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    31 Januar 2019
    #1

    Wunschkaiserschnitt - wie seid ihr vorgegangen

    Hallo,
    ich bin in der 28. Woche schwanger. :love: Ich weiß, dass das Thema kritisch gesehen wird, darum eine kleine Erklärung.
    Da um mich herum wirklich 90% aller mir gut bekannten Frauen eine sehr schlimme Geburt und viele dann einen Notkaiserschnitt hatten, sowie einige Frauen (oder ihr Kind) fast gestorben wären und / oder die Geburt als sehr traumatisch empfunden haben, überlege ich einen Kaiserschnitt durchführen zu lassen. Mich macht der Gedanke an die Geburt schon fast wahnsinnig und das wird täglich schlimmer. Bisher konnte mir leider keine Frau etwas zur Geburt erzählen, was mich etwas beruhigt hätte. Auch Berichte zu Geburten aus dem Medien sind meist eher negativ und die positiven Artikel die man liest, bekommen meist hunderte von negativen Kommentaren, in denen Frauen von ihren schlimmen Geburten berichten und es unmöglich finden, wie das Thema verharmlost wird. Viele berichten davon, dass sie nicht mehr selbst entscheiden durften. Es wurde unter der Geburt vieles über sie entschieden, weil sie sich nicht wehren konnten. Der Gedanken, so fremdbestimmt zu sein, weil man hilflos ist, macht es nicht besser. Somit bin ich inzwischen so weit, mich mit dem Thema Wunschkaiserschnitt zu beschäftigen. Zumal alle Frauen, die von einem geplanten (!) Kaiserschnitt, der medizinisch notwendig war, berichten, eher positives erzählen.
    Ich mache trotzdem meinen Geburtsvorbereitungskurs und werde das nicht nicht ausschließen, lese Bücher dazu etc., so ist es nicht. Ich bin mir auch bewusst, dass ein KS eine richtige Bauch-OP ist, die nicht am nächsten Tag abgeheilt ist.
    Trotzdem erscheint es mir für mich als Person momentan (!) die bessere Wahl zu sein.

    Ich wüsste gerne von den Frauen, die einen Wunschkaiserschnitt hatten, wie sie da ran gegangen sind. :winkwink:

    Wie habt ihr es durchgekriegt, so dass der Kaiserschnitt von der Krankenkasse bezahlt wurde?
    Wurde da ein psychologischer Grund angegeben, der es ja ist?
    Musstet ihr euren Wunsch mit der Klinik besprechen, oder mit eurem normalen Gynäkologen? Meine kennt sich da leider nicht aus...
    Wie habt ihr es im Nachhinein empfunden, euch dafür entschieden zu haben?
    Was sollte man beachten?

    Vielen Dank! :rose::rose::rose: :smile:
     
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    #2
    Mir ging es in der ersten Schwangerschaft richtig dreckig. Dazu kam dass meine Tochter sich lange in QL befand, sich zwar immer wieder in SL drehte, aber sir rutschte nicht ins becken.
    Ich habe lange mit meiner Hebamme gesprochen und kam zu dem Ergebnis, dass ich mir eine natürliche Geburt nicht zutraute und ich einen KS will. Mein FA verstand meine Bedenken und stimmte mir zu. In der Klinik besprach man mit mir ebenfalls die Vor- und Nachteile, man diskutierte aber nicht unangenehm. Es war eine neutrale Aufklärung. Wir machten dann die OP fest.

    Bei meinem zweiten Sohn ging es mir wieder sehr schlecht. (Vor allem starke Schmerzen in der Hüfte und am Oberschenkel) Wieder besprach ich mich mit meiner Hebamme und der OÄ in der Klinik. Man verstand meine Begründung und machte erneut den Termin fest.

