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Job "Karrieremöglichkeiten" ohne Ausbildung und Studium

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Loomis, 10 Juli 2016.

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  1. Loomis
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    Hallo ihr Lieben! :winkwink:

    Meine Kreativität ist langsam erschöpft und da sich hier die verschiedensten Lebensläufe herumtreiben, wende ich mich mit meinem Problem einfach mal an euch.

    "Das Problem" betrifft in erster Linie nicht mich, sondern meinen Partner. Wir sind vor gut 8 Monaten zusammen weit weg von unseren Wurzeln gezogen, damit ich hier ein Volontariat zur technischen Redakteurin machen kann. Für mich ist das eine sehr große Chance, denn ich hab als Geisteswissenschaftlerin ohnehin keine guten Jobchancen gehabt und mich von einer prekären Anstellung zur nächsten gehangelt.

    Ihm geht es da leider sehr ähnlich, allerdings sind seine Voraussetzungen deutlich ungünstiger als bei mir. Nach ein, zwei Fachwechseln scheiterte sein Studienabschluss leider an der letzten Prüfung vor der Bachelorarbeit und so suchte er nach seiner Unizeit direkt den Einstieg ins Berufsleben. Ohne Ausbildung und ohne Studium war man natürlich auf dem Arbeitsamt wenig begeistert und teilte ihm mit "Tja, da kann ich Ihnen höchstens was als Bürohilfskraft anbieten."

    Den Berufseinstieg schaffte er dann aber doch recht bald aus eigener Kraft, inzwischen ist er seit über zwei Jahren in seinem zweiten "richtigen" Job. Der Arbeitgeber ist allerdings unter aller Kanone, die Fluktuation ist enorm - im Schnitt brauchen Frischlinge 6 Monate, bis sie begreifen, in was für einem Alptraum sie gelandet sind und so schnell es geht die Flucht ergreifen.

    Lange Rede, kurzer Sinn - auch mein Partner möchte endlich dort die Koffer packen, was mit seinem Hintergrund so ohne irgendeinen Abschluss sich aber natürlich entsprechend schwierig gestaltet. Hinzu kommt, dass Bewerbungen ohnehin seine absolute Achillesferse sind und durch den großen Haufen Mist, den die Firma täglich auf ihre Angestellten schmeißt, ist Energie für die Jobsuche knapp. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, ist sein Job leider auch recht speziell, sodass es schwierig ist, etwas artverwandtes zu finden, auf das er sich bewerben kann. Zwar sind schon einige Bewerbungen raus, bislang aber ohne Erfolg, was die Stimmung natürlich zusätzlich drückt. :geknickt:

    So kann es nicht weitergehen! Es kann nicht sein, dass er nun alle paar Jahre wieder irgendwo als Quereinsteiger landet mit entsprechend niedrigem Gehalt und wenig rosigen Zukunftsaussichten. Die nackten Tatsachen sehen wenig schmeichelhaft aus, das weiß er, das weiß auch ich. Abgesehen von einem wirklich guten Abitur hat sein Lebenslauf praktisch keinen roten Faden und wenig, was für einen potentiellen Arbeitgeber verlockend wäre. Nichtsdestotrotz ist mein Partner ein sehr helles Köpfchen, arbeitet sich schnell in neue Materie ein, macht seinen Job gründlich und gewissenhaft und kann sehr gut mit Menschen, seien es Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte. Unter seinen Kollegen ist er sehr beliebt und die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, kreative Lösungen zu finden oder auch, sich einfach mal über die Chefs auszuheulen. Darüber hinaus sind Zahlen, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und logisches Denken sein Steckenpferd. Ob es darum geht, mit Excel zu zaubern oder den Programmierern sinnvolle Ergänzungen für die Firmentools vorzuschlagen; macht er gern und kriegt er wunderbar hin.

    Meiner Meinung nach steckt unheimlich viel Potential in ihm, aber so ohne "Papier" im Hintergrund sieht es nicht gut aus für jegliche Form von Karriere.

