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Alkohol: Wann ist zu viel zu viel?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von irrgelichtert, 13 August 2017.

  1. irrgelichtert
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    in einer Beziehung
    Liebe Community

    Ich habe gerade einen schwierigen Abend und hoffe mit diesem Post auf ... ja, auf was eigentlich? Ein paar ehrliche Meinungen von neutralen Aussenstehenden wahrscheinlich, vielleicht ein paar Tipps und vor allem, mir das ganze von der Seele schreiben zu können. Aber von Anfang an.

    Eckdaten: Ich bin 32, mein Freund ist 39, wir sind seit 3 Jahren zusammen, leben seit einem halben Jahr zusammen und haben eine drei Monate alte Tochter (die Schwangerschaft war keine riesige Überraschung, aber auch nicht wirklich geplant). Er ist ein toller Vater und ein guter Partner (er gibt mir Sicherheit, er ist ein Ruhepol, er unterstützt mich mit der Kleinen und im Haushalt und bei der Arbeit, er ist treu und zärtlich und gibt mir auch mal Kontra, damit es nicht langweilig wird, und ich bin immer noch verliebt.

    Ich wusste schon immer, dass er gerne trinkt. Rotwein und Bier vor allen. Für mich war er immer ein regelmässiger Genusstrinker. Betrunken habe ich ihn erst nach 2,5 Jahren zum ersten Mal gesehen, als wir letzte Weihnachten seinen Bruder besuchten (der noch viel mehr trinkt). Wenn er angetrunken ist (oder betrunken), wird er nicht gross anders (er ist immer noch ruhig und lieb, er wird nie aggressiv oder so. Er nuschelt und schläft auf dem Sofa ein und ich bekomme ihn dann kaum mehr wach).

    Seit wir zusammen leben, merke ich erst, wie viel er wirklich trinkt (vorher haben wir das Wochenende zusammen verbracht und uns unter der Woche zweimal gesehen). An guten Abenden sind es 2, 3 Bier (manchmal auch eines davon Alkoholfrei). An einem "schlechten" Wochenende sind es gerne auch mal 3 Liter Wein in 48 Stunden und noch ein paar Bier. Vor der Geburt habe ich öfters mit ihm darüber geredet, erst nur im Scherz, dass ich wolle, dass er mich selbst in die Klinik fährt und wir nicht mit dem Taxi gehen müssen. Er meinte, jaja, er will sich eh einschränken und gesünder leben (er ist zudem ziemlich starker Raucher). Ich rauche nicht und trinke wenig (aktuell eh nicht, da ich voll stille). Am entscheidenden Abend (Geburt) war er dann nüchtern, aber wir wussten auch, wann wir gehen mussten, da ich eine Einleitung hatte.

    Geändert hat sich an einem Lebenswandel nichts, nachdem unsere Tochter geboren ist. Mein Problem sind vor allem die Wochenenden. Dann greift er gerne schon um die Mittagszeit zum ersten Bier oder zum ersten Glas Weisswein und trinkt dann über den ganzen Nachmittag und Abend weiter. Heute nun ein Tiefpunkt. Wir waren am Nachmittag spazieren - unterwegs haben wir zweimal Kaffee getrunken (er zwei Bier). Zuhause dann wieder Bier und Weisswein (wie viel weiss ich nicht). Er hat wie immer die Kleine gewickelt und Babymassage gemacht und für uns gegrillt. Er war sehr ruhig. Irgendwann als sie schon im Bett war, schwankte er ein wenig vor dem Kühlschrank und ich meinte, "das war wohl ein wenig viel Weisswein". Er meinte nur: "Papa ist hinüber."

    Später ging er ins Bad und plötzlich höre ich ihn erbrechen. Bin dann hin und fragte: "ist dir übel?" (schlaue Frage...) Er meinte nur "ja, irgendwie schon". Hab ihm dann den Rücken gestreichelt und gewartet bis es vorüber war. Vorwürfe wollte ich ihm in diesem Moment keine machen, bringt ja auch nix. Ich meinte nur, "ich hoffe, du hast nichts Schlechtes gegessen, aber wir hatten ja eigentlich dasselbe." Als er aus dem Bad kam, hatte er Tränen in den Augen (weiss nicht, ob wegen der Übelkeit oder ob er sich doch irgendwie geschämt hat). Man muss dazu sagen, dass er schlecht über seine Gefühle reden kann. Ich auch nicht über meine, aber etwas besser als er. Weil er so ruhig ist, weiss ich auch nach drei Jahren manchmal noch nicht, was genau in ihm vorgeht.

