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    11 Februar 2018
    #1

    Was macht für euch eure Männlichkeit/Weiblichkeit aus?

    Hallo miteinander,

    Männlichkeit und Weiblichkeit sind bekanntlich schillernde Begriffe, von denen jeder eine gewisse Vorstellung hat, die aber auch für jeden eine etwas andere Bedeutung hat - bzw. für manche auch gar keine Bedeutung. Aber letztlich sucht sich ja jeder Mensch seinen Platz im Leben, und seinen Umgang mit dem Geschlecht das er hat. Und viele haben bestimmte Punkte die in diesem Selbstbild besonders wichtig sind. Ich habe da schon ganz unterschiedliche Dinge zu gehört, und finde das echt faszinierend was für verschiedene Facetten die Leute in den Vordergrund stellen.

    Wie sieht es bei euch aus? Was genau macht für euch persönlich eure eigene Männlichkeit oder Weiblichkeit aus? Egal ob es sich dabei um körperliche Vorgänge, Äußerlichkeiten oder soziales Miteinander geht.

    Ist das ein Idealbild oder eine nüchterne Bestandsaufnahme? Oder sogar selbstironisches Aufstöhnen? :zwinker:

    War das ein wichtiger Teil eurer Selbstfindung, oder eher eine beiläufige Selbstverständlichkeit?

    Schreibt mal einfach was euch dazu einfällt.
     
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    11 Februar 2018
    #2
    Was sie ausmacht: Bluten :hmpf: und der Körperbau

    Als Kind wäre ich immer lieber ein Junge gewesen. Die hatten eindeutig die cooleren Spielsachen und ich habe diese fürchterlichen Kleider und hässlichen Lacksandälchen gehasst wie die Pest. Außerdem waren mir die meisten Mädchen zu zimperlich was Macken und Verletzungen anbelangte. Und einen Puppenwagen durchs Dorf zu schieben war mir hochnotpeinlich.

    An eine Art Findungsphase könnte ich mich nicht direkt erinnern. Irgendwann kam es einfach mal, dass der Junge nicht nur kumpeltauglich sondern auch verknallenswürdig wurde :zwinker:

    Deutlich weiblichere Kleidung fand ich allerdings erst anfangs der zwanziger für mich interessant. Warum genau könnte ich gar nicht sagen. Aber heute kommt es durchaus vor, dass ich auch gern mal ein Kleid trage, sogar mit Lackschühchen :grin:
     
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    11 Februar 2018
    #3
    Hauptsächlich die körperlichen Unterschiede zu einem Jungen.

    Bei der Arbeit/Uni fällt mir außerdem beim Bearbeiten von komplexen Aufgaben der Unterschied in der Herangehensweise auf. Da sehe ich mich oft als typisch weiblich an. Jedenfalls sind wir Frauen uns oft einig, wogegen uns die Männer nicht verstehen. Die Denkweise ist anders. Meine Hirnverknüpfungen gehen kreuz und quer durch die Erinnerungen. Bei vielen Männern ist das scheinbar sortierter und anders getrennt. So ist mein Empfinden.

    Nun noch etwas das ich eher selbstgenervt feststelle:
    Was das Knüpfen von Kontakten angeht fühle ich mich eher männlich. Die typischen Frauengruppen waren für mich seit der Schulzeit nicht mehr reizvoll. Es gibt für mich wenige einzelne Frauen mit denen ich mich zum Kaffeetrinken und reden treffe. Alle anderen sind mir viel zu anstrengend (obwohl ich selbst ja auch nicht unanstrengend bin :ashamed:).. Es reizt mich absolut nicht, mit einer Horde Frauen einen Abend zu verbringen. Brrrr.. Männer sind entspannter. Die treffen sich, haben Spaß und gehen wieder heim. Keine Probleme, wenig Kommunikation, kein Drama. Bei den Frauen ist das immer gleich ein "wir sind unzertrennlich und keiner kann zwischen uns"-Ding, bei dem ich das Gefühl habe, dass ich maximal eine Freundin zweiter Klasse sein würde (außer sie haben Streit, dann kann man schnell mal überraschend aufrutschen). Ich bin wohl in den letzten Jahren an die falschen Frauen geraten, aber das hat sich so furchtbar fest eingeprägt bei mir...
    Andererseits meinen entfernte Bekannte oft, dass ich typisch Frau bin und mega gut vernetzt ("Du kennst ja echt jeden"). Tja.. oberflächlich schon, aber eben mehr auch nicht .. und ich hasse oberflächliche Kontakte mit Pseudo-Freundschaft. Typisch Frau ist für mich das "zu allem und jedem total nett sein, auch wenn man die Person absolut nicht ausstehen kann". Ich versuche mich aus Höflichkeit in bestimmten Situationen daran zu halten, aber meist ist mir die Mühe zu schade und ich blende die Person einfach aus. :tongue: Diese Einstellung erlebe ich sonst eher bei Jungs.


