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    20 Oktober 2015
    #1

    Wann und wie das erste Mal mit Homosexualität konfrontiert?

    Könnt ihr euch erinnern? Wart ihr verunsichert/verstört/überrascht/gleichgültig, oder wie habt ihr euch gefühlt?

    Bei mir war die Möglichkeit, dass man auch Menschen vom gleichen Geschlecht mögen kann, irgendwie immer schon präsent. Daher kann ich mich nicht an ein Aha-Erlebnis erinnern.

    Ich bilde mir aber ein, dass ich mit so ca. 7 Jahren mal "schwul" mit "schwül" verwechselt hab, und mir dann erklärt wurde, was der Bedeutungsunterschied bei den beiden Wörtern ist :grin: War aber auch kein großer Aufreger. Hatte anfangs von Elternhaus/Gesellschaft zwar gewisse Vorurteile mit auf den Weg bekommen ("Schwule sind nicht männlich, Lesben nicht weiblich"), aber spätestens als sich mit 14 ein Freund von mir als schwul geoutet hat, war's vorbei damit.
     
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    20 Oktober 2015
    #2
    Puh, daran kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Bei den ersten Kontakten war ich mit Sicherheit erst mal verstört, weil sich da die Vorstellung aufdrängt hat, auch selbst mit anderen Männern/Jungs intim zu werden, und das jetzt nix war, was ich wollte. Aber abseits dessen hab ich keine besondere Erinnerung mehr daran.

    Und ja, die üblichen Vorurteile hab ich auf dem Schulhof oder über meine Familie auch mitbekommen. Besonders die Generation meiner Großeltern ist ehrlich gesagt auch noch ziemlich homophob.
     
  • MrShelby
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    20 Oktober 2015
    #3
    Es ist so das 80er Jahre-Klischee, aber es war tatsächlich der erste homosexuelle Kuss im deutschen Fernsehen, der in der Lindenstraße damals statt fand. Meine Mutter schaute die Serie jede Woche und ich bekam das dann eben mit.

    Durch die Art der Inszenierung und die Berichterstattung danach war mir klar, dass das etwas besonderes gewesen sein muss. Da ich die Figuren vorher schon nicht so sympathisch fand, fand ich das auch nicht sehr ansprechend (einer der beiden war Dealer in der Serie). Andere Figuren hätten da sicher ein anderes Image vermittelt.
     
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    20 Oktober 2015
    #4
    Oh, das weiß ich noch genau. Das war 2010. Mit TopBoy1979 (nicht mehr hier :frown: ) die halbe Nacht in einer Schwulenbar lustig gefeiert. :grin:
     
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    20 Oktober 2015
    #5
    Das es Homosexuelle gibt, war mir schon als Jugendliche klar und fand daran auch nichts komisches.
    Ich habe ja selber mit 13/14 Jahren entdeckt, dass ich auch Frauen attraktiv finde. Mir war also klar, dass es nicht nur Heterosexuelle gibt.

    Als ich mich dann aber in meinen besten Freund verliebt hatte (der bis dato nur Frauen datete) und dieser dann kurz darauf Männer datete, hab ich einen kleinen Gräuel gegen (homosexuelle) Männer gehabt. Das war aber nur mein verletztes Herz und bezog sich nur auf die entsprechende Situation.

    Er ist mittlerweile seit 3 Jahren glücklich mit einem Mann zusammen und ich freue mich für die beiden sehr.:smile:
     
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    20 Oktober 2015
    #6
    Unbewusst habe ich es wohl schon relativ früh mitbekommen. Da war es aber noch nicht so präsent und nur eine unkonkrete Vorstellung! Bis ich dann 13 oder 14 Jahre alt war und mein bester Freund sich von seiner damaligen Freundin getrennt hat, weil er sein Interesse für Männer entdeckt hat und dann von bisexuell zu schließlich homosexuell wurde und seinen ersten Freund hatte. Ab da war es sehr präsent in meinem Leben und meinem Alltag und völlig okay. Es macht sogar sehr viel Spaß mit ihm darüber zu fachsimpeln welche Männer gut aussehen und welche nicht! :grin:
     
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    20 Oktober 2015
    #7
    Meine Cousine ist seit über 20 Jahren mit einer Frau zusammen, in meiner Familie war das daher irgendwie schon immer normal und ein nicht weiter hinterfragter Teil meines Lebens.
     