    Ich habe also beide Kinder streng genommen als WKS bekommen. Probleme mit der KK hatte ich nicht. Ich rate dir aber, dich ganz in Ruhe mit einer Hebamme zu beraten. Vielleicht kann man dir ja deine Ängste nehmen?
    Ich fühlte mich körperlich einfach nicht in der Lage. Wirklich absolut nicht. Der KS war eine Erleichterung. Trotz der Schmerzen nach der OP ging es mir besser, als in der Schwangerschaft.
    Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Für mich persönlich war es die richtige Entscheidung.
    Trotzdem habe ich natürlich bleibende “Schäden“ durch die KS.:
    - natürlich die Narbe, mit leichter Taubheit. In den ersten Monaten hatte ich mit eingewachsenen Haaren zu kämpfen
    - ich spüre die innere Narbe bei der Periode
    - bei der zweiten Schwangerschaft hat die Narbe wirklich sehr, sehr doll weh getan. Die musste mehrfach geschallt werden.

    Wenn du also erwägst mehrere Kinder zu kriegen, würde ich es mir trotzdem noch einmal überlegen.
     
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    31 Januar 2019
    #3
    Ich hab ja keinen Wunschkaiserschnitt gehabt, sondern einen notwendigen. Du musst aber deinen Wunsch definitiv mit der Klinik besprechen, in der du entbinden willst, weil nicht jedes Krankenhaus einen Wunschkaiserschnitt durchführt.
     
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    31 Januar 2019
    #4
    Mein Frauenarzt hatte für meinen Wunsch Kaiserschnitt beim 2ten Kind vollstes Verständnis.
    Ich hatte nämlich beim ersten einen ziemlich schweren dammschnitt und auch noch -riss. Und das wollte ich beim zweiten nicht noch einmal mitmachen. Von Bleibenden „Schäden“ ganz zu schweigen.

    Da hatte eigentlich jeder Verständnis und da hat mir niemand dagegen geredet.
    Und wenn du da wirklich Angst davor hast werden die das auch sicherlich verstehen.
    Eine Geburt ist kein Spaziergang.
    Egal in welcher Form.

    Mit der Genehmigung von der kk hatte ich da keine Probleme. Ist in Ö vielleicht ein bisschen anders.

    Ich habe da mit meinem FA darüber geredet und er hat mich an die Klinik überwiesen. Dort hatte ich noch 2 Vorgespräche und Untersuchungen.

    Im Nachhinein habe ich es nicht bereut.
    Ich bin froh, dass es bei uns diese Möglichkeit gibt.
    Angst ist nämlich nicht gerade förderlich für eine Geburt.
     
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    31 Januar 2019
    #5
    ich habe beim 2. kind mit meinem FA geredet, der hat mich damals an meine wunschklinik weitergeleitet/ überwiesen und dort wurde es nochmals besprochen und ein termin vereinbart.
    war durch schwangerschaft 2 aber sicher einfacher. die erste geburt war auch KS.

    warum kennt sich deine frauenärztin damit nicht aus? :ratlos:

    dann würde ich direkt einen termin zur entbindung bei der kliink machen und es dort besprechen..
    aber ein spaziergang ist ein KS auch nicht
    ich habe damals wochenlang die mamas beneidet, die normal entbunden hatten :geknickt:
     
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    1 Februar 2019
    #6
    Ich kann dir das als Vater zweier Kinder sagen, die Geburten waren beide ohne Kaiserschnitt frei von Problemen und waren auch eine sehr kurze Angelegenheit. Ohne Notwendigkeit war ein Kaiserschnitt nie ein Thema. Trau den Ärzten bitte zu, dass sie einschätzen können, ob die normale Geburt mit Risiken behaftet ist.
    Überleg es dir bitte gut, die Natur hat sich was dabei gedacht und ein Kaiserschnitt ist eine Operation von der eine mehr oder weniger hässliche Narbe bleibt. Wenn du Angst vor den Schmerzen hast, vielleicht ist eine PDA ja eine Option.
     
