Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Gibt es Menschen, die "von Grund auf" böse sind?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von neverknow, 11 März 2009.

  1. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden
    1.093
    133
    27
    Single
    Gestern die Diskussion(en) über Kinderschänder, Säureopfer, Rache und Todesstrafe, heute der Amoklauf. In Diskussionen über diese Themen bilden sich meistens zwei "Lager":
    die einen sind zumindest von der Tendenz her eher pro Todesstrafe, die anderen dagegen;
    die einen wollen den Kinderschänder lebenslang hinter Gittern sehen, die anderen finden, dass er nach entsprechender Therapie das Recht auf eine 2. Chance hat;
    die einen sehen vor allem das Leid der Opfer und Angehörigen und empfinden für den Amokläufer primär Abscheu und Zorn; die anderen betonen, dass auch er ein Mensch und irgendwo nur Opfer der Umstände und vllt seiner eigenen kranken Psyche war.


    Letztendlich führt das doch irgendwie zu der Frage, ob es Menschen gibt, die einfach "böse" sind. Hat jeder eine 2. Chance verdient? Gibt es Menschen, die niemals "gut" sein könnten? Sind die dann psychisch krank? Muss alles Böse "krank" sein, kann es nicht einfach nur böse sein?
    Sind Umstände überhaupt relevant? Spielt es eine Rolle, ob jemand eine schlechte Kindheit hatte, wenn sich das ganze eh nicht mehr revidieren lässt und derjenige jetzt (und für alle Zeit - das ist die Frage - ) "böse" ist? Sind manche Menschen nicht auch ohne jegliche schlimmen Umstände einfach so, wie sie sind?


    Man kann in dem Zusammenhang auch über Begriffe wie "Selbstbestimmung" oder "Verantwortung" diskutieren. Jeder ist für sich selbst und seine Taten verantwortlich, jeder kann entscheiden, was er tut. Ist es dann sinnvoll, den Täter auch als Opfer zu sehen? Gibt es Taten, durch die man seine Menschlichkeit und seine Rechte verspielen kann?


    Das soll keine Diskussion darüber werden, was man mit einem verurteilten Täter anstellen soll -- sprich pro / kontra Todesstafe. Es geht mir allgemeiner um die Frage, ob es Menschen gibt, die einfach so abgrundtief böse und schlecht sind, dass sie keine 2. Chance verdienen und auch die Umstände keine Rolle spielen.



    edit: ahh, zu früh auf "Thema erstellen" geklickt. Beachtet die Umfrage nicht, hatte die erst geplant, aber irgendwie fand ich das unangebracht bei dem Thema, und über die Meinungen hier lässt sich eh nicht klar in "ja" oder "nein" abstimmen, eine Diskussion ist da viel sinnvoller. Vielleicht kann ein Mod die Umfragemöglichkeiten löschen.

    edit2: danke @ den Mod, der die Umfrage geschlossen hat :smile:
     
    #1
    neverknow, 11 März 2009
  2. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    Wir Menschen haben die Begriffe gut und böse eingeführt. Wenn wir im Mutterleib heranwachsen, sind wir unschuldig. Bis wir geboren werden. Und dann fangen Umstände wie elterliche Erziehung und Gesellschaft an, uns zu formen. Wir sammeln Erfahrungen, die uns zu dem machen, was wir in einem Moment sind. Bis wir weitere Erfahrungen machen und uns weiter verändern. Deswegen glaube ich an eine zweite Chance für jeden, wobei wirklich diskussionswürdig ist, wie diese zweite Chance in Zweifelsfällen aussieht. Aber ich glaube nicht an den von Grund auf bösen Menschen. Ich habe jedenfalls noch nie einen getroffen, bei dem nicht viel mehr dahinter steckte.
     
    #2
    xoxo, 11 März 2009
  3. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    329
    103
    4
    Single
    Ich denke die Gesellschaft macht den Menschen zu dem was er ist.
    Ich glaube bei der Geburt sind alle Menschen gleich.
    "gut" und "böse" sind begriffe, die der Mensch eingeführt hat und die es zu überwinden gillt.
     
