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Vor die Wahl gestellt/ Freund oder Eltern

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Sara54, 14 November 2017.

  1. Sara54
    Sara54 (26)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Hallo liebe Leute,

    nach 25 Jahren habe ich tatsächlich meinen "Traumman" gefunden. Wir kennen uns seit 5 Jahren und seit 1 1/2 Jahren sind wir ein Paar. Es ist schöner als in jedem Hollywood und Bollywood Film den ich je gesehen habe. Er war u.a. in der schwierigsten Zeit meines Lebens für mich da (Todesfall in der Familie).
    Er plant bereits eine gemeinsame Zukunft und es ist sehr ernst. Ich bin ab April nicht mehr an meinen Studiumort gebunden und wir wollen danach zusammen ziehen. Er hat bereits seine kleine Wohnung gekündigt und mit seiner Mutter uns ein kleines zu Hause gefunden. Soweit ich mitbekommen habe, möchte er mir Ende nächsten Jahres einen Antrag machen. Alles wunderbar, wenn da nicht meine Eltern wären...

    Mein Freund ist Deutsch, ich eigentlich auch, nur habe ich einen Migrationshintergrund. Meine Familie ist Yezidisch und die yezidischen Heiratsregeln sind sehr streng: man kann nur als Yezide geboren werden, konvertieren nicht möglich und einer Ehe mit einem Nicht-Yeziden wird mit einem Ausstoß aus Familie und Religion "bestraft".
    Ich bin sehr westlich, offen und mit ganz viel Freiheit erzogen worden. Ganz tolle Eltern die mich bei allem tatkräftig unterstützt haben. Selber auch sehr modern und deutsch.
    QIch dachte zumindest ich sei ein freier Mensch, bis ich erlebt habe wie meine Mutter reagiert hat als sie erfahren hat, mit wem ich mein Leben verbringen möchte. Kurz gesagt: Sie würde den Kontakt zu mir abbrechen, wenn ich ihn heiraten sollte. Ich müsse mich entscheiden zwischen Familie oder Freund. In Wahrheit aber, will ich mich für MICH entscheiden und gegen niemanden. Weder mit Gewalt, Argumenten, Verständnis und Liebe konnte ich bei meiner Mutter etwas bewirken. Sie hat in den nächsten Tagen sehr gelitten und geweint. Das ganze belastet mich total. Mein Vater weiß nichts davon, aber kann es schon ahnen. Wir hatten nämlich vorgestern zu dritt ein Gespräch und dabei hat sich herauskristallisiert, dass auch mein Vater gegen eine Heirat mit einem Nicht-Yeziden wäre. Wobei er noch zugänglicher und offener war, als meine Mutter und meine abgeneigt Einstellung bezüglich Religionen nachvollziehen kann. Dennoch: Das ist emotionale und psychische Erpressung! Jaja.. Immer diese Migranten hier Hätte ich erzählt, dass wir in ein paar Monaten zusammen ziehen wollen, hätten sie mich sicher direkt vor die Tür gesetzt. Zusammenziehen vor der Ehe ist ein absolutes No-Go.

    Fazit: Keine Chance. Die yezidische Gesellschaft übt nunmal indirekt enormen Druck aus und meine Eltern legen viel Wert auf ihre Kultur und die gesellschaftlichen Vorstellungen. Diese strengen Heiratsregeln sind nicht mehr zeitgemäß, aber trotzdem: Meiner Mutter nach verlieren sie dadurch ihr Ansehen etc. Meinem Vater nach kann eine binationale Beziehung auf Dauer nicht funktionieren. Man würde dadurch seine Identität und Kultur aufgeben. Angebliche Assimilation..etc. Im Endeffekt akzeptieren sie nicht nicht meinen Freund sondern mich nicht! Ich fühle mich nunmal keiner Religion zugehörig und Kulturen sind schön und gut, aber davon mein Leben beeinflussen will ich auch nicht. Für mich ist diese Einstellung überhaupt nicht nachvollziehbar. Ich habe ein ganz anderes Weltbild und stoße gegen Wände mit allen Argumenten. Religion und Kultur kann man nun mal nicht mit Logik erklären. Es macht mich traurig, zu sehen wie meine Eltern sich (und mir) das Leben so schwer machen.