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    1 Februar 2019
    #7
    Naja, wenn eine Frau panische Angst vor der natürlichen Geburt hat, ist es schon ratsam, einen KS in Erwägung zu ziehen. Bei zu viel Panik kann es gerne mal zu Geburtsstillstand etc. kommen und damit ist niemandem geholfen. Auch wenn ich grundsätzlich die natürliche Geburt klar befürworte, sehe ich bei panischer Angst vor vaginaler Entbindung durchaus eine Begründung für einen KS.

    Off-Topic:
    Dazu vielleicht noch eine kleine Anekdote. In meiner Familie gibt es eine Frau, die wollte auf Gedeih und Verderb um Gottes Willen nicht an einem bestimmten Tag entbinden, weil sie ihrem Kind diesen Geburtstag nicht antun wollte. Es kam, wie es kommen musste, die Wehen setzten ein, doch die Frau verkrampfte so sehr, dass es kein Vor und kein Zurück mehr gab, obwohl sie selbst vom Kopf (aber nicht vom Herzen) wusste, dass es Quatsch ist. Schließlich gab es einen KS. Da sieht man erst, wie viel der Kopf bzw. die Gedanken der Frau ausmachen können. Es gab ansonsten davor keinerlei Anzeichen dafür, dass ein KS notwendig werden könnte. Kind lag richtig, war nicht zu groß etc.
     
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    #8
    Off-Topic:
    Ohne dir absprechen zu wollen, dass es bei euch so harmlos war: Es ist immer ein kleines bisschen schwierig, wenn die Aussage nicht von der Frau, die die Schmerzen erlitten hat, kommt. Eventuell sieht sie es ja genau wie du, deine Aussage erinnert mich nur sehr daran, wie mein Vater die Geburten seiner Kinder abtut. Meine Mutter hatte keine bleibenden Schäden, keine Komplikationen, keinen Dammriss oder -schnitt, sie hat nicht einmal dabei geschrien, es war jeweils nach nur wenigen Stunden erledigt und sie war auch recht schnell wieder fit. Kurzum: Es hört sich "traumhaft" an, mein Vater versteht das Problem, warum man als Frau Angst davor haben sollte, auch nicht.
    Meine Mama schon. Sie sagt dann nur dazu: "Woher willst du wissen, welche Schmerzen ich dabei hatte und zwischendrin dachte, ich muss sterben?" Es waren trotz alledem - obwohl alles perfekt lief - die schlimmsten Schmerzen, die sie jemals erlebt hat. Und das, obwohl sie während ihrer Blinddarm-OP wach wurde und das live miterleben musste, weil die Betäubung nicht wirkte. Die Geburten waren noch gewaltiger.

    Wenn ein Mann sagt, man solle das einfach aushalten, dann hat das einfach faden Beigeschmack.
    Aber ganz generell, auch ohne auf das Geschlecht und Geburtserfahrungen einzugehen: Niemand sollte bei so einem so einschneidenden und extremen Ereignis etwas sagen, dass nach "Stell dich nicht so an" klingt.
     
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    #9
    Du sagst, du schließt eine vaginale Geburt erst mal nicht aus - vielleicht würde es dir helfen, positive Erfahrungen zu lesen? :smile: Ich empfand die Geburt meiner Tochter z.B. als durchaus sehr positiv. Und natürlich sind leider meist die negativen Erfahrungen "lauter" als die positiven, das liegt in der Natur der Sache.

    Nichtsdestotrotz: Ja, eine Geburt ist ein Naturereignis, eines, das tatsächlich gewaltig ist. Das lässt sich nicht leugnen. Sowohl vaginal als auch per KS gibt es positive und negative Erfahrungen, wenn du für dich nach sorgfältigem Abwägen sagst, dass es nicht möglich ist, dann finde ich es völlig legitim zu sagen, dass du einen Wunsch-KS möchtest. Wenn deine Gyn sich da nicht auskennt, dann lasse dir eine Überweisung geben und melde dich im KH direkt. Auch über eine Hebamme kannst du da evtl was erreichen, und wie LULU1234 schon gesagt hat, falls du eine hast, besprich das Thema ausführlich mit ihr. Auch für so etwas sind Hebammen da!
     