    #3
    objekt.f, 11 März 2009
  4. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Aber gibt es nicht auch Leute, die nie herausragend schlimme Erfahrungen gemacht haben, und trotzdem schlimme Dinge tun? Der reiche, gutaussehende Unternehmerssohn, der dann "trotzdem" eine Frau vergewaltigt.

    Es gibt schließlich Sadisten, in leichter Form ist Sadismus ja sogar gesellschaftlich anerkannt und wird als naturgegebene Neigung akzeptiert. Was ist, wenn jemand einfach mit einer absolut überdurchschnittlich ausgeprägten Neigung zum Sadismus geboren wird?


    Und: Spielen die Umstände überhaupt eine Rolle?. Ist es wichtig, ob ein Täter eine schlimme Kindheit hatte? Wenn die schlimme Kindheit ihn nun doch aber so heftig geprägt hat, dass jetzt "böse" (Def.-Sache) ist, weshalb dann eine 2. Chance?
     
    #4
    neverknow, 11 März 2009
  5. wellenreiten
    Benutzer gesperrt
    1.392
    123
    17
    nicht angegeben
    DAS habe ich mich aktuell auch gefragt im zuge der themen hier und bei dem beitrag in stern tv eben.

    es will überhaupt schon einmal gar nicht in meinem kopf, dass es so viele menschen gibt, die scheinbar keine grenzen kennen. die die widerlichsten dinge denken - und noch viel schlimmer dann auch ausführen - ohne irgendwelche skrupel. ich finde das so unglaublich erschreckend, dafür gibt es gar keine worte...

    ich denke schon, dass es größtenteils die lebensumstände sind, die einen menschen eben zu dem machen, was er ist.
    allerdings kann man genetische bzw. biologische faktoren nicht völlig ausklammern.

    wie dem auch sei, für mich gibt es dinge, da hat jemand keine zweite chance verdient. wer keine skrupel hat, jemanden zu vergewaltigen, der hat es für mich verspielt, ein teil dieser gesellschaft sein zu dürfen. aber natürlich resultiert diese haltung auch aus einem selbstschutz: ich stelle mir vor, dass mir irgendwann im leben jemand begegnet, der mal eine solche tat begangen hat, und ich diese person aber als nett und völlig normal einschätze und mehr zeit mit ihr verbringe. nur eigentlich, wüsste ich darüber bescheid, wäre diese person für mich abschaum, es würde keine nähere bekanntschaft geben (dieser gedanke gruselt mich wirklich extrem!)... jetzt mal ganz abgesehen von der tatsache, dass ich vor solchen verbrechen auch geschützt sein möchte, so gut das eben geht.
     
    #5
    wellenreiten, 11 März 2009
  6. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    Glaub mir, auch ein reicher, gutaussehender Unternehmerson kann eine verdammt schwere Kindheit gehabt haben. Seit wann machen Geld und gutes Aussehen glücklich? Was ist mit starkem Erfolgs- und Leistungsdruck, den er vielleicht durch seine Eltern vermittelt bekommen hat? Wenn er schulisch gesehen immer ein Nerd war, gehänselt wurde, die eine Freundin hatte und dann eine Frau vergewaltigt?

    Willst du jetzt hier Sadisten mit bösen Menschen gleichstellen, oder wie ist der Absatz zu verstehen?

    Für mich spielen Umstände eine Rolle. Und für Gerechtigkeit und Gesetz anscheinend auch, sonst würden ärztliche und psychologische Gutachten ihre Wertigkeit verlieren.

    Weil er möglicherweise nur für einen Moment in seinem Leben böse ist, bis er weitere Erfahrungen sammeln und entweder böse bleibt oder aber sich zum Guten wenden könnte. Da man diese Entwicklung aber nicht vorhersehen kann, muss es eine zweite Chance geben. Weil viele Menschen irgendwann mal den Moment der Bösartigkeit erreichen und wenn sie keine zweite Chance bekämen, erschiene mir die Welt mehrheitlich schlecht.
     
    #6
    xoxo, 11 März 2009
  7. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Hab das Zitat mal aus dem anderen Thread geklaut, denn genau auf so eine Diskussion will ich hinaus.