    Fakt ist: Sollten mich meine Eltern abstoßen (und das werden sie), werde ich innerlich sterben und mit Sicherheit nicht glücklich werden. Wovor auch mein Freund Angst hat.

    Andererseits kann ich auch nicht glücklich werden, sollte ich meinen Schatz verlassen. Beides fühlt sich wie tiefe Messerstiche an. Einerseits habe ich so großes Glück und könnte den ganzen Tag Bäume umarmen, aber im selben Moment breche ich vor Trauer zusammen und würde am liebsten vom nächsten Baum erschlagen werden.

    Meine Frage ist nicht, wie ich mich entscheiden soll, sondern wie ich das ganze emotional überleben soll. Ändern kann ich meine Eltern nämlich nicht.
    Wie kann ich unter diesen Umständen noch ein glückliches leben führen? Garnicht... Bis nächstes Jahr muss ich aber etwas tun, sollten wir tatsächlich zusammen ziehen. Ich möchte einfach nicht, dass niemand wegen mir leiden muss.
     
    #1
    Sara54, 14 November 2017
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  2. User 160181
    Öfters im Forum
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    Verheiratet
    Puh das ist echt eine Schwierige Situation.
    Ich muss dazu sagen das ich für Mich Religionen ablehne wobei ich nicht ausschließe das es eine Art Gott gibt. Es dann meiner Meinung nach Anmaßend das wir glauben etwas ist " Gottes wille " oder das irgendwas ein " Zeichen Gottes " ist ... wenn es wirklich ein Solches Allmächtiges Wesen gibt wer sind dann wir zu sagen das er möchte das wir so oder so leben sollen ? ...
    Ich kann deine Situation aber nachvollziehen.
    Ich sage mal was ganz mieses ist aber nicht böse gemeint oder so ...
    Irgendwann kommt der Tag an dem Deine Eltern nicht mehr sind und an dem Tag wirst du vielleicht denken das du zu wenig Zeit mit ihnen Verbracht hast oder das du dich hättest lieber für Ihn entscheiden sollen. Gäbe es irgendeine Möglichkeit deinen Eltern Nachrichten zukommen zu lassen oder glaubst du Sie würden Nachrichten von dir Ignorieren ? Dann könntest du Sie darüber informieren wie dein Leben verläuft und ihnen Bilder schicken ...
    Das wäre was mir spontan so einfällt da ich mich mit dem Yezidischen Glaubenslehren nicht auskenne.
     
    #2
    User 160181, 14 November 2017
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  3. User 107106
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Die jesidische Kultur gilt als die strengste Religionskultur, die es gibt, da sie eigentlich keinerlei Schattierungen zulässt. Es handelt sich nicht um muslimische oder christliche Abspaltung, sondern eine eigenständige Religion, die man als Außenstehender nicht ganz versteht.

    Ein Austritt wird immer mit Ächtung bestraft. Es gibt leider auch immer wieder Ehrenmorde (TS, musst du davor fürchten?). Das fällt vor allem ins Gewicht, weil es so wenige Jesiden gibt.

    Mit unseren westlich-christlichen Werten werden wir in dieser Diskussion nicht weit kommen. Bringt der TS auch nicht viel. Ich schreibe nachher mehr.
     
    #3
    User 107106, 14 November 2017
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  4. DocSnyer
    DocSnyer (47)
    Ist noch neu hier
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    Verheiratet
    In dem Fall kannst du dich wohl nur von deinem Traummann trennen. Religionen/Sekten haben eben auch Nachteile.
     
    #4
    DocSnyer, 14 November 2017
    • sehe ich anders sehe ich anders x 12
  5. User 107106
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Man wird ja selten gefragt, in welche Familie und Kultur man hineingeboren wird...
     
    #5
    User 107106, 14 November 2017
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  6. showrunner
    showrunner (39)
    Ist noch neu hier
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    nicht angegeben
    Ich denke, die Antwort auf die Frage, ob du dich als Teil der Identität und Kultur deiner Eltern siehst, hast du schon gegeben. Und das sollte Ausgangspunkt für deine freie Entscheidung sein, denn es ist dein Leben und du bestimmst darüber.
     