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    20 Oktober 2015
    #8
    Durch meine Erziehung war mir Homo-/Bisexualität schon immer präsent.
    Mit 18 bin ich durch einige Zufälle Besucherin eines Jugendtreffs für Homos, Bisexuelle, Transidente und Freunde gekommen. Dort habe ich einige innige Freundschaften geschlossen und wurde teils sehr nahe mit dem Problemen konfrontiert, denen sich Schwule und Co im Alltag heute noch immer ausgesetzt sehen. Gleichzeitig habe ich auch die Kultur, die - jedenfalls hier im Ruhrgebiet - extrem zelebriert wird, kennengelernt. Dabei wird im Übrigen auch ganz erheblich Wert darauf gelegt, möglichst auffällig und schrill zu sein, um sich abzugrenzen. Damit können nicht alle was anfangen - natürlich, aber eine breite Masse schon.
    Ich find dann auch an, ehrenamtlich für das Jugendzentrum zu arbeiten. Wäre die Zeit da, würde ich das heute noch tun.

    Ein wirkliches Aha-Erlebnis gab es für mich also auch nicht. Aber durch meine Bekanntschaften bin ich glaube ich so gut informiert, wie es eine Hete nur sein kann.
     
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    20 Oktober 2015
    #9
    Gute Frage, ich denke auch, dass das schon immer irgendwo präsent war, aber es hat mich meistens nicht weiter gekümmert.

    Ich weiß noch, wie ich meinem kleinen Bruder mal meinen Ballett-Rock angezogen und ihm die Fingernägel lackiert habe – mein Vater fand das überhaupt nicht so witzig und ich fand seine Reaktion extrem seltsam.

    Noch in der Grundschule habe ich aus Versehen eine Sendung wie Punkt 12 auf RTL oder etwas in der Art geguckt. Dabei ging es um eine Disco, die getestet wurde – von einem lesbischen Pärchen. Ich fand beide Frauen eher unattraktiv und ich erinnere mich noch genau an den Teil des Fazits "... Club XY, keine Lesben-Disco, aber ..." und wie merkwürdig ich das Wort "Lesben" fand.
     
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    20 Oktober 2015
    #10
    Das es "so" etwas gibt, weiß ich auch schon lange. Habe die Bravo meiner Schwester heimlich studiert:ROFLMAO: Vom Elternhaus wird/wurde es als nicht ganz so normal angesehen.

    Ich hatte aber da noch nie Vorurteile. Meine erste Bisexuelle Bekannte kenne ich jetzt schon über 10 Jahre.
     
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    20 Oktober 2015
    #11
    In meiner Familie war es auch immer das Normalste der Welt.. Unsere Eltern haben immer beide Geschlechter genannt, wenn sie über unsere zukünftigen Partner sprachen, und wir hatten auch einige homosexuelle Freunde.
     
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    20 Oktober 2015
    #12
    Ich kann mich daran nicht mehr erinnern, weiß aber, dass es uns schon immer als ganz normal vermittelt wurde. Dementsprechend war ich nie verstört oder überrascht.
     
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    20 Oktober 2015
    #13
    Bei mir genauso, nur dass es eben ein Cousin war.
    Bei meinem Mann war das ganz anders. Aus einer konservativ-christlichen Ecke kommend wurde das Thema Jahre lang totgeschwiegen und dann nur mit extrem negativen Erklärung näher gebracht. Es dauerte Jahre, bis mein Mann sich an meine homo- und bisexuellen Freunde gewöhnt hat. Aber heute ist das kein Problem mehr.
     
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    20 Oktober 2015
    #14
    Ich habe zwei schwule Cousins mütterlicherseits. Der eine war für mich schon immer schwul (also seit ich sehr klein war), der andere hat sich geoutet als ich noch ein Kind war. Das einzige Problem, das ich hatte, war mein Unverständnis für den Begriff Coming Out. Habe das damals nicht sofort verstanden und es hat mir auch niemand richtig erklärt. Das war dann halt einfach so für mich.

    In meiner Familie ist es dadurch recht normal gewesen, habe nie irgendwelche negativen Schwingungen in dieser Hinsicht mitgekriegt.
    Mein Halbbruder (12) hat keinen persönlichen Kontakt zu Homosexuellen und benutzt schwul etc. auch mal als Beleidigung. Man merkt einfach, dass er keinerlei Bezug dazu hat und ist da viel stärker durch andere Kinder und deren Abfälligkeiten geprägt. Das finde ich ziemlich schade, Gespräche in dieser Hinsicht sind aber ein wenig schwierig.
     