    Er hat dann noch ein wenig an seinem Handy rumgedrückt, putzte sich zweimal die Zähne, kam zu mir und meinte: "ich gehe ins Bett." Ich: "Ja, gute Besserung." Das war kurz vor 21 Uhr. Jetzt höre ich ihn über das Babyphone schnarchen und schreibe diesen Post.

    Ist er schon Alkoholiker oder nur auf dem Weg dazu? Man muss dazu noch sagen, dass er jeden Tag zur Arbeit fährt, seinen Job gut macht, in seinem Umfeld beliebt ist, viel Sport treibt und sein Leben sonst im Griff hat (er kann zum Beispiel viel besser mit Geld umgehen als ich). Meine Eltern, die mir sehr nahestehen, und meine Freunde sind grosse Fans von ihm. Ich getraue mich aber deshalb auch nicht, mit ihnen über meine Schwierigkeiten mit seinem Alkoholkonsum zu reden, ich will das gute Bild, das sie von ihm haben, nicht zerstören. Meine Eltern trinken keine Tropfen Akohol. Meine Freunde trinken gerne, aber wenig (wie ich).

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was soll ich tun? Ich finde, er muss jetzt irgendwie die Notrbremse ziehen, ich mache mir ernsthaft Sorgen um ihn, und ich möchte eigentlich keinen Partner, der 50 Prozent der Zeit, die wir zusammen verbringen, nicht ganz nüchtern ist.
     
    #1
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2017
    irrgelichtert, 13 August 2017
  2. MeliiMickymouse
    Öfters im Forum
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    vergeben und glücklich
    Das klingt wirklich nach einer schwierigen Situation, aber ob er nun wirklich ein Alkoholiker ist kann ich dir nicht sagen. Für gewöhnlich macht es schon die Regelmäßigkeit, die Frage ist aber, ob er den Alkohol "nur" will, oder aber wirklich braucht. Allerdings denke ich genau wie du, dass du etwas tun solltest, auch wenn du nur mal genauer nachbohrst, weshalb er so viel trinkt. Gerade da ihr ein kleines Kind habt, sollte man versuchen die Situation unter Kontrolle zu halten. Ich bin mit einem Vater aufgewachsen der ein Alkoholproblem hatte, und auch wenn er mir nie weg getan hat (er hat mich zwar oft angeschrien aber mich niemals geschlagen oder so) war es doch sehr schwierig und frustrierend für mich
     
    #2
    MeliiMickymouse, 13 August 2017
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  3. User 166575
    Ist noch neu hier
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    vergeben und glücklich
    Ich würde vielleicht offen das Gespräch mit ihm suchen.
    Ganz ruhig und offen. Fragen wie er selbst sein Trinkverhalten empfindet. Das hilft vielleicht schon ein wenig. Ansonsten offen über deine Ängste reden.
    Ich trinke auch nicht viel und die Regelmäßigkeit ist schon ein Indiz dafür, dass es eine Unangenehme Richtung annimmt.
    Von dem was du geschrieben hast, könnte man vermuten, dass ihm vielleicht gar nicht bewusst ist wieviel er trinkt. Vor allem wenn dieses Trinkverhalten in seiner Familie normal ist.

    Lg
     
    #3
    User 166575, 13 August 2017
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  4. User 157222
    Benutzer gesperrt
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    Verliebt
    Wenn er sich übergibt obwohl sich der Konsum nicht drastisch erhöht hat dann deutet es darauf hin, dass er nicht mehr im grünen Bereich ist.
    Ich bin keine Expertin aber spreche aus Erfahrung.
    Die ersten Wochen und Monate war ich von Wein oder wahlweise Vodka stets gleich benebelt und hatte den gleichen intensiven Kater am Morgen danach.
    Nach einer gewissen Zeit war ich jedoch schon nach zwei Gläsern sehr berauscht und ja, mein Körper hat mir Probleme bereitet.

    Zwar handelt es sich bei mir lediglich um ungefähr acht Monate, in welchen ich beinahe täglich exzessiv getrunken habe und dein Mann scheint gemächlicher zu trinken.
    Aber die Anzeichen sind meines Erachtens eindeutig.