    Und so richtig typischen Frau: Mich beschäftigen zigtausend unwichtige Sachen. :rolleyes:
     
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    11 Februar 2018
    #4
    Ich brauchte lange, um meine Maennlichkeit zu entdecken und dann zu akzeptieren.

    Fuer mich war ich die laengste Zeit meines Lebens einfach immer nur mein individuelles Selbst, ganz ohne irgendwelches Einordnungsdenken, und ich folgte dann auch jedem kreativen Impuls, ganz egal, was das mit meinem Image machte. Auf diese Weise veraenderte ich mich in den ersten dreissig Jahren meines Lebens so oft und so gruendlich, dass aus mir niemand schlau wurde. Das war mir aber egal, denn mir ging es nur darum, ich selbst zu sein, und scheiss auf irgendwelche Rollen.

    Dann, mit dreissig, kam ich zum ersten Mal auf die Idee, stillzuhalten und zu sehen, als was ich eigentlich wahrgenommen wurde, von anderen.

    Das war eine Begegnung mit meiner groessten Furcht, denn ich wollte vorher durch meine Manoever verhindern, festgenagelt und eingeschraenkt zu werden. Aber ich wollte einfach mal wissen, wer ich denn nun eigentlich war, fuer die anderen, im eigentlichen Kern.

    Und da trug ich dann nur noch grau, hatte kurze Haare, magerte vierzig Kilo ab, und hoerte nur noch zu, sprach kaum noch, und stellte auf Empfang, oeffnete mich dem Leben und der Umwelt. Ich reduzierte mich auf mein universell kompatibelstes Minimum. Und da entdeckte ich dann ein paar ganz einfache aber wichtige Wahrheiten ueber mich selbst, und was meine Maennlichkeit ausmachte:
    • meine Maennlichkeit ist zum grossen Teil ein Produkt der Reaktionen anderer auf mich, und das baut dann ein Image meiner selbst auf, sowohl in mir selbst, als auch in anderen; in dieser Hinsicht besteht diese Maennlichkeit aus Dingen, die ich bewusst tue und sage, und aus Dingen, die einfach Teil meines Koerpers und Wesens sind;
    • der andere Teil meiner Maennlichkeit kommt zustande durch die Entscheidungen, die ich taetige; die folgen zwangslaeufig Ideologien, und fuehren dann entweder zu Handlungen, die mir auf einer Skala von null bis hundert maennlich vorkommen, oder zum Erwerb von Objekten, die das tun.
    Kurz, meine Maennlichkeit definiert sich fuer mich aus den eigenen Aktionen und den Reaktionen anderer auf mich und auf meine Entscheidungen.
     
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    11 Februar 2018
    #5
    Meine "Männlichkeit" besteht im Wesentlichen darin, dass ich offensichtlich männliche Geschlechtssteile habe und auf Frauen stehe. Anonsten wüsste ich jetzt nicht wirklich, woran ich das an mir sonst festmachen könnte.
     
