Warum verstehen viele meine Sehnsucht nach einer Freundin nicht?

Dieses Thema im Forum "Liebe & Partnerschaft" wurde erstellt von WulfricD, 2 März 2012.

  1. WulfricD
     

    WulfricD Öfters im Forum

    26 Jahre
    Single
    Hallo euch allen,

    im Laufe der Diskussionen, die ich hier und anderswo hatte, ist mir aufgefallen, dass viele Forenmitglieder nicht wirklich verstehen, warum ich mich nach einer Freundin sehne. Ich bin gesund, im Studium sehr gut, in einer intakten Familie aufgewachsen und kann mich auf die Unterstützung meiner Familie, in moralischen wie in finanzieller Hinsicht, verlassen. Es geht mir gut, habe also allen Grund, glücklich zu sein. Warum verstehen viele Leute nicht, dass das nicht so einfach ist, dass all das nicht genügt, um glücklich zu sein?

    Natürlich geht es mir besser, als einem Großteil der Menschheit. Man kann sich allerdings nicht nur mit denjenigen vergleichen, denen es schlechter geht. Es gibt nämlich auch vielen Leuten, denen es besser geht, und natürlich möchte man zu denen gehören. Außerdem ist man nicht unbedingt glücklich, weil es einem materiell gut geht. Ich habe in meiner Familie zum Beispiel eine Person, der es an sich sehr gut geht: Sie hat einen sehr gut bezahlten Job, fährt mehrmals im Jahr in Urlaub und ist auch gesund. Sie lebt aber alleine, und man sieht ihr aber an, dass sie das unglücklich macht: Bei Familienfesten ist sie immer schlecht gelaunt, sie scheint Menschen, die glücklich in einer Beziehung leben, ihr Glück nicht wirklich zu gönnen, usw. Genau so will ich eines Tages nicht sein. Umgekehrt kenne ich eine Familie, die permanent finanzielle Sorgen hat, in der beide Eheleute einen prekären Job haben, aber: Beide sind sehr glücklich. Sie lieben sich, haben mehrere Kinder, helfen gerne Anderen, usw.

    Solange ich bei meinen Eltern gewohnt habe, habe ich mir überhaupt keine Gedanken über die Zukunft gemacht. Natürlich wusste ich, dass ich eines Tages selbstständig werden würde, aber der ganzen Konsequenzen, die das hat, bin ich mir erst nach dem Umzug in meine erste Wohnung bewusst geworden. Wenn ich jetzt nach dem Tag in der Uni in meine Wohnung komme, gibt es niemand mehr, der auf mich wartet, auch am Wochenende bin ich alleine. Ich habe zwar mehrere Freizeitaktivitäten, denen ich alleine nachgehe und dir mir trotzdem unheimlich viel Spaß machen, aber irgendwie fehlt mir etwas. Dieses „etwas“ ist ein Privatleben, das seinen Namen verdient. Es reicht nämlich nicht, gut im Studium zu sein. Nehmen wir mal an, ihr kriegt einen guten Job: Was passiert aber, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen diesen Job verliert oder ihn nicht mehr ausüben könnt? Was passiert, wenn ihr in Rente geht? Wenn ihr kein richtiges Privatleben habt, steht ihr ohne nichts da. Und ein solches Privatleben besteht nun mal nicht nur aus Hobbys, sondern auch und vor allem aus sozialen Kontakten und aus einer Familie.

    Was hat nun die Freundin damit zu tun? Nun, Liebe ist ein wunderschönes Gefühl – ein Gefühl, das ich schon ein paar Mal empfunden habe, auch wenn es bisher nie erwidert worden ist. Warum können viele nicht verstehen, dass ich dieses Gefühl, das positivste überhaupt, empfinden und mit jemandem teilen möchte? Auch da möchte ich nicht missverstanden werden: Natürlich darf man sein Glück nicht von einer Beziehung abhängig machen. Sonst ist es nämlich wie bei dem von mir angeführten Beispiel mit dem Job: Sollte die Beziehung in die Brüche gehen, stünde man ohne nichts da. Andererseits sehne ich mich aber nach einer Person, mit der ich durch so ein starkes Gefühl wie Liebe verbunden bin, mit der ich mein Leben teilen kann. Darauf erhoffe ich mir natürlich auch, dass ich glücklicher werde als jetzt.

    Man hat mir auch oft gesagt, dass ich nicht krampfhaft nach einer Freundin suchen darf. Besagte Personen haben natürlich Recht, aber ohne es erzwingen zu wollen, muss man doch etwas dafür tun. Wenn man passiv zu Hause bleibt und darauf wartet, bis es sich eines Tages ergibt, kann man lange warten! Auch deshalb versuche ich, mehr auszugehen, meinen Freundes- und Bekanntenkreis zu erweitern, usw. Jahrelang habe ich mich nämlich nur auf mich selbst und auf meine Zufriedenheit konzentriert: Es hat nahezu perfekt geklappt, ich war als Einzelgänger auch sehr glücklich, aber diese Art des Lebens hat es mir unmöglich gemacht, eine Freundin zu finden. Und natürlich muss ich auch lernen, meine natürliche Schüchternheit zu überwinden. Das heißt: Ich muss doch aktiver werden. Und genau das tue ich zur Zeit. Oder seht ihr das anders?

    Und schließlich: Ist es wirklich so schwierig, zu verstehen, dass man als unglücklicher Single auf glückliche Paare neidisch ist? Es ist nämlich so, dass das Glück seiner Freunde einen auf schmerzhafte Weise daran erinnert, dass man mit seinem eigenen Leben unzufrieden und unglücklich ist. Wenn ich mit einem befreundeten Paar unterwegs bin und sehe, wie glücklich die beiden sind, ist das so, als ob man Salz in eine tiefen und schmerzhafte Wunde streuen würde. Dabei gönne ich ihnen ihr Glück wirklich von ganzem Herzen.

    Vielleicht haben einige von euch Lust, eure Meinung zu diesem Thema zu geben und sich mit mir darüber zu unterhalten. Ich freue mich jedenfalls auf eure Antworten!

    Schöne Grüße,

    Albus
    feder hat sich hierfür bedankt.
  2. simon1986
     

    simon1986 Beiträge füllen Bücher

    28 Jahre
    vergeben und glücklich
    Als lang hab ich heute nicht mehr Zeit, ich gehöre ins Bett ;)

    Ganz sicher kann ich dich verstehen.Ich denke die meisten hier können dich verstehen! Der Rat nicht krampfhaft nach einer Partnerin zu suchen heisst nicht, dass man dich nicht versteht!

    Ich spüre auch als Verliebter, dass Singles unter Verliebten oder sonst "Verpartnerten" oft unglücklich sind. Weil das Verliebtsein so öffentlich gezeigt wird, kann das weh tun. Das Glück von Verliebten ist ein Glück, das sie nicht mit aussen stehenden teilen.
    Ich weiss auch von Paaren, die das Interesse an befreundeten Sinlges verlieren, zum Teil auch weil sie die (echte oder vermeintliche) Unzufriedenheit dieser Singles befürchten.

    Trotzdem,kopf hoch! Ich verstehe dich.
    SchafForPeace hat sich hierfür bedankt.
  3. DSCH
     

    DSCH Meistens hier zu finden

    26 Jahre
    Verliebt
    Hey!

    Nur ein paar lose Gedanken zu später Stunde...

    Ich denke, mit dem oft wiederholten Ratschlag "nicht krampfhaft zu suchen" ist in der Regel nicht gemeint, einfach so weiterzumachen und darauf zu warten, daß einem alles von selbst zufliegt - natürlich nicht. Der Punkt ist eher, daß man Gefahr läuft, mit seinem überschäumenden Bedürfnis nach Liebe die entsprechende Person selbst gar nicht selbst zu "meinen", und sich aus, naja, Verzweiflung auf die nächstbeste Frau stürzt, einfach nur weil sie Interesse zeigt - ohne zu merken, daß es gar nicht um sie als Individuum geht. Darüber hinaus wird man dann auch dazu neigen, diese eine Frau, bei der es mal geklappt hat, um jeden Preis halten zu wollen und letztendlich zum einzigen Lebensmittelpunkt zu machen. Daß eine solche Herangehensweise zum Einen meist ohnehin schon ganz am Anfang ziemlich abschreckend wirkt, und ansonsten sicher keine besonders zukunftsträchtige Basis für eine erfüllende Partnerschaft darstellt, liegt wohl auf der Hand. Das ist also die eigentliche Botschaft, selbstverständlich darfst und solltest Du irgendetwas tun, aber wenn es zu einem alles überschattenden Zwang wird, geht das bestimmt nach hinten los. Vermutlich will man Dich davor warnen.

    Ein anderer Aspekt ist, daß man - no offence! - ohne die entsprechende Erfahrung schon gemacht zu haben vielleicht ein etwas zu idealistisches Bild entwickelt. Und der Zeitpunkt, zu dem man eine Freundin findet und überhaupt alle Probleme verschwinden und sich alles in Wohlgefallen auflöst...den wird es nicht geben. Auch in einer Beziehung tauchen, mal mehr, mal weniger, Schwierigkeiten auf: Momente, an denen man an den eigenen oder den Gefühlen des anderen zweifelt, an denen sich unerwartete Differenzen zeigen und eher unschöne Eigenschaften des anderen, mit denen man erstmal lernen muß umzugehen, usw. usf. Und manch einer hat gerade eine verdammt anstrengende Beziehung hinter sich und freut sich wieder auf das Singleleben, so jemandes Verständnis für Deine Sehnsucht wird sich dann eben in engen Grenzen halten ;)
    Hryna hat sich hierfür bedankt.
  4. User 110416
     

    User 110416 Sorgt für Gesprächsstoff

    22 Jahre
    Single
    also bei mir ist eig ziemlich das gleiche problem.
    mir gehts genauso wie dir, und ja es ist schrecklich!
    mich versteht auch keiner, oder sie denken was ganz falsches von mir, wobei ich nur die richtige fürs leben finden möchte

    das ist echt schade!!!

    du bist hier nicht der einzige ;)
  5. User 115625
     

    User 115625 Verbringt hier viel Zeit

    24 Jahre
    nicht angegeben
    Sehr guter Post meines Vorvorposters. Ergänzend bringe ich es nochmal kurz auf den Punkt:

    Du projizierst das Ende deiner Minderwertigkeitsgefühle und anderer Defizite auf das Finden einer Freundin. Solltest du eine finden projizierst du das dann in deine Freundin. Wenn sie dich dann verlässt bist du total am Ende, weil du dich dann noch leerer fühlst als vorher. Dann wirst du in irgendein Forum gehen, und einen neuen, noch schlimmeren Jammerthread eröffnen.