    Ich kann dir nur raten, dass du mit ihm darüber sprichst.
    Ohne ein Ultimatum zu stellen oder ihn unter Druck zu setzen.
    Ich hoffe, dass er ein Einsehen und die Kraft hat um das Problem anzugehen.

    Liebe Grüße
     
    #4
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2017
    User 157222, 13 August 2017
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  5. Souvereign
    Souvereign (39)
    Öfters im Forum
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    Single
    Ich hoffe Du meinst Maßen und nicht Massen. Zum Rest des Textes ... er ist definitiv Alkoholiker und braucht Hilfe.
     
    #5
    Souvereign, 13 August 2017
  6. User 146423
    Öfters im Forum
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    #6
    User 146423, 14 August 2017
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  7. irrgelichtert
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    in einer Beziehung
    Ja, meine ich, entschuldige, ich bin Schweizerin und das mit dem deutschen ß ist mir und meinem Mac nicht so geläufig, bei uns gibt es nur ss ;-) vielen Dank für deine Antwort.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 August 2017 ---
    Ich habe ihn auch schon darauf angesprochen und er meinte, er trinkt gern, weil er Alkohol mag (Genuss). Als ich nachbohrte und meinte, ob er den trotzdem mal ein paar Abende oder eine Woche darauf verzichten könnte, meinte er, das würde hart sein. Ich denke, der Übergang ist bei ihm irgendwie fliessend... du hast natürlich Recht, ich muss einfach das Gespräch mit ihm (erneut) suchen bzw. ihm mal richtig sagen, dass es mich stört. Ich habe schon immer mal erwähnt, dass ich es besser fände, er würde sich einschränken, aber ein richtig ernstes Gespräch oder gar Streit hatten wir nie deswegen. Ich bin eine sehr harmoniesüchtig, um es mal so zu sagen.

    Zu deiner Erfahrung mit deinem Vater: Danke für deine Ehrlichkeit und das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das schwierig war. Genau darum würde ich mich für meine Tochter ja auch auch wünschen, dass sie ihren Vater nicht jedes Wochenende mindestens angetrunken sieht. Natürlich ist sie jetzt noch sehr klein, aber sie wird es auch irgendwann mitbekommen.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 August 2017 ---
    Vielen Dank für den Link, da gibt es Punkte, die auf ihn zutreffen und dann wieder andere nicht (zum Gück, noch nicht, zum Beispiel: "Wer in einer Sucht gefangen ist, verliert das Interesse an anderen Beschäftigungen. Hobbys, soziale Kontakte und selbst der Beruf werden vernachlässigt" trifft auf ihn überhaupt nicht zu.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 August 2017 ---
    Vielen Dank für deinen Bericht aus eigener Erfahrung. Ja, ich muss das Gespräch mit ihm suchen. Das werde ich machen.
     
    #7
    irrgelichtert, 14 August 2017
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  8. User 67523
    User 67523 (40)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Meine (nicht fachkundige!) Diagnose:
    Alkoholiker, dem der soziale Abstieg noch bevorsteht.

    Meine Meinung/mein Ratschlag:
    Lange zu kämpfen lohnt sich nicht.
    Sag klipp und klar, dass das aufhören muss, dass Du ihn unterstützt usw.
    Setz Dir innerlich aber einen realistischen Zeitplan.
    z.B. wann muss er in Therapie sein, wenn er nicht spontan aufhören kann?
    Und dann mach Deine Entscheide strikt nach diesem Plan, lasse Dir nicht Jahre um Jahre Versprechungen machen.

    Ich würde sagen, spätestens vor Weihnachten muss massiv etwas gegangen sein:
    Kein Alkohol mehr, oder er in Therapie.

    Wenn Du auf zeitnahen Reaktionen bestehst, wird ihm die Dringlichkeit klarer.

    Mach Dir nichts vor: gegen Alkohol bzw seine Abhängigkeit davon gewinnst Du kaum.
    Das bedroht Euer Glück, Eure Finanzen, Deine psychische und letztlich physische Gesundheit, genauso wie die Eurer Tochter, plus ihre Bildung und ihre Vorstellung einer Familie.

    Ist vielleicht etwas krass geschrieben - doch die Auswirkungen von Alkoholismus auf eine Familie sind auch krass.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 August 2017 ---
    Noch zum Link und Deiner Beurteilung:
    "Verlust anderer Interessen" ist etwa der nächste Schritt im typischen Ablauf einer Sucht.
     
