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Ein sehr guter Freund wird sterben!

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Sodala, 21 September 2005.

  1. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    in einer Beziehung
    Einer meiner besten Freunde wird in den nächsten Tagen, Wochen, Monten sterben. Diese Aussage habe ich glaub' selber noch nicht gerafft. Ich sitze jetzt hier und starre Löcher in die Luft. Ich stehe voll neben mir...

    Er ist noch keine 24 und kämpft seit Jahren mit seinem Tumor. Jetzt hat er aufgegeben. Das Leben ist aus seiner Sicht die Qualen mit dauernder Chemo, Bestrahlung, Schmerzen und was er alles durchmachen musste nicht mehr wert. Der Tumor ist mittlerweile gegen alle Herangehensweisen immun und auch objektiv macht es wahrscheinlich keinen Sinn ihn weiter zu quälen.

    Ich verstehe seine Entscheidung sogar, ein bisschen zumindest. Ich habe ihn viel leiden und kämpfen sehen. Dennoch haut es mich um. Er ist ein wichtiger Fixpunkt in meinem Leben. Die nächsten 70 Jahre meines Lebens soll er einfach weg sein? Ich hasse dieses Leben, das so grausam sein kann. Warum er? Ich hadere wahrscheinlich mehr mit dem Schicksal als mit seiner Entscheidung. Und damit, dass man ihm so gar nicht helfen kann.

    Ich weiss auch nicht, ob ich Ratschläge erwarten darf. Aber mir das von der Seele zu schreiben tut schon gut, um die eigenen Gedanken ein Stück weit zu ordnen.
     
    #1
    Sodala, 21 September 2005
  2. N3CROS
    Gast
    0
    leider isses so das im leben einem meistens die genommen werden,die einem am nächsten stehn.

    aba ich kann seine entscheidung auch verstehn.
    das leben is halt nich mehr wirklich schön wenn man andauernt im krankenhaus zu bringen muss und zahlreiche medikamente schlucken muss.
    noch dazu dann sieht man andere......die spielen draussen und tollen herum.
    und all das fehlt ihm.
    versuch einfach die letzen tage so oft bei ihm zu sein wies geht.
    versuch im was zu bringen was er gerne mag,z.B lieblings eis oda so.

    nochma mein beileid.
     
    #2
    N3CROS, 21 September 2005
  3. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    109
    101
    0
    in einer Beziehung
    Danke Dir!

    Ich hasse dieses Jahr 2005. Ich verliere am laufenden Band für mich sehr wichtige Personen und auch sonst geht vieles schief! Ich bin so froh, wenn diese Scheisse endlich vorbei ist.

    Ich werde ihn natürlich so oft besuchen, wie er will. Und dabei werde ich versuchen, mit ihm so umzugehen, wie er es will. Ganz normal, als wäre nichts. Mal über andere Dinge mit ihm reden, falls er noch reden kann.

    Er hat auch zu vielen Leuten den Kontakt eingestellt, weil sie mit seiner Krankheit nicht umgehen konnten. Ihn immer nur auf seinen Tumor reduziert haben. Das habe ich und werde ich nicht tun.
     
    #3
    Sodala, 21 September 2005
  4. seppel123
    seppel123 (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    0
    vergeben und glücklich
    Oh man, das berührt mich auch total - kann mich sehr gut in deine Lage versetzen. Ich wünsche euch viel Kraft, das zu überstehen! *umarm*

    Es ist schön, dass wenigstens du für ihn da bist und da sein wirst...

    lg Seppel
     
    #4
    seppel123, 21 September 2005
  5. polyphem
    Verbringt hier viel Zeit
    2
    86
    0
    nicht angegeben
    Sei für Ihn da.
    Nimm Dich selbst dabei zurück.
    Klingt brutal, aber für Ihn ist es schlimmer als für Dich.
    Alles Gute und viel Kraft für die nächste Zeit.
     