    Wird nicht so klappen, wie du dir das vorstellst.

    Arbeite lieber an dir und deinen Problemen, statt dich nach einer Freundin zu verzehren. Die kommt dann von ganz allein.

    Grüße,

    Ali Mente
    caotica hat sich hierfür bedankt.
  6. User 91095
     

    User 91095 Planet-Liebe ist Startseite

    nicht angegeben
    Die Sehnsucht nach einer Freundin kann ich nicht verstehen, wohl aber die Sehnsucht nach Nähe, danach, jemandem am eigenen Leben teilhaben zu lassen und selbst teilzuhaben, die Sehnsucht danach, die eigenen Luftschlösser mit jemandem erfüllen zu können, die Sehnsucht nach dem Hormoncocktail der Endorphine, die man beim Verliebtsein verspürt. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn vieles davon letztendlich nur Illusion im eigenen Kopf ist, die Projektion deiner eigenen Wünsche, die du in eine andere Person hineininterpretierst. Du willst eigentlich nicht mehr als das Gefühl zu haben, geliebt zu werden/nicht auf Ablehnung zu stoßen. Letztendlich ist Verliebtheit doch nur eine Illusion, die viele Menschen haben, wenn sie in einer Partnerschaft sind, oftmals Illusion zweier Menschen. Das führt dann zu Krach, wenn man drauf kommt, dass die Illusionen unterschiedlich gestaltet sind. Manchmal ist es Illusion eines Menschen und Bequemlichkeit des anderen. Das führt dann zu Krach, wenn es dem einen irgendwann bewusst wird. Und ist die Beziehung dann mal irgendwann vorbei, tritt früher oder später gnadenlose Ernüchterung ein. Und zerbricht die Beziehung nicht, dann ist es oft so, dass der Hormoncocktail irgendwann von Vertrautheit und Gewohnheit abgelöst wird. Das nennt man den Übergang von Verliebtsein zu Liebe. Klingt toll, nicht wahr? ;)

    Nun gut, ist ja auch egal. Was ich dir nur sagen will: Das, wonach du Sehnsucht hast, existiert in den meisten Fällen gar nicht. Trotzdem streben viele danach oder denken, sie hätten es gefunden. Ist ja auch berechtigt. Jeder soll seine Erfahrungen machen dürfen, auch du sollst sie machen dürfen, deswegen ist deine Sehnsucht berechtigt. Aber glaube nicht, dass du deine Sehnsucht stillen kannst, allein dadurch, dass du eine Freundin findest. Trotzdem kann ich natürlich nur dazu raten, zwischenmenschliche Beziehung verschiedenster Art zu pflegen. Dadurch lernt man nämlich ungemein viel über sich selbst, was niemals verkehrt sein kann. Und ja, man kann zu zweit schöne Dinge machen. Das stimmt natürlich auch ;)
    Schweine Backe hat sich hierfür bedankt.
  7. Esteria
     

    Esteria Sorgt für Gesprächsstoff

    25 Jahre
    nicht angegeben
    Also eigentlich sollte es dir doch nicht wichtig sein, ob jemand deine Sehnsucht versteht oder nicht?!:hmm: Mach dein Wohlgefühl doch nicht abhängig von den Meinungen der Anderen! Entweder jmd versteht einen oder nicht und wenn nicht auch egal...
    Unabhängig davon denke ich nicht, dass dich niemand versteht - im Gegenteil - sie wollen dir helfen, aber da wo du emotional grad bist "hörst" du es nicht und kannst es dementsprechend auch nicht verinnerlichen.
    Wenn ich traurig bin und weine, dann kann mich - wenn überhaupt - nur ein Mensch trösten, dem es in dem Moment emotional besser geht und der aufbauende Worte parat hat und nicht da sitzt und mit mir heult. So ähnlich ist es mit den Menschen, die dir eben hier Tipps geben, viele verstehen dich, aber bemitleiden bringt eben nichts.

    Und was ist das für ein Leben, wenn man sich selbst sagt: "Ich kann nur dann glücklich sein, wenn das und das eintrifft!" Es ist nicht leicht, und für die meisten Menschen einfach unmöglich, unabhängig der Umstände glücklich und zufrieden zu sein, aber für mich persönlich ist es die wichtigste Eigenschaft im Leben. Entweder du schaust, dass du auch ohne Freundin im JETZT glücklich wirst, oder du "verzweifelst" weiter...es ist dir überlassen und das ist es ja, du hast die Wahl, du musst nicht an dieser Sehnsucht leiden, es kann auch eine schöne Sehnsucht sein, z.B. dann wenn man Vorfreude spürt und geniesst.
    Ich denke du bist grad auf dem Weg dahin eine wundervolle Frau kennen zulernen, aber verbau dir nicht den Weg dahin mit niederschmetternden Gedanken und Traurigkeiten, denn dann stehst du dir selbst unnötig im Weg und dann dauert der Weg länger...
  8. WulfricD
     

    WulfricD Öfters im Forum Themenstarter

    26 Jahre
    Single
    Vielen Dank für eure Antworten! Das sind ja richtig viele geworden!

    Eigentlich ist es nicht so, dass ich unglücklich bin, wenn ich mit Paaren oder Verliebten unterwegs bin. Da die überwältigende Mehrheit meiner Freunde und Bekannten glücklich verliebt ist, wäre ich sonst die ganze Zeit unglücklich. Es ist aber vielmehr so, dass ich sehr glücklich bin, wenn ich mit ihnen etwas unternehme – weil es eben meine Freunde sind und ich mich mit ihnen sehr gut verstehe. Die Phase der Deprimiertheit kommt eigentlich erst danach. Natürlich tut es aber weh, wenn ich mit einem Paar unterwegs bin und sehe, wie sich beide küssen, verliebt ansehen, usw. Auch wenn ich ihnen ihr Glück von ganzem Herzen gönne, werde ich in solchen Momenten richtig neidisch und traurig.

    Hoffentlich verhalten sich meine Freunde anders, denn sonst stehe ich bald ganz alleine da: Wie gesagt habe ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis fast nur Liebespaare. Wenn sie sich von mir distanzieren würden, nur weil ich Single bin, wäre ich wirklich am Boden zerstört und würde es nicht aushalten, denn meine Freunde bedeuten mir wirklich sehr viel. Ich habe zwar nicht extrem viele, aber dafür sind es zum großen Teil wirklich gute Freunde.

    Ich muss besagte Personen falsch verstanden haben, denn das würde ich so auch unterschreiben. Allerdings denke ich nicht, dass ich Gefahr laufe, so krampfhaft nach einer Freundin zu suchen, und dass obwohl ich mir (fast) nichts sehnlicher würde und auch ziemlich ungeduldig bin. So verzweifelt bin ich nämlich doch noch nicht. ;) Außerdem weiß ich genau, dass mich eine auf diese Weise zustande gekommene Beziehung auf Dauer nicht glücklich machen würde. Das macht die Sache für mich allerdings noch schlimmer, weil ich mir sage, dass die Chance, die richtige Frau zu finden, so gesehen beinahe gleich null ist. In meinem Leben habe ich mich bisher lediglich in 3 bis 4 Mädchen/Frauen wirklich verliebt – der Rest war nichts anderes als jugendliche Schwärmerei. Das Problem ist aber, dass die Gefühle dann ausgesprochen stark sind: Wenn besagte Frau also schon vergeben ist, bin ich wirklich am Boden zerstört. Und es kann durchaus sein, dass ich mich danach jahrelang nicht verliebe. Zwischen meinem 15. und meinem 23. Jahr habe ich mich beispielsweise kein einziges Mal verliebt. Der Gedanke, dass es noch einmal so lange dauert, bis es wieder passiert, deprimiert mich vollkommen. Ich sage mir zu Recht oder zu Unrecht, dass ich die Chancen, die passende Frau zu finden, dadurch zu steigern, dass ich mit möglichst vielen Frauen zusammenkomme. Ich bin da zwar erst ganz am Anfang, aber bisher waren alle Frauen, die mir eventuell hätten gefallen können, bereits vergeben. Besonders ermutigend ist das nicht gerade…

    Ich habe aber auch Angst, dass sich meine bisherigen Enttäuschungen zu einer Verbitterung entwickelt, die es mir unmöglich macht, zu lieben. Verstehst du, was ich meine?

    Das ist mir durchaus bewusst. So naiv bin ich trotz meiner fehlende Erfahrung auf diesem Gebiet schon lange nicht mehr. Allerdings sind für mich die Vorteile einer Beziehung trotz einiger Probleme größer, als diejenigen des Singlelebens. Wenn es nicht so wäre, gäbe es wohl kaum noch Liebespaare, oder? ;)



    Es tut gut, zu sehen, dass es andere Menschen gibt, die das gleiche empfinden, wie ich. Und ich wünsche dir, dass du möglichst bald die Richtige findest!

    Tut mir Leid, aber kennst du viele Menschen, die nicht „total am Ende sind“, wenn sie von ihrem Partner, den sie geliebt haben, verlassen werden?