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    11 Februar 2018
    #6
    Ich hab da früher ehrlich gesagt kaum drüber nachgedacht. Ich hatte da nie eine Art Krise, und war immer gern ein Mädchen. Ich mochte Röcke, Kleider, pink und VOR ALLEM Lackschuhe. Mir wurde aber auch nie irgendwas verboten oder aufgedrängt mit der Begründung "weil du ein Mädchen bist". Qualifikation und Vorlieben waren ausschlaggebend, da durfte ich jedwelche haben, Vorhanden sein oder Fehlen wurde nie mit demm Geschlecht begründet. Viellleicht trifft mich darum auch sowas von kein bisschen, wenn Talent spöttisch mit dem Geschlecht verbunden werden.
    Manche werden fuchsteufelswild, wenn jemand sagt "du bist ne Frau, klar kannst du kein Mathe." :grin: tangiert mich so üüüüberhaupt nicht. Ich kann kein Mathe und bin ne Frau, wenn das jemand verbinden will, mir egal. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber DA steh ich echt drüber... was ich kann und nicht kann, hat für mich wenig bis nichts mit dem Geschlecht zu tun, und da fühle ich keinen Druck, oder Mangel. Wie ich Dinge sehe, betrachte und wie ich mit andern umgehe, da sehe ich immer wieder sehr geschlechtstypsche Unterschiede, ja.

    Ich finde Frauen in ihren Herangehensweisen an Problemlösungen und dem verstärkten Hang zur ausführlichen Kommunikation generell auch bevorteilt, ich finde, als Frau fällt einem vieles leichter zu erreichen, wenn man es richtig angeht, was bei Männern nie funktioniert.
    Ich hatte nie moralische Probleme damit, diese Vorteile zu nutzen, und finde es wunderbar, dass man mir Dinge abnimmt, die ich nicht gern mache.

    Meine "Weiblichkeit" empfinde ich tatsächlich zum Großteil als biologisch definiert, und dadurch, und durch die Herangehensweise an Problemstellungen bestätigt.
    Ich finde es gut, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, und verabscheue diese Gleichmacherei. Ich BIN kein Mann, ich WILL keiner sein, danke.
    Ich mag aber auch keine reine Frauen oder Männer Arbeits-/Freundeskreisgruppen, das finde ich schnell anstrengend, bei beidem.

    Aber ja, für mich macht "weiblich sein" zu einem großen Teil die Betrachtungsweise und Analyseansätze im sozialen Umgang oder bei Problemen aus. Da erkenne ich enorme Unterschiede in der Herangehensweise von Frauen und Männern. Und ICH finde das auch gut so - ich bin ein großer Freund davon Talente und Qualitäten gezielt zu nutzen, und würde ich als Arbeitgeber auch machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Februar 2018
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    11 Februar 2018
    #7
    Als erstes kann ich mich Tahini voll und ganz anschliessen.

    Aber eins möchte ich ergänzen.
    Vielleicht führen wir ja eine recht traditionelle Beziehung.
    Aber ich merke meine Männlichkeit immer dann am meisten, wenn ich in unserer Beziehung die Führung übernehmen soll. Wenn von mir Stärke und Führung erwartet wird.
    Wenn ich ihre Wünsche und Erwartungen erkennen soll und es dann mein Part ist gemeinsame Ziele erfolgreich umzusetzen.
    Auch im sexuellen Bereich bin (fast) immer ich der, der die Richtung vorgibt und die Initiative ergreifen soll.

    Ist vielleicht eine recht persönliche Erfahrung, aber genau hier sehe ich meine Männlichkeit offen.
    Lange Zeit habe ich damit gehadert, denn auch ich wollte mal in diese vermeintlich weibliche Rolle schlüpfen, mich führen lassen, ...auch im Bett...
    Aber inzwischen habe ich es akzeptiert und fülle den männlichen Part gerne aus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Februar 2018
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    11 Februar 2018
    #8
    Ist das denn aber der Kern der Maennlichkeit, oder nur eine konventionelle, ihr zugeschriebene Verhaltensweise?
    Also, ich sehe hier in Skandinavien z.B., dass man nicht fuehren muss, um seine Maennlichkeit zu erleben/ manifestieren. Hier ist man Mann rein anhand seiner biologischen Funktionsweise, und Ziergegenstaenden wie z.B. Camaros und Hosentraegern, denen eingeraeumt wird, geschlechtsspezifisch zu sein.
     