    *Luft hol* Um nun endlich zu meiner abschließenden Frage zu kommen - was kann man tun? Ich brauche noch gut 16 Monate, bis ich meine Zertifizierungsprüfung machen kann und dann ein "richtiges" Gehalt bekomme, nicht das abgespeckte Volontärsgehalt. So lange kommt zum Beispiel eine frische Ausbildung absolut nicht in Frage, weil wir uns das nicht leisten können. Zumal sich die Frage stellt, ob er das überhaupt verkraftet; mit 31 / 32 Jahren nochmal die Schulbank drücken zwischen frischen Schulabgängern und das evtl für 3 Jahre ist heftig. :hmm: Auch ein Umzug in für ihn lohnenswertere Gegenden kommt erstmal nicht in Frage, da ich nach dem Volontariat noch für eine Weile meiner jetzigen Firma verpflichtet bin (was an sich voll okay ist, ich bin sehr zufrieden dort).

    Was ein Studium angeht, ist er nach seiner bisherigen Erfahrung skeptisch und finanziell ist das natürlich auch nicht ganz leicht. Ein duales Studium wäre eventuell eine Lösung; hier käme dann zumindest etwas Geld ins Haus, aber auch hier hat sich bislang nichts wirklich passendes gefunden.

    Gibt es noch irgendwelche Möglichkeiten, sein Berufsleben mal auf feste Füße zu stellen? Oder gibt es irgendwelche Anlaufstellen abseits der unfassbar (un)kompetenten Agentur für Arbeit? Wäre hier ein beruflicher Neuanfang sinnvoll oder sollte man versuchen, aus dem jetzigen Job alles rauszuholen und sich dort zu spezialisieren und weiter zu bilden?

    Wir wären beide für jede Idee und jeden Denkanstoß dankbar!:rose:
     
    #1
    Loomis, 10 Juli 2016
  2. User 35148
    User 35148 (44)
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    Pfuh, alles was du schreibst klingt eigentlich nur für dich gut, und für deinen Partner eher schlimm.
    Wieso hat er keine Wiederholung der Prüfung machen dürfen? Ggf. einen Härtefall beantragen?
    Oder war er im Grunde schon so schlecht dass ein Studium eigentlich nix für ihn gewesen ist, und die Wiederholung auch nichts gerettet hätte?
    Außerdem ist Bacherlor nur die halbe Miete, denn das enstpricht eher einem Vordiplom.

    Ohne Ausbildung ist es natürlich in der heutigen Zeit ganz doof.
    Er müsste eine zündende Idee haben, die er selber mit bescheidenen Mitteln produzieren und vermarkten kann.
    Oder einen Sponsor finden, der ihn unterstützt.
    Aber so ganz ohne anerkannte Grundlage dürfte das ziemlich schwierig sein.

    Vielleicht müsst ihr in den sauren Apfel beißen, und ihn an einen anderen Studienort ziehen lassen.
    Und wenn er denn Bafög bekäme, dann könntet ihr über die Runden kommen.

    Er soll sich erstmal überlegen was er wirklich gerne machen will, wozu er fähig ist, und sich dann etwas passendes suchen.
    Vielleicht auch mal einen Gang runterschalten und nicht gleich vom Superstudium träumen, sondern etwas erreichbares suchen, auch wenn es nicht der absolute Wunschtraum ist.

    Wie sieht es denn aktuell in eurer Beziehung aus? Er dürfte recht unglücklich sein...
     
    #2
    User 35148, 10 Juli 2016
  3. User 65313
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    Da ich gleich ins Bett will nur mal ganz kurz - ich bin absolut nicht der Meinung, dass man mit Ende zwanzig keine Ausbildung/kein Studium mehr machen kann. Ich kenne genug Leute, die das gemacht haben, und ich glaube auch nicht, dass das schlecht kommt, im Gegenteil. Da hatte jemand den Arsch in der Hose, sich trotz des Alters noch mal hinzusetzen und zu lernen. Das kommt eher gut an.
    Und sooo selten ist das eben auch nicht. Klar wird der Großteil eher jünger sein. Aber ein paar "ältere" gibts eigentlich sehr häufig dabei. Denn es gibt echt viele Leute, die eben keinen geraden Lebenslauf haben oder sofort wussten, was das "richtige" für sie ist.
     
    #3
    User 65313, 11 Juli 2016
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  4. Loomis
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    Woha, absolut nicht! :what: Die Beziehung läuft hervorragend, es ist wirklich nur der rein berufliche Aspekt, der ihm bzw uns zu schaffen macht.