    Um aber auf den ersten Teil deiner Aussage zu antworten: Du hast mich, glaube ich, nicht ganz richtig verstanden. Es ist nämlich nicht so, dass ich mir von einer Beziehung erhoffe, dass sie alle meine Probleme wie durch Magie verschwinden lässt. Das wäre ziemlich naiv von mir. Auf dem Gebiet der Liebe würde ich durch das Finden einer Freundin aber auf jeden Fall mehr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gewinnen. Genau so wie ich durch Erfolgserlebnisse im Studium auf dem Gebiet der Studium erheblich an Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gewonnen habe. Vielleicht ist es bei Anderen anders, aber bei mir ist es sehr vom Gebiet abhängig. Und in der Liebe hatte ich in 24 Jahren nun mal kein einziges Erfolgserlebnis. Dass ich mich da minderwertig fühle, ist daher nicht sonderlich erstaunlich.

    Im Übrigen ist mir, wie bereits erwähnt, durchaus bewusst, dass es auch in einer Beziehung Probleme gibt (die gibt es nämlich überall und ständig), aber wenn man den Partner wirklich liebt, können diese auch gelöst werden.

    Stell dir vor, an mir und an meinen Problemen arbeite ich bereits: Vor Kurzem habe ich begonnen, mehr Sport zu treiben, um mich in meinem Körper wohler zu fühlen (ich bin zwar sehr schlank, für meinen Geschmack aber bei Weitem nicht kräftig genug); außerdem habe ich angefangen, mehr auszugehen, sei es mit Freunden/Bekannten zusammen, oder alleine (zum Beispiel ins Kino); und schließlich habe ich begonnen, meine Ängste zu überwinden und mehr auf andere Leute zuzugehen und mich auf sie einzulassen. Ich bin zwar bei Weitem noch nicht da, wo ich sein möchte, aber zumindest habe ich angefangen, mich und mein Leben zu verändern.

    Im Gegensatz zu deiner Behauptung kommt die Freundin aber nicht von ganz alleine. Wenn man passiv zu Hause bleibt und darauf wartet, bis es sich eines Tages ergibt, kann man lange warten! Jahrelang habe ich mich nämlich nur auf mich selbst und auf meine Zufriedenheit konzentriert: Es hat nahezu perfekt geklappt, ich war als Einzelgänger auch sehr glücklich, aber diese Art des Lebens hat es mir unmöglich gemacht, eine Freundin zu finden. Aber du bist bestimmt vergeben oder gar nicht an einer Beziehung interessiert, sonst würdest du nämlich nicht sagen, dass die Freundin von ganz alleine kommt.

    Wenn ich ein paar Gründe nennen sollte, warum ich mich nach einer Freundin sehne, wären es folgende:

    1. Irgendwie sehne ich mich danach, mein Leben mit einer anderen Person teilen zu können. Der Mensch ist tatsächlich nicht dafür geschaffen, alleine zu leben. Wenn ich mich mit befreundeten Paaren treffe und beobachte, wie glücklich beide miteinander sind, weiß ich: Genau das möchte ich auch. Bis vor wenigen Jahren hat es mich überhaupt nicht gestört, Single zu sein. Ich habe mich aber verändert.

    2. Derzeit übernehmen meine Freunde in gewisser Weise diese Rolle. Auf Dauer kann das für mich nicht befriedigend sein, weil eine Freundschaft nie so intensiv sein kann wie eine Liebesbeziehung. Außerdem sieht man seine Freunde nach dem Studium bei Weitem nicht mehr so oft wie vorher. Wenn man keinen Partner hat, hat man dann niemanden mehr. Selbst wenn man viel Sport treibt, um die ganze Welt reist, Mitglied in zahlreichen Vereinen ist, usw.: Das reicht nicht, um glücklich zu sein.

    3. Ich habe alle Möglichkeiten, die das Single-Leben bietet, erschöpft. Oder zumindest machen sie mich nicht mehr glücklich.

    4. Auch wenn ich im Moment dafür noch nicht bereit bin und dazu auch keine Lust habe, möchte ich irgendwann eine Familie gründen.

    5. Und last but not least: Liebe ist ein wunderschönes Gefühl – ein Gefühl, das ich auch mal empfinden möchte.

    Ich würde nicht sagen, dass ich nicht mehr als das will. Das würde mich nämlich nicht sehr lange befriedigen.

    Das war jetzt zwar ironisch von dir gemeint, aber so schrecklich ist die Vorstellung gar nicht. Es ist ja logisch, dass das Verliebtsein nicht ewig anhalten kann. Und Vertrautheit ist ja auch etwas Positives.

    Ich sage es immer wieder: Wenn es so schrecklich wäre, in einer Beziehung zu leben, gäbe es wohl kaum so viele Liebespaare auf der Welt, die auch nach Jahren noch bestehen.

    Du hast natürlich vollkommen Recht, aber um „zwischenmenschliche Beziehung verschiedenster Art“ pflegen zu können, muss ich auch die richtigen Personen kennenzulernen. Ich nehme beispielsweise an, dass die Liebe auch dazu gehört. Um eine solche Beziehung zu pflegen, müsste ich aber erst eine Freundin finden. ;)

    Es ist ja auch nicht so, dass ich mein Wohlbefinden von der Meinung der Anderen abhängig machen würde. Wenn ich aber auf einem Forum unterwegs bin, wohlwissend, dass es keineswegs repräsentativ ist, und immer nur auf Unverständnis stoße, fange ich doch an, mich in Frage zu stellen. Das liegt wohl an meinem mangelnden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

    Im richtigen Leben ist es so, dass mit Meinungen von Fremden oder von Leuten, die mir nicht sehr viel bedeuten, eigentlich vollkommen egal sind. Wenn aber Freunde oder allgemein Menschen, die mir sehr viel bedeuten, mich kritisieren oder Unverständnis für meine Situation zeigen, kann mich das nicht ungerührt lassen.


    Da hast du vollkommen Recht! Ich will auch gar nicht bemitleidet werden: Irgendwie hat das etwas Entwürdigendes. Foren wie dieses besuche ich eigentlich nur, um Tipps und Ratschläge zu bekommen. Fremden ihre Meinung zu fragen, kann immer sehr hilfreich sein.

    Ich versuche auch, ohne Freundin glücklich zu werden. Jedenfalls arbeite ich daran: Ich treibe mehr Sport, gehe mehr aus, habe mir eine neue Wohnung gesucht, habe meinen Kleidungsstil ein wenig geändert, usw. Aber im Moment habe ich meine Ziele bei Weitem noch nicht erreicht.

    Bist du Hellseherin? ;)
  9. Esteria
     

    Esteria Sorgt für Gesprächsstoff

    25 Jahre
    nicht angegeben
    OK!!!

    Mir fällt auf, dass egal was man sagt, immer ein "aber" und "ich bin ja nicht verzweifelt" folgen, aber ganz ehrlich, wenn du nicht verzweifelt und deprimiert wärst, würdest du nicht soviel Zeit damit investieren, zu schreiben warum du unbedingt eine Freundin brauchst/willst whatever...

    Dann denk diesen verfluchten Gedanken nicht! Die Vergangenheit hat nichts mit der Zukunft zutun, ausser du lässt es zu und dabei sagst du doch das :
    Also bist du doch auf dem richtigen Weg oder nicht?! Mehr kannste ja nicht machen...ausser dazu noch deinen Pessimismus nach und nach abzustellen!
    GENAU, arbeite daran - hab Vertrauen, arbeite irgendwie daran..anders wird das ganze Prozedere nur noch qualvoller..
    Ja bin ich! Wenn du die Ratschläge ohne "aber" verinnerlichst, wird irgendwann schon die Richtige kommen, lerne einfach davon auszugehen und wenn du nachschaust und sie immer noch nicht da ist, dann musst du dennoch Vertrauen haben, dass du grad auf dem richtigem Weg bist!

    Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg!

    PS: Darf ich fragen, was du dir eigentlich aus der Diskussion erhoffst? Verständnis? Hilfe? Gleichgesinnte zu finden?
  10. User 91095
     

    User 91095 Planet-Liebe ist Startseite

    nicht angegeben
    Du klingst so, als würdest du jetzt schon deinen Partner für's Leben suchen. Mit dieser Einstellung setzt du nicht nur dich, sondern auch potentielle Interessentinnen unter Druck. Das belastet nicht nur die Suche nach einer Freundin, sondern auch tatsächlich die Beziehung, wenn du dann mal eine hast.

    Hast du das? Ich glaube nicht. Wenn man solo ist, heißt das nicht, dass man alleine ist. Du bist alleine, weil du dich auf niemanden einlässt. Das naheliegendste für dich ist dann, das daran festzumachen, dass du keine Beziehung hast. Tatsächlich ist es aber vielleicht so, dass du einfach nur mal in den Arm genommen werden willst (machen das deine Freunde?), dass du Sex haben willst, dass du dich vielleicht sogar ausleben willst, wenn du könntest. Erst wenn du diese Sachen auch erlebt hast, kannst du sagen, du hättest alle Möglichkeiten des Single-Daseins erschöpft.

    Das ist momentan gar nicht relevant, aber du fühlst dich dadurch unter Druck gesetzt. Dadurch, dass bis jetzt noch nichts passiert ist, hast du Angst davor, dass es nie passieren wird.

    Woher weißt du das? Liebe kann auch sehr furchtbar sein. Meistens ist Liebe aber sowieso nur eine Lüge. Eine sehr schöne manchmal! Und manchmal schlagen die Herzen sogar tatsächlich gleich. Aber in den meisten Fällen ist es doch nur eine Mischung aus Hormonen, Pragmatismus, Alternativenlosigkeit und Gewohnheit (das muss aber deswegen nichts schlechtes sein).