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    #9
    Off-Topic:
    ich auch :grin:

    Nein, das ist Ironie. Als Kind war ich unbestritten ein Junge. Aber was heisst das schon? Auch meine Schwester war ein "Junge", sie hat lieber mit selbst gebasteltem Sprengstoff experimentiert, als mit Puppen zu spielen. Dass ich in meinem Heimatort immer als Bauchtänzerin an die Fasnacht ging passte zur Fasnacht, und dass ich Kontorsionist war (eher "Mädchenhobby")schadete meiner Männlichkeit auch nicht. Ich spielte nicht gern Fussball, ein Mangel, aber ich konnte dafür am besten schwimmen, ein "geschlechtsneutraler" Sport..... (Die vielen "" deuten an dass ich mir als Junge keine Gedanken zu Geschlecht und Gender machte)

    Dan kam ich in die Pubertät und die ging fehl. Statt dem Stimmbruch bekam ich dicke Schenkel und einen noch dickeren Hintern als ich schon immer hatte, und dann sogar noch echte Mädchenbrüste. Ich wurde zwar ausgelacht, und Witzbolde schenkten mir den ersten BH, aber ich wurde nicht gemobbt. Denn ich war "interessant", und half dazu noch bei den Mathe-Aufgaben. Es war eine bedenkliche Zeit, es schletzte mich hin und her zwischen Prüdheit und Exhibitionismus. Ich wusste dass ich keine "Frau" werde, ich war medizinisch zu gut informiert und kannte die hormonellen Abläufe in meinem Körper genau. Eigentlich habe ich mich schon in dieser Zeit von der Vorstellung verabschiedet dass es den "typischen Mann" und die "typische Frau" gibt. Die Realität in der ich lebte war allerdings leicht anders.....

    Als dann endlich der Stimmbruch kam war ich 16, und mit meinem Körper im Frieden. Ich verliebte mich in meine erste Freundin, wurde von ihr akzeptiert wie ich war. Angriffe auf meine Undefiniertheit kamen nur noch von aussen ("warum lässt du die Titten nicht weg machen? Warum musst du unbedingt noch lange Haare tragen?", usw.), aber das kam von Leuten die es eher mit sich selber gut meinten, als mit den anderen. Ich bin jetzt einfach ein Mensch, habe eine Tochter gezeugt, und wenn ich als Mann erkannt werde ist das o.k., und wenn mich Leute z.B. diesen Sommer in einem Strandbad) für die Mutter oder Tante meiner Tochter halten stört mich das auch nicht. :zwinker:
     
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    11 Februar 2018
    #10
    Vorab: Ich schreibe hier nur von *prototypischen* Merkmalen, der Einzelfall kann ganz anders aussehen.