    #8
    User 67523, 14 August 2017
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  9. User 146423
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    Single
    Es müssen ja - wie dort beschrieben - auch nicht alle Punkte zutreffen.. :zwinker: Es gibt auch recht unterschiedliche Ausprägungen und Gefährdung im Trinkverhalten - hier mal eine klassische Einteilung (nach Jellinek):
    5 Trinkertypen
    Aber auch das erfasst bestimmt nicht alle Facetten - so gibt es bspw. auch Menschen die schlicht nie abhängig werden.

    Ansonsten finde ich das Buch Link wurde entfernt empfehlenswert und Angehörige können sich auch - neben einschlägigen Beratungsstellen - zB auch hier informieren: Al-Anon Und zwar auch schon bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, sozusagen.
     
    #9
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31 August 2017
    User 146423, 14 August 2017
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  10. Tahini
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    Der gute Mann klingt mir zum einen sehr zivilisiert, und zum anderen kann ich Dir sagen, dass ich bis vor kurzem erheblich mehr getrunken habe als er, und doch ist alles bestens.

    Zuviel wird es, wenn es seine Funktionalitaet beeintraechtigt - wenn er nicht mehr normal leben kann. Das ist ja nicht der Fall. Also, ich finde, er trinkt eben gerne mal was, auch manchmal ein bisschen viel, aber ich sehe keine Anzeichen, dass er dabei ist, fuer sich und andere zur Gefahr zu werden. Und darum geht's ja eigentlich bei der Frage, "ab wann ist's zuviel" - richtig?

    Was Du da schreibst, erinnert mich an mich selbst.

    Ich trank so zwischen 20 und 40 ziemlich viel, weil ich einfach meinte, das gehoere zur Lebensqualitaet dazu. Meine Familie ist auch so gepolt. Meine Getraenkeliste sah sogar erheblich stattlicher aus: Ich fing normalerweise abends an mit einem Bier oder zwei, entkorkte dann eine Flasche Wein, manchmal noch eine zweite, und liess dann den Abend mit einem Glas Cognac oder Whisky ausklingen. 20 Jahre lang.

    Und dann kam so mit 40 der Punkt, wo ich bemerkte, wie viel Geld ich da eigentlich versenke, und dass es auch nicht wirklich so wichtig ist. Zudem wurde mir das alles irgendwie langweilig, und nicht zuletzt bemerkte ich, wie sehr Alkohol die Schlafqualitaet negativ beeinflusst. Ich hatte Gelegenheit, mir dieser Dinge gewahr zu werden, als ich ein paar Jahre in China und Indien lebte, wo mir die Getraenkeauswahl oft so sehr missbehagte, dass ich lieber nichts trank. Und da bemerkte ich dann, dass es einem da auch nicht schlechter geht.

    Und heute lebe ich anders. Es wird auch dann Abend, wenn ich mit einem starken, arabischen Pfefferminztee dasitze, das muss kein Gin sein. Hauptsache, man geniesst irgendwas (und das kann fuer mich nach wie vor keine Limonade sein; und am Wochenende oder im Restaurant oder auf Einladungen trinke ich dann schon gerne mal Alkohol, weiss diese Sachen dadurch jetzt wieder mehr zu schaetzen).
     
    #10
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2017
    Tahini, 14 August 2017
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  11. User 162226
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    nicht angegeben
    Eine direkte Gefahr vielleicht nicht, aber ich finde es schon sehr fahrlässig, jeden Abend fahruntüchtig zu sein und vor dem Kühlschrank zu wanken, wenn es zeitgleich auch noch ein kleines Baby im Haus gibt.
     
    #11
    User 162226, 14 August 2017
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  12. Tahini
    Tahini (45)
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    Nun, waere er mit dem Kind alleine, in einer Einoede, die von Ambulanzen nicht erreicht werden kann, wuerde ich das auch bestirnrunzeln; aber so, wie sich mir der Fall erschliesst, leben die beiden ja in geordneten Verhaeltnissen.
     
    #12
    Tahini, 14 August 2017
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  13. blondi445
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    ich habe einige Alkoholiker in der Familie und das ist meist ein schleichender Prozess. Alkoholismus hat viele Gesichter und muss nicht zwangsläufig zum absoluten Absturz führen, d.h. aber im Gegenzug nicht, dass es ihm und euch gut tut.