    #6
    showrunner, 14 November 2017
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  7. Fessler
    Öfters im Forum
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    Verheiratet
    Hallo Sara

    Vielleicht führt der gangbare Weg über deinen Vater, der gemäss deiner Beschreibung zugänglicher und offener ist als deine Mutter. Während sie einen Wertekonflikt hat (Ansehen der Familie), hadert er mit seinen Grundbedürfnissen (Identitätsverlust, Assimilation). Hier könntest du ansetzen, indem du ihm deine Unterstützung anbietest. Wichtig scheint mir, dass ihr euch bewusst seid, dass ihr alle unter der Situation leidet.

    Hast du in der yezidischen Gemeinschaft Freunde oder Bekannte, die deine liberale Einstellung teilen und dich eventuell unterstützen könnten?
     
    #7
    Zuletzt bearbeitet: 14 November 2017
    Fessler, 14 November 2017
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  8. BrooklynBridge
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Ich würde mir nicht von meinen Eltern vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe. So wie du schreibst wirst du in deinem Leben wahrscheinlich auch noch an ein oder zwei anderen Punkten anecken. Willst du dich da jedes mal beugen?

    Ich kann natürlich deine Situation nicht nachvollziehen, ich stecke nicht in deiner Haut. Und du willst ja eh weniger Rat für die Entscheidung, als für den emotionalen Umgang. Erstmal muss es ja nicht zwingend das Ende für immer sein. Wenn deine Eltern merken, dass es dir ernst ist, ändern sie ihre Haltung vielleicht wieder.

    Ansonsten, weißt du denn schon wie du dich entscheidest? Wenn du dich für einen Freund entscheidest, kann dich jemand auffangen? Emotional und sozial, aber auch in so elementaren Dingen wie einem Dach über dem Kopf etc.? Ist dein Freundeskreis sehr yezidisch geprägt, oder bunt gemischt?

    Oder, falls du dich gegen deinen Freund entscheidest, wie wäre dann die Zukunft? Heirat mit einem yezidischen Mann, der vielleicht sehr strenge Vorstellungen davon hat, wie ihr zu leben habt? Oder kann das eine ernsthafte Alternative sein?

    Eines solltest du nicht vergessen: Auch wenn deine Entscheidung gegen deine Familie fallen sollte, bist nicht du es die sie verstößt, es ist ihre Verantwortung (auch wenn sie da sicher unter Druck stehen). Das hilft dir vielleicht nicht praktisch, aber von deinem emotionalen Umgang damit.
     
    #8
    BrooklynBridge, 14 November 2017
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  9. User 135918
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    kaykay<3 vieleicht findest du mit ähnlichen religiösen Wutrzeln mehr Zugang als wir. Obwohl da Jesidentum einen Synkretische Religionsgemeinschaft ist.

    Off-Topic:
    Ich muss sagen der Begriff war mir vor dem Googlen nicht bekannt. Das würde ja auch Bedeuten, dass ich gar kein christ merh in dem Sinn bin sonder Synkretissmus betreibe !


    Zu dem Thema . Ich kann das Nachvollziehen, da ich auch mal eine Ähnliche Situation miterlebt habe. Damals spaltet sich nur , weil diese icht mit der Partnerwahl eines Freundes klar kamen, seine Familie ab. Es passiert also auch in unserem Kulturkreis !

    Es sit eine schwierige Sache. Ich hatte das übrigens auch in der Familie. Die Familie meienr Oma (Adelshaus) hat sich von ihr abgewand sie verstoßen, weil sie eine Bauern udn Bergmann geheiratet hatte ! Sie ahtte ein Leben lang daran zu kanbbern und wurde schlussendlich Alkoholikerin . Das ist ejtz eine andere Epoche da spielte auch mein Urgroßvater mit rein der sehr Herrisch war. Jedoch musst du dir das Überlegen es sit eine schwierige und unfaire Wahl.
     