    Wenn 2 Menschen mit den gleichen bzw. vergleichbaren Umständen völlig unterschiedlich umgehen, lässt das keine Rückschlüsse auf den Charakter zu?
    Beispiel Mobbing: der eine nutzt das vielleicht, um selbst ein besonders empathischer Mensch zu werden, engagiert sich sozial, wird später mal Schulpsychologe, um anderen in seiner Situation zu helfen. Der andere lässt seine Wut an Unschuldigen aus und bringt sie um.

    Beide sind Mobbing"opfer", aber beide machen etwas völlig anderes aus den gegebenen Umständen. Was spricht dagegen, den einen jetzt tendenziell als "guten", den anderen als "schlechten" Menschen zu bezeichnen?

    Was ist Selbstbestimmung bzw. Selbstverantwortung, wenn nicht das eigene Handeln und Umgeben mit den gegebenen Situationen? Was ist "Bewertungsgrundlage", wenn nicht das?



    Ich meine aber einen, der eben gerade keine schwere Kindheit hatte, kein "Nerd" war usw. Geld und gutes Aussehen waren jetzt nur Beispiele für Attribute, die einem das Aufwachsen in dieser Gesellschaft im Regelfall erleichtern, natürlich sind sie keine Garanten dafür.


    Nein, bzw. jein. Ich empfinde Sadismus durchaus als eine fragwürdige Eigenschaft, da ich sie in keinster Weise nachvollziehen kann und Menschen dadurch Schaden erleiden können. Allerdings gibt es, wie gesagt, jede Menge Menschen mit sexuell sadistischen Neigungen, die niemanden leiden lassen, der das nicht will. Mit so jemandem wollte ich persönlich nicht intim werden, aber ich halte so jemanden für vollkommen harmlos.
    Aber es gibt eben auch Einzelfälle, Menschen mit extrem starken sadistischen Neigungen (die vielleicht nichtmal unbedingt immer ans Sexuelle gekoppelt sein müssen), und die im Ausleben dieser Neigungen keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen ... bzw. Rücksicht stände da ja sogar im krassen Gegensatz dazu, dass diese Leute Spaß daran haben, ihre Opfer bis zum Tod zu quälen.


    Das find ich interessant. Du glaubst, dass man nur für einen Moment böse sein kann, und sich dann bessern kann. Ich persönlich glaube das irgendwie nicht, ich denke, dass sich ein von Grundauf böser Mensch nicht zum guten entwickeln kann. Bzw, selbst wenn er das könnte, hätte er seine Chance eben schon verspielt -- wenn er zum Zeitpunkt seiner Tat bei klarem Verstand war und somit selbstbestimmt gehandelt hat.
     
    #7
    neverknow, 11 März 2009
  8. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    Ich denke ganz tief im Menschen drin steckt in sehr vielen die Tendenz zu Grausamkeit. Verschiedene Dinge weisen imho stark darauf hin

    -Kriegsverbrechen, in vielen Kriegen werden die vorher normalsten Familienväter zu Vergewaltigern, Folterern und Co.

    -Eng damit verbunden Massenmorde/Lynchjustiz: Es werden große Massen an Menschen plötzlich zu einem Blutrünstigen Mob

    -Unsere Threads hier im Bezug auf Vergewaltiger: Wer abstreitet, er hätte sich schonmal vorgestellt, wie eine wirklich verhasste Person grausam zu Tode kommt, lügt einfach.

    Die wirklich "bösen" Menschen in engerem Sinne haben doch eigentlch immer irgendwelche erworbenen psychologischen Probleme, mir ist eigentlich kein Fall bekannt, wo ein brutaler Straftäter aus einer Bilderbuchfamilie und ansonsten intakten sozialen Bindungen kam.
     
    #8
    Schweinebacke, 11 März 2009
  9. Tornadin
    Benutzer gesperrt
    287
    0
    38
    vergeben und glücklich
    Hmm, ist ein interessantes Thema.

    Grundsätzlich würde ich dir wohl zustimmen, dass das Label "psychisch krank" sehr inflationär für alles vom gesellschaftlichen Standard Abweichende gebraucht wird.
    Unabhängig davon, ob es wirklich Menschen gibt, die einfach nur "böse" sind (wobei ich schon eher dazu tendiere, dass es diese Menschen gibt), ist die Frage doch ob man diesen Menschen ihre Bösartigkeit überhaupt vorwerfen kann.

