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Eltern/Familie Mein Bruder ist ein Skinhead

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Zwergenfrau, 16 November 2009.

  1. Zwergenfrau
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    Hallo an alle,

    Langsam ist es zum Verzweifeln. Mein kleiner Bruder kommt auf keinen grünen Zweig mehr und mittlerweile wissen weder meine Eltern noch ich mehr, wie wir mit ihm umgehen sollen.

    Als ich ihn das erste mal mit Glatze sah, habe ich Angst vor ihm bekommen. Auch heute möchte ich ihm nicht im Dunkeln begegnen. Es ist abstoßend und provozierend. Eine Schlägerei folgt der anderen. Abgesehen von den Kratzern und blauen Flecken, ist eine schwere Gehirnerschütterung & Platzwunde über dem Auge (mit x Stichen genäht) verbunden mit einem längeren KH-Aufenthalt und eine gebrochene Hand zu verzeichnen. Sein Freundeskreis ist dementsprechend, von den "alten" Kumpels sind noch zwei übrig. Diese haben sich immer mehr zurüch gezogen.

    Seine Ausbildung läuft bescheiden, für die Abschlussprüfung im Januar lernt er bisher nichts. Dabei ist er nicht der beste Schüler und sein Kurzzeitgedächtnis ist ziemlich schlecht. Wenn er am Wochenende "daheim" ist, wirft er seine Sachen in die Ecke und geht feiern.

    Was ist aus dem netten, jungen Mann geworden? Und was muss noch passieren, damit er auf den Boden der Tatsachen zurück kommt und einsieht, dass es so nicht weiter gehen kann?

    Bin wirklich für jeden Tipp dankbar.
     
    #1
    Zwergenfrau, 16 November 2009
  2. unskill3d
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    Erstmal würde mich intressieren ob er ein Skinhead ist oder ein Bonehead!
    Ansonsten kann ich dir nur raten mit ihm zu reden! Blicken muss ers aber letztendlich von alleine!
     
    #2
    unskill3d, 16 November 2009
  3. Zwergenfrau
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    Er bezeichnet sich offiziell als Skinhead.
    Leider redet man da gegen Windmühlen. Und irgendwann ist es zu spät. Dann fliegen nämlich nicht mehr Fäuste, sondern Messer. Und davor habe ich ziemlich Angst.
     
    #3
    Zwergenfrau, 16 November 2009
  4. unskill3d
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    Er bezeichnet sihc als skinhead^^ das hilft mir nicht weiter...die Nazis denken auch sie wären skinheads haben aber vom Skinhead sien eigentlich keine Ahnung....

    Hmm nunja das man gegen Windmühlen redet kenn ich! War bei mir genauso....ich habs aber ihrgendwann selber geblickt! Auf mich wurde aber auhc sehr viel Druck ausgeübt zumindest was das schulische anbelangte! Der rest war meiner Mutter ziemlich egal solang die Noten gestimmt haben!

    Hmm was die Waffen angeht....naja ist eigentlich feige... also ich als Skinhead hab so meinen Stolz und bevorzuge den Faustkampf! Aber naja ist halt nicht jeder so! Ich glaube du solltest deinem Bruder mal vor Augen halten wo sowas hinführen kann!
     
    #4
    unskill3d, 16 November 2009
  5. brainforce
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    Hmm ich nehme mal an dein Bruder ist volljährig - vermutlich wirst du ihn nicht (mehr) von seinen selbstgewählten Weg abbringen können - genau wie deine Eltern. Bestenfalls könntet ihr im Hilfe anbieten falls er da raus will o.ä. - äußerst problematisch finde ich die Gewalt die du beschreibst; da wär ich sogar als Familienteil lieber vorsichtig...
     
    #5
    brainforce, 16 November 2009
  6. Zwergenfrau
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    Ich habe davon auch keine Ahnung. Aber das ist seine Antwort auf meine Frage, als was er sich denn sieht.
    Bin mir nicht sicher, ob wir nicht zuviel Druck ausüben. Vor allem bei meinem Vater zählt nur Leistung. Auch ich hatte Phasen, in denen ich unter seiner Erwartungshaltung bald zusammen gebrochen bin.

    Wie kann man stolz auf einen Faustkampf sein? Glaube nicht, dass er ein Messer von sich aus ziehen würde - aber was ist mit seinem Gegenüber?
     
    #6
    Zwergenfrau, 16 November 2009
  7. ThirdKing
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    Tja, dann ist das halt so.
    Wenn dein Bruder in die rechte Szene abrutscht musst du frühzeitig was dagegen tun. Wenn er einmal drin ist, kommt er da so schnell nichtmehr raus.