    Ich würde ebenfalls ein offenes Gespräch ohne Vorwürfe führen und ihn fragen ob er einfach mal ein paar Wochen verzichten könnte? Was das Gefühl des Verzichtes in ihm auslöst? Ich glaube es ist immens wichtig, dass ihr offener über eure Gefühle sprechen könnt. Du schreibst ja selbst, dass ihr beide da Probleme habt. Das wird es nicht einfacher machen.

    Sag ihm, dass du dir Sorgen machst und für ihn da bist. Eventuell auch mal vorschlagen zusammen zu ner Suchtberatung zu gehen? Einfach mal Vorschläge machen und schauen wie er reagiert.

    Es ist ein schmaler Grad von der Gewohnheit zur Sucht. Ich würde behutsam aber bestimmt vorgehen, immerhin habt ihr auch ein Kind zusammen.
     
    #13
    blondi445, 14 August 2017
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  14. User 114808
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    Mit einem kranken Baby und einem Betrunkenen nachts in der Kinderklinik zu sitzen, wäre so mein Supergau. Oder ihn schwankend mit Säugling auf dem Arm oder lallend Kinderwagen schiebend zu erleben, ist auch eine tolle Vorstellung. Oder torkelnd durch die Wohnung über das Baby fallend, weil es auf der Spieldecke liegt.

    Mangelt es deinem Mann an alkoholfreien Alternativen? Ich kann wie Tahini verstehen, dass (fertig gekaufte) Limo nichts mit Genuss zu tun hat. Mal ein Bier-Tasting mit alkoholfreiem Bier/Apfelwein veranstalten, Limonade selbst machen? Auf alkoholfreie Cocktails umschwenken?

    Du machst dir Gedanken, das sollte ein Grund sein das Verhalten zu überdenken und zu ändern.

    Ich habe in der Familie selbst seit über 20 Jahren einen Alkoholiker. Die Zeiten der Aggressivität und Gewalt sind vorbei. Sozialer Abstieg war aber schon immer Fehlanzeige, die Selbstständigkeit mit zig Angestellten lässt auch beruflich keine Probleme erkennen. Hat viele Gesichter, so eine Abhängigkeit.
     
    #14
    User 114808, 14 August 2017
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  15. irrgelichtert
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    in einer Beziehung
    Ihr klingt wirklich etwas ähnlich. Er ist ein Genussmensch, Rotwein, Zigaretten, gutes Essen (er ist ein sehr guter Koch). Ich hatte nie Mühe damit, dass er gerne trinkt und raucht (sonst hätte ich ihn ja nicht als Partner gewählt). Seine ganze Familie ist ähnlich, meine eher abstinent.

    Nur, seit wir zusammenleben, finde ich das Ausmass schon ziemlich heftig - in den letzten Wochen ist es mehr geworden. Er wird im September, wenn ich wieder anfange zu arbeiten, einige Wochen Vaterschaftsurlaub nehmen (so heisst das bei uns, ich habe nur 16 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub). Der Gedanke, dass er ab Mittag zum ersten Bier greift und bis am Abend weitertrinkt, während er die Kleine betreut, ist nicht wirklich das, was ich mir wünsche, auch wenn er sehr langsam trinkt und normalerweise sehr trinkfest ist. Ausfälle wie gestern Abend sind die Ausnahme, normalerweise ist er nur angetrunken, aber ich möchte trotzdem nicht jedes Wochenende einen Partner, der irgendwann ab 17 Uhr beduselt ist. Erweckt bei mir auch irgendwie den Eindruck als ob er das Familienleben nur angetrunken aushält.

    Unsere Beziehung ist meiner Meinung nach ansonsten immer noch intakt und hat auch nicht unter dem Kind gelitten. Ich nehme mir nach wie vor viel Zeit für ihn, bin für ihn da, wir haben immer noch ein Liebesleben, ich bin nicht nur aufs Baby fokussiert.

    Ich werde ihn heute Abend in Ruhe und ohne Vorwürfe darauf ansprechen und ihn auch fragen, ob es etwas gibt, das ihn belastet oder er findet, dass die Beziehung gelitten hat und er auch an mich Ansprüche hat diesbezüglich.
     
