egal was mit mir passiert. Hätte ich nicht so tolle Freunde gehabt, die mir aus dieser Phase raus geholfen haben und mich penetrant genervt haben meine 4 Wände zu verlassen, wäre ich vermutlich auch nicht mehr. Ich war in der Zeit leichtsinnig und habe die Gefahr gesucht und wurde kötperlich mangels regelmäßiger Nahrungsaufnahme auch immer schwächer.

    Irgendwann kam ganz unverhofft der Zeitpunkt, an dem ich wütend auf alles und jeden war und in dem.ich meine Freunde auch fast verloren hätte, weil ich sogar handgreiflich wurde weil sie mich in Ruhe lassen sollten.
    Sie hielten zum Glück trotzdem zu mir.

    Die wirkliche Trauer fing gepaart mit der Wut an, hat mich aber als die Wut verebbte dann total überwältigt.
    Ich kann nur raten, die Trauer zuzulassen. Es ist zwar sogar körperlich sehr anstrengend, aber es tut gut alles raus zu lassen und den Tränen freien lauf zu lassen, wenn sie denn raus wollen. Danach war ich komischer Weise immer sehr erschöpft. Ich habe viel geschlafen und mich auch versucht viel mit Freunden abzulenken, denn der Lebensmut kam langsam wieder.

    Mit der Zeit wurde die Trauer auch schwächer und die Phasen, an denen ich nicht dauernd an sie denken musste, wurden länger.
    Wirklich weg wird die Trauer wohl nie gehen und es wird immer Phasen geben, an denen du an sie denkst. Es wird ein bitter-süßer Schmerz sein, wenn man das so sagen kann, denn du wirst zwar trauer verspüren und drüber nachdenken wie es jetzt wohl wäre, wenn sie noch leben würde, aber du wirst dich such an die schönen Zeiten mit ihr erinnern. Je größer der Abstand wird, umso mehr überwiegen die schönen Erinnerungen gegenüber dem Schmerz, allerdings wird der Schmerz vermutlich immer bleiben.

    Ich habe sehr lange gebraucht um mich auf was neues festes einzulassen (fast mein halbes leben) und die Verlustängste machen es nicht gerade leicht, aber ich bin jetzt glücklich und habe eine wundervolle Partnerin, die ich sehr liebe und die es versteht mich aufzufangen.

    Vermutlich hilft dir das im Moment nicht weiter, denn die Leere in dir will leer bleiben und wird dir vielleicht sogar ein Gefühl geben, dass unsere Kommentare dich nerven, aber glaub mir, es wird besser... es braucht nur Zeit und ist alles andere als leicht.

    Dass du hier schreibst, zeigt ja zumindest, dass du dir selbst nicht vollkommen egal bist. Ich kann dir jetzt nur raten gegen die Leere und Sinnlosigkeit anzukämpfen und dich abzulenken. Du musst Gründe finden, warum dein Leben Sinnvoll ist.
    Es können Freunde sein, Arbeit oder Hobbies, aber bitte halt dich an diesen Gründen fest und versuche nicht vollkommen in einem Loch zu versinken.

    Trotz allem nimm dir aber auch die Zeit zu trauern. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe dass du in dein Leben wieder zurück findest bzw. es schaffst es neu zu ordnen.:knuddel:

    Off-Topic:
    Hab den Thread erst jetzt gesehen und geschrieben bevor ich das Datum wahr genommen habe... hoffe es hilft trotzdem ein wenig oder bereitet dich noch auf das mögliche Gefühlschaos vor.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Februar 2017
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  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    8 Februar 2017
    #14
    Hallo Cadvan,

    in vielem was Du geschrieben hast finde ich mich selbst wieder.