    Nunja. Nicht notwendigerweise ;) Ich will dir deine Gedanken aber nicht ausreden. Ich will nur darauf hinweisen, dass das, was du suchst, vllt gar nicht eine Freundin ist, sondern einfach nur menschliche Nähe, gegenseitige Attraktion, Sexualität, Intimität, Vertrautheit. Wenn du dich jetzt unbedingt auf LIEBE versteifst, dann glaube ich, du hast das falsche Ziel vor Augen.
  11. WulfricD
     

    WulfricD Öfters im Forum Themenstarter

    26 Jahre
    Single
    Du hast mich nicht ganz richtig verstanden. Selbstverständlich deprimiert mich die Tatsache, dass ich mit fast 24 immer noch keine Freundin habe und auch nicht weiß, wie ich diesen Zustand in absehbarer Zeit ändern kann. Sonst würde ich, da hast du natürlich Recht, nicht in Internetforen meine Probleme schildern. Allerdings bin ich doch noch nicht so verzweifelt, dass ich mich beispielsweise auf die nächstbeste Frau stürzen oder mich auf Partnerbörsen anmelden würde. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. ;)

    Natürlich ist mir das bewusst, aber wenn du wüsstest, wie schwierig das ist! Wenn man auf einem Gebiet noch nie ein einziges Erfolgserlebnis verzeichnen konnte, ist es sehr schwierig, den Pessimismus wie du sagst abzustellen – zumal dann, wenn man von Natur aus kein Optimist ist. Auch Vertrauen ist so eine schwierige Sache: In Sachen Freundschaft habe ich beispielsweise so viel Enttäuschungen erlebt, dass es für mich sehr schwierig ist, mich auf neue Menschen einzulassen, ihnen zu vertrauen, weil ich dann immer Angst habe, es könnte eine weitere Enttäuschung folgen. Ich arbeite zwar daran, optimistischer zu sein und mehr zu vertrauen, aber es ist wirklich nicht einfach. Es handelt sich dabei um einen ausgesprochen langen Prozess, der im Übrigen aus Fort- und Rückschritten besteht.

    Ich weiß genau, dass das die richtige Einstellung ist und gebe mir auch wirklich Mühe, sie mir zu Eigen zu machen. Aber kannst du verstehen, dass es nicht einfach ist, wenn man mit 24 Jahren in Sachen Liebe kein einziges Erfolgserlebnis zu verzeichnen hat? Natürlich ist das im Moment noch kein Grund, die Hoffnung aufzugeben, aber es ist schon ein Hindernis zum Optimismus.

    Natürlich darfst du fragen, und du bekommst sogar eine Antwort. ;) Aus einer Diskussion wie dieser erhoffe ich mir zum Einen Tipps und Ratschläge von Menschen, die auf dem Gebiet mehr Erfahrung haben, als ich, und eventuelle Ähnlichen wie ich durchgemacht haben; zum Anderen hilft mir eine solche Diskussion, jedenfalls wenn die Beiträge qualitätsvoll sind (was hier meistens der Fall ist), dabei, meine Einstellungen, meine Herangehensweise und meine Lebensgewohnheiten kritisch zu hinterfragen: Der Vergleich mit Anderen kann sehr nützlich sein, um festzustellen, ob sein Scheitern nicht etwa auf sie zurückzuführen sind. Selbstverständlich ist es unmöglich, Andere einfach nachzuahmen – es ist nämlich äußerst wichtig, seine eigene Persönlichkeit zu berücksichtigen –, aber die Beiträge Anderer können zumindest als Denkanstöße dienen.

    Nun ja, mit 24 geht man an das Thema „Beziehung“ anders heran, als mit 16 oder 18: In diesem Alter denkt man natürlich noch nicht daran, einen Partner für das Leben zu suchen, man lebt viel mehr in der Gegenwart. Mit Mitte 20 ändert sich das ein wenig. Ich will gar nicht bestreiten, dass diese Einstellung auch daran liegen mag, dass es in meinem Bekanntenkreis einige Paare gibt, die genau in diesem Alter geheiratet haben. Fest steht aber, dass man sich mit Mitte 20 nicht mehr so viele Experimente leisten kann, wenn man beabsichtigt, eines Tages eine Familie zu gründen. Und auch wenn ich dafür zur Zeit überhaupt noch nicht bereit bin und auch keine Lust dazu haben, will ich damit nicht warten, bis ich 40 bin. Hinzu kommt, dass man es, solange man Student ist, viel leichter hat, einen Partner zu finden. Als Lehrer, werde ich nicht mehr mit viel Menschen zusammenkommen, die für eine Beziehung in Frage kommen: Je nach Schule ist der Altersdurchschnitt im Lehrkörper nämlich ziemlich hoch, und außer mit deinen unmittelbaren Kollegen, hast du lediglich mit deinen Schülern und deren Eltern Kontakt – und die komme für eine Beziehung wohl nicht in Frage. ;) Zu erwähnen ist weiterhin, dass man als Berufstätiger auch viel weniger aus, als vorher hat: Selbst wenn man selbst relativ viel Freizeit hat, sind seine Freunde und Bekannten so beschäftigt, dass man fast automatisch viel weniger ausgeht (alleine macht es ja auch weniger Spaß). Das führt schließlich dazu, dass man kaum noch die Gelegenheit bekommt, Frauen kennenzulernen – es sei denn, man ist Mitglied in irgendeinem Verein. Aber dafür muss man erstens Zeit haben und zweitens muss man einen Verein zu einem Thema finden, das einen interessiert.

    Vielleicht ist meine Befürchtung nichts anderes als ein Klischee. Sie entspricht aber zumindest meinen Beobachtungen in meinem Umfeld.

    Ich habe mich wohl ein wenig falsch ausgedrückt: So einsam bin ich nun auch wieder nicht. Es ist eher das Gegenteil der Fall: Ich habe noch nie so viele Leute getroffen, wie seit Jahresbeginn. Richtig gute Freunde habe ich dagegen nur sehr wenige. Dass das zumindest teilweise daran liegt, dass ich Schwierigkeiten habe, mich auf neue Menschen einzulassen, ist dagegen nicht falsch.

    Nun zu den einzelnen Punkten, die du angesprochen hast:

    • Von meinen Freunden will ich gar nicht in den Arm genommen werden. Ich würde mich dabei sehr unwohl fühlen. Im Übrigen tue ich meinen Freunden gegenüber fast immer so, als ob es mir sehr gut gehen würde. Zumindest spreche ich die Probleme, um die es hier geht, nie an. Und meistens ist es ja so, dass man nur in den Arm genommen wird, wenn es einem schlecht geht. In der Liebe ist es ganz anders.

    • Natürlich will ich auch mal Sex haben – ich bin ja kein asexueller Mensch. ;) Aber das könnte ich nur mit einer Frau, die ich wirklich liebe. Ich weiß, dass viele Menschen in meinem Alter, natürlich Männer, aber auch Frauen, da ganz anders denken und auch gerne sogenannte „One-Night-Stands“ haben, aber sowas ist nicht mit meiner Moral vereinbar. Damit du mich nicht falsch verstehst: Es stehen hier keine religiösen Gründe im Vordergrund, sondern für mich ist es eine Sache des Respekts gegenüber der entsprechenden Person. Und selbst wenn sie es auch will: Sex sollte man nicht auf diese Weise banalisieren.

    Fazit: Das sind Dinge, die ich als Single nicht erleben kann. Aber vielleicht kannst du mir mal erklären, wie du dazu stehst?

    In gewisser Weise widersprichst du dir selbst: Liebe kann allein deshalb keine „Mischung aus Hormonen, Pragmatismus, Alternativlosigkeit und Gewohnheit“ sein, weil sich die erwähnten Aspekte zum Teil ausschließen (Pragmatismus ist eine Sache des Verstands, auf Hormone hat man dagegen keinen Einfluss), und weil sie nicht gleichzeitig zum Ausdruck kommen können (wenn die Gewohnheit einsetzt, haben die Hormone schon lange nichts mehr zu sagen). Wenn man dich hört, hat man den Eindruck, dass man entscheiden kann, in wen man sich verliebt. So ist das aber nicht. Man sollte dabei stets den Unterschied machen zwischen Vernunft- und Liebesbeziehungen. Wenn es mir nur um eine Vernunftbeziehung ginge, könnte ich fast sofort eine Freundin haben: Es gibt nämlich genügend Leute in meiner Familie, die ein Interesse daran hätten, mich mit dieser oder jener Frau zu verkuppeln. Das interessiert mich aber nicht.

    Du sagst, dass Liebe meistens sowieso nur eine Lüge ist. Ist diese Aussage auf negative Erfahrungen deinerseits zurückzuführen? Wenn ich mir Liebespaare in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ansehe, die sich auch nach Jahren lieben, dann kann ich kaum glauben, dass Liebe nur eine Lüge ist, dass es sich hier lediglich um Pragmatismus und Gewohnheit handelt. Übrigens: Wenn allein Pragmatismus und Gewohnheit entscheidend wären, könnte man doch mit jeder x-beliebigen Person eine Beziehung anfangen, oder? Wenn es Liebe nicht wirklich gibt, könnte man eigentlich auch als Mann mit einem anderen Mann und als Frau mit einer anderen Frau eine Beziehung eingehen. Dann frage ich mich aber, was der Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft ist.

    Zum Teil hast du Recht. Allerdings kann ich glaube ich sehr gut zwischen meinen verschiedenen Sehnsüchten und Bedürfnissen unterscheiden. Gegenseitige Attraktion und Sexualität ist dabei ein gutes Beispiel: Theoretisch könnte ich mir mit viel mehr Frauen Sex, als eine Beziehung vorstellen. Das ist ja auch logisch, da die Erwartungen überhaupt nicht die gleichen sind. Mit Vertrautheit ist es das Gleiche: Vertrautheit kann ich auf zu Freunden empfinden, und daher arbeite ich am Ausbau meines Freundeskreises. Denn ich habe in der Tat Sehnsucht nach Vertrautheit. Aber ich würde schon sagen, dass ich auch – nicht nur, aber auch – eine Freundin suche.
  12. Das Faultier
     

    Das Faultier Öfters im Forum

    vergeben und glücklich
    vielleicht mal GAR NICHT statt nicht nur, aber auch

    Ich will mal auf die pragmatische Art etwas Hoffnung geben.
    Manchmal sind es Kleinigkeiten, die die Frauen von einem
    Mann fernhalten. Manchmal sind es einfach Zufälle, die dazu führen,
    daß sich diese Kleinigkeiten auch ohne ihre Erkenntnis erledigen.
    In dem Sinne sind alle Deine Ansätze, etwas in Deinem Leben zu
    verändern, absolut richtig.