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    20 Oktober 2015
    #15
    Ja, ähnlich war es für mich auch. Ich hatte in den letzten 10 Jahren mehrere Coming Outs miterlebt, und ich war anfangs tw. überfordert damit, weil ich nicht wusste, was die Leute von mir wollten oder wie sie wollten, dass ich reagiere. Gerade, wenn für jemanden Homosexualität etwas normales darstellt, ist man erstmal perplex, wenn um's Coming Out so ein Ding gemacht wird. Aber klar, jeder wächst anders auf und für die Person, die sich dann offenbart, ist es wohl oft ein großes Ding. Wie man da richtig reagiert, weiß ich bis heute nicht. Für mich ändert sich durch die Information schließlich nichts. Als sich ein guter Freund von mir geoutet hat, war ich erstmal im "Äh, ok?"-Modus, und wusste nicht, was ich dazu noch sagen sollte. Natürlich war das vollkommen ok, dass er schwul ist und sich geoutet hat, aber mir war nicht so ganz klar, ob er das von mir hören wollte, ob ich ihm da auf die Schultern klopfen, ihn umarmen sollte und sagen sollte "Freut mich, dass du mir das gesagt hast, es ist alles in Ordnung, es ändert nichts, ich hab dich immer noch genauso gerne wie davor." -> find ich ja auch seltsam. Trotzdem ist es wohl wichtig für die Person, dass man sich beim Coming Out ganz deutlich unterstützend zeigt, weil sie ja vielleicht die Sorge hat, dass man damit ein Problem hat. Schade eigentlich, dass diese Sorge nach wie vor vorhanden ist.
     
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    20 Oktober 2015
    #16
    Persönlich kenne ich keine Homosexuellen bzw. ich frag da nicht explizit nach :grin:

    Meine Eltern haben mich aufgeklärt, indem sie mir mit so 13 ein Aufklärungsbuch in die Hand gedrückt haben. Irgendwie haben sich Fragen über Homosexualität nie gestellt, weil ich darin nicht wirklich was besonderes gesehen hab, was jetzt mein Denken total umkrempeln könnte...
     
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    20 Oktober 2015
    #17
    Meine Lieblingskindergärtnerin war lesbisch - war damals eine ziemliche Lachnummer im Ort, als das rauskam. :/ Ich hab damals nicht begriffen, was das ist und warum über sie so geredet wird, ich war nur traurig, als sie dann nicht mehr im Kindergarten war und weg gezogen ist mit ihrer Partnerin. Was ich empfunden hab... das war Angst. Ich dachte, sie hätte was schlimmes getan, so wie die Leute gehetzt und gelästert haben. Die ganze Situation hat mir Angst gemacht und ich hab mich auch nie getraut nachzufragen. Dass sie lesbisch war, hab ich natürlich erst später erfahren.

    Dauerkonfrontation gabs eigentlich schon immer in meinem Elternhaus durch blöde Witze über vermeintlich und tatsächlich Schwule im Ort. Im Bekanntenkreis hab ich hier und da mitbekommen, wie Eltern zu ihren Söhnen gesagt haben "Ich schlag dich tot, wenn du auch so einer wirst." :ratlos:

    Ich wusste nicht, was es bedeutet, homosexuell zu sein, aber ich wusste, dass es wohl was ziemlich schlimmes sein muss. Also bloß aufpassen, dass man sich damit nicht ansteckt, sonst bekommt man keinen Job, alle lachen einen aus und man wird ausgestoßen oder tot geschlagen. Das war so meine erste Konfrontation.

    Als dann ab der Grundschule immer mal wieder Männer an mir Interesse gezeigt haben (vom Lehrer bis zum netten Mann "von gegenüber"), war mir auch klar, warum es wohl etwas so schlimmes ist und mein Eindruck hat sich noch verstärkt.

    Off-Topic:
    Mein inneres und äußeres Coming out war also etwas schwierig und ich konnte diese innere Angst vor dem, was die Leute von mir denken, bis heute nie ganz ablegen, zumal ich auch selbst noch ab und zu damit konfrontiert worden bin, dass kleine Jungen im Bekanntenkreis ungerne mit mir alleine gelassen werden. :schuettel: Das ist dann schon eine Nummer größer als ein blödes Grinsen oder ein abfälliger Kommentar.