    So zum Beispiel was das Thema Essen anbelangt, ich bin mir aktuell gar nicht sicher wann ich überhaupt, von diversen Restbeständen Süß- & Knabberkram die aber auch fast erschöpft sind einmal abgesehen, zuletzt etwas gegessen habe - könnte Montag Abend gewesen sein.
    Meist habe ich gar keinen Hunger, und wenn doch fehlt mir die Motivation mir etwas zu kochen - alternativ ist mir einfach nur schlecht.
    Für mich ist das sehr ungewöhnlich, denn normalerweise tendiere ich dazu eher mehr zu essen wenn es mir nicht gut geht.
    So habe ich in den vergangenen Wochen ca. 10 Kilo abgenommen (was an sich nicht so ein großes Problem darstellt, bei der Rate sind für weitere 6+ Monate genügend Reserven vorhanden)

    Wut verspüre ich eigentlich keine, eher Erleichterung dass Sie den ganzen Wahnsinn, Hass & Gewalt (der Anschlag von Berlin war am Tag ihrer Beerdigung) auf dieser Welt nicht mehr miterleben muss, denn Sie wäre daran zerbrochen.

    Allerdings fällt es mir schwer so "wirklich" zu trauern, zumindest habe ich das Gefühl dass dem so ist.

    Zwar weine ich relativ regelmäßig (im Grunde täglich), aber sich spüre dass ich mich dabei emotional recht stark unter Kontrolle habe und nur wenige Gefühle zulasse, ob dies nun bewusst geschieht oder nicht kann ich aber nicht genau sagen.
    Ich denke es wäre wichtig für mich diese emotionale Kontrolle aufzugeben und Gefühlsausbrüche zuzulassen, aber es ist halt nun einmal so dass ich alleine bin und kaum einen Menschen habe demgegenüber ich mich mich soweit öffnen kann und der mich auch in den Arm nehmen würde.
    Der einzige Mensch der das bisher geschafft hat (und auch das mitunter nur teilweise) lebt nicht mehr.

    Zwar habe ich durchaus Freunde, aber die sind unbedingt um die Ecke - auch meine Familie wohnt ca. 150 km entfernt.
    Wirklich in der Nähe sind eigentlich "nur" unsere Trauzeugen, die sich zwar rührend und intensiv bemühen sich um mich zu kümmern, aber auch Sie haben natürlich ihr eigenes Leben.
    Dass es um mich herum meist nur sehr wenige Menschen gab mit denen ich Kontakt hatte war eigentlich schon immer so, stellte für mich aber (zumindest die vergangen 10 Jahre) auch kein Problem dar da ich eher ein verschlossener Mensch bin und von mir aus nicht unbedingt nach Sozialkontakten suche.

    Du schreibst dass Du "ein halbes Leben" gebraucht hast um den Verlust deiner Freundin soweit zu verarbeiten dass Du bereit warst dich wieder auf etwas neues einzulassen.
    Darf ich fragen wieviele Jahren das ungefähr waren?
    Denn wenn ich einmal von mir ausgehe, dann sind 18 Jahre eine recht lange Zeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Februar 2017
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  • User 163294
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    vergeben und glücklich
    8 Februar 2017
    #15
    Lieber poldi, ich kann dir leider keinen Rat geben. Ich kann dir nur alles liebe und gute wünschen :knuddel:
    Gibt es in deiner Nähe vielleicht eine Trauergruppe der du dich anvertrauen könntest?
     
  • User 163263
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    8 Februar 2017
    #16
    Hallo Poldi, schön dass du nochmal antwortest, obwohl ich erst heute dazu geschrieben habe.
    Es klingt bei so lapidar daher gesagt, was ich auch verstehen kann, aber auch bei Übergewicht oder genug so genannten Reserven ist man ruck zuck unterernährt. Ich weiß wie schwer es ist sich zum Essen zu zwingen, aber 10kg in einer Woche sind kein Pappenstiel und mal abgesehen von deinem Kreislauf schlägt sich sowas extrem auf die Gesundheit nieder.
    Versuche dir feste Zeiten einzurichten, bei denen du in jedem Fall was isst. Ob es Fertigfutter oder frisch gekochtes ist, ist ja erstmal völlig egal. Hauptsache ist, dass du der Gesundheit Willen auf deine Grundbedürfnisse achtest. Tu mir bitte den Gefallen und versuche es.

    Bei mir kam die Wut erst eine ganze Weile später, fast 1/4Jahr danach. Aber jeder trauert und reagiert anders, ich kann dir da nur sagen wie es bei mir war.