    Frauen gehen instinktiv auf Abstand zu Männern, die darunter
    leiden, einsam zu sein.
    Folglich ist es angebracht, daß Du einmal ganz konsequent alle
    Gedanken an Frauen und alles, was damit zusammenhängt, ausblendest.
    Mache 100%-ig die Dinge, die Dir wichtig sind und wenn da noch
    irgendetwas Leer erscheint, dann vergnüg Dich eben mal spaßeshalber
    ganz unverbindlich mit einer Prostituierten.

    Irgendwann - vermutlich wenn Du im Berufsleben stehst - begegnet
    Dir dann zufällig mal eine Dame, die Dich attraktiv findet.
    Sei cool, laß sie an Dich heran, liebe sie und sei Dir jetzt schon
    dessen bewußt, daß dann erst der ganze Jammer von Liebe, Trennung,
    Schmerz und noch mehr Liebe beginnt.

    Das Faultier
  13. outlanderxt
     

    outlanderxt Sorgt für Gesprächsstoff

    29 Jahre
    Single
    Ich bin jezt 27 Jahre und mir geht es nicht anderst als wie dir. Mir gehts noch ein wenig schlimmer:(,ich habe nämlich gar keine Freunde:geknickt: !
  14. User 44981
     

    User 44981 Beiträge füllen Bücher

    Single
    Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, weil es mir bis auf einige kleine, nebensächliche Details wie Erfolg im Studium und Wohnsituation eigentlich genau gleich geht wie dir...

    Und dieses "Werde mit deiner aktuellen Situation glücklich - dann ergibt sich der Rest von selbst" kann ich auch nicht mehr hören.
    Fakt ist: Ich bin einsam, hatte noch nie die Möglichkeit, zu lieben und von der gleiebten Person auch geliebt zu werden, körperliche Nähe zu dieser Person zu verspüren usw. - Wie soll ich mit dieser Situation glücklich sein?!?
    Und falls ich es doch schaffen sollte, mit dieser Situation glücklich zu sein, fehlt mir doch um so mehr der Antrieb, aktiv etwas zu tun, um diese Situation zu ändern... und wie soll sich die Situation dann ohne mein Zutun ändern?

    Das ist doch völlig paradox! - Ich gebe mich mit einer Situation zufrieden, in der gewisse menschliche Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden, um eine Chance auf Erfüllung dieser Grundbedürfnisse zu bekommen? :confused:

    Bisher hat mich das Leben eher gelehrt, Aktiv werde zu müssen, um die eigenen Ziele zu erreichen und nicht die Ziele zu vergessen, um sie letztendlich (zufällig, durch "Schicksal" oder etwa durch eine göttliche Weisung?!?) zu erreichen.

    Wenn ich in der Schule schlechte Noten schreibe, gebe ich mich doch auch nicht mit den schlechten Noten zufrieden, um dann wie durch ein Wunder auf ein mal gute Noten zu schreiben.
    Ganz im Gegenteil: Aufgrund der Unzufriedenheit über die schlechten Noten setze ich mich hin, suche eine geeignete Lernstratiegie, lerne und schreibe dann - als Resultat meiner Bemühungen - bessere Noten.

    Aber vielleicht habe ich von diesen zwischenmenschlichen Dingen ja auch eine völlig falsche Vorstellung und es ist dort wirklich so, dass man etwas erst dann bekommt, wenn man damit zufrieden ist, es nicht zu haben.
    Das wäre dann aber nichts mit der Logik zu tun, die mein gesamtes Denken und Handeln maßgeblich bestimmt. - Und wenn das so sein sollte, muss ich wohl oder übel einsehen, dass ich keine Chance habe, jemals mit diesen unlogischen, zwischenmenschlichen Dingen zurecht zu kommen. (Aber wenn ich mal zu dieser Einsicht kommen sollte, kann ich mich eigentlich auch gleich vom nächsten Hochhaus in die Tiefe stürzen...)



    Und zum Thema, man solle sich nicht einfach so auf die nächstbeste Frau stürzen, die ein wenig Interesse zeigt.
    Eigentlich habe ich genau das vor einer Weile gemacht: Ich habe eine Frau kennengelernt, die ich zwar schon ganz nett fand (aber mehr eben auch nicht), habe sie etwas besser kennengelernt und dabei bemerkt, dass sie durchaus Interesse an mir hat. Und obwohl ich sie immer noch nicht mehr als einfach nur ganz nett fand, habe ich eine Weile lang weiter gemacht und bin ihr ein wenig näher gekommen bis ich ganz klar gesehen habe, dass sie überhaupt nicht mein Fall ist.
    (Eine Beziehung wäre ich mit ihr aber natürlich nur eingegangen, wenn aus dem anfänglichen "ganz nett finden" noch deutlich mehr geworden wäre und ich mich in sie verliebt hätte)
    Und obwohl diese ganze Aktion kaum Erfolgsaussichten hatte und letztendlich auch nicht erfolgreich war, empfand ich sie eigentlich durchgehend als äußerst positive und interessante Erfahrung und war auch über das Ende der Geschichte nur ganz kurz enttäuscht.
    Für mich bleibt von dieser Geschichte eigentlich nur eine überaus positive Sache übrig: Ich weiß, dass ich prinzipiell dazu fähig bin, einer Frau ein stück weit näher zu kommen, Dates auszumachen, nicht gleich beim ersten Date so zu scheitern, dass sie das Interesse an mir verliert, usw. - All das sind Dinge, die ich zuvor noch nie erreicht oder erlebt habe und die mir Mut gemacht haben, dass ich so etwas vielleicht auch mal bei einer Frau schaffen kann, die zu mir passt.

    Das war auf jeden Fall deutlich ermutigender und schöner als die (oftmals selbstverschuldeten) Miserfolge, die ich bisher bei Frauen hatte, die ich nicht nur "ganz nett" fand, sondern an denne ich stark interessiert war oder in die ich sogar verliebt war.



    Und zum Thema "Du machst dir viel zu große Hoffnungen! - Eine Beziehung löst nicht all deine Probleme und auch in einer Beziehung gibt es Probleme":
    Das ist doch völlig klar, dass eine Beziehung nicht alle Probleme löst. - Aber sie würde zumindest mal ein Problem definitiv lösen: die nicht vorhandene, erwiederte Liebe und die fehlende geistige und körperliche Nähe.
    Dass in einer Beziehung nicht immer Alles perfekt läuft, ist mir ebenso klar wie die Tatsache, dass eine Beziehung auch scheitern kann.
    Aber selbst wenn die Beziehung scheitert, wüsste ich danach immerhin definitiv, dass ich dazu fähig bin, eine Partnerin zu finden, eine Beziehung einzugehen, usw. und hätte nicht mehr die große Angst davor, niemals eine Partnerin finden zu können.

    Und wenn die Probleme in einer Beziehung wirklich so schlimm wären, würden doch die Wenigsten überhaupt eine Beziehung anstreben, führen, usw.
    Von Freunden einfach so in den Arm genommen werden? - Gibt es das wirklich? - Ich sehe so etwas nämlich (auch bei Anderen) höchstens, wenn jemand z.B. wegen einem Todesfall im persönlichen Umfeld sehr traurig ist. (Oder bei kurzen Umarmungen zur Begrüßung und zum Abschied, die ich jetzt mal nicht als richtiges "in den Arm nehmen" ansehe).
    Aber vielleicht lebe ich auch einfach in der falschen Gegend, in der die Menschen überwiegend die falsche Mentalität haben. - Bei einigen Bekannten aus Sachsen, die ich leider nur sehr selten sehe, habe ich nämlich einen viel herzlicheren Umgang untereinander (bzw. unter Freunden und Bekannten) mit viel mehr lockerem, selbstverständlichem Körperkontakt, usw. erlebt, als ich ihn hier im Südwesten erlebe.

    Sex haben? - Sicherlich will ich das. Aber eben nicht mit irgendeiner dahergelaufenen, beliebigen Frau oder gar im Bordell, sondern mit einer Frau, die ich liebe.
    Mich ausleben? - Also irgendwelche ONS haben, o.Ä.? - Das reizt mich nun wirklich überhaupt nicht.
    Was ist an dieser Angst so falsch? - Der Mensch lebte ben nur für eine begrenzte Zeit und der mögliche Zeitraum, in dem man eine Familie gründen kann, ist noch mal deutlich kleiner.
    Finalizer hat sich hierfür bedankt.
  15. usamljeni Vuk
     

    usamljeni Vuk Sorgt für Gesprächsstoff

    Single
    kann dich gut verstehen Threadersteller... bin sogar ein Viertel-Jahrhundert im Dez. geworden... wenn man so zurück blickt... nichts... hab eigentlich nur für die gelebt die an mir hängen und meine Zeit in virtuellen-Welten vergeudet um von der Realität zu flüchten... bin immer noch auf der Flucht! Die meisten denken, dass ich auch nicht mehr normal sei und stellen mich fast schon als Krank da... und von den ganzen Gerede, denke ich fast schon selbst, das ich nicht normal mehr sein kann... und ich bin ein netter Kerl und tue keiner Fliege was und die meisten sagen auch, dass ich recht gut aussehe, aber was bringt mir bitte ein tolles aussehen wenn ich damit nicht weiter komme!
    Die Frauen sagen auch ständig, was ich für tolle blaue Augen hab... WTF! aber sonst kommt da nichts!

    ich kenne die Situation, mit nem Kollegen und dessen Perle weg zu gehen... die ganze zeit mit ansehen wie die rumknutschen...
    komme zwar von einer Bodenständigen Arbeiter-Familie, auch wenn wir nicht viel haben, helfen wir uns mit allem was wir haben... bla bla bla bbb...