    Vielleicht muss ich weiter ausholen, wenn mein Post den Eindruck macht, ich hätte ihn um meiner "Karriere" Willen von zu Hause weggezerrt und seinem jetzigen Schicksal ausgeliefert.. Bei seinem aktuellen Arbeitgeber war er auch schon vor dem Umzug, er darf nun von zu Hause aus arbeiten und das klappt sehr gut.

    Wir lernten uns in dieser Firma kennen, in der er noch arbeitet. Ich ging dann von dort weg (weil die Firma, wie erwähnt, ein Alptraum ist) und später kamen wir zusammen. Zu diesem Zeitpunkt war es schon so, dass ich dieses Volontariat in den Startlöchern hatte, die Beziehung war aber so frisch, dass sie eigentlich noch gar nicht fest existierte.
    Meine Jobaussichten waren in der Gegend der absolute Alptraum, also war für mich völlig klar - ich muss gehen und das Volo machen, wenn ich beruflich je einen Fuß auf den Boden bekommen will. Das war für ihn ebenso klar; wäre ich ihm zuliebe in dem Ort geblieben und hätte weiterhin meine damals mehr als prekäre Jobsituation behalten, hätte er mich für bescheuert erklärt (das hat er tatsächlich auch mal so sehr deutlich gesagt). Er hat mich damals auch mehr als unterstützt, damit ich zB das Vorstellungsgespräch hier wahrnehmen konnte.

    Tatsächlich ist er sogar sehr dankbar dafür, nicht mehr vor Ort sein zu müssen, die Flucht ins Heimbüro kam ihm sehr gelegen und damit kam dann auch überhaupt erst die Idee auf, dass er sich ebenfalls etwas Neues sucht. Denn jobtechnisch hatte er mehr oder minder resigniert ("Was Arbeit angeht, habe ich mein Leben wohl in den Sand gesetzt.." ist zB ein O-Ton) und ich habe ihm geholfen, sich seiner Stärken bewusst zu werden und überhaupt den Mut zu fassen, etwas Neues zu probieren, was dauerhaft sinnvoll ist. Er wiederholt immer wieder, dass er sehr dankbar ist für die Unterstützung meinerseits.

    Davon kann gar nicht die Rede sein; wie gesagt - er steht einem Studium insgesamt ohnehin eher skeptisch gegenüber. Er hat gar kein "Traumstudium" vor Augen. Und solange mein Volo läuft, bin ich schlichtweg vertraglich gebunden; da beißt die Maus keinen Faden ab und ein Umzug kommt da vorerst nicht in Frage.

    Was da letztlich am Studium schiefgelaufen ist, weiß ich gar nicht bis in alle Einzelheiten. Er ist jedenfalls als ziemlich gebranntes Kind ohne Abschluss von der Uni und damit müssen wir nun arbeiten.

    Das mit dem Vordiplom.. Nunja, das kommt wohl auf die Studienrichtung an. :zwinker: In meinem Fall ist es zB so, dass ein Master mir keinesfalls bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt beschert hätte, als es mein Bachelor tut.

    Selbstständigkeit kommt übrigens wirklich nicht in Frage; das Kapitel hat er hinter sich und möchte es nicht nochmal öffnen.
     
    #4
    Loomis, 11 Juli 2016
  5. User 35148
    User 35148 (44)
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    vergeben und glücklich
    Danke für die vielen Erklärungen zu solch später Zeit noch!

    Also bleibt nur noch ein anderer Job, der ihm Spaß macht, oder eine Ausbildung und danach einen neuen Job.
    Und was wäre wenn er versuchen würde, die Zusände in der Firma anzugehen, also auch Leute zu finden, die so ähnlich wie ihr denkt, und nach und nach etwas bewegen können, damit es besser wird - und er letztendlich den Job nicht wechseln "muss"?
     
