• Hackepeter
    Hackepeter (31)
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    12 April 2011
    #1

    Wenn "nur" Liebe nicht mehr reicht.....

    Hello,

    ich muss mir jetzt einfach mal was von der Seele schreiben. Ja- es ist zu viel passiert, Ja- wir sind selber Schuld dadran, Ja- ich bin ein Arschloch, Ja- Sie war es auch, Ja- wir sind jung, Ja- vielleicht ist die Zeit einfach vorbei, Ja- Liebe reicht irgendwann einfach nicht mehr aus.

    Wir sind seit einer Ewigkeit zusammen (genauer gesagt 2 ½ Jahre mit 2 großen Beziehungskrisen). Sie 20, ich 22…. Sie in der Ausbildung, ich in der Ausbildung. Luftlinie trennen uns 35km. Und wir sind 2 völlig verschiedene Typen.

    Ich, der Sohn Ihres Geschichtslehrers… das war ne Story. Monatelang akzeptierten unsere Eltern die Beziehung nur bedingt. Wir haben es aber immer irgendwie hinbekommen. Nachdem sie dann nach der 12. Klasse von der Schule abgegangen ist um sich auf einer PTA Schule ausbilden zu lassen ging es eigtl. stetig Berg-Auf. Wir waren ein richtig glückliches Paar, wir haben uns gerne gesehen, hatten viel Spaß miteinander, zusammen urlaub gemacht, wir liebten uns unheimlich und es passte im großen und ganzen.

    Aber von Anfang an zeichnete sich ab, dass wir völlig unterschiedlich sind. Anhand eines „X“ kann man zwei sich treffende Entwicklungen beschreiben. Wir trafen uns kurz vor der Mitte, hatten dann eine riesige Zeit, aber nun läuft alles auseinander weil wir uns unterschiedlich entwickeln und entwickelt haben.

    Sie steht kurz vor Ausbildungsabschluss, ich habe noch 1 Jahr vor mir. Sie mit eigenem Haushalt, Auto und Katze ist sicherlich etwas unabhängiger als ich, der noch zuhause im behüteten Heim wohnt und fest mit seiner Umgebung verwurzelt ist und das auch vorerst nicht ändern will. Zudem befindet sich meine Arbeitsstelle nur 5 min von mir entfernt. Zugegegeben: Luxus.

    Ich möchte einfach meine Zeit in jungen Jahren genießen. Das habe ich davor und teilweise während der Beziehung zwar auch gemacht, aber seit einiger Zeit geht das alles ein bisschen zurück und ich muss oft um meine Freiräume kämpfen. Mir sind viele Dinge sehr wichtig geworden die einfach zu mir gehören und mir Spaß machen die sie nicht oder nur gezwungener Maßen akzeptiert. Und ich bin nicht bereit, z.B. mein Hobby als Fussballer in meinem Heimatverein für Sie auch nur ansetzweise aufzugeben.

    Es ist alles so festgefahren, fest definierte Abläufe… ich hake unter der Woche eigtl. nur noch ab: Arbeit – Check, Schule-Check, zu Freundin fahren-Check, früh aufstehen-check, zur arbeit fahren-check, zum Fussballtraining – check…. Und dann fängt alles von vorne an. Es ist mittlerweile langweilig, ich brauche mehr Action. Zwischendurch habe ich auch immer wieder keine Lust dadrauf jetzt nach der Arbeit noch 1 ½ Std. lang zu ihr zu gurken um noch 2-3Stunden gemeinsam Zeit zu verbingen. Da würd ich lieber das machen worauf ich dann im Moment Lust habe. Sie bastelt an unserer Zukunft aber ich sehe aus verschiedenen Gründen und Vorfällen im Moment keine gemeinsame Familienzukunft. Dafür hat Sie mich zu sehr enttäuscht.

    Sie jedoch kann das im Moment absolut gar nicht gebrauchen, da sie nur noch lernen muss um ihre Zulassung für die Berufsabschlussprüfung zu erhalten – und sie fordert natürlich Unterstützung und Hilfe dabei von mir.

    Das kann ich ja auch verstehen, wenn das alles wäre, würde ich aber nicht schreiben.

    Andauernd gibt es Diskussionen und Streit wegen der verschiedensten Angelegenheit. Wir verstehen unsere Probleme und Angelegenheiten zunehmend weniger, haben weniger Verständnis für verschiedenste Ansichten. Dann gelingt, z.B. mir immer wieder ne dumme Aktion, die nur spaßeshalber gemeint war, es aber gegenüber Ihr sehr blöd aussah…. Hinzugekommen ist also noch ein Vertrauensproblem.