    #15
    irrgelichtert, 14 August 2017
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  16. blondi445
    blondi445 (28)
    Meistens hier zu finden
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    Verliebt
    Das klingt nach einem guten Plan. Du schreibst sehr ruhig und sortiert, das kommt sicher auch einem solchen Gespräch zu gute. Ich bin gespannt was du danach erzählst. Erfahrungsgemäß fangen die Betroffenen entweder an zu bocken, reden das Problem klein, oder geloben Besserung..bis zum nächsten Wochenende. Ich wünsche dir, dass ihr einen Weg- und gemeinsam Lösungen findet.
     
    #16
    blondi445, 14 August 2017
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  17. irrgelichtert
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    17
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    in einer Beziehung
    Geht mir genauso, ich finde diese Vorstellung schlimm. Wegen alkoholfreien Alternativen - unter der Woche schiebt er ab und zu ein alkoholfreies Bier ein, mindestens das scheint ihm zu schmecken.

    Ich finde auch, dass Abhängigkeit viele Gesichter haben kann. Vielleicht trinkt er die nächsten 20 Jahre so weiter und alles kommt gut, weil ich es akzeptiere. Wie gesagt, er hat sein Leben im Griff. Er ist super in seinem Job und beliebt bei seinem Arbeitgeber. Er schlägt sonst nicht über die Stränge, ist viel sportlicher als ich und ernährt sich gesünder als ich. Aber mir gefällt die Richtung nicht, in die sich sein Alkoholkonsum entwickelt. Er sagt ja selbst, einmal eine Woche zu verzichn, würde ihm schwerfallen.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 August 2017 ---
    Das werde ich heute machen und mich wieder melden. Vielen Dank für deine einfühlsame Antwort.
     
    #17
    irrgelichtert, 14 August 2017
    • Lieb Lieb x 1
  18. User 162226
    Öfters im Forum
    239
    68
    146
    nicht angegeben
    Ich finde, eine solche Aussage ist immer beunruhigend - egal um welche Menge Alkohol es geht. Daher kann ich dich nur darin bestärken, mit ihm zu reden und gemeinsam zu schauen, wie ihr seinen Konsum in den Griff bekommen könnt.
     
    #18
    User 162226, 14 August 2017
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  19. User 150494
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    67
    Verlobt
    [QUOTE/]

    Nur, seit wir zusammenleben, finde ich das Ausmass schon ziemlich heftig - in den letzten Wochen ist es mehr geworden. Er wird im September, wenn ich wieder anfange zu arbeiten, einige Wochen Vaterschaftsurlaub nehmen (so heisst das bei uns, ich habe nur 16 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub). Der Gedanke, dass er ab Mittag zum ersten Bier greift und bis am Abend weitertrinkt, während er die Kleine betreut, ist nicht wirklich das, was ich mir wünsche, auch wenn er sehr langsam trinkt und normalerweise sehr trinkfest ist.[/QUOTE]


    Also da wäre bei mir echt Schluss mit lustig. Wenn ich wüsste mein Partner beginnt Mittags schon zu trinken und er ist mit denn Baby alleine da hätte ich keine ruhige Minute. Egal ob solche Ausfälle von ihm gar nicht bis selten vorkommen oder er trotz des Trinkens total relaxed ist. Mag sein das er sich toll kümmert aber das sollte doch gerade mit Kind ohne Alkohol möglich sein. Ich könnte da nicht entspannt arbeiten wenn ich wüsste mein Mann ist ab 17uhr vielleicht schon so angetrunken das er vom Kind kaum was mitbekommt.
     
    #19
    User 150494, 14 August 2017
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  20. User 12529
    User 12529 (31)
    Echt Schaf
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    7.362
    in einer Beziehung
    Da hätte ich auch richtig starke Bedenken an deiner Stelle. Angst trifft es eher. Es ist ja nicht nur das Szenario, dass er im Notfall nicht selbst mit dem Kind zum Arzt fahren kann, sondern auch das, dass er durch den Alkohol benebelt ist, betrunken einschlafen könnte und das Kind dadurch unbeaufsichtigt ist, dass er zu fahrlässigen wird weil er potentielle Gefahrenquellen unterschätzt/nicht wahrnimmt durch den Alk usw...

    Ich würde ihn heut nach Feierabend drauf ansprechen.
     
    #20
    User 12529, 14 August 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 3

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