    Wenn ein Mensch von Natur aus "böse" ist, kann er dann wirklich etwas dafür?
    Das würde ich wohl eher verneinen.
    Sowieso finde ich, dass sich diese Diskussion auf eine andere Frage reduzieren lässt:
    Hat der Mensch tatsächlich einen freien Willen oder ist der nur eine Illusion?

    Mich interesssiert besonders eure Meinung zu dieser Frage und wer etwas nachdenkt, wird feststellen, dass sie sehr viel mit diesem Thema zu tun hat.

    Und wann kann man einen Menschen denn als "böse" beizeichnen?
    Wenn er anderen Schaden zufügt und dabei selbst profitiert?
    Dann ist jeder, der mal bei einem Discounter eingekauft hat, wohl "böse".
    Oder ist es notwendig, dass bewusst Schaden zugefügt wird?
    Auch dann darf wohl kaum jemand einen Stein werfen.
    Oder muss der Schaden besonders schlimm sein?


    Ich glaube schon, dass es Menschen gibt, die wohl auch ich als "böse" bezeichnen würden und trotzdem könnte ich sie dafür nicht verurteilen.
     
    #9
    Tornadin, 11 März 2009
  10. wellenreiten
    Benutzer gesperrt
    1.392
    123
    17
    nicht angegeben
    vorstellen, wie jemand GRAUSAM zu tode kommt? da möchte ich dann deiner behauptung doch widersprechen. jemandem in einem kurzen augenblick den tod zu wünschen, ist das eine... aber das auch gleich noch ganz grausam? also in meinem kopf gibt es solche abartigkeiten und abgründe definitiv nicht. im grunde darf ich über solche dinge auch überhaupt nicht nachdenken, mein hirn kann sowas kaum verarbeiten, ohne dass ich nicht das absolute gruseln bekomme. und ich glaube kaum, dass ich da die einzige bin.
     
    #10
    wellenreiten, 11 März 2009
  11. Tornadin
    Benutzer gesperrt
    287
    0
    38
    vergeben und glücklich
    Ich denke nicht, aber mein Argument oder meine Frage setzt erst danach an:
    Kannst du dem schlechten Menschen seine Schlechtigkeit wirklich zum Vorwurf machen?

    Da gibts eine interessante geschichte dazu:

    Ein Skorpion will einen Fluss überqueren, da sieht er einen Frosch und fragt ihn, ob er auf dessen Rücken das andere Ufer erreichen könne. Als der Frosch den Skorpion gerade über den Fluss beförder will, ersticht der Skorpion den Frosch mitten auf dem Fluss.
    Daraufhin sterben beide. Warum hat der Skorpion den Frosch nun getötet? Weil es seine Natur ist. Aber kann man ihm diese "böse" Natur nun zum Vorwurf machen? Ich glaube nicht.
     
    #11
    Tornadin, 11 März 2009
  12. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Stimmt, und du hast mit diesen Beispielen sogar geschickt Godwin's Law umgangen :zwinker:

    Die Vorstellung, dass in jedem Menschen potenziell eine blutrünstige Bestie steckt, die bei entsprechender Gelegenheit herauskommen kann, find ich mehr als erschreckend. Keine Ahnung, ob da was dran sein könnte ... für sich selbst möchte man sowas ja immer gerne ausschließen, allerdings muss ich auch sagen, dass ich wahrscheinlich für nichts garantieren könnte, wenn es um das Leben von Menschen ginge, die ich wirklich liebe. Da würd ich wahrscheinlich auch zum Tier werden, wenn nötig. :/


    Genau das wollte ich im Ausgangspost auch schon fragen :zwinker: Stichwort Selbstbestimmung / Eigenverantwortung.
    Das ganze bringt das Thema nochmal auf eine viel tiefere, philosophische Ebene, die wir denke ich nicht zufriedenstellend beantworten können. Denn wenn wir sagen, dass der böse Mensch nichts für seine Taten kann, dann kann auch der gute Mensch nichts für seine guten Taten. Dann kann überhaupt niemand für irgendetwas. Und wenn freier Wille eine Illusion ist, dann sind wir ganz nah am "Schicksal" bzw der völligen Determination. Und, kA, wenn es so sein sollte, dann will ich es nicht wissen. Ich bilde mir ein bzw möchte mir einbilden, selbstbestimmt zu sein. Vielleicht muss ich mir das einbilden, um meine eigene Determination nicht zu bemerken ...