    Und ich weiß nicht mehr wo man überhaupt ansetzen muss, und der Verdacht drängt sich zunehmend auf, dass wir im Moment zusammen einfach nicht glücklich sein können bzw. getrennt besser dran wären. Aber der Zeitpunkt ist auch wieder scheiße: Sie schreibt morgen eine extrem wichtige Klausur wo es um ihre Zulassung geht und auf der ihr Fokus liegt, dann wieder aufkeimender Stress mit mir, dass kann sie alles nicht gebrauchen…

    … sie ist ein so wunderbares Mädchen und ich liebe sie über alles. Sie ist, ob wir zusammen sind oder nicht, ein sehr sehr wichtiger Mensch für mich. Ich fühle mich verantwortlich für Sie und ihr wohl ergehen und kann sie jetzt nicht alleine lassen… oder doch?

    Ich bin verwirrt.
     
  • nUt3lla87
    nUt3lla87 (33)
    Öfters im Forum
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    Es ist kompliziert
    12 April 2011
    #2
    trennung heisst nicht automatisch alleine lassen.

    ich selbst erlebe das gerade und stecke mitten in einer trennung. weil es momentan so zwischen uns einfahc nicht funktioniert. eben so ähnlich, wie du das beschriben hast :zwinker: (zwar ein zwei nummern härter, mit psychischem kram und os, aber egal, das prinzip ist dasselbe)

    wir fühlen füreinander, tun uns, durch unsere momentane situation aber mehr weh als alles andere.
    also haben wir uns getrennt und seitdem bauen wir uns eine freundschaft auf. uns beiden ist es sehr wichtig, dass es keine lari fari freundschaft wird und dass man sich immernoch unterstützt und beisteht.

    ebenso ist das ja auch bei dir, auch wenn die beziehung nicht klappt heisst das ja nicht, dass es keinen anderen weg gibt, wie ihr euch zeigen könnt, dass euch etwas an euch liegt.

    sei kein sith! es gibt nicht nur "zusammen" und "kein kontakt" ! es gibt ein dutzend mittelwege, die euch bestimmt besser tun.
     
  • Hackepeter
    Hackepeter (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    12 April 2011
    #3
    Überragender Weise kommt noch hinzu, dass Sie mich nun unter Zugzwang setzt.

    Ich werde Anfang Juni an 2 aufeinander folgenden langen Wochenenden mit Freunden wegfahren.

    Das 2. Wochenende ist eine Mannschaftsfahrt vom Fussballverein und wie das unter jungen Männern so ist gibts halt im Vorfeld viel Gerede wegen Alkohol, Frauen, usw... ich beteilige mich natürlich auch an solchem Gerede, was aber in den allermeisten Fällen mehr spaß als alles andere ist.... für mich sowieso, da ich vergeben bin und ihr sowas nie wirklich antun könnte. Dazu bin ich auch zu feige.

    Nun hat sie das mitbekommen/gelesen wie auch immer, und ist sehr misstrauisch, glaubt mir das nicht das ich ihr treu bleiben werde auch an den Wochenende. Da sie Ende Juni Abschlussprüfzngen hat kann sie solche Gedanken zu dem Zeitpunkt gar nicht gebrauchen.

    So nun soll ich heute Abend was dazu sagen, wie ich ihr Vertrauen in der Hinsicht gewinnen kann und ihr zeigen, dass ich es ernst mit ihr meine. Schon mit der Ankündigung "Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, brauchst du gar nicht zu kommen"

    Mein Problem: ich bin total leer... verwirrt....ratlos....kreativlos....ich habe keine Ahnung wie ich das anstellen soll.
     
  • User 91095
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    12 April 2011
    #4
    Hey,

    ich habe mich vor ein paar Wochen von meinem Freund getrennt und im Grunde waren meine Gründe ähnlich wie deine. Unter'm Strich: Ich konnte nicht mehr. Ich wollte nicht mehr. Ich hatte das Gefühl, mehr Energie in die Beziehung zu stecken, als letztendlich von ihr zurück zu bekommen. Das hatte alles nichts mit meinen Gefühlen zu tun, nur ich hatte einfach keine Kraft mehr für die Beziehung und ich habe gemerkt, dass ich die Zeit für mich brauchte.

    Wie die Trennung verlaufen ist, kannst du in meinem Thread nachlesen, wenn es dich interessiert.