    #5
    polyphem, 21 September 2005
  6. Angel312
    Kurz vor Sperre
    749
    0
    0
    Verheiratet
    das tut mir sehr leid. verbringe noch die zeit mit ihm die ihr habt. schlimm wie es ist aber wenn du weißt das es vielleicht bald vorbei sein wird hast du wenigstens noch die chance bei ihm zu sein und dich von ihm zu verabschieden.
    ich hatte das bei nem kumpel leider nicht. es ist schon ein paar jahre her als ich was mit ihm zu tun hatte. und dann hat sich da halt verloren weil jeder in ner anderen stadt wohnt und sein ding macht. hab dann vor ca ner woche mal mit ner freundin telefoniert und dann sind wir auf ihn zu sprechen gekommen und plötzlich sagt sie zu mir das er tot ist. verhungert!und das schon seit 2 oder 3 jahren! ich dachte ich höre nicht richtig :cry: ich konnte das einfach nicht glauben. ich habe so oft an ihn gedacht und mich gefragt was er wohl so macht und dann erfahre ich auf einmal das er schon so lange tot ist und vorallem so qualvoll gestorben ist :cry: ich versteh das immernoch nicht. da lebt man so die jahre vor sich hin und weiß von nichts. und die welt dreht sich einfach weiter. wenn ich das nächste mal bei meinen eltern bin werde ich auf den freidhof gehen. das ist ja der einzigste ort an dem ich ihn noch besuchen kann... :cry: :cry: :cry:
     
    #6
    Angel312, 21 September 2005
  7. andilein
    Gast
    0
    fdsa

    ja. mein totales beileid. ich will jetzt nicht klingen wie irgend ein priester, ich glaub nicht an gott. aber sieh das als prüfung. sei froh für ihn, daß seine qualen vorbei sind, und versuch es für dich als prüfung zu sehen, ob du ihn wirklich so liebst (als freund) wie du meinst, denn nur dann kannst du dich für ihn freuen, als für dich selbst traurig zu sein. sei stark, viel glück.
     
    #7
    andilein, 21 September 2005
  8. wundergibtes
    Verbringt hier viel Zeit
    324
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Auch mich berührt deine Geschichte, die noch gar keine ist....
    Ich finde es sehr schön, dass du ihm die nächste Zeit beistehen möchtest.
    Das ist ihm sicher viel wert.
    Allerdings möchte ich dich ermuntern, ihm zuzuhören, wenn er über den Tod sprechen möchte. Sag ihm nicht "es wird schon wieder" oder andere Floskeln.
    Wenn ein sterbender über seinen bevorstehenden Tod sprechen möchte, muss man es akzeptieren!
    Ich hoffe du verstehst, was ich meine und fühlst dich nicht angemacht :smile:
     
    #8
    wundergibtes, 21 September 2005
  9. Fabian22
    Verbringt hier viel Zeit
    17
    86
    0
    Verheiratet
    Hallo,

    als ich mir das durchgelesen habe, wurde ich an eine Geschichte von mir erinnert, die vor 2 Jahren passiert ist.

    Mein damals bester Freund, der vollkommen gesund und fit war, hatte schon ein paar Tage lang Kopfschmerzen, die auch mit den üblichen Tabletten nicht besser wurden. Nach etlichen Arztbesuchen ohne Befund, hat man ihn dann zum Augenarzt geschickt. Ohne Verdacht oder so, einfach nur zur Kontrolle.

    Der Augenarzt hat dann ein Blutgerinsel in der Nähe des Auges festgestellt und ihn gar nicht mehr aus der Praxis rausgelassen. Er wurde noch am gleichen Tag ins örtliche Krankenhaus eingeliefert.

    Das Blutgerinsel konnte nach einiger Zeit behandelt werden und ging zurück. Er war damit außer Lebensgefahr. Er war danach einige Zeit zu Hause, bis er beschwerden im Bauch hatte.
    Er ist dann, nachdem was schon alles passiert war, auf Verdacht sofort wieder ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie haben dann eine Kleinigkeit (ich weiß leider nicht genau was) am Darm festgestellt. Absolut nichts besonderes und durch einen Routineeingriff zu beheben.