    Da sind wir uns absolut ähnlich. Ich bin bei solchen Dingen auch absolut empfindlich, ich kann mir beispielsweise auch keine Horrorfilme ansehen. Nicht wegen dem grafisch expliziten Inhalt (ich hab mit meinen Händen schon in menschlichem Gedärm gewühlt, mich schockt da wenig), sondern wegen der seelischen Grausamkeit. Also, mich schauert nicht das Blut, das im Horrorfilm fließt, sondern ich stelle mir dann vor, was für Schmerzen das Opfer da wohl erleidet, was für Angst es wohl durchmacht, wie schlimm das für die Angehörigen ist (Angehörige! Bei Horrorfilmen!) ... und das macht mich so fertig, dass ich heulen könnte.
    Find auch Filme wie Saw und Hostel usw echt schlimm, weil ich sowas eben echt einfach mega-abartig finde und es mir echt weh tut. Aber naja, das wird jetzt OT.
     
    #12
    neverknow, 12 März 2009
  13. wellenreiten
    Benutzer gesperrt
    1.392
    123
    17
    nicht angegeben
    Off-Topic:
    @ neverknow:

    oh ja, genau so! wenn ich mir anfange vorzustellen, was die in solchen filmen eigentlich genau treiben, mir wird wirklich übel. ich bereue jeden horrorfilm, den ich in meinem leben gesehen habe (es waren zum glück nicht viele).

    wobei ich es schon schockierend finde, dass sich jemand überhaupt sowas ausdenkt. und dass es so viele menschen gibt, die sich das gerne angucken. meine schmerzgrenze ist da unglaublich schnell erreicht. und ich bin absolut froh darüber. ansonsten hätte ich wohl angst vor mir selbst!
     
    #13
    wellenreiten, 12 März 2009
  14. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Es gibt Straftäter, die nicht therapierbar, nicht therapiewillig, o.Ä. sind und damit immer eine Gefahr für die Bevölkerung bleiben.
    Solche Menschen müssen zum Schutz der Bevölkerung in Sicherungsverwahrung genommen werden und dürfen niemals wieder auf die normale Menschheit losgelassen werden.

    Wer aber seine Tat glaubhaft bereut, eine Therapie erfolgreich durchführt (wobei der Erfolg von mehreren unabhängigen Experten bescheinigt werden muss, um einzelnes menschliches Versagen auszugleichen) und bei der dann nach einhelliger Meinung höchstwahrscheinlich keine Gefahr für die restliche Bevölkerung darstellt, soll nach Verbüßung seiner Haftzeit eine Chance bekommen und wieder entlassen werden.

    Natürlich gibt es gewisse Umstände (z.B. "schlimme Kindheit"), die einen solchen psychischen Knacks fördern oder auslösen, was man auch beachten sollte, um möglichst viele Ursachen, aus denen später ein solches Verhalten entstehen könnte, zu beseitigen.
    Allerdings dürfen diese Umstände meiner Meinung nach beim Strafmaß und insbesondere bei der Frage "Sicherheitsverwahrung: Ja oder Nein?" keinen Einfluss haben. - Das Strafmaß sollte von der Tat selbst und von der Reue des Täters abhängen und die Frage "Sicherheitsverwahrung: Ja oder Nein?" rein von der Gefährlichkeit des Täters für die Bevölkerung.
     
    #14
    User 44981, 12 März 2009
  15. dav421
    dav421 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    907
    103
    7
    nicht angegeben
    Dieter Nuhr
     
    #15
    dav421, 12 März 2009
  16. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Glaubst du denn wirklich, dass ein Mensch nicht dazu in der Lage ist, seine Überzeugungen, Einstellungen, etc. grundlegen zu ändern? - Auch nicht auf Grund einschneidender Erlebnisse?