    Die körperlichen Unterschiede liegen wohl auf der Hand. Fangen wir mal mit den Basics an:
    • Frauen haben Eierstöcke, Männer haben Hoden (das ist der mit Abstand wichtigste Unterschied von allen, denn hier werden die Hormone produziert, die fast alle anderen Unterschiede hervorrufen!)
    • Männer sind bzgl. Merkmalen, die auf dem X-Chromosom codiert werden, immer reinerbeig bzw. hemizygot. Frauen hingegen sind bzgl.Merkmalen mit X-chromosomalem Erbgang mit hoher Wahrscheinlichkeit heterozygot.
    • Die Konzentrationen der Sexualhormone unterscheiden sich bei Männern und Frauen gravierend. Das gilt schon vor der Pubertät und noch viel stärker nach der Pubertät.
    • Unter dem Einfluss der Sexualhormone werden Embryonalanlagen unterschiedlich ausdifferenziert und auch später beeinflussen diese den Zellstoffwechsel ganz gravierend.
    • Zur Verdeutlichung: Eine durchschnittliche Frau verharrt ihr gesamtes Leben lang ungefähr auf dem Testosteronlevel eines sechsjährigen Jungen. Nach der Puberät verfügen Männer ungefähr über zehnmal mehr Testosteron als Frauen.
    • Hormone, die bei Frauen in höherer Konzentration als bei Männern vorliegen, begünstigen soziale Verträglichkeit (Agreeableness), Hormone, die bei Männern in höherer Konzentration vorliegen, begünstigen Persönlichkeitsfaktoren der dunklen Triade.
    Daraus abgeleitet:
    • Bei Frauen und Männern sind die Genitalanlagen unterschiedlich ausdifferenziert. Frauen haben eine Gebärmutter, Männer haben eine Prostata; Frauen haben eine Klitoris, Männer haben einen Penis; Frauen haben Schamlippen, Männer haben einen Hodensack; bei vielen Frauen bilden sich an der Brust mit Fett- und Drüsengewebe gefüllte Hautsäcke, bei Männern hingegen nicht.
    • Bei Frauen ist die Körperbehaarung i.d.R. auf die Extremitäten und den Schambereich beschränkt, bei Männern ist Körperbehaarung auch am Rumpf und im Gesicht weit verbreitet.
    • Der weibliche Körper benötigt einen wesentlich höheren Körperfettanteil, um normgerecht zu funktionieren. Männer bauen wegen des viel höheren Testosteronspiegels viel schneller Muskeln auf und viel langsamer Muskeln ab, was im Schnitt zu einer größeren Muskelmasse führt. Deswegen frieren Männer im Schnitt auch nicht so schnell, denn Muskelkontraktionen sind die primäre Wärmequelle des menschlichen Körpers (deswegen zittern wir auch bei Kälte, um Wärme zu produzieren).
    • Auch die Hirnentwicklung wird nachweislich von den Sexualhormonen beeinflusst wie sich anhand der geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Inzidenz bestimmter neurologischer und psychiatrischer Krankheitsbilder klar belegen lässt. Manche dieser Krankheitsbilder (z.B. Autismus) manifestieren sich bereits so früh, dass soziale Faktoren nicht die Hauptrolle spielen können. Wer das abstreitet, der hat kein Interesse an echtem Erkenntnisgewinn, sondern betrachtet alles nur durch die ideologische Brille.
    • Männer tendieren eher zu mechanisch-systemischem Denken als Frauen. Selbst wenn Männer grundsätzlich zu Empathie fähig sind, fällt es ihnen im Schnitt wesentlich leichter, die Konsequenzen einer Handlung völlig losgelöst von empathischen Erwägung zu durchdenken. Bei den meisten Frauen schwingt hingegen immer zumindest unterschwellig die emphatische Dimension mit.
    • Frauen verhalten sich im Schnitt sozial verträglicher als Männer. Konsens ist ihnen im Schnitt wichtiger als Männern. Männer hingegen neigen stärker zu antagonistischem und machiavellistischem Verhalten; das was Feministinnen neuerdings "toxic masculinity" nennen ist, zum Großteil kein erlentes, sondern hormonell begünstigtes Verhalten.
    Jetzt mal zu mir persönlich:
    • Ich bin groß. Selbst im Vergleich zu anderen Männern bin ich groß. Aber im Vergleich zu Frauen bin ich extrem groß. Frauen, die so groß sind wie ich, muss man mit der Lupe suchen.
    • Ich bin eigentlich ein Sportmuffel, und dennoch kann ich, wenn es rein um Kraft und Ausdauer geht, schneller Fortschritte erzielen als es den allermeisten Frauen vergönnt ist. Und ich falle bei Trainingspausen wesentlich langsamer zurück als die meisten Frauen.
    • Ich mag offene Auseinandersetzungen; ein Übermaß an Deeskalation und Diplomatie empfinde ich als Heuchelei und Fassadenmalerei.
    • Es ist mir weniger wichtig als den meisten Frauen, gemocht zu werden.
    • Ich denke in stärkerem Maße mechanistisch-systemisch als die meisten Frauen.
    Nüchterne Bestandsaufnahme.

    Keine Ahnung, aber eine Sache fällt mir immer wieder auf:
    Selbstfindung spielt für Männer und Frauen eine sehr unterschiedliche Rolle und findet auch in unterschiedlichen Lebensabschnitten statt.
     