    #5
    User 35148, 11 Juli 2016
  6. Loomis
    Loomis (30)
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    in einer Beziehung
    Unmöglich ist es nicht, daher war das ja eine der naheliegendsten Ideen, die mir kamen. Ein duales Studium steht prinzipiell im Raum, wir sind lediglich dabei, die Möglichkeiten insgesamt noch ein wenig abzuklopfen und zu schauen, was man überhaupt machen kann in puncto Weiterbildung, auch und insbesondere abseits von Studium oder Ausbildung. Und es geht auch um die Frage, wie sinnvoll es ist oder ob er eher versuchen sollte, in seinem jetzigen Feld Berufserfahrung zu sammeln und damit dann weiter zu arbeiten.

    Ich denke auch nicht, dass ein Arbeitgeber da skeptisch wäre, wenn man mit Anfang 30 nochmal was Handfestes macht wie Studium oder Ausbildung; es hinge halt an der finanziellen Machbarkeit und seiner Motivation. :zwinker:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 11 Juli 2016 ---
    Hatte ich auch schon überlegt, aber da ich da selbst mal gearbeitet habe.... Die Zustände dort von innen zu ändern ist praktisch aussichtslos. Unbequeme Leute wird man los, die anderen verkrümeln sich, so schnell es nur geht. Es gibt keinen "harten Kern", mit dem man sich zusammenschließen könnte und die Firma ist auch nur sehr klein.

    Ein neuer Job in nächster Zeit wäre natürlich das Optimum. Wir stellen uns trotzdem einfach grundlegend die Frage, ob er nochmal "neu" etwas anfangen sollte oder nicht und wie man das am klügsten anstellen könnte. Denn wie gesagt; er will natürlich auch nicht immer wieder neu als Quereinsteiger irgendwo unterschlüpfen und sich jedes Mal von ganz unten neu hocharbeiten müssen.
     
    #6
    Loomis, 11 Juli 2016
  7. User 155728
    Öfters im Forum
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    nicht angegeben
    Könnte er sich ein duales Studium im öffentlichen Dienst vorstellen?
    Zumindest hier in Bayern erfolgt die Einstellung über ein zentrales Auswahlverfahren, also einen Test.
    Zusätzlich fließt noch die Abiturnote mancher Fächer ins Ergebnis ein. Der bisherige berufliche Werdegang ist aus meiner Erfahrung nicht relevant.
     
    #7
    User 155728, 11 Juli 2016
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  8. User 116134
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Hm. Ich kenne nur "Einzelschicksale" und weiß daher nicht, wie hilfreich mein Beitrag ist. Aber bei vielen dieser Beispiele war das (abgebrochene) Studium vollkommen irrelevant, sobald sich die Personen in einem bestimmten beruflichen Bereich etabliert haben. So kenne ich z.B. über zig Ecken eine Frau, die ein Literaturstudium abgebrochen hat, über Verwandte in die Automobilbranche kam, sich dort gut gemacht hat und dann von General Motors abgeworben wurde. Als sie sich einige Zeit später woanders beworben hat, war diese Studiumssache überhaupt kein Thema mehr. Letztendlich qualifiziert ein Studium doch auch nicht oder kaum für einen Beruf. Deshalb wollen die meisten Firmen ja jemanden mit Berufserfahrung. Wenn dein Freund also keine Lust auf Ausbildung/Studium hat, würde ich versuchen, seine praktischen Erfahrungen weiter auszubauen. Was macht ihm im Berufsalltag Spaß? Wie kann er das vertiefen? Kann er sich da privat weiter bilden, Zertifizierungen machen? Kann er nützliche Kontakte knüpfen, über die er dann irgendwo einen Fuß in der Tür haben kann? Letzten Endes muss seine Bewerbung natürlich stimmig sein. Vielleicht würde sich da eine Investition lohnen, damit ihm jemand dabei hilft?
     
    #8
    User 116134, 11 Juli 2016
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  9. Tahini
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    Freunde von mir sind sehr erfolgreich in Berufen, fuer die es keinerlei Ausbildungszwang zu geben scheint. Einer z.B. ist eigentlich Automechaniker, arbeitet aber seit guten zwanzig Jahren als Vertriebsleiter von Telekommunikationsartikeln. Wenn ich seinen Lebensstil sehe, erblasse ich vor Neid. Abbezahltes, schones grosses Haus in Bayern, faehrt Audi Q7... und in solche Vertriebsjobs kann man wohl einfach "reinrutschen." Ich weiss leider nicht, wie man sowas nennt, offiziell, aber es scheint mir lohnend zu sein.