    Dass so etwas möglich ist zeigen doch z.B. die Fälle von Straftätern, Gewalttätern, etc., die später (z.B. nach einer Verurteilung mit anschließendem Gefängnisaufenthalt oder nach einer Gewalttat, die selbst ihnen zu brutal war, etc.) zur Einsicht gekommen sind, dass das falsch war und die dann ganz "normal" und "brav" sind.
    Ebenso Drogenabhängige, die es geschafft haben, aus dem Drogensumpf herauszukommen, nachdem sie ein mal extrem tief gefallen sind.

    Ich sage nicht, dass Jeder das schaffen kann. - Es gibt sicherlich Leute, die niemals vom "Bösen" wegkommen werden - und vor solchen Leuten muss man die Bevölkerung schützen.
    Aber es gibt auch das Gegenteil in Form von Leuten, die diesen Ausstieg vom "Bösen" sehr wohl schaffen.
    Die meisten Menschen sind nun mal lernfähig.

    Und allgemein finde ich die Unterteilung in "gut" und "böse" sowieso völlig bescheuert! - Das ist viel zu undifferenziertes Schwarz-Weiß-Denken, wobei es in solchen Fällen wohl nicht mal reicht, in Graustufen zu denken... da muss man zumindest in Farbe denken :zwinker:
     
    #16
    User 44981, 12 März 2009
  17. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Off-Topic:
    @ wellenreiten: Wir liegen da wohl echt genau auf einer Wellenlänge bei dem Thema, genauso gehts mir auch. Mir ist auch immer ein bisschen unwohl, wenn ich höre, dass jemand gerne Horrorfilme schaut. Ich weiß zwar, dass das wirklich nicht zwingend etwas negatives über den Charakter desjenigen aussagen muss, aber ich kann mir da nicht helfen. Das ist so ein merkwürdiges Gefühl ... wie kann jemand nicht nur NICHT darunter leiden, so etwas zu sehen, sondern auch noch Freude / Spaß dabei empfinden? ... Naja. Ich heb mir das auf für meinen "Horrorfilm pro und kontra" - Thread, den ich irgendwann aufmachen will.



    @ banane0815: größtenteils stimm ich dir zu, insbesondere diesem Absatz:

    Das halte ich für absolut wichtig, gerade in Hinsicht auf den aktuellen Fall von diesem Kinderschänder.


    Da würd ich prinzipiell auch gern zustimmen, allerdings seh ich das Problem beim Stichwort "glaubhaft bereuen". Ich halte die Gefahr einfach für zu groß, dass da einer glaubhaft Reue heucheln könnte. Und wenn das nur einer von 1000 macht und dann rückfällig wird ... der eine, bzw. dessen Opfer, wäre einer zu viel.
    Das ist im Prinzip das gleiche wie bei der Todesstrafen-Diskussion, da reicht auch die Aussicht auf ein einziges potenzielles unschuldiges Todesstrafen-Opfer, um die ganze Institution Todesstrafe eigentlich hinfällig zu machen (zumindest in meinen Augen). Und ebenso reicht mir eben auch die Aussicht auf einen einzigen rückfälligen Täter, um keinen einzigen Mörder, Vergewaltiger oder schweren Körperverletzer jemals wieder "rauszulassen".
    (Auch wenn, ich weiß, die Gefängnisse im "Staat neverknow" nach wenigen Wochen wahrscheinlich völlig überfüllt wären und ... naja, wie gesagt, ich bin froh, keine Richterin oder Politikerin zu sein.)


    Kenn das Zitat :zwinker: Dieter Nuhr macht sich da ja glaub ich über zu gutgläubige "Kuschel-Gutmenschen" lustig, die sich eben weigern zu glauben, dass jemand böse sein kann ... nur nervös und bewaffnet. An sich lustig, in diesem Kontext aber schon ganz schön ernst ...
     
    #17
    neverknow, 12 März 2009
  18. Tornadin
    Benutzer gesperrt
    287
    0
    38
    vergeben und glücklich
    Mir gehts ähnlich wie dir, letztendlich kann ich die Frage nicht beantworten und und nur hoffen, dass ein freier Wille tatsächlich existiert, wobei es mir eigentlich egal ist. Handeln werde ich sowieso immer in der Vorstellung, dass ein freier Wille existiere, selbst wenn ich sicher wüsste, dass es den nicht gibt. Denn ohne eine solche Illuision würde unser Gehirn gar nicht funktionieren.