    #9
    User 135918, 14 November 2017
  10. GreenAndGrey
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    Verheiratet
    Hallo Sara,

    ich denke, genau hier liegt der Schlüssel: Du willst Dich für Dich und Deinen Weg entscheiden. Der Partner für das Leben ist die Zukunft, die Eltern sind die Vergangenheit. Wenn Du Dir bei Deinem Partner sicher bist, spricht vieles dafür, sich für die Zukunft mit ihm zu entscheiden. Es ist keine Entscheidung gegen Deine Eltern, auch wenn es sich vielleicht so anfühlt. Wenn Du Dich für eine Zukunft mit Deinem Partner entscheidest, liegt es in der Hand Deiner Eltern, eine Entscheidung für oder gegen Dich zu treffen. Wenn sie Dich "verstoßen" sollten, so wäre das sehr traurig, aber es wäre ihre Entscheidung, nicht Deine.

    Off-Topic:
    Das sagt sich aus der Entfernung als unbeteiligter natürlich sehr leicht, aber darum geht es ja in einem Forum.


    Alles Gute!
    G.G.
     
    #10
    GreenAndGrey, 14 November 2017
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  11. User 167764
    Ist noch neu hier
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    nicht angegeben
    Deine Möglichkeiten des emotionalen Überlebens sind begrenzt. Wenn du dich für deine Kultur (ist das überhaupt deine, wenn du so nicht erzogen wurdest?) entscheidest, musst du versuchen, eine ähnliche Liebe in deinem Kulturkreis unter Beachtung dir unter Umständen fremder Verhaltensweisen zu finden. Ein schwieriges Unterfangen, wenn du möglicherweise verbittert bist durch deine Entscheidung.

    Solltest du dich für dein eigenes Leben entscheiden, verlierst du Familie, Wurzeln und die Reste deiner kulturellen Identität. Deine einzige Überlebenschance ist in diesem Szenario, selbst neue, starke Wurzeln zu bilden und in deiner (Klein-)Familie als Familienoberhaupt eine neue "Kultur" mit familiären Ritualen zu etablieren, die dir und zukünftigen Kindern Geborgenheit und Identität schenken. Du wärst dann ein abgeschnittener Trieb, der an anderer Stelle mit anderen Mitteln das Erbe deiner Eltern fortführt und versucht, das Überleben in einer neuen Umwelt besser zu meistern.

    Es ist ein Schuss ins Blaue, aber rein hypothetisch bötest du deinen Eltern damit zumindest eine Alternative oder wenigstens eine Perspektive. Niemand außer dir kann es wissen, aber deine Eltern waren in der Vergangenheit inkonsequent, deswegen ist es nicht auszuschließen, dass sie erneut inkonsequent handeln und sich nach ein paar Jahren mit dir versöhnen, insbesondere wenn sie dir keine echte Lebensalternative bieten können. Deine Handlungen solltest du aber (auch aus Sicherheitsgründen) nicht von deinen Hoffnungen bestimmen lassen. Bist du eigentlich ihre einzige Tochter?
     
    #11
    User 167764, 14 November 2017
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  12. User 87573
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Das ist ganz schön harter Tobak und eine sehr krasse Entscheidung, die du da treffen sollst.
    Lass dich mal drücken :knuddel:

    Das Problem hier ist: egal wie du dich entscheidest, du wirst die Verliererin sein, solange du das als Entscheidung zwischen deinem Freund und deiner Familie siehst.
    Dein Freund hat Recht: dass deine Eltern dich vor diese Entscheidung stellen wird, wenn du dich für ihn entscheidest, natürlich Konsequenzen für eure Beziehung haben.
    Sollte es in der Beziehung kriseln weißt du nicht, ob nicht eventuell der Gedanke aufkommt "und dafür habe ich die Beziehung zu meinen Eltern gekappt".
    Andererseits wird auch die Beziehung zu deinen Eltern leiden wenn du dich trennst und dich nach einem Yeziden für die Heirat umschaust.