    Ein anderer managt Hotels in Thailand und Suedfrankreich fuer eine deutsche Kette - an Ausbildung hat er lediglich ein amerikanisches Abitur vorzuweisen, aber sein Charakter (jovialer Machertyp mit Naturdurchblick) und seine Englischkenntnisse ueberzeugten wohl einfach ausreichend.

    Wieder ein anderer ist Yachtbroker in der Tuerkei, noch ein anderer ist Versicherungsvertreter, und nochmal ein anderer macht Heimwerkervideos fuer Baumaerkte. Dann gibt's da einen, der macht Beleuchtungsinstallationen fuer Open Air Festivals, einer ist Tauchlehrer, und noch einer macht Eventmanagement (fing an mit Partyservice).

    Die leben alle in Saus und Braus, und taten das bereits, als ich noch mitten im Studium war.

    Was sie alle verbindet, ist ihre Faehigkeit, sich aufs Wesentliche konzentrieren zu koennen, gut verhandeln zu koennen, und Dinge durchzuziehen. Und sie arbeiteten sich ueber Jahre hinweg hoch, begannen sehr bescheiden mit Moped und Residenz im Elternhaus. Aber keiner von ihnen hat irgendwelche Studiengaenge absolviert. Und die sind alle in Deutschland.
     
    #9
    Zuletzt bearbeitet: 11 Juli 2016
    Tahini, 11 Juli 2016
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  10. Nachtwächter
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    Also mir würden spontan drei Möglichkeiten einfallen, die Situation zu verbessern:

    1) Wenn ihm nur eine Prüfung bis zu einem Abschluss fehlt, wieso geht er dann nicht für ein Semester ins Ausland (z.B. Österreich), lässt sich seine Leistungen anrechnen und kniet sich für den Rest noch mal ordentlich rein? 4-6 Monate sind da doch nicht die Welt. Dann hätte er zumindest einen Abschluss.

    2) Er geht an die Fernuni Hagen, lässt sich so viele Leistungen wie möglich anrechnen und macht dort nebenbei einen Abschluss. Die Gebühren sind dort sehr gering und er könnte weiterhin nebenbei arbeiten.

    3) Er macht sich selbstständig/freiberuflich. Hier wäre es wichtig zu wissen, was er denn studiert hat bzw. was seine Stärken sind? Programmierer werden z.B. wie verrückt gesucht, dazu braucht man nicht unbedingt einen Abschluss, man verdient gut und hat wenig Anschaffungskosten.
     
    #10
    Nachtwächter, 11 Juli 2016
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  11. Nevery
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    dazu nur kurz: tendenziell wird man, wenn man nicht studiert hat und eine (erste!) ausbildung angeht gefördert, stichwort berufsausbildungsbeihilfe. das ist natürlich nicht wahnsinnig viel, aber immerhin ca. h4-niveau mit der ausbildungsvergütung zusammen. hat er sich diesbezüglich schonmal informiert? ich weiß nicht sicher wie das mit dem gehalt des partners kombiniert wird wenn man zusammenwohnt, aber wenn du nicht genug geld verdienst um euch beide durchzufüttern sollte sich da was machen lassen.

    das andere... als ich meine ausbildung gemacht habe war ich mitte 20, und wir waren einige, die schon längst nicht mehr frisch von der schule kamen. der älteste war anfang bis mitte 30, er musste nach einem unfall wegen dem er seinen alten job nicht mehr ausüben konnte eine neue ausbildung machen. natürlich waren nen paar "frischlinge" dabei, aber eben auch ältere, wir waren ein bunter haufen und es hat wirklich spaß gemacht - zumal wir uns ja auch nur an zwei tagen die woche, einmal ganztags und einmal halbtags, gesehen haben - den rest der zeit war man ja im betrieb.
     
    #11
    Nevery, 11 Juli 2016
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  12. Schweinebacke
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    Solide handwerkliche oder technische Ausbildung. Da werden doch derzeit massiv motivierte Leute gesucht. Gehalt ist inzwischen in vielen Bereichen da während der Ausbildung auch nicht mehr total mies, so ~1000€ kommt da doch oft auch rum.