    Der größte Kritikansatz einer deterministischen Weltanschauung ist natürlich die Quantenphysik, aber ist in diesen unvorstellbar kleinen Zufällen wirklich der freie Wille verborgern oder reden wir uns das nur ein?

    so, bin jetzt aber zu müde, um da näher drauf einzugehen und noch mit de-broglie-bohm theorien anzufangen etc...
     
    #18
    Tornadin, 12 März 2009
  19. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Du möchtest also einen einzigen Rückfall verhindern, indem du 999 anderen Tätern, die ihre Tat wirklich bereuen, jegliche Chance nimmst und es schon fast menschenwürdiger wäre, sie gleich umzubringen, als sie lebenslang ihrer Freiheit zu berauben?!?
    Eine solche Meinung finde ich geradezu beängstigend und ich würde einen Staat mit einer solchen Unrechts-Ordnung wohl schnellstmöglich verlassen, um mich selbst vor diesem Unrechts-Staat zu schützen.

    Was kommt als nächstes? - Möchtest du alle Menschen, die eine schwere Kindheit hatten, präventiv einsperren, weil einige von ihnen evtl. zu brutalen Straftätern werden könnten? - Das ist die genau gleiche, beängstigende Logik!
    Und irgendwann landet der Verdacht dann bei allen Brotessern, da erwiesenermaßen ein Großteil aller Straftäter innerhalb der letzten 48 Stunden vor ihrer Straftat Brot gegessen haben...

    Du versuchst hier, 100%ige Sicherheit zu schaffen, die es niemals geben kann und wird.
    Zu diesem Thema verweise ich nur mal wieder auf meien Signatur... du möchtest einen minimalen an Gewinn Sicherheit mit einem gigantischen Verlust von Freiheit erkaufen, was meiner Überzeugung nach nicht gut gehen kann und völlig unverhältnismäßig ist.
    Das ist eben überhaupt nicht das Gleiche wie beider Todesstrafen-Diskussion!
    Im Falle des Freilassens von Straftätern geht es darum, die Lernfähigkeit und die Fähigkeit zur Einsicht von Menschen anzuerkennen und die logische Folge aus dieser Anerkennung (eben das Freilassen nach erfolgreicher Therapie und Verbüßen der Strafe) nicht durch einzelne negative Ausnahmen zerstören zu lassen.

    Im Falle der Todesstrafe geht es darum, dass der Tod einfach irreversibel ist und damit ein unschuldig Verurteilter nach Vollstreckung des Urteils nicht wieder freigesprochen werden kann, während das bei einer fälschlicherweise verhängten lebenslangen Gefängnisstrafe jederzeit möglich ist (vor dem natürlichen Tod des unschuldig Verurteilten).
    Dazu ist deie Todesstrafe keine geeignete Strafe, da hier die Möglichkeit zur späteren Einsicht und Reue fehlt und im Grunde genommen weniger der Täter, als viel mehr dessen Angehörige, etc. bestraft werden.
     
    #19
    User 44981, 12 März 2009
  20. neverknow
    neverknow (28)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.093
    133
    27
    Single
    Off-Topic:
    Ich bin jetzt schon sehr müde und geh morgen detaillierter auf deine Beiträge ein, nur ganz kurz das hier:


    Genau darum gehts umgekehrt auch. Der Tod ist irreversibel, auch der Tod des Opfers, das ein freigelassener, rückfällig werdender Straftäter tötet.
    Und ja, ich gehöre zu den Menschen, die Sicherheit der Freiheit vorziehen ... zwar nur sehr knapp und beides sollte in ganz, ganz enger Balance zueinander liegen, aber wenn ich die Wahl habe, insbesondere wenn es um Menschenleben geht, dann, ja, pro Sicherheit. Wahrscheinlich kommen wir da dann nicht wirklich auf einen grünen Zweig :zwinker:
     
    #20
    neverknow, 12 März 2009

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Gibt Menschen Grund
Darcia
Umfrage-Forum Forum
15 September 2010
23 Antworten
Dr.evil
Umfrage-Forum Forum
5 Juni 2009
82 Antworten
SAMUZ
Umfrage-Forum Forum
11 September 2004
20 Antworten