    Ich glaube die einzige Möglichkeit das eventuell klären zu können, ohne dass man auf Ewigkeiten anderen Menschen etwas vorwirft ist die folgende: Mach dich im Geist mal frei von dem aktuellen Konflikt und schau dich selbst an.
    Was sind die Werte, die dir wichtig sind? Wie möchtest du selbst gerne leben? Wo siehst du dich in 10 Jahren? Wenn du das sicher sagen kannst dann kannst du vermutlich besser eine Entscheidung treffen.
    Und dann bleibt dir nichts anderes übrig, als ggf. zu deinen Eltern zu gehen und denen darzustellen wie du dich fühlst, wie du dein Leben gerne gestalten willst etc. Ich denke es ist auch wichtig, darzustellen, dass es dabei hauptsächlich um DICH und dein Wohl geht und nicht um die Wünsche deines Freundes (das unterstellen Eltern ja gerne mal).
     
    #12
    User 87573, 14 November 2017
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  13. User 87146
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    Hi,
    Es wurde schon viel hilfreiches gesagt. Ich bin am ehesten bei Caelyn.
    Im Endeffekt musst du zwischen 2 möglichen Entwürfen für dein Leben entscheiden.
    Beugst du dich deiner Familie hast du im Leben großen Rückhalt durch eine Gemeinschaft. Dafür wirst du Selbstbestimmung und westliche Freiheiten zum Teil aufgeben müssen.
    Der andere Weg ist der der "self made woman". Du startest dann ohne großen Rückhalt und wirst dir vieles selbst erkämpfen müssen, dafür bist du frei.
    Deine eigene Sicherheit solltest du in diesem Fall aber auch bedenken.
     
    #13
    Zuletzt bearbeitet: 14 November 2017
    User 87146, 14 November 2017
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  14. User 135804
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    Ganz allgemein: Wer mich vor so eine Wahl stellt, hat in meinem Leben nichts verloren. Und bevor es jetzt heißt, man breche den Kontakt zu Familienmitgliedern nicht einfach ab: Ich habe genau das schon hinter mir und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
    Vllt solltest du dich fragen, was eine solche Familie wert sein kann... Nicht immer ist Blut dicker als Wasser.
    Damit du aber nicht um deine Sicherheit bangen musst, würde ich wohl an deiner Stelle schauen, ob es für solche Fälle nicht eine Beratungsstelle gibt.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 November 2017 ---
    So ein Unsinn! Natürlich kann sie sich auch gegen ihre Familie entscheiden - bzw hat ihre Familie ja schon entschieden, dass sie nix mit ihr zu tun haben wollen, wenn sie ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen lebt. Und da sollte man sich mMn fragen, ob man ohne diese Menschen nicht besser dran ist.
     
    #14
    User 135804, 14 November 2017
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  15. pipilotta
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    Ich weiß überhaupt nicht was ich dazu sagen soll.

    Es liegt absolut fernab von meiner Vorstellungskraft.
    Dennoch würde ich mich persönlich für MICH und MEINE Zunkunft entscheiden, weil ich diese Werte entsprechend vertreten und mit mir vereinbaren kann.

    Ich wünsche dir viel Kraft bei der Entscheidung. Ich wünschte, ich könnte mehr helfen, aber dafür müsste ich in dieser Gemeinschaft geboren worden sein.
     
    #15
    pipilotta, 14 November 2017
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  16. User 71015
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    Ich kann auch nur meine Sichtweise als Nichtbetroffene schildern. Bei so einer Entscheidung hätte für mich immer die Seite das Nachsehen, die mich zu der Entscheidung drängen will...

    Erfahrungsgemäß bleiben Eltern auch nicht ewig stur. Wenn sie ihr Kind verstoßen, ist das etwas, was auch sie schmerzt und ich habe schon sehr oft gehört, dass sie das einige Jahre später bereuen und doch wieder auf die Kinder zugehen...
    Darauf würde ich bauen und hoffen und dann meinen eigenen Weg gehen...
     
    #16
    User 71015, 14 November 2017
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  17. User 107106
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    Liebe TS solltest du diesen Schritt wirklich wagen, wäre es klug, wenn du dies mit Hilfe einer Organisation tust, die dich begleitet. Ich weiß nicht, ob es spezielle Orgas für Jesiden-Aussteiger gibt. Ich kenne diese auch nur im christlichen Kontext, sprich für Konvertiten. Diese finden sich oft zusammen und bilden eine Ersatzfamilie.