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    #10
    Meine Hebamme arbeitete im KH, in dem ich auch entbunden habe. Sie war KS relativ neutral gegenüber eingestellt und hat das Thema sachlich mit mir besprochen. Das tat mir gut. Ich wollte nichts “romantisches“, “esoterisches“ oder ähnliches hören. Eine Geburtshaushebamme hat sicherlich eine andere persönliche Meinung, als eine aus einem KS-freundlichen KH. Das Problem ist, dass das Thema so arg emotional diskutiert wird, dass es ganz schwer ist da eine neutrale Meinung und Diskussionen zu führen - auch mit Fachpersonal.

    Wichtig ist es mmn keine falsche Vorstellung zu haben (KS sei schmerzfrei, natürliche Geburt führt immer zu schweren Verletzungen, durch KS hat man keine bleibenden Schäden im Beckenboden, nach einer vaginalen Geburt kann man am nächsten Tag immer alleine nach Hause, etc).
    Einer der vielen Gründe, weswegen ich mich für den KS entschied, war die Gebärmutter- und Blasensenkung meiner Mutter. Ich dachte, durch den Ks könnte ich das umgehen. Tja, dem war nicht so. Mit nicht mal dreißig habe ich eine leichte Senkung. Doof gelaufen. Der KS ist kein Wundermittel. Dammrisse habe ich natürlich nicht.
     
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    2 Februar 2019
    #11
    Bevor du dich für einen Wunschkaiserschnitt entscheidest, könntest du auch eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen und versuchen, den Grund für die Panik vor der Geburt herauszufinden. Hast du Angst vor Kontrollverlust? Hast du Erfahrungen mit sexueller Gewalt und Angst vor körperlicher Ausgeliefertheit? Hast du traumatische Erlebnisse mit Schmerzen? Hast du Probleme mit dem Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl? Glaubst du an dich?

    Solche Fragen und Andere würde ich dir wohl stellen. Vielleicht kannst du deine Ängste bewältigen anstatt ihnen mit einem Wunschkaiserschnitt aus dem Weg zu gehen.
     
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    2 Februar 2019
    #12
    Man weiß halt nie, wie es wird, oder? Man pokert ein bisschen...
    Aliena ist ja z.B. super sportlich und hatte trotzdem eine recht traumatische Geburt... Meine Mutter konnte nach meiner (natürlichen) Geburt nicht mal mehr vollständig arbeiten. Ich habe auch Angst... Klar, es kann alles gut gehen. Aber eben auch nicht. :hmm:
    (Aber was rede ich - ich habe mich mit dem Thema Geburt bisher so gut wie nie beschäftigt.)
     
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    2 Februar 2019
    #13
    Man hat immer noch die Option auf einen sekundären Kaiserschnitt. Ich persönlich finde es vor der ersten Geburt besser, sich mit den Ängsten auseinander zu setzen. Wenn man bereits eine traumatische Geburtserfahrung hatte kann ich einen KS auf Wunsch besser nachvollziehen.

    Es ist nicht so als hätte ich mir nie Sorgen gemacht. Sportlichkeit ist nun wirklich keine Voraussetzung für eine gut verlaufende Geburt. Nein, man weiß nie, wie es wird - auch nicht bei einem Kaiserschnitt. Das trügt. Der KS ist viel mehr Auslieferung und Kontrollverlust als selber aktiv zu gebären. Wenn man genau vor dem ausgeliefert sein Angst hat ist es vielleicht sinnvoller sich mit der aktiven Geburt zu beschäftigen als sich dem Operateur auszuliefern.
     
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    2 Februar 2019
    #14
    Zunächst einmal sorry, dass ich jetzt erst antworte! :rose:
    Es ging nicht eher.

    Sie hatte noch keinen Fall, bei dem eine Frau einen Wunschkaiserschnitt wollte. Sie hat es auch nicht abgelehnt oder so, meinte aber sofort, dass ich das dann ja selber bezahlen müsste. Als Feststellung und nicht als Drohung o.ä..
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Ehrlich gesagt traue ich den Ärzten dieses überhaupt NICHT zu, weil meine Freundinnen und Verwandten ansonsten nicht so schlimme Erfahrungen hätten machen müssen.