    @Faultier: kann dir nicht ganz zustimmen!...
    ich rede auch anständig mit den Frauen, wie mit jeden anderen (ohne rum zu flirten, also so reden wie mit jedem anderen Kerl)...
    und eine WAS! würde mich nie überwinden mit einer ... in die Kiste zu springen... würde mich verkauft und ausgeraubt fühlen, kann mich selbst kaum bei anderen alles offenlegen was mich bedrückt, dann gleich so freizügig zu sein zu einer Frau die man nicht mal kennt? wem das hilft, bitte! ich halte niemanden auf... nur raten will ich es keinen.

    PS: deshalb hasse ich so vieles... und will nur noch die Welt verändern, scheiß auf den Rest... Gut sein zu allen und als Vorbild, voran gehen ist jetzt meine Divise... den Rest hier noch viel erfolg und alles gute auf eurem Weg ... mich kotzt es auch an, wenn Bekannte/Verwandte fragen wie's mir geht oder was die Liebe macht. Könnte da austicken, mach ich aber nicht und versuch immer das Thema zu wechseln.
    amita45 hat sich hierfür bedankt.
  16. WulfricD
     

    WulfricD Öfters im Forum Themenstarter

    26 Jahre
    Single
    Das macht mir in der Tat etwas Mut. Allerdings finde ich es einfacher, den Feind zu bekämpfen, wenn man ihn klar identifiziert hat. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass man vollkommen im Dunklen tappt und unter Umständen an einem auch Dinge zu verändern versucht, die positiv sind oder zumindest als solche wahrgenommen werden. Wobei ich gestehen muss, dass es manchmal auch sehr schwierig sein kann, einen klar identifizierten Feind zu bekämpfen: Selbst wenn ich zum Beispiel weiß, dass mir mein mangelndes Selbstbewusstsein im Wege steht, heißt das noch lange nicht, dass ich es tatsächlich schaffen werde, selbstbewusster zu werden oder zumindest zu wirken.

    Du sprichst von Kleinigkeiten, die Frauen von einem Mann manchmal fernhalten. Könntest du ein bisschen genau ausführen, was du konkret damit meinst, damit ich nicht das Falsche darunter verstehe? Ein Beispiel hast du ja schon genannt, nämlich die Einsamkeit des Mannes. Aber abgesehen davon, dass ich ein solches Verhalten nicht nachvollziehen kann, ist es oft nicht so, wie es (auf den ersten Blick) scheint: Darauf, dass ich unter Einsamkeit leide, würde niemand kommen, weil ich in der Öffentlichkeit einen ganz anderen Eindruck mache. Ebenso fallen alle Freunde, denen ich von meinem mangelnden Selbstbewusstsein erzähle, regelrecht vom Himmel.

    Dem ersten Satzteil stimme ich vollkommen zu (ich mache tatsächlich Sachen, die mir persönlich wichtig sind und dir mir Spaß machen), dem zweiten hingegen überhaupt nicht. Wie oben angeführt ist das nicht mit meiner Moral vereinbar: Für mich ist es eine Sache des Respekts gegenüber der entsprechenden Person. Und selbst wenn sie es auch will oder gar dafür bezahlt wird: Sex sollte man nicht auf diese Weise banalisieren, man sollte ihn für Personen reservieren, für die man auch etwas empfindet. Auch wenn ich diesbezüglich nicht der derzeitigen Entwicklung der Gesellschaft entspreche, halte ich an meinen Prinzipien fest.

    Im Berufsleben wird mir bestimmt keine Frau über den Weg laufen, die für eine Beziehung in Frage kommt. Wenn man in einer Firma arbeitet, sind die Chancen groß; im Lehrerzimmer dagegen deutlich geringer.

    Übrigens: Warum sollte man davon ausgehen, dass jede Beziehung noch kurz oder lang zum Scheitern verurteilt ist? Auch das ist irgendwie typisch für die aktuelle Zapping-Generation: Man geht von einer Beziehung zur anderen; wenn der Partner einem nicht mehr gefällt, wechselt man ihn einfach aus, ohne sich überhaupt die Mühe zu geben, an der Lösung bestehender Probleme zu arbeiten. Ich will dir nicht unterstellen, dass das gerade Geschilderte deiner eigenen Mentalität entspricht, vielleicht habe ich deine Aussage lediglich überinterpretiert.

    Das ist wirklich sehr hart! Darf ich dich fragen, was du unternimmst, um diese Situation zu ändern?

    Das ist auch meine Meinung, ich verstehe diese Argumentation auch nicht wirklich. Soweit ich verstanden habe, geht es eigentlich darum, es nicht so sehr darauf ankommt, dass man tatsächlich glücklich ist, sondern dass man seinen Mitmenschen das Gefühl gibt, man sei mit seinem Leben sehr zufrieden. Es ist nämlich wirklich so, dass Jammerlappen unattraktiv wirken. Und bei mir denken beispielsweise alle immer, dass ich sehr glücklich bin, da ich sehr oft lache, zumindest in der Uni entspannt wirke, usw. Das hat mir aber nicht geholfen, eine Freundin zu finden. Was die Anhänger der hier weit verbreiteten Meinung, man müsse erst als Single glücklich sein, um eine Freundin zu finden, vielleicht auch meinen ist, dass unglückliche Singles manchmal dazu neigen, krampfhaft nach einer Freundin zu suchen, was wiederum unattraktiv wirkt. Vielleicht geht es also gar nicht darum, dass man als Single zufrieden ist (das finde ich genau so wie du ziemlich absurd, denn wenn es so wäre, würde man gar keine Beziehung wollen), sondern dass man seinen Mitmenschen seine Sehnsucht nach einer Freundin nicht zeigt.

    Für mich bleibt von deiner Geschichte übrig, dass du viel weiter bist als ich: So etwas wie ein „Date“ (das Wort hasse ich übrigens) hatte ich nämlich noch nie, und flirten kann ich sowieso nicht. Logisch: Die Übung macht den Meister, und wenn man kann Übung hat, kann man auch nicht zum Meister werden. Und bisher hatte auch noch nie eine Frau Interesse an mir – jedenfalls keine, die mir gefallen hätte…

    Bravo! Ich hätte es besser nicht sagen können! Allerdings ist mir ein Rätsel, warum es hier so viele gibt, die das nicht verstehen können oder wollen… Aber vielleicht ist es wie so oft: Diejenigen, die sagen, dass Geld eigentlich nicht so wichtig ist, haben meistens selbst genug davon, sodass sie sich darüber keine Gedanken zu machen brauchen.

    Auch das scheinen viele nicht zu verstehen! Wie oft musste ich mir schon anhören, dass ich mit Mitte 20 noch am Anfang des Lebens stehe und als Mann fast ewig Zeit habe! Warum aber versteht keiner, dass ich nicht erst mit 40 eine Familie gründen will? Dazu müsste ich im Übrigen eine deutlich jüngere Frau finden – aber das ist ein anderes Thema. Im Moment will ich noch keine Kinder, aber für mich ist es wichtig, dass ich mit meiner Partnerin ein paar Jahre alleine verbringen kann. Sobald Kinder da sind, hat man viel weniger Zeit, an der eigenen Beziehung zu arbeiten und die Zweisamkeit kann man sowieso nicht mehr genießen. Wer das Gegenteil behauptet, ist vollkommen realitätsfern oder verschließt sich die Augen vor den Tatsachen. Ich habe nämlich genügend Beispiele in meinem breiteren Umfeld, dir mir zeigen, wie recht ich habe.

    Natürlich bringt das nicht. Aber es ist schon mal eine schlechte Voraussetzung: Mir macht man nicht einmal Komplimente zu meinem Aussehen. Das ist an sich aber auch nicht erstaunlich, aber schon ziemlich deprimierend.
  17. User 91095
     

    User 91095 Planet-Liebe ist Startseite

    nicht angegeben
    Ich bin ungefähr im gleichen Alter wie du. So ist es also nicht. Ich kann dich auch sehr wohl verstehen, dass man denkt, der Zug fährt ab. Trotzdem: DADURCH HAT MAN DIE FALSCHE PERSPEKTIVE. Ich habe mal eine Studie gelesen, in der gesagt wurde, man bräuchte durchschnittlich 5-7 Partnerschaften bis man den richtigen finden würde. Das liegt nicht daran, dass man davor keine guten Leute getroffen hat, aber es liegt daran, dass man selbst nicht weiß, was man für eine lange beständige Partnerschaft selbst im Partner sucht. Man sucht also falsch. Und ich meine, wie stellst du dir das vor, wenn du dich verliebst. Glaubst du, du siehst eine Person, verliebst dich und sie sich in dich und fertig? Meistens ist es am Anfang doch "nur" eine Kombination aus Sympathie und sexueller Attraktion. Mehr weiß man vom anderen gar nicht. Wenn man sich verliebt, dann nur, weil man DENKT, die andere Person zu kennen und etwas in sie hineinphantasiert, wo man gar nicht weiß, ob es da ist. Mit 24 an Familie & Co. zu denken und zu planen, wenn weit und breit keine in Sicht ist, finde ich nach wie vor recht destruktiv. Man muss das Leben so nehmen, wie es kommt. Und wenn SIE nicht kommt, dann kann man das nicht mit Gewalt herbeiführen. Ich glaube also immer noch, dass du dich von dem Gedanken irre machst, was absolut nicht zielführend und außerdem nicht notwendig ist.

    Du willst nicht warten, bis du 40 bist? Manchmal ist das aber so. Das Leben kann man sich nicht immer bis ins Detail planen. Mach dir doch nicht so viel Druck! Bisher hat's mit der Lebenspartnerin nicht so gut geklappt. Wieso denkst du, es wäre schwieriger, wenn du Vollzeit arbeitest?