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    11 Februar 2018
    #11
    Männlichkeit bedeutet für mich, sich nicht darum zu scheren, was als männlich bezeichnet wird. Wer der Meinung ist, dass Männer Muskeln haben müssen und Bier trinken wie Wasser, dann interessiert mich das nicht und lässt mich nur arrogant lächeln :cool:
    Oh, aber für meine Männlichkeit ist die Stimme und der Bart wichtig :whoot:
     
  • User 164526
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    11 Februar 2018
    #12
    Off-Topic:
    Inwiefern soll das ein Unterscheidungsmerkmal sein?
     
  • User 44981
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    11 Februar 2018
    #13
    Für mich sind Männlichkeit und Weiblichkeit keine schillernden Begriffe, sondern schlicht und einfach biologische Zustandsbeschreibungen, die sich auf die meisten Menschen problemlos anwenden lassen.

    Alles, was darüber hinaus geht, sind Vorurteile, Verallgemeinerungen, gesellschaftliche Rollenblilder, die teilweise auf den biologischen Gegebenheiten basieren, aber häufig auch weit darüber hinaus gehen. Diese Dinge versuche ich - wenn ich sie nicht ignorieren kann - möglichst von der biologischen Kategorisierung zu trennen, anstatt sie über dieses ganze dubiose "Gender"-Gedöns damit in einen Topf zu werfen.

    Ich fühlte mich z.B. nie unmännlich, als ich einen Sport betrieben habe, den viel mehr Mädchen und Frauen, als Jungen und Männer betreiben und zweifle auch nicht an der Männlichkeit oder Weiblichkeit von anderen Menschen, die irgendwie von den Rollenbildern und Vorurteilen abweichen, die mit ihrem jeweiligen Geschlecht zugeschrieben werden.

    Das hört sich schon ziemlich cool an. - Viel entspannter, als dieses ganze Brimborium, das woanders häufig um die Männlichkeit und Weiblichkeit betrieben wird.

    Was soll eigentlich diese seltsame "Selbstfindung" sein?
    Muss ich mich wirklich suchen, um festzustellen, dass ich gerade in meiner Wohnung am Schreibtisch vor dem PC sitze? :upsidedown:
     
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  • YaMo
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    11 Februar 2018
    #14
    Off-Topic:
    Das ist mir auch schon aufgefallen. Kontroversen werden erbarmungslos ausdiskutiert, bis einer von beiden Recht hat :grin:

    Frei zitiert aus einem vorangehenden Beitrag: "Weiblichkeit bedeutet für mich, sich nicht darum zu scheren, was als weiblich bezeichnet wird." Ich finde den Satz in beiden Varianten richtig, aber ich habe auch meine Zeit gebraucht, um zu dieser Einsicht zu kommen.

    Körperlich bin ich eine Frau; das merkt man allein schon daran, dass ich definitiv nicht mal versuchsweise in Männerkleidung passe. :zwinker:
    Ich bin eine Frau; aber ich achte sehr darauf, dass mir aus diesem Umstand keine Nachteile entstehen. Trotzdem habe ich noch nie erlebt, dass mich jemand als vermännlicht bezeichnet hat. Dafür gelte ich als Emanze, und es wird mir eine gewisse abschreckende Wirkung auf Männer nachgesagt.
    Dabei bin ich mit den Jahren tendenziell lieblicher geworden, sanfter, nachsichtiger. Noch am Ende der Pubertät galt ich als freche Göre, obschon ich mich schon stark abgemildert hatte. Am Gymnasium verteidigte mich einst eine Lehrerin, ich sei doch eine Spitzenschülerin - worauf der Rektor entgegnete: "Ja, leider"...
     