    Er wurde daraufhin direkt an seinem 20. Geburtstag operiert. Und was soll ich Euch sagen, er ist dem Arzt ohne Vorwarnung, ohne Hinweis auf Komplikationen auf dem Operationstisch verreckt!

    Was die genaue Todesursache war, weiß ich leider bis heute nicht, weil ich damals nicht direkt mit dem Arzt reden konnte (ich konnte mir das einfach nicht geben).

    Nach seinem ersten Krankenhausaufenthalt hatte er wieder Pläne geschmiedet. Wollte eine Ausbildung anfangen, den Führerschein nachmachen etc.. Und dann das! Das war der Zeitpunkt, an dem ich aufgehört habe, an Gott zu glauben.
    Er hatte nichts vom Leben. Er hatte keine Freundin, kein Sex... Er hat soviel verpasst und niemandem etwas getan.


    Ich will Dich nicht mit der Geschichte runterziehen, aber ich freue mich für Dich, dass Du überhaupt noch die Chance hast, mit ihm Zeit zu verbringen und ihn dabei zu begleiten. Die Zeit hatte ich damals leider überhaupt nicht.

    Erfahren habe ich von seinem Tod, als ich an einem super sonnigen Sonntag in den Keller ging, weil ich da meine Eltern arbeiten hörte (sie machten für den Geburtstag meines Vaters sauber). Als ich in den Raum kam, ging mein Vater stillschweigend raus und meine Mutter hatte ein Blick drauf, den sie bis dahin noch nie hatte und auch bis jetzt noch nicht wieder hatte.
    Ich hab nach der Nachricht nicht geweint oder so (das kam später), sondern mich den ganzen Sonntag einfach nur auf mein Bett gelegt und ein großes Loch in die Luft gestarrt, in dem die Gedanken an unser gemeinsames Leben Platz hatten.


    So long, begleiten ihn! Hör ihm zu, egal worüber er sprechen möchte. Du bist vielleicht der einzig richtige Halt, den er jetzt noch hat. Mein Beileid!


    Liebe Grüße,
    Fabian
     
    #9
    Fabian22, 21 September 2005
  10. speakingstick
    Verbringt hier viel Zeit
    126
    101
    0
    Single
    Hallo Sodala,

    ja das Leben kann richtig sch... sein. Wir hatten bei uns in der Familie auch solch ein Schicksal zu beklagen. Der Gute Mann fühlte sich schlapp, die Kräfte schwanden von Monat zu Monat und kein Arzt konnte was finden. So das wir Angehörige Ihn schon als Simulant abstempelten, denn alle Ärzte (auch richtige Spezialisten) und das waren eine Menge behaupteten, das körperlich alles bestens ist. Das ging zwei bis drei Jahre so.
    Und dann kommt ein Internist vor Ort auf den Trichter was es sein könnte und es war genau die seltene Stoffwechselkrankheit, die er vermutete.

    Das war für uns alle ein Schock, nur komischer weise nicht für den guten Mann, denn er hatte endlich Gewissheit, was er hat und gegen was er kämpfen muß.
    Und wir ? Wir fühlten uns sau dreckig, weil wir Ihn als Simulant abgestempelt hatten, oh man, das werde ich nie vergessen.

    Drei Jahre verlorene Zeit, in der die Kranheit sehr fortgeschritten war, konnten auch durch eine sehr schwierige OP nicht mehr aufgeholt werden, obwohl jetzt alles Menschenmögliche unternommen wurde. Man hat der Herr dieser OP positiv gegenüber gestanden, er wollte diese OP mit aller Gewalt. Er war die Ruhe selbst und die Ärzte konnten das nicht glauben, mit welchem Lächeln und welcher Ruhe er alles über sich ergehen lies.