    Dann solltest du daran mal arbeiten. Soziale Kontakte (sehr enge wie auch weitläufige) sind enorm wichtig, u.a. auch wegen Netzwerken und potentiellen Partnerinnen ;)

    Ich vertrete da wohl eine etwas herzlichere Variante. Ich kann dir nur sagen, ich kenne es von mir selbst, dass ich lange Zeit nicht berührt, nicht umarmt wurde (ich=Spätzünderin). Als ich es das erste Mal dann wurde, war es so schön, dass ich mich fast in den Typen verknallt hätte, einfach nur, weil die Umarmung so schön und innig war, die Nähe spüren so überwältigend, die Wärme des anderen empfinden so umwerfend. SO SOLL ES NICHT SEIN. Menschen dürfen es nicht verlernen, wie es ist, angefasst zu werden. Spätestens, wenn es dir ähnlich geht und du mal umarmt wirst, wirst du denken, du hättest deine Traumfrau gefunden und dann damit alles kaputt machen, weil du sie unter Druck setzt. Und das liegt dann einfach nur daran, dass sie dir etwas Aufmerksamkeit schenkt. Sowas ist fatal! Je mehr du ausstrahlst, dass du die Nähe brauchst und dass du sie nicht bekommst, desto mehr werden dich die Frauen meiden, einfach aus Angst, du könntest es falsch interpretieren, wenn sie dir mal nahe sind.

    Natürlich nicht gleichzeitig. Ich meine aber doch, dass die niederen Triebe wichtig sind, um eine "Liebe" aufrecht zu erhalten, zumindest in den ersten paar Jahren. Gebe aber zu, dass mir persönlich Sex sehr wichtig ist. Habe da durchaus Ansprüche, aber das mag bei anderen Frauen anders sein.

    Nein. Ich habe durchwegs positive Erfahrungen mit Liebe und jeglichem Zwischenmenschlichen gemacht.

    Sexuelle Anziehungskraft.

    Und natürlich auch, dass man die Gefühle zulässt. Und die Gefühle lässt man dann zu, wenn man es zulässt, dass die Phantasie sich kreativ austobt und man sich schöne Illusionen erlaubt, wie man die Zukunft mit der anderen Person gestalten will. Das ist für mich Liebe: Wenn die Person, mit der man zusammen ist, sich gut in die Projektion der eigenen Sehnsüchte einreihen kann. Je realitätsfremder man ist, desto mehr Glück braucht man, dass die Beziehung auch hält.

    Wie schon oben geschrieben, kommt es auch drauf an, wie man sich selbst verhält. Je herzlicher man selbst ist, desto mehr Herzlichkeit wird einem auch widerfahren. Einfach deswegen, weil der andere sich dann nicht blöd vorkommt und auch keine Angst hat, dass es falsch interpretiert werden könnte. Je offener die eigene Ausstrahlung, desto mehr Offenheit bekommt man auch.

    Wer redet denn von Beliebigkeit? Glaubst du, ich hüpf mit jedem ins Bett, der an meine Tür klopft? Ausleben kann man sich auch anders.

    Wie gesagt, das Leben kann man nicht bis ins Detail planen. Und mit Gewalt versuchen, die Planung aufrecht zu erhalten, funktioniert auch nur bedingt. Eigentlich ist es ein Schuss ins Knie. Man muss die Gelegenheiten nehmen, wie sie kommen. Hält man fest an etwas, das man sich vor Jahren zusammengeschustert hat, kann es sein, dass man irgendwann 45 ist und merkt "Oh, eigentlich hat nichts von dem hingehauen, was ich geplant habe, und jetzt hock ich hier immer noch herum und such die Frau für's Leben, während 12 andere schon vorbeigezogen sind, weil sie keine Kinder haben wollten".
    caotica hat sich hierfür bedankt.
  18. WulfricD
     

    WulfricD Öfters im Forum Themenstarter

    26 Jahre
    Single
    Zunächst muss ich sagen, dass ich bei solchen Studien sehr skeptisch bin, da man über die verwendete Methode in der Regel so gut wie nichts weiß. Besonders wichtig ist dabei die Fragen, inwiefern die befragten/untersuchten Menschen einigermaßen repräsentativ für die gesamte Bevölkerung sind: Je nachdem könne die Ergebnisse nämlich sehr variieren.

    Nehmen wir aber mal an, dass die von dir erwähnten Forscher Recht haben. Für mich persönlich würde es bedeuten, dass ich die richtige Partnerin nie finden werde. Das ist nicht pessimistisch, sondern einfach nur realistisch. Bisher hatte ich noch nie eine Freundin, und ich bin immerhin schon fast 24 Jahre alt. Wenn wir jetzt mal optimistisch sind und davon ausgehen, dass ich bis zum meinem 50. Geburtstag eine Familie gründen kann, bedeutet es, dass mir 26 Jahre bleiben, um diese 5 bis 7 Beziehungen zu haben – mir jeder Frau würde ich dann nur 3,5 bis 5 Jahre zusammen sein. Abgesehen davon, dass so kurze Beziehungen für mich überhaupt nicht erstrebenswert sind, stellt sich die Frage, wo ich überhaupt so viele Frauen kennenlernen soll. Muss man wirklich, um als Erwachsener eines Tages die richtige Partnerin finden zu können, bereits als Jugendlicher unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben? Sollte das wirklich stimmen, würde ich vollkommen verzweifeln und nach einiger Zeit wahrscheinlich auch Selbstmord begehen. Ich weiß nämlich genau, dass ich nicht mehr die Gelegenheit bekommen werde, viele Erfahrungen zu sammeln.

    Andererseits zweifle ich aber an der Gültigkeit dieses Untersuchungsergebnisses. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass alle Menschen, die heute glücklich und seit Langem in einer Beziehung leben schon 5 bis 7 Beziehungen hinter sich haben. Kann man irgendwelche jugendliche Beziehungen, die nur wenige Wochen oder Monate dauern, wirklich dazu zählen? Ich weiß nicht so recht. Und wie ist es mit Leuten, die ihren ersten Partner schließlich geheiratet haben und sich nach einigen Jahren nicht von ihm haben scheiden lassen? Haben sie etwa nicht den Richtigen gefunden? Und wenn man wie ich in Sachen Liebe keine Erfahrungen sammeln konnte: Heißt es zwangsläufig, dass seine erste Beziehung über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt ist, weil man eben noch nicht richtig weiß, „was man für eine lange beständige Partnerschaft selbst im Partner sucht“? Ist das nicht eine allzu negative Sicht der Dinge?

    Natürlich hast du aber Recht, wenn du sagst, dass man beim Eingehen einer Beziehung nie alles über seinen Partner weiß – das kann ich mir auch ohne jegliche Erfahrung vorstellen: Aber heißt es zwangsläufig, dass seine erste Beziehung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, weil man sich zu große Hoffnungen macht, bzw. vom Partner zu viel erwartet?

    Warte mal. Ich habe nicht gesagt, dass ich in den nächsten Jahren eine Familie gründen möchte. Dafür bin ich noch gar nicht bereit und habe auch keine Lust dazu. Und wenn es mein wichtigstes Ziel wäre, könnte ich schnell die passende Frau dafür finden, denn wie gesagt gibt es in meiner Familie genügend Leute, die ein Interesse daran hätten, mich mit irgendeiner Frau aus ihrem Umfeld zu verkuppeln. Darum geht es mir aber nicht. Ich will nicht in erster Linie eine Freundin, um später mit ihr eine Familie gründen zu können, die Freundin sehe ich nicht bloß als Mittel zum Zweck. Das wäre der entsprechenden Person gegenüber vollkommen respektlos. Ich habe lediglich gemeint, dass ich eines Tages auch eine Familie gründen möchte. Warum dürfen 16-jährige Mädchen Kinderwünsche haben, während bei einem 24-jährigen Mann allein die Aussage, dass er eines Tages eine Familie gründen möchte, als sinnlos und destruktiv bezeichnet wird?

    Und nein, man muss das Leben nicht so nehmen, wie es kommt! Zumindest nicht in jeder Hinsicht! Soll ich etwa sagen, es ist Schicksal, wenn ich bis zu meinem Lebensende keine Freundin finde? Soll ich es einfach so hinnehmen und lernen, damit zu leben? Tut mir Leid, aber ich kann das nicht. Sollte ich eines Tages merken, dass ich nicht in der Lage bin, eine Freundin zu finden, würde ich definitiv Selbstmord begehen. Verstehe mich bitte nicht falsch: Im Moment habe ich die Hoffnung noch nicht verloren und setze mich auch nicht unter einen dermaßen großen Erfolgsdruck, dass ich nur scheitern kann. Es stimmt aber, dass ich allmählich anfange, zu verzweifeln. Denn weißt du, meine Anmeldung auf diesem Forum kam erst viel später als das Aufkommen der Sehnsucht nach einer Freundin: Ich würde sagen, dass ich mich erst seit ungefähr 2 Jahren wirklich nach einer Freundin sehne. Dass es seitdem nicht geklappt hat, liegt zweifelsfrei auch an Fehlern meinerseits (ich habe mich und mein Leben bei Weitem nicht genug verändert, und weil ich das erkannt habe, hole ich das jetzt nach), aber auch an einer großen Portion Pech: Bisher hat nämlich keine einzige ernstzunehmende Frau Interesse an mir gezeigt. Kannst du nicht verstehen, dass man nicht auf Grund dessen selbst in Frage stellt? Dass man sich fragt, ob man überhaupt interessant genug ist und gut genug aussieht, um eine Freundin zu haben, ob man es überhaupt verdient hat, eine zu finden?

    Auch da möchte ich nicht missverstanden werden: Für mich ist es kein Grund, mir zu sagen, dass ich eh keine Chance haben und demzufolge damit aufzuhören, an mir zu arbeiten und mein Leben zu verändern. Aber je mehr Zeit vergeht, desto größer werden die Selbstzweifel. Die werden auch dadurch befördert, dass fast alle sympathischen, intelligenten, interessanten und gutaussehenden Menschen in meiner Umgebung einen Partner haben.

    Das Problem ist sowohl das Berufsleben, als die Art des Berufs: Als Lehrer kommt man nun mal nicht mit so vielen potentiellen Partnerinnen zusammen, als in einer Firma. Je nach Schule hat man nicht besonders viele Kollegen und meistens liegt der Altersdurchschnitt sowieso ziemlich hoch. Und außer den Kollegen kommt man mit keinen anderen Personen zusammen, die für eine Beziehung in Frage kämen.