    Ich bin kein Psychologe, aber auch alleine trauern empfinde ich als normal. Du hast allen Grind dazu zu trauern und brauchst dich da nicht unter Kontrolle zu halten. Lass es raus! Heul die Kissen voll! Das ist unglaublicher Weise unglaublich anstrengend, aber es tut wirklich gut.

    Das ist eine Sache, da kann ich dir leider keinen Rat geben. Ich hatte das Glück, alle wichtigen Leute in meinem Umfeld zu haben. Bist du denn in Trauerberatung oder bei einen Therapeuten? So etwas in Anspruch zu nehmen ist keine Schande und wenn es dir peinlich ist, muss davon ja auch keiner was erfahren, aber da kann dir bestimmt auch ein wenig geholfen werden, mit der neuen Lebenssituation und deinem Verlust umzugehen.
    Sehr gut finde ich allerdings den Kontakt zu ihrer Familie, der wurde mir leider damals verwährt.

    Dazu schreibe ich dir eine PN.
    Möchte das hier nicht so breit treten.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    8 Februar 2017
    #17
    Wow, von einer Woche habe ich nichts geschrieben - es waren wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe 8.
    Ist zwar immer noch etwas zu hoch, aber ich denke durchaus noch vertretbar.

    Was Therapeuten anbelangt .,. da habe ich die der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit gemacht (ich muss aber fairerweise auch sagen dass ich es nie "wirklich" versucht habe) und ich bin mir zu 99,99% sicher dass da such jetzt noch eine sehr ablehnende Haltung existiert welche das ganze quasi schon von vornherein zum scheitern verurteilt.
    Von daher: Nein.
     
  • User 163263
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    8 Februar 2017
    #18
    Sorry... hab "in der vergangenen Woche" gelesen... nicht "vergangenen Wochen:kopfwand:
    Ist natürlich ein ganz anderes Bild, aber wenn es wegen Mangelernährung ist, ist es trotzdem nicht wirklich gesund.

    Ohhh ja, die Abneigung gegen professionelle Hilfe kenne ich. Hatte damals auch ganz schlechte Leute die mir alles andere als geholfen haben. Inzwischen konnte ich meine Abneigung nach einigen Misserfolgen aber ablegen und es hilft mir.
    Du musst für dich selbst entscheiden, was am besten für dich ist, bringt ja nichts, wenn du dich dabei noch unwohler fühlst.


    Wie sieht denn jetzt dein Alltag aus?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Februar 2017
  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    9 Februar 2017
    #19
    Gibt es, war ich auch mal dort ... aber so ganz passend fühle ich mich da nicht.
    Denn ich bin mit weitem Abstand der jüngste, es sind überwiegend Frauen 60+ .

    Werktag
    Aufstehen, Katzen (füttern, etc.), Bad, (ggf. Frühstück), 10h Büro, Katzen (füttern, etc.), (ggf. etwas Essen), Zeit totschlagen (Tech-Blogs lesen, Dinge für die arbeite vorbereiten, hier durchklicken, etc.), Bett

    Wochenende
    Katzen (füttern, etc.), Bett, Katzen (füttern, etc.), Bett
    Wenn ich gut drauf bin manchmal auch ein paar Stunden kein Bett :smile:

    Ist etwas vereinfacht (es kommen noch obligatorische Dinge wie hin und wieder einkaufen, Müll entsorgen, Wäsche, putzen, etc. hinzu), aber ansonsten passt das ganz gut.
     
  • User 163263
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    vergeben und glücklich
    9 Februar 2017
    #20
    Versuch dir doch für die Zukunft noch die ein oder andere Beschäftigung zuzulegen. Im Moment ist es vielleicht noch zu früh, aber auf dauer solltest du dir was suchen, dass du abgelenkt wirst. Und wenns einfach nur ein Fitnessstudio oder Modellbau oder sonst was ist.
    Normaler Weise würde ich raten unter Menschen zu gehen und dir Vereine zu suchen, nur sagst du ja selbst, dass du nie der Typ dafür warst.

    Alles ist besser, als nicht zu wissen was man tun soll und dann die ganze Zeit in traurigen Gedanken hängen.
     
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