    Ist meist Sinn der Sache.

    Hast du was anderes erwartet?

    Hmmm... kling irgendwie logisch....

    Ja, kommt ja nicht von ungefähr, dass die meinsten Neo-Nazis arbeitslos sind.

    Nen stinknormaler Skinhead.

    Das ist der erste wirkliche Punkt in deinem Post, der hilft!
    Niemand wird ohne gund radikal (egal in welche Richtung). Bevor du etwas dafür tun kannst, dass dein Bruder sich wieder "normalisiert", musst du erstmal die Ursachen kennen, weshalb er überhauot so geworden ist.
    Obwohl das in den meisten Fällen zielich einfach ist: Sein Leben war scheiße und irgendwie sinnlos.
    Wie siehts bei euchzu Hause aus? Oftmals leigen die Ursachen im familiären Bereich. Wenn da keine Unterstützung da ist, geht sowas oftmals ganz schnell. Diesen Punkt kannst du auch direkt auf seine Schlägereien übertragen: Oft ist er gewzungen sich zu nur zu prügeln, um einem "Kameraden" zu helfen. Somit kriegt er zwar regelmäßig was aufs Maul, aber dafür Unterstützung und Rückhalt in allen Lebenslagen-> der Grund, weshalb die rechte Szene oftmals für Jugendliche interessant ist.
    Dass es bei euch zu Hause nicht so gut läuft, schlussfolgere ich mal aus deinem Beitrag.

    Ein weiterer Punkt ist seine Ausbildung. Und das ist indirekt wieder ein familiäres Problem. Von dir höhrt es sich jetzt so an, als ob du ihn "zwingen" wolltest, diese zu beenden... wenn das eure Eltern genauso sehen, kann ich verstehen, dass er dadurch nicht gerade motiviert wird. Ausbildung musst du immer in Relation sehen: Wenn ihm sein Ausbildungsberuf keinen Spaß macht, er also die Ausbildung nur macht, um überhaupt etwas zu haben, isses kein Wunder, wenn er sich nicht reinhängt.

    Also erstmal die Ursachen klären und dann dagegen vorgehen. Obs aber überhaupt nochwas bringt, bleibt abzuwarten.
    Solange sich dein Bruder da wohl fühlt, kannst du eh nichts machen.

    ThirdKing
     
    #7
    ThirdKing, 16 November 2009
  8. brainforce
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    ist doch letztlich auch sch...egal als was er sich bezeichnet - Fakt ist das er auf die schiefe Bahn gerät... und da ist es erstmal herlich egal ob er eher "links-" oder "rechtsorientiert" ist etc.
     
    #8
    brainforce, 16 November 2009
  9. unskill3d
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    Stolz auf einen Faustkampf? Hmm Stolz würde ich es nicht nennen....adrenalin ist eher das richtige Wort...und der Stolz bezog sich eher darauf das ich sowas (Waffen) nicht brauche....
    Hmm ja das der gegenüber dein Messer zieht kann passieren...
    Aber ich glaube kaum das du ihn abbringen kannst von dem Weg...das muss er selber merken. Mich habne äußere einflüsse damals so gut wie garnicht beeinflusst!
    Das beste wäre eigentlich wenn du dich dafür intressierst was er macht....ich denke er sucht mit diesem Weg aufmerksamkeit! Fang an mit ihm drüber zu reden... aber nicht tadelt......geb ihm keine Ratschläge wie er sein Leben besser machen könnte sondern rede einfach! Du kannst ihm natürlich denkanstöße geben und ihn sagen was für konsequenzen es haben kann und das du das nicht gut findest! Aber ich denke es wird nichts nützen wenn du ihm es "verbieten" willst.
    Ich denke dein Bruder will aufmerksamkeit und Anerkennung! Das ihm Schlägerreien keine Anerkennung bringen außer die seiner Freunde muss er merken... und das wird er ihrgendwann auch...
     
    #9
    unskill3d, 16 November 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  10. aiks
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    Skinhead sein muss nichts mit politischen Richtungen zu tun haben. Es ist auch aus einer nicht politischen Bewegung entstanden.

    Also ist doch zuerst einmal die Frage, ob er denn überhaupt radikale politische Gedanken hat?
    Weil das die Situation meiner Meinung nach um Einiges verschärft, als wenn er da nur dabei ist, um mal ordentlich Dampf abzulassen. Das würd ihm sicher sehr viel schneller langweilig werden, als wenn er da noch eine Gehirnwäsche oder neue Ideologien eingeimpft bekommt.
    Wie selbstständig kann er denken - wie stark ist er hinter der Sache.