    Studium würde ich kritisch sehen, nicht alleine wegen Alter, sondern weil er es schon einmal verkackt hat und wegen mangelnder Motivation.
    Wenn man eh keine Ahnung hat, was man studieren will, wird es da vermutlich sehr schwer, sich zu motivieren und es besser zu machen als beim ersten Mal.
     
    #12
    Schweinebacke, 11 Juli 2016
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  13. Loomis
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    Ganz lieben Dank für eure vielen unterschiedlichen Antworten! :herz:


    Ein duales Studium wäre prinzipiell interessant; wir müssen mal schauen, was es hier in der Gegend an Möglichkeiten dafür gibt. Zumindest weiß ich in der Umgebung von diversen technischen Studiengängen, die dual angelegt sind.


    Gehört habe ich das Prinzip schon, aber da ich selbst ansonsten praktisch nur von relativ frischen Studienabgängern umgeben bin (er weitgehend auch..), haben wir da keine positiven Beispiele im Umfeld. Macht aber Hoffnung, das von anderen zu hören. :smile:

    Gibt es für seinen jetzigen Job auch nicht, um ehrlich zu sein. :tongue: Für das richtige Durchstarten in der Branche sitzen wir leider ein bisschen im falschen Eck Deutschlands, vermute ich. Hier in der Umgebung ist alles sehr, sehr technikzentriert. Vertrieb wäre natürlich eine lohnende Geschichte, aber so reinen Vertrieb will er nicht unbedingt, weil er das anteilig jetzt schon tut. Zwar gut, aber nicht so gern.

    Ich muss mal fragen, wie es mit der Prüfung aussah und ob da ein "Versuch" quasi noch offen wäre. Spielt das eigentlich eine Rolle, wie lange das Studium her ist? Das sind inzwischen nämlich schon sicherlich schon um die 4 Jahre oder mehr.

    Studiert hat er im geisteswissenschaftlichen Bereich und ein bisschen BWL... Also leider nix im Feld IT. :zwinker: Selbstständigkeit kommt nicht in Frage, das hat er bereits durch.

    An dem "Papierkram" sitzt er gerade dran und bemüht sich, Zertifikate und Zusatzseminare zu absolvieren, die mit seinem Berufszweig zu tun haben. An einen unabhängigen Berufsberater abseits der Arbeitsagentur habe ich auch schon gedacht. Schaden kann es jedenfalls nicht. :jaa:
    Da er ja schonmal studiert hat, fällt die Sache mit der Erstausbildung wohl flach..
    Technische Ausbildung wär (zumindest aus meiner Sicht :tongue:) ein interessanter Punkt, ich stoß ihn mal darauf.
    Was das Studium angeht, befürchte ich da ähnliches, wollte aber zumindest beim Abklopfen der Möglichkeiten nicht alles ausschließen.
     
    #13
    Loomis, 11 Juli 2016
  14. Nevery
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    mhm? er hat doch kein abgeschlossenes studium, oder habe ich das falsch verstanden? dann sollte BAB eigentlich nichts im wege stehen. im zweifelsfall: termin beim jobcenter vereinbaren und direkt nachfragen - klar, das kostet nen bisschen zeit, aber dann hat er die infos aus erster hand.
    nach kurzem googeln sehe ich jedenfalls keinen fall, wo BAB wegen eines abgebrochenen studiums verwehrt wurde, solange eine betriebliche ausbildung angefangen wurde.

    ich hatte übrigens einige in der berufsschule, bei denen die fortsetzung bzw. der abschluss eines abgebrochenen studiums von der ausbildungsstätte forciert wurden, also quasi mitgetragen. falls es eine betriebliche ausbildung in seinem studiumsbereich gibt könnte das nochmal interessant sein.
     
    #14
    Nevery, 11 Juli 2016
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  15. Tahini
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    Noch 'ne Idee: Du erwaehnst ja, selbst in der technischen Redaktion zu sein; waere das nicht eine Moeglichkeit, ihn durch Dich da reinzubringen? Ich weiss, man muss i.d.R. studiert haben dafuer, aber ein Verwandter von mir macht das, und sagte, das sei sehr Quereinsteiger-freundlich?
     