    Naja, die OP verlief an sich ganz gut, doch das Herz war schon zu stark geschwächt, das sich der erhoffte Erfolg nicht einstellte und plötzlich war der Lebensmut entwichen. Er versuchte es sich zwar nicht anmerken zu lassen, aber dieses Positive war weg. Die Krankheit konnte nicht mehr besiegt werden und hatte ein halbes Jahr später auch den Kampf gewonnen.

    Diese Geschichte wird Dir jetzt nicht helfen, ich wollte Dir damit nur zeigen, das diese Menschen das Leben auf einmal aus einem ganz anderem Blickwinkel betrachten und den Tod auf einmal nicht mehr als Gegner, sondern Verbündeten sehen, diesen Eindruck hatte ich zumindest von dem Herrn.

    Liebe Grüße speakingstick
     
    #10
    speakingstick, 21 September 2005
  11. Rainbow_girl
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    vergeben und glücklich
    Das ist wirklich total schrecklich, für dich als seine beste Freundin wahrscheinlich noch schlimmer als für ihn selbst. Das tut mir sehr leid und ich wünsche euch beiden viel Kraft und auch Mut, um diese Zeit zu überstehen.
    Vielleicht tröstet es dich, dass sein Leben für ihn ja anscheinend fast nur noch aus Schmerzen, Behandlungen und Qual bestanden hat und dass es ihm nach dem Tod nur besser gehen kann! Egal woran man nun glaubt, an ein Leben nach dem Tod oder ans Paradies, oder daran, dass nach dem Tod einfach alles vorbei ist - es wird auf jeden Fall eine Erlösung für ihn sein.
    Und du wirst mit der Zeit lernen, mit dem Trennungsschmerz umzugehen. Auch wenn er dich vielleicht nie ganz verlassen wird.
    Lass auf jeden Fall deine Trauer zu, weine und sei wütend auf das Schicksal.
    Irgendwann, auch wenn es lange dauert, wird der Schmerz erträglicher werden.
    Ich wünsche dir wirklich von Herzen Kraft und Stärke!
     
    #11
    Rainbow_girl, 21 September 2005
  12. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    109
    101
    0
    in einer Beziehung
    Danke für Euren Zuspruch. Tut richtig gut. Ich weiss nicht, ob ich der richtige für ihn bin, um über seine kurze Zukunft zu reden. Ich stelle mich bei solchen Gesprächen immer recht doof an. Aber ich werde mein Bestes tun ihn positiv abzulenken.

    Er hat auch einen riesigen Freundeskreis. Er ist eben jemand ganz besonderes. Wahrscheinlich müssen jetzt, da er wieder daheim ist, ein Wartezimmer und Besuchszeiten eingerichtet werden.

    Aber ich glaube dennoch, dass es für ihn einfacher ist als für uns alle. Er hatte wochenlang im KKH Zeit nachzudenken und seinen Entschluss sicher gut vorbereitet. Vielleicht ist es nur egoistisch diese Entscheidung anzuzweifeln und weiterhin Hoffnung zu suchen. Ich weiss es nicht...

    Mir tut seine Freundin so leid. Sie kämpft seit 4 Jahren diesen Kampf mit ihm. Sie steht bis heute wie eine 1 zu ihm. Und jetzt mit der Aussicht auf seinen Tod zu leben wird sie schwer getroffen haben. Und ich stehe wieder ohnmächtig daneben, bin nicht fähig ein Wort zu sagen... Ich würde sie gerne unterstützen. Aber ich habe die Kraft noch nicht, kämpfe noch immer mit mir selbst und damit, dass meine Freundin vor 5 Wochen nach über 4 Jahren mit mir Schluß gemacht hat (aber das ist ein anderer Thread und dieses Problem - auch wenn es mich fertig macht - wirkt dagegen so klein).
     
    #12
    Sodala, 22 September 2005
  13. Housemeister86
    Verbringt hier viel Zeit
    189
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hi

    Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie's in dir aussehen mag.
    Das, was du durchmachst, ist ne Grenzsituation wie man sie sicher nicht nochmal erlebt.

    Hut ab vor dir, dass du für deinen Freund so selbstlos da bist.