    - 35 Stunden Wehen - oh das Kind ist wohl doch zu groß, also Kaiserschnitt. Hätten wir das mal vorher gemerkt.
    - 37 Stunden Wehen- ach machen wir doch einen Kaiserschnitt, die Herztöne werden schlechter.
    - 45 Stunden Wehen inklusiver Wehentropf, der grausame Wehen auslöste - hm, die Wehen sind nach 45 Stunden immernoch nur im Rücken und bringen rein gar nichts. Schade, dass Sie nur noch am schreien sind und gegen den geschlossenen Muttermund pressen müssen. Wir machen einen Kaiserschnitt, aber der OP ist gerade besetzt wegen Zwillingen. Warten Sie doch noch ne Stunde und schreien noch ein wenig. Ach sie verbluten hier ja fast... Transfusionen etc....
    - Ups, hätten wir mal einen Dammschnitt gemacht, nun sind Sie komplett (!) bis zum After aufgerissen.
    - Oh, Ihr Kind ist ja ein Sternengucker und hat Sie innerlich komplett aufgerissen - das haben wir gar nicht gemerkt. Wir nähen mal mit 3 Ärzten, damit sie nicht sterben. Als Folge können Sie 3 Monate nicht richtig laufen.
    - Ihr Kind hat die Nabelschnur um den Hals - Notkaiserschnitt.
    - Beckenendlage, bemerken wir leider erst jetzt - Notkaiserschnitt
    -...

    Soll ich weiter machen? Alles in meinem direkten Freundeskreis und leider noch lange nicht alles. Und da hieß es vorher auch immer "Alles völlig normal, da machen Sie sich mal keine Sorgen".

    Du kannst ja mal die Männer dazu befragen, die hilflos daneben standen. Die sind einem Kaiserschnitt auch nicht mehr abgeneigt.
    Und es so abzutun finde ich nicht ganz fair, denn du hast den Schmerz ja nicht mitgemacht und erlebt.
    Es kommen oft Kommentare, die Geburten verharmlosen. Aber eigentlich nur von Frauen und Männern, bei denen alles ganz gut lief oder die es noch icht erlebt haben.
    Viele traumatisierte trauen sich auch gar nicht zu sagen, dass sie ernsthaft traumatisiert sind. Viele müssen sogar zum Psychologen. Es kommt immer wieder der gleiche bescheuerte Spruch.
    "Das ist das natürlichste auf der Welt, das hat die Natur so eingerichtet" - hilfreich ist das nicht.
    Und auf eine Narbe sch... ich. :zwinker: Also vom optischen her.
    Und mir ist auch bewusst, dass eine Operation nie risikofrei ist! Es ist ja eine Bauch-Op.
    Trotzdem nett, dass du mir Mut machen willst. :smile:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Danke! Ich wünschte mir, dass ich diese Angst nicht hätte und da einfach frei ran gehen kann. Aber ich befürchte, dass ich einfach zu viele Horrorgeschichten kenne, die in meinem direkten Umfeld passiert sind, real sind und die man nicht einfach so als Quatsch abtun kann. Es ist wirklich alles passiert und war definitiv nicht schön.
    Dazu kann ich auch noch sagen, dass ich einfach sehr feige bin :sorry: und auch mit Schmerzen allgemein nicht so gut umgehen kann. Das blockiert mich total. Verrückt und bescheuert, aber es ist so...
    Früher habe ich immer gesagt, dass ich nie Kinder haben will, weil ich keine Geburt möchte. Dabei wollte ich eigentlich schon ein Kind.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Mir ist auch bewusst, dass ein Kaiserschnitt kein Spaziergang ist und Folgeschäden haben kann. Man ist ja in der Beweglichkeit sehr eingeschränkt etc.. Schmerzen hat man natürlich auch nach eine Bauch-OP und auch da kann was schief gehen.
    Ich möchte eigentlich eh nur ein Kind haben. Das steht zu 99% fest. 99, weil ich ja nicht weiß, was sich nach dem ersten Kind so "in mir" gefühlstechnisch tut. :zwinker:
    Außerdem bin ich auch schon 36 - also auch schon alt für das erste Kind.
    Ich danke dir auf jeden Fall für deinen ehrlichen Bericht, er hat mir schon sehr geholfen! :smile::rose:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Danke! :rose: Das denke ich irgendwie auch. Wie soll das Kind vernünftig raus kommen, wenn ich die ganze Zeit vorher denke, dass ich das gar nicht möchte? :unsure:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Ich habe eher das Gefühl, dass die Ärzte ganz allein entscheiden. Ansonsten hätten meine Freundinnen nicht nach über 35 und 45 Stunden erst den Kaiserschnitt bekommen, als sie völlig am Ende waren. Sie wollten es auch vorher, denn es ging nichts vorwärts (aus medizinischen Gründen, also dann Notkaiserschnitt). Sie fühlten sich total allein gelassen und fremdbestimmt. Somit glaube ich nicht mehr daran, dass man selber etwas mitbestimmen darf, wenn die Geburt sozusagen schon läuft.
    Mir erscheint es selbstbestimmter zu sagen, dass ich einen Kaiserschnitt möchte, als unter der Geburt allein gelassen zu werden und mir dann anhören zu müssen, "das ist halt so, wir machen das wie wir denken und nicht wie es Ihnen gefällt".
    So empfinde ich es zumindest derzeit. :jaa:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Februar 2019 ---
    Ja, das würde ich sogar machen. :smile: Da hätte ich kein Problem mit. Sexuelle Gewalt habe ich zum Glück nie erfahren! Der Kontrollverlust, das ausgeliefert sein und die Schmerzen sind es wohl. Aber am prägensten sind die Geburtserfahrungen um mich herum. Ich frage mich dann immer, warum es bei allen so schlimm lief. :cautious:

    Auf jeden Fall werde ich mich nochmal gut beraten lassen. Nächste Woche bei meiner Ärztin, dann werde ich mir zwei Krankenhäuser anschauen und mich für eines entscheiden. Da werde ich mir auch einen Termin zur Beratung geben lassen.
    Den Geburtsvorbereitungskurs beginne ich auch diesen Monat. Und dann mal schauen.

    Auf jeden Fall schonmal herzlichen Dank für eure Berichte und anregenden Gedanken! :smile:
     
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    2 Februar 2019
    #15
    Ica82 ich kann das gut nachvollziehen,
    ich hatte auch eine solche Geburt. Solche Erlebnisse machen Angst. In der Mediathek der ARD gibt‘s dazu gerade auch eine Doku.

    Auf jeden Fall würde ich das bei der Anmeldung zur Geburt erwähnen. Eventuell macht es auch Sinn, eine Beleghebamme zu nehmen und so „nicht alleine“ zu sein.
     
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  • Ica82
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    2 Februar 2019
    #16
    Danke! Die Doku habe ich auch schon entdeckt... :rolleyes:
    Ich "schleiche" da seit Tagen drum herum und überlege, ob es für mich Sinn macht sie zu gucken.Oder aber, ob sie mich nur noch unsicherer macht. :confused:
    Hast du sie geguckt und wenn ja, wie siehst du das? Kann sie bei der Entscheidung helfen oder nur noch mehr verunsichern?
     
  • User 107106
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    #17
    Eine Geburt ist zum einen tiefes körperliches und zugleich psychisches Ereignis. Das ist für mich der große Unterschied zu einer Knie-OP oder einem Blinddarm-Notfall.

    Kannst du die Vorfälle deiner Freunde kategorisieren? Vielleicht nimmt das Panik?
    Zb das ist alles in KH XY passiert oder die Freundinnen hatten keine gute Vorsorge, was weiß ich. Vielleicht hilft dir das, ein bisschen Ruhe ins Thema zu bringen?