    #15
    Tahini, 11 Juli 2016
  16. Loomis
    Loomis (30)
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    Das hatte ich ihm auch schon vorgeschlagen, aber er meint, das könne er sich absolut nicht vorstellen. :ups:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 11 Juli 2016 ---
    Ah, gut zu wissen, ich bin echt davon ausgegangen, dass das ausreicht, um keine Bezüge zu erhalten.

    @all - lieben Dank nochmal, ich hab ihm eure Beiträge gezeigt und er hat jetzt Stoff zum Grübeln und zum Sortieren. :jaa:
     
    #16
    Loomis, 11 Juli 2016
  17. Nachtwächter
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    Hm. Hat er denn damals auf Diplom/Magister studiert? Wenn ja, sehe ich da durchaus gute Chancen, dass er relativ unkompliziert zumindest einen Bachelor-Abschluss bekommen könnte.

    Prüfungsleistungen verjähren meines Wissens nicht und 4 Jahre ist ja auch nicht so lange her. Außerdem muss man in einem Bachelorstudiengang auch nicht alle Fächer aus den früheren Diplom/Magister-Studiengängen belegen. Wahrscheinlich müsste er dann noch ein paar Module belegen und die Bachelorarbeit schreiben (die aber meiner Erfahrung nach keine große Sache ist).

    An eurer Stelle würde ich einfach mal die Studienberatungen aller Hochschulen in der Gegend - und auch die der FU Hagen - abklappern und deren Prüfungsordnungen aufmerksam durchlesen. Vielleicht geht da ja was. Ansonsten wie gesagt auch mal im Ausland schauen.
     
    #17
    Nachtwächter, 11 Juli 2016
  18. Lalilia
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    Ich weiß nicht genau, als was dein Freund in seiner Firma gerade arbeitet - aber es gibt prinzipiell die Möglichkeit, eine Externenprüfung bei der IHK abzulegen, auch, wenn man keine klassische Ausbildung gemacht, sondern nur gearbeitet hat:
    Zulassung zur Abschlussprüfung ohne Berufsausbildung

    Eventuell wäre das ja eine Möglichkeit?
    Mit seinen bisherigen zwei Jahren Berufserfahrung müsste er dann zwar noch ein bisschen weiter in der blöden Firma bleiben, aber vielleicht ist das mit Perspektive ja auch ein bisschen erträglicher? Zumindest könnte man ja einfach mal bei der IHK nachfragen, wie genau die Bedingungen für ihn wären, und ob das für das, was er gerade tut, ein gangbarer Weg ist.

    Viele Grüße,
    Lalilia
     
    #18
    Lalilia, 12 Juli 2016
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  19. User 135918
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    Da möchte ich noch hinzufügen, dass es dies auch auf Bundeseben gibt. Die Deutsche Rentenversicherrung sucht derzeit händeringend qualifiziertes personal. Was seit Jahren im Dualen Studium ausgebildet wird.
     
    #19
    User 135918, 12 Juli 2016
  20. pipilotta
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    Hm...ich frage mich gerade, weshalb du für ihn so einen langen Text schreibst, damit er mal zur Potte kommt?!

    Es ist nie zu spät, man muss nur wollen. Alles andere sind Ausreden.

    Ich hatte einen ziemlich beschissenen Arbeitgeber in meiner Ausbildung, aber gut, trotz Beschwerde bei der IHK - mein Ausbilder war bekannt - musste ich es durchziehen. Ich habe unzählige Male unter der Dusche gesanden und geweint. Jede(r) der kam, ging sofort wieder, weil das Klimp so schlecht war. Aber ich habe durchgezogen.

    Nun, wenn dein Freund keine besonderen Fähigkeiten hat, dann wird es schwer.
    MeinBruder hat trotz fehlnender Ausbildung und ohne Studium einen Job als Programmierer bekommen. Zum einen hatte er sich schon einen Namen im Umkreis gemacht und dann halt Vitamin B. Studium hat er trotzdem noch im Anschluss gemacht mit finanzieller Hilfe vom Staat. Angefangen hat er mit 28.

    WIe sind denn seine Ambitionen? Für mich hört sich das eher so an, als wartet da jemand, bis ihm etwas zugeflogen bekommt.
     
    #20
    pipilotta, 12 Juli 2016

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