    Total schade... wenn ich immer hier so lese, wie ihr auf PL über Homosexuelle sprecht, dann vermittelt mir das eine ganz andere Wirklichkeit und fühlt sich wahnsinnig gut an. :herz: Je mehr Themen es hier darüber gibt, desto wohler fühle ich mich in meiner Haut. :ashamed: Also weiter so. :winkwink::upsidedown:
     
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    20 Oktober 2015
    #18
    Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals negative Gedanken über Homosexuelle hatte. Im Grundschulalter habe ich mehrmals homosexuelle Paare in der Öffentlichkeit gesehen und ab dem jugendlichen Alter habe ich auch Leute kennengelernt, die homo- und bisexuell sind.
    Für mich war das nie merkwürdig oder abstoßend gewesen und mehr bewusst darüber nachgedacht habe ich dann ab dem Jugendalter. Für mich hat es noch nie eine Rolle gespielt, wer wen liebt bzw. attraktiv findet. Eine völlig normale sexuelle Orientierung wie die Heterosexualität. Ich habe auch sowas noch nie angesprochen, weil es einfach keine Rolle für mich gespielt hat. Ich habe mich dann nur darüber unterhalten, wenn diese Menschen es thematisiert haben, bspw. wenn sie von ihren Erfahrungen mit Diskriminierung erzählt haben.
    Ich werde nie verstehen, warum es Menschen gibt die ablehnend eingestellt sind.
     
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    20 Oktober 2015
    #19
    Ich kannte das "Phänomen" schon lange, aber damals nur von Frauen. Lesben aus dem Bekanntenkreis und aus der Verwandtschaft.
    In der Pubertät wurde es für mich dann Ernst. Wegen bestimmten pubertären "Launen der Natur" wurde ich auf einmal attraktiv für andere Jungen. Es war die Zeit als ich in den Ferien im Mädchenbadeanzug schwimmen ging, um keine Probleme zu bekommen. Für die Jungen war ich ein Frauen-Ersatz. Ich genoss heimlich die Macht über sie, es wurde ein gegenseitiger Missbrauch. mit der ständigen Angst davor dass es auskommt.
    Eines Tages, mit 15 oder etwas mehr, outete ich mich zu Hause als "schwul".
    Die Antworten weiss ich jetzt noch auswendig.
    Der Pa, fröhlich: "Wie kommst du denn darauf? Das kannst du doch noch gar nicht wissen!"
    Die Schwester: "Kein Problem, der Pa wird auch so zu seinen Enkelkindern kommen!" (wir sind 5 Kinder)
    die Mam: "Ich liebe dich wie du bist!" und nimmt mich in die Arme....

    Ich hatte damals nicht Angst davor schwul zu sein. Bei uns zu Hause hiess es immer "Der Liebe macht man keine Vorschriften".
    Fehlalarm war es trotz dem. Die Jungen waren gar nicht schwul, ich weiss nicht mal ob ich auf Schwule wirklich attraktiv wirke. Sicher nicht auf alle.
    Wenig später verliebte ich mich in ein Mädchen.

    Was ich selber bin, ist mir egal. Hauptsache ich liebe und werde geliebt. Jetzt hoffe ich es kommt eine Zeit in der sich niemand mehr "outen" muss für etwas, was o.k. ist.:jaa:
    Jett gibt es leider noch zu viele Menschen (und ganze Gesellschaften) die sich so verunsichert fühlen, dass sie nach möglichst strengen Regeln dürsten, für sich und vor allem für andere.
     
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    20 Oktober 2015
    #20
    Ich kann mich nicht an irgendein Aha-Erlebnis erinnern.

    Ich war noch sehr klein als mein Sandkastenfreund mir erzählte, dass Männer jetzt Babys mit Männern bekommen können. Am Abend erzählte ich das aufgeregt meiner Mutter, die mir erklärte, dass das nicht funktioniert (eigentlich machte sie sich ein bisschen lustig über die Vorstellung, glaube ich) - was ich sehr, sehr unfair fand. Wenn Männer mit Männern Babys kriegen wollen, dann sollen sie doch, dachte ich. Blöde Biologie (okay, das Wort kannte ich damals noch nicht). :grin:

    Ansonsten war Homosexualität und Bisexualität (seltener Transsexualität und leider niemals Asexualität) immer mal wieder ein Randthema und ich hatte damit auch nie irgendeine Art von Problem - aber inzwischen ist mir klar geworden, mit wie vielen Vorurteilen ich dennoch aufgewachsen bin. :confused:

    Zum Thema Coming-Out: Ein Coming-Out ist fast nie nur eine Information an Außenstehende "Du, ich mag Sex mit XY", sondern auch für die Person selbst ein wichtiger Schritt. Natürlich wäre es schön, wenn kein Coming-Out nötig wäre, nirgendwo, für niemandem, aber das ist heute noch nicht die Realität. Mein Mann ist bisexuell und würde das weder bei seiner Familie noch bei seiner Arbeit einfach so sagen können, ohne negative Folgen befürchten zu müssen... Ein Coming-Out in irgendeiner Form wäre für ihn ein extrem bedeutsamer Schritt, auch wenn es für andere völlig gleichgültig erscheint.
     
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