    Sagt er denn selber nur, dass er einfach mal eine Zeit lang seinen Spaß haben will und mehr ist das nicht. Sind das normale Raufereien, dies halt ab und zu (von beiden Seiten aus freiwillig) bei manchen Skinhead-Gruppen gibt, wobei die gar nicht so furchtbare Menschen sein müssen oder ist das weil er sich mit irgendwelchen Türkengangs verfeindet.

    Das ist schon ein mächtiger Unterschied
     
    #10
    aiks, 16 November 2009
  11. leni_
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    was is das denn für ne unqualifizierte aussage?

    klar machst du dir sorgen um ihn, aber bei den meisten leuten dieser einstellung legt sich das schnell wieder.
     
    #11
    leni_, 16 November 2009
  12. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    ich finds jetzt schon sehr sonderbar das folgendes hier von manchen Leuten verharmlost wird -
    ich sehe das schon als gravierend an und nicht mehr als Kleinigkeit...
     
    #12
    brainforce, 16 November 2009
  13. FreeMind
    Gast
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    Gab es ein Ereignis oder ein Erlebnis was seiner Veränderung vom "netten jungen Mann" zum Schläger vorausging?

    Verluste, Frust, Ängste und Ärger verleiten zu Radikalisierungen.

    Es bringt nichts sich gegen die Radikalisierung zu stellen, man muss nach der Ursache suchen, wenn man etwas ändern möchte.
     
    #13
    FreeMind, 16 November 2009
  14. xoxo
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    Als erstes kannst du dir (mit deinen Eltern zusammen) Gedanken machen, warum aus deinem Bruder das geworden ist, was er jetzt nunmal ist. Dann könnt ihr euch durch Internet und mit Hilfe von Büchern belesen und dann gemeinsam (Eltern und du, dein Bruder will sicher nicht mit) zu einer Beratungsstelle gehen, oder am besten zwei oder drei verschiedenen um unterschiedliche Handhabungen und Lösungsansätze vorgeschlagen zu bekommen.



    Wikipedia:

    Sozialwissenschaftlicher Hintergrund

    Soziologische und psychologische Deutungen wesentlicher Teile der Skinhead-Bewegung (insbesondere der Neonazis) knüpfen zum einen an den Untersuchungen zum "autoritären Charakter" bzw. zur "autoritären Persönlichkeit" an, die in den 1930er-Jahren vom Institut für Sozialforschung (Fromm, Horkheimer, Adorno u. a.) begonnen wurden, zum anderen an neueren sozialpsychologischen und psychoanalytischen Konzepten zu Gruppenidentitäten (u. a. Vamik Volkan).

    Resultat dieser Forschungen sind unter anderem die Erkenntnisse, dass bei derartig strukturierten Persönlichkeiten eine besondere Tendenz vorhanden ist,

    * ihr Identitäts- und Selbstwertgefühl wesentlich durch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu festigen (Eigengruppe), mit der sie sich identifizieren (Rasse, Volk, Nation, Religion, Subkultur, Sekte, „Gang“ etc.)
    * diese Eigengruppe besonders hoch zu bewerten und von fremden Gruppen abzugrenzen (Fremdgruppe), die nicht nur als „andersartig“, sondern in der Regel als feindlich oder minderwertig erlebt werden (s. auch Othering)

    Diese Bewertungen beruhen nicht auf Tatsachen, sondern auf Vorurteilen. Sie erfolgen nicht aus rationalen, sondern aus psychischen Motiven, und dienen der Stärkung des Selbstgefühls sowie der Emotionsregulation. Dabei kommt der Projektion eigener Schwäche und Machtlosigkeit auf die fremde Gruppe als Mittel zur Bewältigung negativer Gefühlszustände und innerer Konflikte besondere Bedeutung zu (s. Abwehrmechanismus). Negativ bewertete Eigenschaften der eigenen Person werden - unterstützt durch die Zugehörigkeit zur idealisierten Eigengruppe - nicht wahrgenommen und anerkannt, sondern auf die "Anderen" projiziert und dort bekämpft (s. Feindbild). Dies ist eine der Wurzeln rassistischer Abgrenzungsneigung und Aggression. Zudem verlieren die Gruppenmitglieder - vor allem, wenn sie gemeinsam mit ihrer Eigengruppe auftreten - ihr Einfühlungsvermögen (Empathie) und Mitgefühl den entwerteten "Anderen" bzw. "Fremden" gegenüber. Daher kann es unter den beschriebenen psychosozialen Bedingungen zu Akten besonderer Brutalität und Grausamkeit kommen.
     