    Ich kann dir nur raten: Gehe in dich und überlege dir gut, ob du das noch weiter machen willst oder nicht. Ich fürchte, die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich kann rückblickend bei mir nur sagen, dass es die richtige Entscheidung für mich war. Ich merke das jetzt, wo ich solo bin, wie energieraubend meine Beziehung tatsächlich gewesen ist, was mir tatsächlich alles gefehlt hat, wo ich überall Kompromisse eingehen musste. Ich bin tatsächlich ein bisschen "verwelkt" in der Beziehung und blühe jetzt langsam wieder so richtig auf. Es hat einfach nicht gepasst zu dem Zeitpunkt. Vielleicht an einem anderen, vielleicht hätte es auch nie gepasst. Das weiß man nie. Überleg dir also gut, was du wirklich willst. Und vllt rede auch mal mit ihr drüber.
     
  • munich-lion
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    12 April 2011
    #5

    Hallo,

    du weißt ja, dass ich dir schon in deinen zahlreichen anderen Threads geantwortet habe und mich erstaunt eigentlich nicht wirklich, dass ihr es nicht auf die Reihe bekommt, miteinander -trotz Liebe- eine befriedigende Beziehung zu leben.

    Glaubst du wirklich, dass all eure Probleme, ihr Schwangerschaftsabbruch vor 2 Monaten, (kann es sein, dass sie deshalb irgendwie "klammert" oder einen auf "heile Welt" machen möchte? Wie hat sie das Ganze generell verkraftet?) Fremdgehen von ihrer Seite u.s.w. spurlos an dir vorübergehen - mich wundert es echt, dass du überhaupt noch bei dieser Frau bist, obwohl du ständig und seit längeren Trennungsgedanken besitzt und dich nicht wirklich so entfalten kannst, wie du es dir vorstellst und eigentlich permanent Kompromisse machst und mit ihrem Vertrauen zu kämpfen hast, obwohl es doch deine Freundin war, die deins so arg missbraucht hat.

    Was willst du eigentlich tatsächlich? Du wirkst auf mich irgendwie so unentschlossen, zwiegespalten und auch verwirrt...
    Aber auch etwas feige und übertrieben verantwortungsvoll, in dem du eigentlich ständig das Wohl deiner Partnerin als Argument vorschiebst, endlich mal eine Entscheidung zu treffen, denn du bist doch permanent unzufrieden und dieses Gefühl schlummert in dir und bricht dann von Zeit zu Zeit immer massiver aus.

    Ja, es gibt auch Liebe, die so kraftraubend, anstrengend und zerstörerisch ist, dass es besser wäre, man würde getrennte Wege gehen, um sich selber nicht ganz zu verlieren.
     
  • Hackepeter
    Hackepeter (31)
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    12 April 2011
    #6
    Deine Antwort habe ich erwartet :grin: Ja ich könnte echt schon ein Buch aus meinen ganzen Threads über diese "Beziehung" schreiben....

    Bzgl. Schwangerschaftsabbruch: Sie hat das anhand einer Therapeuten gut überwunden. Wir haben ihr dann einen kleinen Kater gekauft, um ihr einen großen Wunsch zu erfüllen (war also schon vorher Thema) und damit sie sich nicht mehr so alleine fühlt.
    Trotzallem hat dieses Erlebnis den Wunsch nach einer eigenen Familie denke ich mal nur verstärkt und sie wird mit Sicherheit noch oft daran denken. Wenn wir uns streiten, dann wirft Sie mir vor, dass ich ihr in der Zeit nicht die nötige Unterstützung gegeben hat die sie gebraucht hätte. Meine Fehler tuen mir natürlich huete auch noch sehr Leid, aber ich war in der Situation selber überfordert - im Nachhinein hätte Sie das Kind ja doch lieber bekommen.

    Ich habe Angst mich von ihr zu trennen, ich habe nicht den nötigen Mumm dazu und ich bin mir vermutlich gar nicht so sicher... hinzu kommt, dass Sie nicht die Frau meines Lebens ist - das weiß ich spätestens seit dem ich weiß, dass Sie mich monatelang betrogen hat. Dieses Erlebnis ist zwar verziehen, aber nicht vergessen. Und das ändert eigtl. alles für mich und zeigt mir, dass ich nicht wieder alles für Sie tun würde...

    Ich würde es besser inden, wenn sie sich von mir trennen würde. Das macht es für mich natürlich einfacher. Ich tue mich schwer damit, diese Entscheidung zu treffen und weiß auch nicht wie ich genau da hinkommen soll.