    Ich will kein Salz in die Wunden streuen, frage aber noch mal konkret: Musst du Gewalt oder schlimmeres von Angehörigen befürchten? Als Deutscher sagt es sich so leicht, dass man dann eben die Eltern “verlassen“ soll.

    Das hat mein Mann mit Anfang 20 auch gemacht, quasi-Kontaktabbruch und Ausstieg aus der Religionsgemeinschaft der ganzen Familie. Das tat ihm scheiße weh, aber er musste keine Angst vor Übergriffen jeglicher Art haben. Außerdem war war es nie ein totaler Kontaktabbruch.

    Ich kann dir Kontaktdaten zu christlichen Beratungsstellen geben, aber ich glaube, das ist nicht ganz was du suchst, oder?
     
    #17
    User 107106, 14 November 2017
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  18. User 71015
    User 71015 (36)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    vergeben und glücklich
    Ich könnte mir vorstellen, dass man da zumindest weitere Kontaktmöglichkeiten zu Hilfsangeboten herstellen kann, die spezieller zu ihrer Glaubensgemeinschaft passen.
     
    #18
    User 71015, 14 November 2017
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  19. Fessler
    Öfters im Forum
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    89
    Verheiratet
    Das ist leicht gesagt, wenn man in einem Kulturkreis aufgewachsen ist, wo das Individuum mehr zählt als die Gemeinschaft.
     
    #19
    Fessler, 14 November 2017
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  20. Sara54
    Sara54 (26)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    Single
    Also hierzu kann ich mit 100% Sicherheit sagen, dass mir keine physische Gewalt droht. Ganz außer Frage. Aber die Frage ist berechtigt. Ehrenmorde innerhalb der yezidischen Gemeinde gab es auch schon.

    Hey Fessler,
    mein Vater war und ist immer noch die letzte und einzige Hoffnung die ich habe. Ich habe aber Angst das Gespräch zu suchen. Ich hatte beim letzten Mal große Probleme seine Sichtweise zu verstehen. Seine Aussagen wirkten sehr politisch und emotionslos.

    Ich habe kaum bis gar keine Freunde in der yezidischen Welt. Ich war nie groß in diesen Kreisen unterwegs. Ich kenne eine Großcousine von mir die vor 17 Jahren einen deutschen Mann geheiratet hat. Sie leben heute mit Haus und Kind glücklich im selben Dorf wie wir und ihre Brüder. Ihre Mutter redet nur leider bis heute nicht mit ihr. Was sie mir erzählt hat, was sie durchmachen musste, um heute behaupten zu können sie sei glücklich, war ein Horrortrip und hat sie psychisch kaputt gemacht. Das macht mir Angst, da ich emotional und psychisch nicht der stabilste Mensch bin.

    Ich tendiere eher dazu, mich für mich zu entscheiden. Nicht für meinen Freund. Er soll wissen, dass nicht er der Grund wäre und das selbst wenn unsere Beziehung irgendwann nicht mehr existieren sollte, ich ihm keine Vorwürfe machen würde. Ein Dach über den Kopf habe ich bei meinem Freund. Ich habe gar keinen Bezug und Freundschaften zu Yeziden. Meine Freunde sind bunt gemischt :smile: Aus allen Nationen und Religionen und repräsentieren eigentlich genau mich: Ich liebe alle Menschen.
    Falls ich mich gegen meinen Freund entscheide, werde ich wohl bei meinen Eltern wieder leben, weil mein Freund und ich uns auch gerade selbstständig machen und unser eigenes Business aufbauen. Ich würde wahrscheinlich Jahre brauchen um das Ganze zu verarbeiten und einen Hass gegenüber meinen Eltern entwickeln. Gleichzeitig frage ich mich WO ich überhaupt einen Yeziden "finden" soll. Wir sprechen hier von ca. 50.000 Menschen in ganz Deutschland. Dazu kommt noch das Kastensystem. Ich lebe seit Jahren dort wo es keine Yeziden gibt und neuerdings lebe ich in Holland. Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und "suchen" tue ich sowieso nicht. Also nein, es ist keine Alternative :smile: Ich vertrete all die religiösen Traditionen und Ritualien nicht. Jungfräulich in die Ehe, in die Familie des Mannes einheiraten und dann für immer unter den Fittichen der Schwiegereltern leben? u.v.m. Meinen Kindern das selbe antun? Eine Alternative wäre es, gar keine Familie zu gründen.
    Sie denken aber es sei meine Entscheidung und stellen es so dar. Das gibt mir natürlich ein schlechtes Gefühl. Ich glaube auch für Eltern gibt es nichts Schlimmeres, wenn sich das Kind gegen die Eltern entscheidet. Denn so sieht es in ihrer Realität aus.... leider.
    Hoffnung ist das Einzige was mich am Leben halten würde. Vor allem wie sollte ich ganze Jahre ohne meine Eltern aushalten? Es ist irgendwo Mord...
    Nein ich bin de älteste von 3 Töchtern. Meine Jüngere Schwester steht zu 100% zu mir, lebt aber zur Zeit in Amerika.