    #14
    xoxo, 16 November 2009
  15. Zwergenfrau
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    nicht angegeben
    Er wird morgen 21. Gewalt gegen die Familie? Das traue ich ihm nicht zu.

    Frühzeitig etwas gegen tun ist gut - aber wie?
    Familiär war es bei uns nicht immer einfach. Mein Vater ist in meinen Augen ein Alkoholiker, früher ist er auf meine Mutter oder auch mal auf uns los gegangen. Das hat sich mittlerweile gelegt.

    Seine Ausbildung hat er sich selbst ausgesucht und da hat er auch viel Unterstützung bekommen. Sollte die Abschlussprüfung schief gehen, holt mein Vater ihn in unsere Firma. Das Angebot bestand vor einem halben Jahr schon mal, mein Bruder hat es trotz Differenzen mit dem Ausbildungsbetrieb nicht annehmen wollen.

    Sind Fäuste keine Waffen? Ich finde, du verharmlost das ganze. Ich finde es nicht toll, wenn er Sonntag zum Mittagessen mit blutverschmierter Hose auftaucht...
    Ich werde noch einmal versuchen, die Hintergründe bzw. seine Beweggründe zu erfragen.

    Er bezeichnet sich als unpolitisch. Schön und gut, aber die Prügeleien gehen gegen Ausländer/Menschen mit Migrationshintergrund. Keine Ahnung, ob sich da die Katze nicht in den Schwanz beißt.

    Danke. Ich hab mich schon gefragt, ob ich es übertreibe...

    Es gab Mitte letzten Jahres einen tragischen Todesfall im Freundeskreis. Einer der Jungs, mit denen wir aufgewachsen sind, hatte eine Kollision mit einer Straßenbahn, welche tödlich ausging. Damit umgehen kann so gut wie keiner. Ob das der Auslöser ist?
    Nachtrag: Sein Skinhead-Dasein geht aber schon ein bisschen länger... sagen wir mal so 1,5 Jahre.

    Danke für die vielen Beiträge!

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 22:47 -----------

    Das ist eine gute Idee. Mal schauen, was sich passendes findet. Danke!
     
    #15
    Zwergenfrau, 16 November 2009
  16. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Manche Leute müssen erst mal richtig auf die Schnauze fliegen, bevor sie bemerken, dass sie auf der schiefen Bahn gelandet sind und den Willen entwickeln, wieder da raus zu kommen...

    Und manche Leute entwicklen diesen Willen nie.

    Aber ohne diesen eigenen Willen wird er da nicht raus kommen - egal, was ihr unternehmt. - Erst wenn er diesen Willen entwickelt, könnt ihr ihn evtl. wirklich unterstützen.

    Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst: Sag niemals Nie.

    Ich kenne z.B. jemanden, der früher mal ein ganz lieber, braver Junge in einer intakten Familie war und der später, nach seinem ganz tiefen Absturz in die Drogenszene seine eigenen Eltern und Großeltern beklaut hat... und dieser Mann musste auch erst mal richtig weit abstürzen, um den Willen zu entwicklen, um dort wieder rauszukommen.
     
    #16
    User 44981, 17 November 2009
  17. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    Mal ne andere Frage: Wie verhält sich Dein Bruder in sozialer Hinsicht? hatte er frühere Probleme, Anschluss zu finden? Ist er leicht beeinflussbar, so dass er in schlechte Gesellschaft geraten ist, und so die Dinge ihren laufe genommen haben?
     
    #17
    User 48403, 17 November 2009
  18. aiks
    Gast
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    Also ich kenne ja viele Skinheads, war da jahrelang bei denen unterwegs und ja, die kamen auch öfter mit verschiedenen Verletzungen aus Prügeleien an.
    Das musste aber nie nie bedeuten, dass sie stehlen, Familienmitglieder angreifen oder all ihr Verantwortungsgefühl mit einem Mal verlieren.

    Dass er sich prügelt hat nicht zwanghaft was mit Skinhead sein zu tun, das kann ihm in jeder Gruppierung oder seltener auch alleine passieren.