    Verstehe mich nicht falsch. Ich selbst stehe absolut hinter meinen Kaiserschnitten. Es waren für mich meine Traumgeburten. Aber es geht nicht allen Frauen so. Manche haben das Gefühl etwas verpasst zu haben oder machen sich große Vorwürfe, wenn es dem Kind dann doch nicht so gut geht. (Meine Kinder hatten super Werte, daher entfällt auch das bei mir). Aber wenn das Kind eine Schnittverletzung hat oder Schwierigkeiten mit der Atmung hat, dann hat man da evtl. Doch mehr Probleme.

    Hast du eine Hebamme? Hast du Freundinnen, die richtig gute Geburten hatten?

    Zum Thema KS empfehle ich dir meine Geburtsberichte in meinen beiden Tagebüchern und diesen Thread:

    Tipps rund um das Thema Kaiserschnitt
     
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    #18
    Ica82
    Alter Schwede!! :argh: Das sind ja mal echt Horror Geburten!
    Ich glaube da würde ich mich auch nicht mehr trauen!
    Meine Taktik in der ersten Schwangerschaft war ja „ich will da gar nichts von wissen!!“
    Habe deswegen auch keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht, weil ich da von einer Freundin gehört hatte, dass sie da Videos von Geburten zeigen :ratlos: (macht sicher auch nicht jede Hebamme in ihrem Kurs)
    Tja, diese Strategie hat sich für mich bewährt... :zwinker:
     
  • User 114808
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    2 Februar 2019
    #19
    Mich kann da ja nicht mehr viel schocken, weiß aber nicht, ob ich es vorher hätte wissen wollen. Du weißt aber schon mehr.

    Vermutlich wird dich die Doku in deiner Entscheidung zum Wunsch-KS bestärken. Besprich es mit den Kliniken, lass dir ggfs. einen extra Termin geben. Vielleicht tun sich da auch Möglichkeiten auf, es erst zu probieren und dann zu schneiden - aber nicht erst nach 40 Stunden oder so.

    Persönliche Einschätzung in meinem Umfeld: die Kliniken ohne Kinderarzt und ohne Neonatologie brechen früher ab und „prügeln“ die Geburten nicht durch. Kannst du dein Umfeld fragen, wo entbunden wurde?
     
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    2 Februar 2019
    #20
    Nach deinen Erfahrungen im Freundeskreis kann ich verstehen, dass du Angst hast. Trotzdem fände ich es nett, wenn du nicht gar so sehr nach den Antwortenden hier schnappen würdest. Auch die, die dir raten, erstmal über eine natürliche Geburt nachzudenken, wollen dir nichts schlimmes :zwinker:

    Ich denke, dass dein Entschluss ohnehin feststeht, also kannst du dich auch ruhig trauen, die Doku aus der ARD anzugucken. Die wird an deiner Entscheidung ncihts ändern.

    Wenn du einen Wunschkaiserschnitt möchtest, solltest du am besten ein Krankenhaus suchen, dass das auch anbietet. Einfach mal fragen, dann wirst du das schon merken. Man guckt sich vor der Geburt ja auch so häufiger mal die Krankenhäuser an, die infrage kommen. Man will sich ja auch wohlfühlen.
    Ich würde dann einfach schauen, dass die auch eine Neonatologiestation haben. Wunschkaiserschnitte macht man ja üblicherweise in der 39.SSW, damit man mögliche Wehen umgeht. Aber da sind dann manche Kinder auch noch nciht ganz so bereit, zu kommen. Und für den Fall der Fälle, dass die Werte schlecht sind, würde ich einfach ein Krankenhaus nehmen, wo die entsprechende Station im selben Haus ist. Nichts ist schlimmer, als wenn nach der Geburt das Kind in ein anderes Krankenhaus verlegt wird und du wegen der OP dann nicht mitkannst. Im selben Haus hast du wenigstens dann noch die Chance, irgendwie da hin zu schlurfen.
     
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