    Hinzu kommt, dass man im Berufsleben weniger Freizeit hat, als während des Studiums. Das bedeutet dann auch, dass man weniger ausgeht, sich weniger mit Freunden trifft und dadurch noch weniger Möglichkeiten bekommt, einen Partner zu finden.

    Genau daran arbeite ich! Und ich würde sagen, dass ich auf dem richtigen Weg bin, auch wenn mein Ziel bei Weitem nicht erreicht ist. Mit „Ziel“ meine ich in diesem Fall nicht das Finden einer Freundin, sondern lediglich die Erweiterung des Freundes- und Bekanntenkreises.

    Diese Aussage würde ich auch genau so unterschreiben! Diesmal habe ich nichts hinzuzufügen. ;)

    Das ist sehr interessant, denn in gewisser Weise trifft das bei mir auch auf Freunde, und zwar beider Geschlechter, zu. Natürlich kommt es aber darauf an, was man unter „Sehnsüchten“ versteht…

    Wie gesagt: Auch wenn es mir an einem sexuellen Leben fehlt, könnte ich mir nur Sex mit einer geliebten Person vorstellen. Ist das wirklich so verwerflich? Aber vielleicht haben wir dich einfach falsch verstanden. Könntest du uns daher erklären, was du damit meinst?

    Da hast du natürlich vollkommen Recht!
  19. User 87573
     

    User 87573 Sehr bekannt hier

    nicht angegeben
    Meine Vorposter haben schon jede Menge vernünftiges gesagt, ich will das auch gar nicht wiederholen.

    Was mir noch aufgefallen ist, du sagtest du kommst vom Studium/Arbeit in deine Wohnung und bist allein. Dieser Zustand ließe sich doch relativ leicht ändern. Vielleicht bist du, auch wenn du normalerweise gut allein zurecht kommst, doch nicht der Mensch, der am besten alleine lebt. Vielleicht würdest du dich in einer WG deutlich wohler fühlen? Dort hat man immer soziale Interaktion, ist aber im Gegensatz zu einer Familie nicht immer gezwungen, sich wenn man heimkommt zu sozialisieren. Mitbewohner eröffnen einem ganz neue Bekanntschaftskreise, in die man sonst keinen Zugang hätte. Es kann auch unglaublich schön sein heimzukommen und es hat schon jemand für einen mitgekocht, oder man hat jemanden um Abends spontan mal nen Film zu glotzen und dabei ne Flasche Wein zu trinken.

    Ich hatte auch mal ne Wohnung alleine und ich komm an und für sich allein auch gut klar, ich hab allerdings erst seitdem ich in ner WG wohne gemerkt, wie einsam ich da teilweise wirklich war. Ist für mich definitiv ein Stück Lebensqualität.
  20. User 91095
     

    User 91095 Planet-Liebe ist Startseite

    nicht angegeben
    Da hast du natürlich Recht. Man muss sich das für sich selbst wohl halbwegs hinbiegen und vor allem vor dem Hintergrund wahrnehmen, was man selbst in einer Beziehung überhaupt sucht. Es gibt da ja durchaus unterschiedliche Philosophien. Ich möchte nicht behaupten, dass alle die, die mit ihrer Jugendliebe zusammen sind, unglücklich sind. Natürlich nicht! Jeder sucht doch letztendlich etwas anderes. Für mich persönlich ist es aber doch nachvollziehbar, dass man zumindest ein bisschen Beziehungserfahrung bräuchte, um erfolgreiche Beziehungen zu führen. Vielleicht gibt es ja auch Naturtalente - die können das schon beim ersten Mal -; ich weiß nur, als ich meine erste Beziehung hatte, habe ich enorm gelernt, vor allem über mich selbst, was ich will, was ich brauche, womit ich leben kann, womit ich nicht leben kann. Aber vielleicht bin ich auch einfach grundsätzlich etwas schwer von Begriff ;)

    3,5-5 Jahre können eine lange Zeit sein. Ich weiß, dass es für dich momentan absolut utopisch klingt und du das Gefühl hast, ein komplettes Defizit an zwischenmenschlichen Erfahrungen zu haben, aber ich sage dir, wenn du mal eine Freundin hast, wirst du sehen, dass du erfahrungsmäßig total schnell auf einem Level mit Gleichaltrigen sein wirst. Das geht ruckzuck, auch im Bett. Und weil du die jugendliche Datingphase übersprungen hast, werden wohl auch keine Spaßbeziehungen bei dir dabei sein. Also nein, 5-7 Beziehungen wirst du wohl nicht brauchen.

    Sie ist nicht notwendigerweise DESWEGEN zum Scheitern verurteilt. Sie kann auch einfach daran kaputt gehen, dass der eine im Laufe der Zeit erst merkt, welche Charaktereigenschaften ihn an seinem Partner komplett abstoßen. Dinge, die ihm wichtig sind, die er dachte, ignorieren zu können. Oder sonst etwas. Natürlich hängt das auch damit zusammen, was man für ein Beziehungstyp ist. Es gibt Leute, die sind so loyal, dass sie gar nicht dran denken, wenn sie in einer Beziehung sind, dass es auch Alternativen gibt (z.B.keine Beziehung oder Beziehung mit wem anderen). Die sitzen ihre Beziehung dann einfach aus. Möchte nicht sagen, dass die unglücklicher sind. Die haben einfach mehr Ausdauer und ein anderes Lebensziel als z.B. ich. Allerdings kannst du dich natürlich selten auf deinen Partner verlassen, dass er ein ähnliches Beziehungsziel hat wie du.

    Gut, vielleicht bin ich da zu hart. Ich kenne das nur so von mir, dass der Wunsch nach Familie mit dem Partner kommt, und nicht schon davor vorhanden ist.

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass du einfach so weiter leben sollst wie bisher, ohne Veränderung. Auch habe ich nicht behauptet, dass dein Schicksal wäre, keine Freundin zu finden. Aber trotzdem: Du sollst lernen, alleine glücklich zu werden. Unabhängig von einer Freundin, aber nicht unabhängig von Menschen um dich herum. Ich sage dir, wenn du es schaffst, Menschen um dich herum zu sammeln, gute Freundschaften zu schließen, deinen Hobbys nachzugehen, dich selbst zufrieden, positiv und offen hinzukriegen, dann kommt die Freundin ganz alleine!

    Überleg dir doch noch mal, wieso du dich nach einer Freundin sehnst. Ich behaupte nach wie vor, dass es sich bei der Sehnsucht um eine Kompensation eigener Defizite handelt. Und die Freundin wird dir nicht helfen, die Defizite zu begleichen, sondern sie wird nur davon ablenken. Du denkst, es ist eh alles ok mit dir, und irgendwann hat sie genug, und lässt dich als absoluten Scheiterhaufen zurück. Dann beginnt das ganze Spiel von vorne nochmal. Vielleicht unterstelle ich dir hier etwas, kann sein. Das einzige, was ich weiß, ist, dass ich als Frau mich wirklich in die Flucht geschlagen fühle, wenn ein Mensch (meist sehr früh schon) denkt, er hätte in mir den heiligen Gral gefunden.

    Die Metapher mit dem "verdienen" ist schwierig. Wenn du dich umsiehst, siehst du lauter Paare, wo der eine den anderen nicht verdient hat. Menschen sind einfach komplex, haben Komplexe, sind irrational und sonst was. Da verliebt sich auch schon mal die gebildete Tochter aus gutem Hause in den Drogenjunkie vor dem Aufrisslokal. Was soll man da tun? Also, vergiss das mit dem "verdienen". Ansonsten: Viel reflektieren über deine Vergangenheit. Warum haben keine ernstzunehmenden Frauen Interesse gezeigt? Ich kann das kaum als Pech verbuchen. Wie gesagt, ich war auch lange Zeit höchst uninteressant für die Männerwelt. Männer dachten von mir, ich würde Männer hassen. Diese Ausstrahlung hatte ich. Dabei war das nur verletzter Stolz, weil keiner Interesse an mir hatte und ich mich aber nicht aufgeben wollte. Dann habe ich natürlich mein geknicktes Ego ganz falsch wieder aufgerichtet. Hat nicht funktioniert. Und letztendlich muss ich auch sagen, ich wusste, warum mich keiner wollte. Ich war ja auch einfach nicht sehr verlockend mit meiner gleichgültigen Stimmung. Hab ich Pech gehabt, dass mich keiner wollte? Nö. War ich doch selbst schuld dran!

    Du kommst mit lauter alleinerziehenden Müttern in Kontakt! ;) Ich glaube nicht, dass es als Lehrer schwieriger ist als sonst wo. Immerhin gibt es auch genug Freizeitaktivitäten, bei denen man Leute kennenlernen kann. Beruf ist keine Ausrede. Und schau mal, wie es dir die letzten 24 Jahre ergangen ist. Da kann es doch im Berufsleben nur besser werden :)

    Liebe ist so eine schwammiger Begriff. Und jedes Mal, wenn ich sage, ich könnte Sex und Liebe trennen, wird mir unterstellt, ich würde mit Menschen schlafen, die ich unsympathisch und bescheuert finde. Nein, gar nicht! Die Menschen, die die Ehre haben, mich im Bett zu erleben, sind Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, die ich sehr schätze, die ich respektiere, die meine Freunde sind, die mein Vertrauen genießen. Für manche Leute mag das Liebe sein. Ich enthalte mich da. Ich mag keine One Night Stands, ich kann mich zur Zeit auf keine Beziehung einlassen. Trotzdem genieße ich den Luxus, mit jemandem in einem Bett aufzuwachen und gemeinsam zu frühstücken. Soll ja kein Widerspruch sein. Ich persönlich habe mich von dem konservativen Bild der Beziehung gelöst. Stattdessen schätze ich die Konzepte der Romanze, Amour Fou, Liebschaft und sonstiges. Es sind immer Gefühle vorhanden. Ich leugne sie nicht, aber sie sind gemäßigt.
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