    Ich finde das Beste, das du tun kannst, ist dich möglichst ohne Vorbehalte für sein Leben zu interessieren. Hör dir mit ihm die Musik an, die er mag. Frag ihn wie das politisch eigentlich mit ihm aussieht, diskutiere mit ihm (ohne andauernde Moralpredigt)
    Wenn du ihn einfach nur abstempelst und ihn in die Ecke schiebst während du zu Beratungsstellen gehst wirst du das _absolute_ Gegenteil davon erreichen was du willst.
    Er ist noch immer dein Bruder, also benimm dich auch so. Red mit ihm über die Sachen, wo du nicht genau weisst was das zu sagen hat. Wenn dein Bruder nicht komplett bescheuert ist wird er mit dir schon darüber reden.
    Aber ob er auch noch mit dir reden will, wenn irgendeine katholische Tussi bei ihm klingelt und meint sie kommt von der Beratungsstelle für rechtsradikale Gruppierungen. Das wag ich zu bezweifeln.
     
    #18
    aiks, 17 November 2009
  19. Zwergenfrau
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    nicht angegeben
    Er hatte zwar einen kleinen, aber guten Freundeskreis. Seine Kumpels waren bei meinen Eltern daheim gerne gesehen. Teilweise Freundschaften seit dem Kindergarten.
    Seinen ersten "Absturz" hatte er in der 9. Klasse. Diese musste er wiederholen und hat es beim zweiten Mal nur haarscharf geschafft. Wir waren damals wegen SVV alle zusammen beim Familientherapeuten, da meine Eltern nicht mehr an ihn dran kamen. An einen konkreten Auslöser kann ich mich nicht mehr erinnern.
    Leicht beeinflussbar? Nein, würde ich nicht sagen.

    Ich wohne nicht mehr daheim, er ist auch nur am Wochenende da bzw. eine Woche/Monat, wenn er Schule hat. Da muss ich Glück haben, wenn er mich überhaupt noch in sein Zimmer lässt. Ist ein ziemlich stiller Kerl und ich will ihm die Gespräche nicht aufzwingen.
    Keine Ahnung, was an einer "katholischen Tussi" so falsch ist - Bruderherz und ich waren früher jahrelang in der kath. Kirche aktiv. Bei dem Beratungsgespräch geht es mir auch erstmal um indirekte Hilfe für ihn, d.h. vorab für meine Eltern und eventuell mich.

    Problematisch ist, dass meine Eltern langsam aber sicher resignieren und aufgeben. Es ist schade, aber ich kann es nachvollziehen. Sie drohen ihm mit Rauswurf, wenn sich an seinem WE-Verhalten nichts ändert.
    Unser Vater hatte ihm angeboten, mit ihm für die Prüfung zu lernen bzw. für die Fragen zur Verfügung zu stehen. Er kann das, denn er bildet im selben Bereich aus und das mit Erfolg. Bisher ist jeder der Azubis gut durch die Prüfung gekommen, im Notfall wurde er speziell "trainiert". Allerdings geht Bruderherz lieber feiern als an den Schreibtisch.

    Werde mir die Tage mal meine Eltern für ein Gespräch krallen. So kann es definitiv nicht weiter gehen. Als - übertrieben ausgedrückt - "erfolgreiche, große Vorzeigeschwester" möchte ich mich lieber etwas im Hintergrund halten.
     
    #19
    Zwergenfrau, 17 November 2009
  20. User 27629
    User 27629 (33)
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    Ich finde das nicht problematisch, sondern konsequent. Mit jemandem, der anderen Menschen willentlich Gewalt antut, könnte ich auch nicht in einem Haushalt zusammen leben. Hilfsangebote will er offensichtlich auch nicht annehmen. Er ist alt genug, sein Verhalten zu reflektieren und muss also auch damit rechnen, dass seine Mitmenschen sich irgendwann von ihm distanzieren.

    Was willst du ihnen denn sagen?

    Wenn es mein Bruder wäre würde ich ihm klipp und klar sagen, dass ich sein Verhalten nicht akzeptieren kann, dass ich besorgt bin, um seine weitere Entwicklung und dass er sich gerne an mich wenden kann, wenn er sich von seinen "Schläger-Freunden" ablösen möchte, ich aber bis dahin nur das nötigste ihm zu tun haben möchte. Dann würde ich den Kontakt weitgehend abbrechen.

    Und Diskussionen über seine Gesinnung, das käme mir gar nicht in die Tüte. Es gibt ein paar Dinge, die man nicht ausdiskutieren muss und rechte Gewalt gehört (für mich) dazu.
     
    #20
    User 27629, 17 November 2009

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