  • User 107106
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    11 Februar 2018
    #15
    Ich bin mir meiner eigenen Weiblichkeit bewusst. Ich definiere mich klar als Frau und trage gerne Kleidung, die diese betont: ich habe recht große Brüste, einen dicken Hintern und trotz zweier Kinder noch etwas wie eine Taillie.
    Aber Weiblichkeit hat auch etwas mit dem Kopf zu tun: Ich merke, dass es meiner Familie an Frauen mangelt, da diese oft sozialer sind und das Familienleben mehr am Laufen halten. Meine Tante ist mit fast 80 zu alt für die Rolle, meine Mutter psychisch zu erschöpft. Seit dem Tod meiner Oma, der Matriarchin der Familie, darf ich diese Rolle übernehmen.
    Das weiblichste, was ich je körperlich erlebt habe, waren die beiden Schwangerschaften. Irgendwie führte diese Erfahrung zu der Neandertalerin in mir. Psychisch ist es eher die Mutterrolle. Diese Verbindung, die ich zu diesen beiden kleinen Menschen habe, ist eine besondere Urgewalt, die sich kaum mit Mutterinstinkt betiteln lässt und mmn etwas zutiefst weibliches ist.

    Selbst in der Kita meiner Tochter, kann ich geschlechtsbezogenes Verhalten sehr interessant beobachten. Ja, es gibt Mädchen und Jungen, die switchen oder generell eher in die andere Richtung tendieren, aber so sind es die Jungs, die sich kloppen “Nur Spaßkloppe!“ während überwiegend die Mädchen soziale Rollenspiele spielen. Auch beim Werken merke ich oft einen Unterschied: während viele Jungen die Funktion von Werkzeugen erproben und das Werken oft unter dem mechanischen Aspekt ausüben, kreiieren die Mädchen ästhetische Objekte - oder was sie dafür halten. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

    Auch Männlichkeit beginnt für mich mit dem Aussehen. Ja, der Typus des Wikingers ist für mich das Sinnbild purer Männlichkeit: Groß, muskulös, stark, bärtig, mutig. Letztendlich ist für mich allerdings das allgemeine Auftreten, was die Männlichkeit mehr ausmacht, als das pure Aussehen: Selbstbeherrschung, Selbstbewusstsein, Großzügigkeit, eine Mischung aus Ernst und Humor, etc, etc. So habe ich einen 1,70 m großen Nachbarn, bartlos, kurze Haare, drahtig, der aber aufgrund seines Auftretens trotzdem männlicher wirkt, als so manch 1,90-Kerl, der sich nicht traut den Mund aufzumachen.
     
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    11 Februar 2018
    #16
    Ich habe nur die Ausgangsfrage beantwortet. Männlichkeit bedeutet für mich, keinen Fick auf Männlichkeitsbilder zu geben.
     
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  • Demetra
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    11 Februar 2018
    #17
    Ganz schwer. Ich schätze tatsächlich primäre und sexueller Geschlechtsmerkmale. Alles Andere wie Kleidung, Charakterzüge, Frisuren....das ist so divers, das würde ich nie einem Geschlecht zuordnen wollen.
     
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    11 Februar 2018
    #18
    Off-Topic:
    Nun gut, für mich kommt das eher einer verkappte Verweigerung gleich, die Frage zu beantworten.

    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 11 Februar 2018 ---
    Off-Topic:
    Das ging mir aber ähnlich. Wenn ich nicht so gute Leistungen erzielt hätte, dann wäre ich vielleicht sogar mal von der Schule geflogen.
     
  • Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    11 Februar 2018
    #19
    Männlichkeit ist für mich eine Konsequenz meiner Erbanlage und damit körperlich. Ich verfüge über alle Geschlechtsmerkmale eines Mannes und kann mich jederzeit mit einem kurzen Griff in meine Hose selbst davon überzeugen, ein Mann zu sein. Das ist für mich also ein Fakt, der sich kaum wegdiskutieren lässt.

    Glaube ich an spezifisch männliche/weibliche Verhaltensweisen? Ich denke, die Unterschiede in der körperlichen Entwicklung (Hormonspiegel, Gehirn, etc.) begünstigen auch die Entwicklung bestimmter Verhaltensweisen, Denkstrukturen etc.