    Ich habe diese Trennungsgedanken - und 2 Minuten später will ich mich doch nicht mehr trennen und denke, dass es bestimmt irgendwie, irgendwo einen anderen Weg geben muss. Vllt liegt es daran, dass ich das gar nicht so wahr haben will, das Ende hinauszögern will bis es gar nicht mehr geht und sie mir viel mehr bedeutet als ich mir selber.

    Das war am Ende jeder Beziehung die mir etwas bedeutet hat, immer so...ich weiß, dass das sicher falsch ist, finde aber keinen Ausweg.

    @Lotusknospe: Ich habe deinen Thread tatsächlich verfolgt. Ich würde mir wünschen es würde bei uns ähnlich verlaufen können. Aber dazu muss ich selber erstmal weiter kommen....
     
  • munich-lion
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    12 April 2011
    #7
    Also ich weiß nicht so recht...ich kann ja verstehen, dass ihr damaliges monatelanges Fremdgehen etwas in dir zerbrochen hat, aber findest du es fair, mit ihr zusammenzubleiben, wenn du eigentlich nur darauf wartest, dass sie Schluss macht, um so einfacher und geschmeidiger aus der Beziehung zu kommen?

    Sie ist nicht deine "Traumfrau", mit der du deine Zukunft planst, du wolltest eurer gemeinsames Kind nicht, wobei sich jetzt herausstellt, dass deine Freundin es doch gerne behalten hätte.
    Glaubst du wirklich, das Thema ist mit der Abtreibung erledigt? Irgendwann -wie du schon vermutest- wird das womöglich wieder zur Sprache kommen - genauso wie ein Zusammenziehen - und dann?
    Ich denke nicht, dass du später dazu bereit sein wirst - auch dann nicht, wenn sie dir ggf. die Freiräume lässt, die du dir wünscht und deshalb spielst du ihr in meinen Augen gehörig etwas vor.

    Eure glückliche Zeit ist doch längst vorbei und jetzt kämpft ihr doch nur noch darum, dass jeder seine Vorstellungen irgendwie durchboxt, die schon lange derart weit auseinanderklaffen, um einen gemeinsamen Nenner erkennen zu können.
    Klar, du kannst natürlich auch in der Beziehung gnadenlos deine Linie durchziehen - um zu hoffen, dass sie selber Schluss macht.
    Jetzt aber gehst du nur halbherzige Kompromisse ein und versuchst dich irgendwie durchzuwurschteln - auch deshalb- weil du im Prinzip ein herzensguter Mensch bist, der es einfach nicht geschafft hat, den Absprung dann zu wagen, wo nicht mal sie irgendetwas hätte dazu sagen können.

    Ich weiß nicht, ob es bei euch beiden wirklich noch Liebe ist...manchmal redet man sich das auch nur ein.
    Aber scheinbar ist deine Leidensfähigkeit noch nicht an ihre Grenzen gekommen - sonst würdest du schon längst den Schlussstrich ziehen.
     
  • Hackepeter
    Hackepeter (31)
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    13 April 2011
    #8
    Eigentlich nicht. Aber ich weiß nicht wie ich genau aus dieser "Nummer" rauskommen soll. Ich sehe einfach den Weg nicht. Ich bin in sowas sehr schlecht. :schuettel: Nein, fair ist das nicht - da hast du Recht.

    Nein, sie wird das sicher auch heute noch sehr belasten, dass sie das Kind nicht zur Welt gebracht hat, sie wird mir auch immer wieder vorwerfen, dass ich nicht für sie da gewesen bin, so wie sie es gebraucht hätte nach der Abtreibung. - Es kommt ja jetzt schon in Streits zur Sprache, und das nicht gerade auf die schöne Art und Weise.

    Das Zusammenziehen war wieder ein Thema und ich habe ihr da auch gesagt, dass ich dazu noch nicht bereit bin. Gab natürlich viele Diskussionen worauf sie sich aber irgendwann mit einem Brief entschuldigte, in der sie mir schrieb, wie sehr sie mich liet und das sie mir alle Zeit der Welt gibt.

    Vllt. kämpfen wir eher darum, dass UNSERE Zeit nicht endet... ich glaube es geht gerade nicht mehr wirklich darum, seine Vorstellungen so gut es geht durchzuboxen sondern lediglich diese Beziehung soweit am Leben zu halten, wie man das von sich selbst aus noch kann - auch wenn man Dinge dafür tun mus, auf die man keine Lust hat, oder ähnliches. Und wenn das nicht mehr reicht dann wartet man nur noch auf das Glück.

    Mir fällt es noch zu schwer sie loszulassen - andersrum wird es ihr noch schwerer fallen. Das macht es nicht einfacher :frown:


    Wie kann ich Klarheit für mich schaffen?
     

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