    Liebe Grüße & viel Kraft
     
    #13
    Housemeister86, 22 September 2005
  14. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    109
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    0
    in einer Beziehung
    Ich habe gerade mit seiner Freundin telefoniert. Ich soll heute noch nicht vorbeikommen, er braucht noch Ruhe. Zudem kommen seine Großeltern und Schwiegereltern in spe. Samstag vielleicht, hat sie gesagt.

    Ich verstehe ihn. Und ich bin froh, dass er ehrlich genug ist, zu sagen wenn es ihm zuviel ist.

    Ich bewundere auch seine Freundin. Sie gibt ihm soviel Kraft. Und auch wenn es für sie verdammt hart ist, ich habe sowas wie Erleichterung in ihrer Stimme gehört. Endlich Gewissheit und ein Ende der Quälerei. Das ist trotzdem so pervers. Ich habe ihr erstmal angeboten, eigentlich eh' selbstverständlich, dass sie sich melden soll wenn sie oder er irgendetwas braucht. Egal wann. Mehr kann ich im Moment wohl nicht tun. Leider... Ich habe ihn jetzt seit fast 4 Wochen nicht mehr gesehen und fühle mich so weit weg von ihm, absolut ohnmächtig.
     
    #14
    Sodala, 22 September 2005
  15. Chefbienchen
    0
    Kauf die eine Onkelz-CD, hör dir "nur die besten sterben jung" solange an, bis du heulen musst, lass deinen ganzen Schmerz einfach raus, dann stehst du auch nicht mehr so neben dir.
    Wenn du dich wieder gefasst hast, versuche die letzten Tage/Wochen ... mit deinem Freund so normal wie möglich zu verbringen. Lange hat er ja nicht mehr, da nützen ihm Freunde nix, die neben ihm sitzen und ihn anschweigen,um ja nix falsches zu sagen. Unternimm doch was mit ihm, falls das möglich ist und behalt ihn in guter Erinnerung.
    PS: Ich find's toll, dass du dich auch um seine Freundin kümmerst. Für sie muss das ja noch härter sein.
     
    #15
    Chefbienchen, 22 September 2005
  16. --pM
    Verbringt hier viel Zeit
    230
    101
    0
    Single
    Noch ein Problem bei diesen Sachen ist, außer das sie gerne gehäuft auftreten, das sie uns unsere eigene Endlichkeit brutal vor Augen führen. Das kann jedem von uns und jederzeit passieren. Und passiert auch, wir sehen es nur nicht, wenn es uns denn nicht direkt betrifft.
    Ich selbst bin auch froh, wenn es mal wieder bergauf geht, ich habe dieses Jahr meinen besten Freund, Verwandte, meine große Liebe und einmal sogar mich selbst verloren. Und was ich so ganz und gar nicht mehr ab kann ist, mein eigenes, ständiges Gejammer. Dafür bin ich gar nicht Typ, aber siehe diesen Text, ich mache es schon wieder :frown:

    Pechsträhne? Glaub ich nicht dran. Hab doch nicht jahrelang studiert, um dann an Sachen wie Glück oder Pech zu glauben oder an irgendwelche Götter, die "im Himmel" entscheiden, was richtig oder falsch ist, und einen dann entweder bestrafen oder belobigen. Es gibt Sachen, die sind leider unbeeinflussbar. Wie das Wetter, nur mit ungleich tragischerer Konsequenz. Das alles macht er nicht einfacher, nicht begreifbarer und auf gar keinen Fall erträglicher. Ich habe leider niemanden Trost, nicht einmal für mich selbst. Augen zu und durch, mehr fällt mir nicht ein.
     