    Sind diese Verhaltensweisen diejenigen, die gemeinhin als männlich und weiblich verstanden werden? Teilweise... aber oft sind diese Unterschiede auch sehr künstlich bzw. übertrieben und haben nur noch wenig mit biologischen Veranlagungen zu tun. Werden diese falschen Vorstellungen zu Dogmen erhoben, ist Leid und Kummer vorprogrammiert, da kaum jemand alle Klischees des idealen Mannes (oder der idealen Frau) realistisch betrachtet erfüllen kann. Zudem kann ich so viel Holz hacken oder Lackschuhe tragen wie ich möchte: es ändert nichts an meiner eigenen Männlichkeit, die noch immer bei 100% für mich ist. Das einzige, was ich verändere, ist die Fremdwahrnehmung, die bei vielen Leuten durch solche Vorstellungen geprägt ist.

    Kümmert es mich, was andere Leute von mir denken? In der Regel nicht. Nur bei bestimmten Menschen ist mir das wichtig. Mein Chef soll mich als eine hart arbeitende und zuverlässige Person wahrnehmen, denn das verhindert, dass ich gefeuert werde. Ob er mich als Mann oder Frau wahrnimmt, sollte dafür irrelevant sein (solange er keine doppelten Standards an Geschlechter im Job hat, was sich dummerweise nicht ausschließen lässt und was sich ändern muss). Idealerweise sollte es in diesem Kontext keine Rolle spielen, ob ich männlich oder weiblich bin.

    Meine Freunde sollen mich als eine angenehme Person wahrnehmen, mit der man gut Zeit verbringen kann. Auch hier ist irrelevant, ob Mann oder Frau: das geht mit beiden.

    Wann es relevant wird: wenn ich Sex mit einer heterosexuellen Frau haben möchte. Dann würde ich gerne als potentieller Verpaarungspartner in Betracht gezogen werden. Muss ich ihr dafür meinen Schwanz in die Hand drücken? Nein, Frauen können Männer auch so erkennen (und sind vermutlich verdammt froh über diese Fähigkeit). Muss ich mich hypermaskulin verhalten und meine männlichen Körpermerkmale betonen um meine Chancen zu erhöhen? Kommt drauf an. Manche Frauen stehen drauf, andere nicht. Für eine Beziehung mit mir kommen ohnehin nur die in Frage, die nicht den Holzfällertypen brauchen der Bienen kaut, denn so jemand möchte ich nicht sein. Ich handele nach meinen eigenen Regeln und strebe nicht danach, gesellschaftlichen Vorstellungen eines Mannes zwingend gerecht zu werden, nur weil andere Leute glauben, ein Schwanz würde einen zu irgendetwas verpflichten!

    Dementsprechend sehe ich meine Männlichkeit eher als beiläufige Selbstverständlichkeit an. Mich ärgert es manchmal, dass Erwartungen nur aufgrund meines Geschlechts an mich gestellt werden, genauso wie ich mit Erwartungen konfrontiert werde, weil ich Deutscher bin oder eine helle Hautfarbe habe, etc. und ich versuche dahingehend Leute zu beeinflussen, ihre Vorurteile abzulegen. Wenn ich einen Sinn darin sehe, verteidige ich meine Individualität.

    Letzen Endes glaube ich nicht, dass es hilfreich ist, sich die Welt in männlich und weiblich zu unterteilen. Meiner Meinung nach ist das eine Krücke von Menschen, die entweder nicht über die mentalen Kapazitäten verfügen, sich mit Menschen individuell auseinanderzusetzen, das nicht wollen oder aus Mangel an Erfahrung nicht dazu fähig sind.

    tl;dr: Mein Schwanz gab mir die Eintrittskarte in den Männerclub und die gilt auf Lebenszeit. Wer mich anders sieht liegt falsch. Ob mich das kümmert, ist eine andere Frage.
     
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    Beiträge füllen Bücher
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    vergeben und glücklich
    11 Februar 2018
    #20
    Ich hab nicht wirklich Lust auf ´ne Wall of text, wo ich irgendwelche äußeren Erscheinungsmerkmale oder vermeintlich männlichen Charaktereigenschaften- und Fähigkeiten aufzähle. Wenn es männlich ist, eine Waschmaschine zu reparieren, ist dann eine Frau, die das auch kann, männlich und ein Mann, der das halt nicht kann, unmännlich? Solche Fragen finde ich einfach fruchtlos...
     
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