    Caelyn genau das versuche ich mir jeden Tag bewusst zu machen. Ich darf mir niemals Vorwürfe diesbezüglich machen....super schöne Antwort übrigens. Du hast genau beschrieben, wie es ist und ich mich fühle. Danke!
    Sehr wichtige und gute Fragen die ich mir selber stellen muss. Ich weiß was ich möchte und wo ich hin will. Es ist aber nicht vereinbar mit meinen Eltern... Ich sehe meine Eltern ganz klar in meiner Zukunft. Ich frage mich auch wann genau der richtige Zeitpunkt ist, mit offenen Karten zu spielen. Wann soll ich den großen Schritt wagen und aufhören mit meinem Vater um den heißen Brei zu reden. Momentan habe ich mir vorgenommen die Sache (Konfrontation) nach hinten zu schieben.

    Ich bin ein relativ sturer und dickköpfiger Mensch. Ich würde es wagen jede Woche vor ihrer Haustüre zu stehen und zu klingeln. Ob sie mir aufmachen ist was anderes. Auch würde ich meinen Eltern eine Hochzeitseinladung z.B. schicken. Vielleicht würden sie das ganze auch respektlos finden, aber ich bleibe dabei, dass ich niemanden aus meinem Leben stoße.

    Um meine Sicherheit (und die meines Freundes) muss ich mir auf keinen Fall sorgen machen! Gott sei dank... Hätte auch schlimmer sein können.
    Ich habe bereits mit einer Beratungsstelle gesprochen. Es ist ganz nett sich dort auszuheulen, aber mir wirklich helfen konnte keiner. Mir wurde geraten erstmal mit der Entscheidung zu warten. Auf meine zentrale Frage: "Ob Ihrer Erfahrung nach Frauen ohne Familie glücklich geworden sind, konnte natürlich nicht mit einem "Ja" beantwortet werden. Ich will auch gar nicht ohne :frown:

    LULU1234
    Wie bereits erwähnt, muss ich mir wirklich keine Sorgen bezüglich meiner Sicherheit machen. Die Yeziden sind so rar hier und das Thema wird auch so sehr tabuisert, dass man gar nicht mitbekommt wer und wie viele Yeziden ihre Familie verlassen (müssen). Sonst hätte ich gerne dort den Kontakt gesucht. Zu Betroffenen.
    Ich war selber Mitglied in der Organisation für Ex-Muslime, weil ich mich schon immer für andere stark machen wollte, die einen anderen Weg einschlagen als der der ihnen vorgeschrieben wird.
    Super lieb von dir, aber ich möchte als Anti-Religionen-Mensch keine Religion oder religöse Institution für meine Zwecke ausnutzen. Trotzdem vielen Dank.
    Ich denke darüber nach, ob ich mich von einer Organisation begleiten lasse. Ansonsten brauche ich danach so oder so professionelle psychische Hilfe. Ganz ohne Frage.



    Vielen lieben Dank für eure Antworten und
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 14 November 2017 ---
    Genau, Kollektivismus vom Feinsten.
     
    #20
    Sara54, 14 November 2017

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