    #16
    --pM, 22 September 2005
  17. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    109
    101
    0
    in einer Beziehung
    Ich weiss nicht, ob das Glück oder Pech, Schicksal oder Bestimmung ist. Ist mir auch egal. Mir bleibt letztlich nichts anderes übrig, als mich damit zu arrangieren. Das bestmögliche daraus zu machen. Es heißt immer, was einen nicht umbringt macht einen härter. Wie hart muss ich wohl in ein paar Wochen sein? Die letzten Wochen haben mich irgendwie schon neu gestärkt, zu Kämpfer gemacht. Meine Gleichgültigkeit in Aggressionen, meine Unentschlossenheit in Überzeugung gewandelt. Aber gleichzeitig bin ich sensibler für meine Umwelt und externe Einflüsse geworden. Ich habe meinen Freundes- und Bekanntenkreis neu sondiert. Ich weiss, auf wen ich jederzeit bauen kann. Klar, schöne Erfahrung. Aber irgendwie dennoch pervers es auf diese harte Tour erfahren zu müssen.

    Ich will mir keine Onkelz anhören. Der Beste stirbt jung, stimmt schon. Trotzdem...ich will nicht jammern. Anderen geht es schlechter, sie können die Situation nicht einschätzen oder realisieren. Für mich kam sie nicht so überraschend. Klar hat sie mich geschockt, als sie bittere Wahrheit wurde, aber ich habe sowas geahnt, auch geträumt. Sein Kampfgeist verschwand zunehmend aus seinen Augen, aber er hat einen großen Kampf geliefert.

    Ich bin mittlerweile soweit, dass ich hinter seiner Entscheidung stehe. Ich akzeptiere sie, auch wenn es mir schwer fällt. Aber wie soll ich mir denn die nächsten 60/70 Jahre meines Lebens ohne ihn vorstellen?

    Mit ihm was zu unternehmen wird nicht möglich sein. Er ist an sein Bett gefesselt und wird von Besuchern wahrscheinlich überrannt werden. Aber ich bin schon am Überlegen, ob er noch irgendeinen großen Wunsch hatte. Der wird ihm dann auf alle Fälle erfüllt. Mit diesem riesigen Freundeskreis, den er hat ist alles möglich.
     
    #17
    Sodala, 22 September 2005
  18. GameBoy
    Gast
    0
    hallo mir ist gerade etwas eingefallen sag ihm alles was du ihm noch sagen willst was dir am herzen liegt und einfach alles sons haste vielleicht nachher ein prob.

    mfg
     
    #18
    GameBoy, 22 September 2005
  19. User 8944
    Verbringt hier viel Zeit
    1.187
    121
    0
    nicht angegeben
    Hi Sodala,

    ich möchte mal als Randbemerkung dir mein Beileid aussprechen, gerade wegen dem Gefühl der Ratlosigkeit. Ich habe vor einiger Zeit ebenfalls einen Verlust hinnehmen müssen, der mehr als überraschend kam, ausgerechnet kurze Zeit vor dem geplanten Wiedersehen. Der Unterschied ist: Ich hatte nicht mal die Zeit oder Gelegenheit mich zu verabschieden.

    Bewundernswert, wie du seine Entscheidung akzeptierst und ihn vor allem nicht auf einen Tumor oder einen Invaliden reduzierst. Du gibst ihm bestimmt ebenfalls Kraft, da du ihn anerkennst. Und zu ihm stehst.

    Nutze die Zeit. Es wird an dir zähren, aber bereuen wirst du es nicht. Du hast noch die Wahl. Ich wünschte, ich hätte sie gehabt.
     
    #19
    User 8944, 22 September 2005
  20. Sodala
    Sodala (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    109
    101
    0
    in einer Beziehung
    Vorhin hat er mich angerufen und mir mit brüchiger Stimme zum Geburtstag gratuliert. Ich habe mich so riesig gefreut. Er denkt an mich und überwindet sich, mich anzurufen obwohl er kaum reden kann. Ich bin immer noch berührt...

    Ich darf ihn auch morgen besuchen kommen. Da freut's mich schon drauf, obwohl ich wahrscheinlich von seinem Anblick geschockt sein werde. Aber da komme ich durch. Habe ihm auch noch eine CD besorgt, die er - so habe ich um mehrere Ecken gehört - haben wollte.
     
    #20
    Sodala, 23 September 2005

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